München 3 Verletzte durch Fliegerbombenexplosion

Diskutiere München 3 Verletzte durch Fliegerbombenexplosion im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-fliegerbombe-explosion-donnersbergerbruecke-hauptbahnhof-s-bahn-1.5477637
me109a

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Den Schepperer hab ich auf Baustelle mitbekommen .
 
Kenneth

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Schon ein mulmiges Gefühl, dass 500 m von dort wo man mehr als 25 Jahren jeden Arbeitstag mit dem Auto oder auf dem Fahrrad vor einer Ampel stand, eine 250 kg Bombe im Erdreich lag…
 
Speedy#32

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Da darf man gar nicht so drüber nachdenken. Bin auch so um die 13 Jahre, fast täglich, genau über einen blindgänger gelaufen. Gefunden wurde er bei kanalarbeiten, alsder bagger Fahrer sie plötzlich in seinerschaufel hatte. Da feierste auch nochmal Geburtstag.
Zum Glück scheint hier niemand ums Leben gekommen zu sein.
 
Augsburg Eagle

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Bei der Explosion in München gab es vier Verletzte, davon einer schwer.

In Anbetracht der Nähe zum Hauptbahnhof kann man davon ausgehen, dass da noch viel mehr rumliegt. Und wie man vor einigen Jahren südlich von München am Isarkanal feststellen konnte, können die Dinger auch einfach so hochgehen.
 
HoHun

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Moin!

In Anbetracht der Nähe zum Hauptbahnhof kann man davon ausgehen, dass da noch viel mehr rumliegt. Und wie man vor einigen Jahren südlich von München am Isarkanal feststellen konnte, können die Dinger auch einfach so hochgehen.
In Hamburg hat ein Bekannter von mir beim Ausschachten einer Sandkiste in seinem Garten eine Brandbombe gefunden. Hätte die ein paar Zentimeter tiefer gelegen, hätte er sie nicht bemerkt, und seine Kinder würden jetzt täglich mit Eimerchen und Schaufel auf der Bombe spielen!

Ich hoffe, es wird geklärt, warum die Münchner Bombe bei den Sondierungsarbeiten vor dem Beginn des Baus nicht gefunden wurde ... ist ja ein bißchen wie eine Unfalluntersuchung nach einem Flugunfall, da gibt's bestimmt was daraus zu lernen.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 

Phalc

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Ist hier in NRW auch regelmäßig Thema. Ich habe mal ein paar Zahlen gefunden:

Die Experten der Kampfmittelbeseitigung in Nordrhein-Westfalen haben im vergangenen Jahr [2019] 2.160 Bomben geräumt und unschädlich gemacht. Das waren 651 Bomben oder rund 23 Prozent weniger als im Jahr 2018 (2.811 Bomben). 307 dieser Bomben wogen mehr als 50 Kilogramm, im Jahr zuvor mussten die Sprengmeister 291 Mal wegen dieser schweren Blindgänger tätig werden, ein Plus von rund fünf Prozent.

Insgesamt räumten die Expertinnen und Experten im vergangenen Jahr knapp 15.000 Kampfmittel. Neben den erwähnten Bomben, handelte es sich hierbei um Granaten, Minen, Handgranaten, Munition und andere Sprengmittel mit einem Gewicht von knapp 123 Tonnen, drei Tonnen mehr als im Jahr 2018. Zum Glück kam auch im vergangenen Jahr keiner der Sprengmeister bei einer Entschärfung oder Sprengung zu Schaden.

Insgesamt wurden während des Zweiten Weltkrieges auf das Gebiet des Deutschen Reiches 1,3 Millionen Tonnen Sprengmittel abgeworfen. Experten gehen davon aus, dass bis zu 15 Prozent der Bomben Blindgänger waren. Rund die Hälfte der Luftangriffe haben sich auf das heutige Nordrhein-Westfalen konzentriert.



Wobei hier anteilig sehr viele Landkriegskampfmittel (Operation Veritable, Operation Grenade und folgende) beseitigt werden, das ist in anderen Gegenden sicherlich stark abweichend.


Der Schwerverletzte in München ist wohl außer Lebensgefahr
 

jackrabbit

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Hallo,

Ich hoffe, es wird geklärt, warum die Münchner Bombe bei den Sondierungsarbeiten vor dem Beginn des Baus nicht gefunden wurde ...
Naja, die Formulierung im Artikel: "Normalerweise werde bei Bauarbeiten in der Münchner Innenstadt immer genau sondiert, wo Blindgänger liegen könnten."
ist ja an sich schon falsch.

Es wird über Luftbildauswertungen, die schon gelaufen sind oder im Rahmen von Bauvorhaben vorab laufen, festgelegt ob es sich um Verdachtsflächen handelt.
Erst wenn es Blindgängerverdachtspunkte gibt und man den Verdacht hat, dass in dem Bereich noch Blindgänger liegen könnten, wird durch technische Sondierungen weiter nachgeforscht (üblicherweise mit Tiefenbohrungen im Raster um den Verdachtspunkt und dann mit Magnetfeldsondierung).

