München 3 Verletzte durch Fliegerbombenexplosion

Diskutiere München 3 Verletzte durch Fliegerbombenexplosion im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo, @jackrabbit Ich hatte beruflich schon mehrere Munitionsfunde (auf Dachböden oder in Dachgesimsen), allerdings natürlich keine Bomben...
Simon Maier

Simon Maier

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Hallo,

@jackrabbit
Ich hatte beruflich schon mehrere Munitionsfunde (auf Dachböden oder in Dachgesimsen), allerdings natürlich keine Bomben sondern immer nur Munition (einmal neben .50 BMG sogar 20 mm Übungsmunition vom Marder). Mit der Polizei hat das immer recht gut funktioniert, die haben das Zeug immer mitgenommen und dann dem Kampfmittelräumdienst übergeben.
 
Augsburg Eagle

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Alien
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Die Bahnanlagen wurden (soweit mit der damaligen Präzision möglich) eiegnartiger Weise lange geschont. In vielen völlig zerstörten Städten (z.B. Düren) standen rund um den Bahnhof noch Häuser während sonst kein Stein auf den anderen blieb.
Ich kenne genug Bilder der Bahnanlagen in München von damals, die eine andere Sprache sprechen.
 

jackrabbit

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Hallo,

@jackrabbit
Ich hatte beruflich schon mehrere Munitionsfunde (auf Dachböden oder in Dachgesimsen), allerdings natürlich keine Bomben sondern immer nur Munition (einmal neben .50 BMG sogar 20 mm Übungsmunition vom Marder). Mit der Polizei hat das immer recht gut funktioniert, die haben das Zeug immer mitgenommen und dann dem Kampfmittelräumdienst übergeben.
ja, genau. Das würde mir auch reichen, aber hier kam der Vorschlag/ die Forderung nach einem direkten Draht für jederman zum Kampfmittelräumdienst.

Grüsse
 
Kenneth

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Ich kenne genug Bilder der Bahnanlagen in München von damals, die eine andere Sprache sprechen.
Bei den ganzen Neubauten, die in den letzten 30 Jahren direkt nördlich und südlich des Bahngeländes zwischen Hbf und Friedenheimer Brücke, und zwischen Arnulfstrasse und Bayer-/Landsbergerstrasse entstanden sind, wie zum Beispiel der Arnulfpark (wo der Güterbahnhof früher war), ist mir ein übersehener und hochgehender Blindgänger nicht bekannt. Alarme wegen gefundenen Blindgänger allerdings einige.

Schon erstaunlich, bei den Ausmaßen der Angriffe. Ich meine mal gelesen zu haben, das die ausgeprägte und gut sichtbare Bahnanlagen von München Hbf in Richtung Westen gut und gerne von amerikanischen Flugzeugen als „Navigationshilfe“ benutzt wurden.
 

Jubernd

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Hallo,
ja, genau. Das würde mir auch reichen, aber hier kam der Vorschlag/ die Forderung nach einem direkten Draht für jederman zum Kampfmittelräumdienst.

Grüsse
Nicht nach "dem" sondern "einem" Ansprechpartner. Es gibt hunderte verschiedener Sprengkörper in unterschiedlichstem Zustand. Normale Munition wird von jedem Polizeiangehörigen erkannt und kann bedingungslos mitgenommen werden. Blindgänger, zu erkennen an den eingedrückten Rillen am Führungsring, überfordern diese jedoch, denn man sollte sie nicht berühren und die Umgebung absperren. Dicker Rost macht die Sache völlig unkenntlich. Das führt zu Zeitverzug. Nur ein Beispiel: Auf unserem Flugplatz lag nach Planierarbeiten mal eine 2-cm Flakgranate oben. Am Telefon beschrieb ich das Objekt als ca. 2cm dick und ungefähr acht cm lang. Der Polizist meinte, das ist eine 8,8. Ich hatte schon befürchtet, dass er die Bahnlinie sperren wollte und konnte dies noch korrigieren. Mit einem Fachmann am Telefon wäre dies nicht passiert. Aber das ist nun auch fast 20 Jahre her.
 
