Nachtjäger

Diskutiere Nachtjäger im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hallo Zusammen, habe mich immer schon für die Militärfliegerei bzw. deren Technik interessiert. Könnte mir jemand in dem Zusammenhang bitte mal...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Nebellandung, 19.09.2013
    Nebellandung

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    Hallo Zusammen,
    habe mich immer schon für die Militärfliegerei bzw. deren Technik interessiert.
    Könnte mir jemand in dem Zusammenhang bitte mal folgendes erklären:
    1. Wie haben die Nachtjäger im 2WK unter berücksichtigung der totalen Verdunkelung navigiert? Wie ist bei pechschwarzer Nacht die Landebahn markiert worden ?
    2. Musste ein Flieger nachts abspringen ist er doch praktisch ins 'nichts' gesprungen. Wie konnte man so etwas überleben ?
    3. Bei einem mehrstündigen Flug musste man bestimmt auch mal auf Toilette. Wie wurde das Problem gelöst ?
    4. trugen die Flieger unter der Fliegerkombination die regulären Uniformen um bei Gefangennahme nicht als Spion erschossen zu werden ?

    Viele Grüße
    Ulli
     
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  3. #2 Jumo 004, 19.09.2013
    Jumo 004

    Jumo 004 Space Cadet

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    AW: Nachtjäger

    Du müsstest uns einmal sagen, welchen Zeitraum Du meinst. Gegen Ende des Krieges war die Funkortung schon sehr weit fortgeschritten, so dass die Nachtjäger auch vom Boden dirigiert werden konnten. Übrigens sind bei Dunkelheit auch größere Flussläufe und z. T. auch Eisenbahnstrecken zu erkennen, so dass diese als Orientierungshilfe gedient haben.
    Die Landebahnen wurden beim Anflug des Nachtjägers für kurze Zeit befeuert, so dass er sie erkennen konnte.
    Der Fallschirmabsprung ergab sich schlicht und einfach aus der Notlage. Bleibst du in der Maschine sitzen, bist du definitiv tot; springst du ab, hast du wenigstens noch eine Chance. Und wenn man dann mal im Geäst eines Baumes hängengeblieben ist, gab das Schrammen und vielleicht auch Brüche - aber du hast überlebt.
    Unter den Fliegerkombis wurden zwar regelmäßig Uniformen bzw. Uniformteile getragen, jedoch waren an der Kombi auch die Adler und Dienstgradabzeichen angebracht, so dass sie auch eine Uniform darstellte.

    Nur das mit dem Geschäft kann ich Dir jetzt nicht verraten - jedenfalls nicht beim "großen"; für das andere gibt das Enten :TOP:
     
  4. Ta152

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    AW: Nachtjäger

    Da gab es verschiedenen Verfahren. Hauptverfahren navigation anhand von Funkfeuern. Dazu Wurden mit Scheinwerfern und auch Flak Navigationshinweise gegeben (nicht für ein einzelnes Flugzeug sondern für den Gesamten Bereich).

    Die Flakscheinwerfer allgemein, aber auch Brennenden Städte ud Zielmarkierungen von Bombern half natürlich auch bei der Navigation.

    Flughäfen haben während des Start und Landevorgangs die Beleuchtung eingestellt.

    Inwieweit Astronavigation verwendet wurde weiß ich nicht, wohl eher nur bei den Bombern.

    Die Chance zu überleben ist höher als mit einem Defekten Flugzeug abzustürzen oder einen Notlandung in der Dunkelheit zu Probieren. Dazu ist es ja praktisch nie komplett dunkel. Den auf sich zukommenden Boden wird man im Normalfall sehen um im Moment des Aufpralls nicht in einer ganz ungünstigen Lage zu sein.
     
  5. FREDO

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    AW: Nachtjäger

    In der Spätzeit trugen Angehörige der Luftwaffe auch eine entsprechend gekennzeichnete Armbinde, damit die Verwechslungsgefahr und daraus resultierende Gewaltaktionen vermindert wurden...
     
