Minensuchspezialist präsentiert unbemannten Hubschrauber

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  1. #1 Lothringer, 24.02.2005
    Lothringer

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    High-Tech-Drohne für militärische und zivile Aufgaben "konkurrenzlos"

    Die Schiebel Elektronische Geräte GmbH, Weltmarktführer für Minensuchgeräte, hat auf der gestern, Donnerstag, in Abu Dhabi zu Ende gegangenen 7. Internationalen Rüstungsmesse IDEX ihren völlig neu konzipierten unbemannten Hubschrauber Camcopter S-100 präsentiert. Diese "Drohne" werde aus modernsten High-Tech-Materialien gefertigt und verfüge über eine weltweit einzigartige autonome Flugsteuerung. Damit biete er nicht nur militärischen sondern auch im zivilen Bereich völlig neue Möglichkeiten zur Bewältigung hochspezialisierte Aufgaben, so Schiebel am Freitag in einer Pressemittteilung.

    Der Helikopter sei auf Grund seiner Flugeigenschaften und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten konkurrenzlos, so Geschäftsführer Hans Georg Schiebel. Im Gegensatz zu den zahlreich am Markt angebotenen Tragflächenflugzeugen benötige der Camcopter S-100 keine Startbahn, könne auch in enge Täler einfliegen, sich stationär im Luftraum aufhalten und bei starkem Wind sicher landen.

    An Einsatzmöglichkeiten werden aufgeführt: Überwachung über Land und auf See, gefahrlose Minensuche aus der Luft, Einsatz zur Schmuggel- und Schlepperbekämpfung, Rettungseinsätze bei Waldbränden, Lawinenkatastrophen und Überflutungen, Hilfe bei der Suche nach vermissten Personen in unwegsamen Geländen, routinemäßige Überwachung nicht nur von Pipelines, Wasser-, Strom- und Kommunikationsleitungen, sondern auch von großen Betriebsgeländen und Anlagen sowie den Einsatz bei wissenschaftlichen Messungen und Filmaufnahmen.

    Die Serienproduktion für das Fluggerät, für das laut Schiebel weltweit großes Interesse besteht, soll nach Zeitungsberichten mit 100 Stück jährlich ab April dieses Jahres anlaufen. Der steirische Rennsport- und Luftfahrtausrüster Pankl Racing Systems - Entwickler und Produzent des Hauptrotorkopfes und der Antriebswelle für den Heckrotor - erwarte aus der Zusammenarbeit in den nächsten zehn Jahren ein Auftragsvolumen von bis zu 10 Mio. Euro, heißt es.

    Schiebel, gegründet 1952, konzentriert seit Mitte der 80er Jahre auf die Entwicklung und Produktion von technologisch hochentwickelten Minensuchgeräten. Nicht zuletzt durch einen Großauftrag der US-Army über 18.000 Minensuchgeräte wurde sie zum Weltmarktführer. Mitte der 90er-Jahre wurde mit der Produktion von unbemannten Helikoptern begonnen. Bereits mit dem Vorgängermodell wurde sie auch in diesem Bereich Weltmarktführer. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wien, die Produktion wurde 2004 nach Wiener Neustadt ausgelagert. Büros werden in Washington, Phnom Phenh, Kambodscha, Abu Dhabi sowie den Vereingten Arabischen Emiraten (UAE) unterhalten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 100 Mitarbeiter und setzte 2003 rund 10 Mio. Euro um.

    Quelle: http://news.tirol.com/wirtschaft/national/artikel_20050218_317147.html
     
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  3. #2 Bronchibon, 27.02.2005
    Bronchibon

    Bronchibon Guest

    Minensucher

    Nun ist die Firma Schiebel nicht der einzige Anbieter von UAV-Systemen auf dem Weltmarkt. Viele Firmen haben sich an die Entwicklung unbemannter Drehflügler gewagt, zuletzt Dornier mit der Seamos-Drohne. Einige sind gescheitert, nicht zuletzt aufgrund des mangelnden Bedarfes bei den potentiellen Nutzern (auch hier dient mir SEAMOS als trauriges Beispiel). Die Amerikaner haben jahrelang an seegestützen unbemannten Helicoptern herumlaboriert mit dem tollsten Ergebnissen, was die operativen Einschränkungen für das Trägerschiff und den Sensor selbst betrifft. Diese Systeme sind längst nicht ausgereift.