Wingcommander

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Anrufen bei der Polizei, Beschreibung der gefundenen Munition/Munitionsteile. Die geben das weiter an den Kampfmittelräumdienst, der bei uns in NRW dem Regierungspräsidium unterstellt ist. Die Polizei oder das Ordnungsamt kommen natürlich raus und sperren den Fundort ab, bis die Kampfmittelspezialisten vor Ort sind.
 
Wingcommander

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@Jubernd
Im WWII waren die meisten Zünder mechanisch (mit Uhrwerk), chemisch oder reine Aufschlagzünder. In den seltensten Fällen waren sie elektronisch. Daher kann man sie mit der Magnetsonde sondieren.
 

Jubernd

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Die verwendete Förstersonde ist kein Problem. Sie erzeugt nur ein schwaches, konstantes Feld. Impulsverfahren nutzen aber Nadelimpulse hoher Leistung. Und wenn schon die geringste mechanische Erschütterung den verrotteten chemischen Zünder zur Auslösung bringen kann, so kann rein theoretisch ein starker elektromagnetischer Impuls eine mechanische Bewegung bewirken. Man weiß ja nie, was in der Erde steckt!
 

Phalc

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Die Bahnanlagen wurden (soweit mit der damaligen Präzision möglich) eiegnartiger Weise lange geschont. In vielen völlig zerstörten Städten (z.B. Düren) standen rund um den Bahnhof noch Häuser während sonst kein Stein auf den anderen blieb.


Am Anfang des Krieges wurden die Großstädte bombardiert. Dabei sind auch ziemlich viele Bahnhöfe und Gleisanlagen kaputt gegangen.
Gleisanlagen konnten sehr schnell zumindest provisorisch wieder instandgesetzt werden. Innenstädte nicht.
Nach der Landung in Frankreich (und mit zunehmender Luftherrschaft und zahlenmäßger Überlegenheit) verlegte sich der alliierte Luftkrieg zur Unterbindung des deutschen Nachschubes auch auf die Rangierbahnhöfe und Brücken im Hinterland.
Eigenartig finde ich das nicht.

Düren war mehrere Monate Ende 44 bis Anfang 45 Frontstadt. Da war alles kaputt, auch die Häuser am Bahnhof.
 
Wingcommander

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Nach Erzählungen meiner Mutter, die mit ihren beiden Schwestern und meiner Oma aus der Evakuierung Anfang '45 zurück nach Düren kamen, stand kaum ein Stein auf dem anderen, auch nicht am Bahnhof.
 

jackrabbit

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Hallo,

Nach Erzählungen meiner Mutter, die mit ihren beiden Schwestern und meiner Oma aus der Evakuierung Anfang '45 zurück nach Düren kamen, stand kaum ein Stein auf dem anderen, auch nicht am Bahnhof.
yep, es wurden vor der Invasion Städte und kriegswichtige Ziele bombardiert (ohne es werten zu wollen)
und nach der Invasion, also ab Sommer 1944, versuchte man bevorzugt Nachschublinien zu unterbrechen,
in dem man Eisenbahnknotenpunkte zerstörte und/oder mit Jagdbombern gezielt Brücken, Lokomotiven usw..

EDIT: das betraf auch Eisenbahnknotenpunkte in Frankreich, auch im Vorfeld der Invasion

Grüsse
 
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Finde ich auch unseriös, da spricht ein "Logistikhistoriker" über sein Fachgebiet, aber nicht wie ein Militär oder ein Historiker über ein 7-jähriges historisches Großereignis.

Die Alliierten habe sehr genau die Lage analysiert und sich dann für die Schwerpunkte entschieden. Kurz vor der Invasion wurden übrigens Verkehrsknotenpunkte angegriffen.

Der von den Alliierten verfolgte Ansatz, Kugellager- und Treibstoffindustrie zu stören hätte bei der vorgeschalgenen Fixierung auf die Logistik dann aber vernachlässigt werden müssen, was wiederum zu einer Verlängerung des Krieges geführt hätte.