  6. #5 Nebellandung, 20.09.2013
    Nebellandung

    Nebellandung Flugschüler

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    AW: Nachtjäger

    Hallo zusammen ,
    vielen Dank erstmal. Ein tolles Forum hier, habe gar nicht so schnell mit ( so informativen) Rückmeldungen gerechnet. Bin gespannt ob noch was kommt und werde mal in verschiedene neue Richtungen recherchieren.

    Danke Ulli
     
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    Hallo

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  8. Toryu

    Toryu inaktiv

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    AW: Nachtjäger

    Wie bereits beschrieben, wurden bei den Nachjägerhorsten durchaus die Bahnbefeuerungen angeschmissen - je nach Luftlage und Gefahr für Flugplatz und anfliegende LFZ wurde dies aber auch unterlassen, bzw. kurzfristig gelöscht.
    Bei Vollmond kann man exzellent VFR fliegen - wenn nur eine geringe Bewölkung vorliegt, kann man trotz Verdunklung terrestrisch navigieren.

    Ansonsten geschah die Navigation nach Funkfeuern und nach Koppelnavigation. Letzteres bei Flugzeugen mit (erfahrenen und/ oder tüchtigen) Beobachtern auch ziemlich genau!

    Kommt auf die Situation an. Kann man in Ruhe abspringen (wie bei einem konkreten Fall, wo der Pilot getötet wurde, und der Beobachter das Flugzeug in die Nähe des Flugplatzes flog), ist die Absprunghöhe ja bekannt. Ansonsten zieht man den Schirm, wenn man "frei" ist.

    BTW: Im geschilderten Fall flog das Flugzeug (Ju 88) noch führerlos über den ganzen europäischen Kontinent - von Nordfrankreich bis Italien - wo der Sprit ausging, und der Ofen einschlug.

    Indem man vorher ging, nichts "anregendes" trank, oder in einen Beutel pinkelte.
    Das sind die Mittelchen, auf die man als Pilot in der 8th. Air Force (einsitzige Begleitjäger flogen teils auch Missionen von 8h!) zurückgriff. Wird den Luftwaffenpiloten auch nicht ganz fremd gewesen sein!

    Speziell die Lösung mit dem Beutel wird bei Luftkämpfen interessant :congratulatory:
    Habe auch mal eine nette "ich muss mal"-Story von einem Skyraiderpiloten gelesen - aber die gehört hier nicht hin :FFTeufel:

    Die Fliegerkombination ist ja im weiteren Sinne ein Uniformbestandteil.
    Privat beschaffte Lederjacken wurden für den Dienstgebrauch mit Schulterstücken und Lametta behängt, wodurch sie den Charakter einer (inoffiziell geduldeten) "Uniform" erhielten.
    Zur Not hatte man ja auch seine Erkennungsmarke dabei, und so "triggerhappy" war man im Westen und in der Reichsverteidigung nicht. Kommt der Bauer mit der Mistgabel, helfen sicherlich auch ein paar deutsche Flüche, um ihn von der Nationalität zu überzeugen. Alles weitere war dann Sache der ansässigen Behörden.
     
  9. Husar

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    Nicht immer wurde mit dem Fallschirm abgesprungen, siehe die Notlandung von Ltn. Spoden mit seiner Ju 88 bei Jünkerath/Eifel, nachdem er durch deutsche Vierlingsflak abgeschossen wurde. Navigation war nicht nur Funkmeßführung, sondern das ging von Lichtspucker in Form von senkrecht nach oben schießender Flak mit Leuchtspurmunition bis zum Verschießen von großkalibrigen Leuchtkugeln. Daneben wurden schon mal Strohballen als Sichthilfe angezündet um den Weg zu Front (Nachschlachtflieger im Westen Dezember 44) zu finden!!
     
Moderatoren: mcnoch
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