    Und jetzt kommt Schiebel in Zusammenarbeit mit Pankl Racing. Zugegeben, der Tankdeckel hat was. :D
    Aber,
    Die aufgeführten Einsatzmöglichkeiten erscheinen teilweise etwas lächerlich. Ich schicke doch keine Drohne in eine Rettungsmission, etwa im Gebirge, auf See, bei Überflutungen oder Lawinen, nur um mal zu gucken, wo die zu rettenden Personen sind. Hier muß das Rettungsmittel sofort vor Ort sein, da jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet.

    Wo rechnet sich also Schiebel Marktchancen aus? Eine Nutzlast von max. nur 50 kg scheint mir zudem etwas wenig. Scheiden Militär und Zivilschutz meines Erachtens schon mal aus.
    Schiebel selbst erklärt auf seiner Homepage, das Vorgängermodell, den Camcopter 5.1 nicht länger weiter zu entwickeln, nachdem er auf zahlreichen Demonstrationen gegenüber der US-Army und Navy angeblich seine Fähigkeit unter Beweis gestellt haben soll, bei der Suche nach Land- und Seeminen nützlich und hilfreich zu sein. Von Produktionszahlen ist nicht die Rede. Scheint, als ob der Vorgänger jahrelang als Demonstrator diente, bis das System an die Grenze zur Neuentwicklung stieß. Was hat Schiebel also heute? Einen neuen Demonstrator. :p

    Was ist eure Meinung?

    B.
     
  4. #3 Barnstormer, 27.02.2005
    Barnstormer

    Barnstormer Fluglehrer

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    Hi, ich denke schon, dass UAVs bei der Rettung von Personen helfen können. Vielleicht verfügen sie nicht über die Möglichkeit, Personen selbst zu bergen und/oder zu transportieren, können aber Aufklärungsarbeit leisten und dadurch schon wertvolle Zeit sparen.

    Stell Dir vor Du könntest zwischen einem Paket aus zwei Rettungshubschraubern oder aus einem Rettungshubschrauber und 20 Drohnen wählen - mit welchem würdest Du schneller Personen aufspüren können?

    Für den Zweck der Aufklärung scheint diese Drohne doch gut zu funktionieren. Und das ist ja kein Nieschenmarkt.

    Gruß
    Barnstormer
     
  5. #4 Bronchibon, 27.02.2005
    Bronchibon

    Bronchibon Guest

    Ich nehme die beiden Rettungshubschrauber, denn nur die können Personen bergen. Ausgestattet mit der nötigen Reichweite und Stehzeit über dem Einsatzgebiet bleibt genug Zeit für Suche und Rettung (SAR). Je nach Sensor der Drohne muß diese ein mehr oder minder enges Pattern fliegen, um den gesamten Bereich mindestens einmal mit ihrer Kamera erfasst zu haben. Eine Hubschrauberbesatzung ist in der Lage einen weiten Bereich mit einem Überflug visuell zu erfassen und in echter Echtzeit auszuwerten. Meine Behauptung: Der Hubschrauber schlägt die Drohne im Faktor Zeit. Das relativiert die Endurance-Vorteile der Drohne. Bedeutet, überall da, wo der Faktor Zeit die entscheidende Rolle spielt (Lebensrettung), ist die bemannte Variante das Mittel der Wahl.

    Einen Mischbetrieb bemannter Hubschrauber/unbemannter Hubschrauber innerhalb einer Mission mit allem was dazu gehört (Kommunikation, Flight Level Koordination etc.) kann ich mir aus heutiger Sicht nur schwer vorstellen, da hier eindeutig flugsicherheitskritische Situationen entstehen können. Gibt es dafür eigentlich schon Regularien? Ich habe gehört, daß beispielsweise der Global Hawk zur Zeit nur für den Luftraum zugelassen ist, der von keinen anderen Flugzeugen des normalen bemannten Luftverkehrs benutzt wird.

    Die vorgestellte Drohne füllt meiner Ansicht nach wirklich nur eine Nische, da sie zu wenig Nutzlast tragen kann. Seit über 20 Jahren gibt es unbemannte Helicopter. Wo sind denn die Großkunden? Wer sind die Abnehmer?
    Kleine Stückzahlen sind Trumpf, weil der Einsatzzweck tatsächlich nur sehr begrenzt ist.

    Es ist wahrscheinlich so, daß zukünftige Technologien (höhere Integration der Elektronik, Echtzeitdatenübertragung) das Einsatzspektrum für unbemannte Hubschrauber erweitern. Bei den Auklärungsdrohnen (Flächenflugzeug) ist der Trend seit einiger Zeit erkennbar.

    Aber tatsächlich ein schönes Thema, mal über die unbemannte Luftfahrt zu reflektieren.

    B.
     
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    Hallo

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