Man nennt so etwas hier Monday morning Quarterbacking.
 
pok

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Hallo,

@jackrabbit
Ich hatte beruflich schon mehrere Munitionsfunde (auf Dachböden oder in Dachgesimsen), allerdings natürlich keine Bomben sondern immer nur Munition (einmal neben .50 BMG sogar 20 mm Übungsmunition vom Marder). Mit der Polizei hat das immer recht gut funktioniert, die haben das Zeug immer mitgenommen und dann dem Kampfmittelräumdienst übergeben.
Ich weiß ja nicht, was Du beruflich genau machst, aber das „Mitnehmen“ von Munition ist m.W. strafbar, solange kein klarer dienstlicher Auftrag oder Befehl dafür vorliegt.
Für Zivilisten gilt immer, Finger weg und auf keinen Fall aneignen oder bewegen, auch wenn Übungsmun natürlich keine Gefahr darstellt, juristisch ist es schon "gefährlich".
 

alois

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Man hatte vorher auch nicht die geeigneten Flugzeuge um Punktziele aus großer Höhe zu treffen. Um die schmalen Schienen und das ganze Gedöns zu treffen hätte man mehr Resourcen einsetzen müssen. 1942/43 war man noch nicht soweit. Von daher waren Industrie die besseren Ziele. Schön groß und kaum zu verfehlen. Erst mit den Jabos, die auch die Reichweite hatten, konnte man punktgenauer die Verkehrsstruktur empfindlich treffen. Davor haben die Bomben durch den Druck nur den einen oder anderen Wagon aus den Schienen gehoben, aber nicht die Schienen selbst. Mit mehr Resourcen, immer mehr Bombern und mehr Bomben im Bestand, konnte man dann auch mit möglichst viele Bomben auch Schienennetze zudecken. Von daher ist es müßig sich darüber zu beschweren, warum man es nicht schon vorher gemacht hat.

Was Munitionsfunde angeht, würde ich auch raten die Finger davon zu lassen. Selbst bei 2cm Geschossen kann sich die Sicherung schon gelöst haben, aber der Zünder sich verhakt haben. Im 2.WK waren die Sicherungen recht primitiv. Jeder Rüttler zu viel kann etwas lösen und wenn man Pech hat ist es genau der Rüttler, den man selbst verursacht der sein, der zu viel war. Von daher: Finger weg! Bereich absperren, damit auch keine anderen da hin kommen und Polizei/Fachleute rufen!
 
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Gilmore

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What if... Wenn schwerpunktmäßig Rangierbahnhöfe oder generell Bahnanlagen zerstört worden wären, wären noch viel mehr Menschen verhungert und erfroren.
 

jackrabbit

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Hallo,

What if... Wenn schwerpunktmäßig Rangierbahnhöfe oder generell Bahnanlagen zerstört worden wären, wären noch viel mehr Menschen verhungert und erfroren.
es sind schwerpunktmäßig Bahnhöfe* oder generell Bahnanlagen zerstört worden.
Bitte keine "what ifs" mehr in Bezug auf den Bombenkrieg.

Grüsse


*da Rangierbahnhöfe ein flächenmäßig sehr großes Ziel sind kann man sie kaum komplett zerstören
(in Sinne von: echter Unterbrechung der Verkehrsverbindungen).
 

Jubernd

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What if... Wenn schwerpunktmäßig Rangierbahnhöfe oder generell Bahnanlagen zerstört worden wären, wären noch viel mehr Menschen verhungert und erfroren.
Es gab aber schwere Vorwürfe, weil man die Strecken zu den Konzentrationslagern nicht zerstört hat.
 
Wingcommander

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Oliver, da hast du recht. Ich komme aus dem Feuerwerkergeschäft der Lw und grundsätzlich ist das Aneignen und Mitnehmen, sowie der Besitz von Munition-und Munitionsteilen (falls nicht durch Nachweis belegt (z.B. Jäger etc..) eine Straftat.
 
pok

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Und bei Kriegswaffen gibts dann so weit ich weiss noch einen obendrauf wegen verstoss gegen das Kriegswaffen Kontrollgesetz.
 
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Ich komme aus dem Feuerwerkergeschäft der Lw und grundsätzlich ist das Aneignen und Mitnehmen, sowie der Besitz von Munition-und Munitionsteilen (falls nicht durch Nachweis belegt (z.B. Jäger etc..) eine Straftat.
Ist das so? Ich kann mich gut erinnern dass Messinghülsen ( z. B. 40mm ) früher gerne mal schön graviert als Abschiedsgeschenk zum Dienstende vergeben wurden.

C80
 
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