Zu den Luftbildern: diese werden teilweise erst nach Jahrzehnten und immer noch freigegeben.
In Hannover war man z.B. bis 2000 im Prinzip mit der Luftbildauswertung (der zur Verfügung stehenden Bilder) durch,
hat dann aber in 200x neue Luftbilder erhalten und dann wieder/ weiter ausgewertet.



EDIT: das ist z.B. ein Blindgänger; also der kleine dunkle Punkt.
aus: So viele Weltkriegsbomben schlummern noch im Boden


Grüsse
 
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Die sehr stark betroffene Stadt Oranienburg nordwestlich von Berlin hat dafür sogar eine eigene Rubrik auf der Homepage.
Neben tausenden Bomben mit konventionellen Aufschlagzündern [...] insgesamt rund 10.500 Großbomben [...]

Die über Oranienburg abgeworfenen Fünf- bis Zehn-Zentnerbomben mit chemischem Langzeitzünder waren so eingestellt, dass sie erst 12 bis 48 Stunden nach ihrem Aufprall zünden sollten [...]. Aufgrund der besonderen Bodenbeschaffenheit in unserer Stadt nahmen viele dieser Sprengkörper nach dem Eindringen in den Boden einen ellipsenförmigen Verlauf mit dem Ergebnis, dass der Zündmechanismus nicht auf die nach oben zeigende Bombe einwirken konnte, jedoch grundsätzlich aktiv blieb – oft genug bis heute.
Am 15. März 1945 fielen laut Ladelisten der US Air Force 4.022 Großbomben mit chemischen Langzeitzündern auf Oranienburg. (Quelle: TAZ)
Gab Phasen in den vergangenen Jahren, da war (gefühlt) jede Woche einmal Evakuierung zur Entschärfung.

Und manchmal wird dann zur Not auch nachts um 03:30 gesprengt .. (allerdigs nicht Oranienburg, sondern in Stahnsdorf, südlich von Berlin)

mfg
 

alois

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Schon ein mulmiges Gefühl, dass 500 m von dort wo man mehr als 25 Jahren jeden Arbeitstag mit dem Auto oder auf dem Fahrrad vor einer Ampel stand, eine 250 kg Bombe im Erdreich lag…
Nun, vor zwei Wochen gab es an genau der Stelle, wo ich einen Tag zuvor zugegen war, einen Terroranschlag mit, wenn ich es noch im Gedächtnis habe, mindestens zwei Toten. An dem Checkpoint unmittelbar daneben habe ich noch mit den Sicherheitskräften geschnakt. Ja, da wird einem schon mulmig, wenn man denkt, dass vielleicht genau der gleiche Mensch mit dem man geschnakt hat, am nächsten Tag vielleicht nicht mehr leben könnte. That's life.
 

Jubernd

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Moin!
In Hamburg hat ein Bekannter von mir beim Ausschachten einer Sandkiste in seinem Garten eine Brandbombe gefunden. Hätte die ein paar Zentimeter tiefer gelegen, hätte er sie nicht bemerkt, und seine Kinder würden jetzt täglich mit Eimerchen und Schaufel auf der Bombe spielen!

Ich hoffe, es wird geklärt, warum die Münchner Bombe bei den Sondierungsarbeiten vor dem Beginn des Baus nicht gefunden wurde ... ist ja ein bißchen wie eine Unfalluntersuchung nach einem Flugunfall, da gibt's bestimmt was daraus zu lernen.

Tschüs!

Henning (HoHun)
Die Elektron-Thermit-Stabbrandbomben stecken hier noch massenhaft im Gelände. Mit Ausnahme der Ausführung mit Zerlegeladung (o.Ton Kampfmittelfachmann) sind sie relativ ungefährlich und lassen sich leicht mit Sand löschen.
Dafür sind die großen Kaliber umso gefährlicher. Sie lassen sich auch relativ gut bis in ca. 5 Meter Tiefe magnetisch orten, wenn, ja wenn sie in der grünen Wiese stecken. Ein Bahnhof mit zahlreichen Gleisen erzeugt aber ein so großes Störfeld, dass die Magnetometer völlig überfordert sind. Georadar darf nicht eingesetzt werden. Hat man kein verdächtiges Objekt im Luftbild, so darf man keinesfalls bohren, sondern muss behutsam abtragen. Das fordert viel Zeit, die man aber meist nicht hat.
 

Jubernd

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Könntest Du das näher erläutern ? Rein interessehalber.
Ich habe mal nachgeschaut. Die Ansicht hat sich mittlerweile geändert. Vor Jahren erklärte mir mal ein Kampfmittelräumer, dass alle Verfahren, die elektromagnetische Impulse in den Boden senden, wie Puls-Induktions-Detektoren oder auf HF-Impulsen basierendes Georadar, möglicherweise labile Zünder auslösen könnten. Das nach dem Gleitfrequenzverfahren arbeitende Georadar wäre ungefährlich
 
HoHun

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Die Elektron-Thermit-Stabbrandbomben stecken hier noch massenhaft im Gelände. Mit Ausnahme der Ausführung mit Zerlegeladung (o.Ton Kampfmittelfachmann) sind sie relativ ungefährlich und lassen sich leicht mit Sand löschen.
Es gab wohl mehrere Ausführungen, spätere mit verstärkten Zerlegern, nachdem der Zivilschutz mit Schutzschilden gegen die erste, kleine Zerlegeladung ausgestattet wurde. Welche Art Bombe mein Bekannter im Garten gefunden hat, weiß ich nicht ... sie wurde letztendlich vom Kampfmittelräumdienst abgeholt, nachdem sich erst für eine Weile Polizei und Feuerwehr nicht einigen konnten, wer denn eigentlich zuständig sei! :-D

Tschüs!

Henning (HoHun)
 

Jubernd

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Es gab wohl mehrere Ausführungen, spätere mit verstärkten Zerlegern, nachdem der Zivilschutz mit Schutzschilden gegen die erste, kleine Zerlegeladung ausgestattet wurde. Welche Art Bombe mein Bekannter im Garten gefunden hat, weiß ich nicht ... sie wurde letztendlich vom Kampfmittelräumdienst abgeholt, nachdem sich erst für eine Weile Polizei und Feuerwehr nicht einigen konnten, wer denn eigentlich zuständig sei! :-D

Tschüs!

Henning (HoHun)
Nach der Wende war das noch ganz problemlos. Wir riefen beim Räumdienst an und der freute sich über jeden Hinweis. Dann kam die Zeit, wo er nur noch über die Polizei zum Einsatz gerufen werden durfte. Das bedeutete stundenlange Verzögerung. Heute geht es etwas schneller. Der Polizist, der ein Kampfmittel nicht von einem Ofenrohr unterscheiden kann (und eigentlich auch nicht braucht) mailt ein Foto und sperrt so lange den Fundplatz ab. Die Feuerwehr ist eigentlich nur während der Entschärfungsmaßnahmen nötig. Leider fehlt heute die bisherige direkte Kommunikationsmöglichkeit mit den Kampfmittelspezialisten. Es lebe die bundesdeutsche Bürokratie!
 

jackrabbit

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Hallo,

Leider fehlt heute die bisherige direkte Kommunikationsmöglichkeit mit den Kampfmittelspezialisten.
Es lebe die bundesdeutsche Bürokratie!
LOL. echt jetzt?

Nach der Wende gab es noch keine Handys und kein Internet, d.h. man konnte nur mit einer gewissen Sachkunde
den Kampfmittelräumdienst anrufen. Das wäre heute deutlich anders. :wink2:

Das was Du Dir offensichtlich dabei vorstellst ist wohl das letzte, was der Kampfmittelbeseitigungsdienst heute haben möchte.
Auch gibt es einen allgemeinen Kontakt für jederman, aber natürlich keine direkte veröffentlichte Handy-Nummer für 24/7.

Grüsse
 

Jubernd

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Es gab aber einen für beide Seiten sehr fruchtbaren Informationsaustausch. Oft wurden wir gefragt, ob das Flugzeugteile wären und diese museal interessant sind. Wir lernten etwas über verrostete Eisenklumpen, die lieber nicht angefasst werden sollten, wenn Zweifel bestehen. Als Gegenleistung boten wir Ortsangaben über überlieferte militärische Altlasten. Beides ging nur im direkten Kontakt. Und es ging schnell, wenn bei Niedrigwasser am Fluss massenhaft Panzerfäuste und Flakgranaten am Ufer sichtbar wurden und jederzeit Spaziergänger zu erwarten waren oder sogar anlegende Boote auffahren konnten.
Aber diese Zeiten sind vorbei. Nur die Zahlen der Altlasten sind noch hoch genug.
 
Doppelnik

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In Anbetracht der Nähe zum Hauptbahnhof kann man davon ausgehen, dass da noch viel mehr rumliegt.
Die Bahnanlagen wurden (soweit mit der damaligen Präzision möglich) eiegnartiger Weise lange geschont. In vielen völlig zerstörten Städten (z.B. Düren) standen rund um den Bahnhof noch Häuser während sonst kein Stein auf den anderen blieb.

 

alois

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Ach mal wieder so ein Was-wäre-wenn-Bericht. Man verkennt dabei, dass alle Protagonisten dazu lernen mussten. Wenn die Welt so perfekt wäre, hätte es erst gar keinen WWII gegeben. :rolleyes1:
 
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