Navigationskarte 1:2.000.000 NVA-LSK

Diskutiere Navigationskarte 1:2.000.000 NVA-LSK im Navigation, Flugfunk u. Verfahren Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Wofur wurde ein Naviagationkarte genau gebraucht? Habe zwei beispiele angehangt Ich kenne zwar die flugkarten wo eine flugstrecke gezeichnet...
monsum

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Wofur wurde ein Naviagationkarte genau gebraucht?
Habe zwei beispiele angehangt
Ich kenne zwar die flugkarten wo eine flugstrecke gezeichnet ist mit u.a. kurs, abstand und zeitdauer, aber die "extra" bedeutung
dieser navigationskarten ist mir unbekannt.
Weil da beim ersten beispiel das bordnummer einer mig-21
(215, erster kabine) draufgeschrieben ist (karte von JG-2 Neubrandenburg, NVA), ist es dann vielleiht so dass so eine navigationskarte meistens schon im flugzeug war ??(der pilot hatte dann beim flug seine eigene flugkarte usw mit zu nehmen).
Beim ersten beispiel liegt Neubrandenburg in der mittelpunkt, und gibt es nur noch zwei angaben von Funkfeuer ? mit die zahlen
783 (bei Magdeburg) und 693 (ostlich Berlin)
 
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monsum

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letzter beispeil
Hier gibt es Brandenburg-Briest im mittelpunkt
(Hubschrauber, NVA)
Es ist in eine kartentasche mit "976" drauf gepinselt (Mi-8)
Hier gibt es dann noch extra (im vergleich mit dem ersten beispiel) die zahlen (freq. Funkfeuer ? ) 999 bei Parchim und 531 sudlich Leipzig.
Hat da jemand kenntnis oder eine idee warum es neben eine flukarte (mit flugstrecke usw) auch noch ein karte in dieser form brauchte ?
 
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flieger S.

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... na ja, da sehen sogar die ICAO Standard Karten für VFR besser aus!
Die Ausschnitte sind ja recht klein, etwa sozusagen "Einsatzgebiet"?!
Die Amis haben ähnliche aber größere (Maßstab weiß ich nicht auswendig) TPC und ONC Karten aus allen möglichen Teilen der Welt, sogar recht genau mit Topografie, Hindernissen Funkfrequenzen zum Teil usw. Können gut für den Sichtflug benutzt werden.
Kriegt man in guten Landkartenläden, zB. bei Schropp in Berlin.
 
Gabi

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Ich würd sagen, es handelt sich um eine Notkarte. Die Einteilung in Grad um den Mittelpunkt des Flugplatzes (genauer dem Flugfunkpeiler oder dem Fernmarkierungspunkt) zeigt dann immer den entsprechenden Kurs zum Flugplatz, z.B. bei Orientierungsverlust. Der Flugfunkpeiler funktionierte indem man auf einer bestimmten Frequenz (immer Kanal 4) Funkverbindung zum Peiler aufnahm. Der sah dann auf einem Radarsichtgerät zum anfragenden Zielzeichen einen Strich vom Mittelpunkt des Sichtgerätes zum Ziel und konnte dann die Peilung ablesen und an den Piloten übermitteln. Der konnte nun mit diesem Wert in die Karte gehen und zumindest die Richtung bestimmen in welcher er sich vom Flugplatz befand. Dann fehlte noch eine andere peilung, und man konnte auch die Entfernung feststellen (sog. Kreuzpeilung). Dieses Verfahren war nur bei älteren Modellen nötig, weil es in den neueren Typen das RSBN-System gab, mit dem man die Richtung und die Entfernung zur Bodenstation angezeigt bekam.
Das Verfahren mit dem Peiler funzte, solange die Funkverbindung stand, also in entsprechender Höhe mehrere 100 km. Damit man nun im Ernstfall keine 500.000 er Karte auseinanderfalten musste, wurden Karten großen Maßstabs verwendet (1:1.000.000 bzw. 1:2.000.000)
 

Bert

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Hallo,

die Zahlen sind die Frequenzen von ehem. Rundfunkstationen. Sie arbeiteten im Lang- und Mittelwellenbereich und konnten mit dem Funkkompass angepeilt werden, mit dem nahezu jedes Flugzeug ausgestattet war. Sie waren daher als Backup-Navigationsmittel auf vielen Flugunterlagen angegeben.

Ähnliche Überlegungen gab es im Westen auch, allerdings waren insbesondere die taktischen Kampfflugzeuge bald nur noch mit TACAN (das Original zu RSBN) ausgestattet, so dass sich eine mögliche Nutzung auf Hubschrauber und Transportflugzeuge beschränkt haben dürfte.

531 kHz: Radio DDR - Leipzig-Wiederau
693 kHz: Berliner Rundfunk Berlin-Köpenick
783 kHz: Stimme der DDR - Burg
999 kHz: Radio DDR - Wöbbelin

Gruß
bk.
 
Veith

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Die Piloten schoben AFAIR ihre Kartentaschen bei jedem Flug zwischen Sitz und Kabinenrand. Das soll auch den Absturz der 255 am 09.08.1984 herbeigeführt haben.
 
monsum

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dank an alle, fur die vernunftiche antworten.

( stichworter Notkarte, Kanal-4, Mass-stab des kartes,
verlust 255, freq. rundfunkstationen : habe da glaube ich noch ein kniebrett wo eine 'grosse' liste von solche frequenzen dabei ist -TAFS 47-)

Bei die kleine bordjournals wo die flugstrecke drauf sind, gibt es auf die hintenseite meistens notitzen wie mann handeln soll bei Orientierungsverlust .
Jetzt verstehe ich die bedeutung " Kurspeilung auf K-4"
wie zum beispiel auf beigefugte anhang einer bordjournal (hintenseite)
 
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Gabi

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Kanal 21:
bei Funkausfall konnte der sog. Kanal 21 als Notkanal für die Übermittlung von Funkkommandos dienen.
Und zwar wurde dazu der Fernmarkierungspunkt (Fernfunkfeuer), der pro Landerichtung in ca. 4 km Entfernung zum Aufsetzpunkt entfaltet war, benutzt. Dieses Funkfeuer strahlte normalerweise die Kennung des FP in Morsezeichen aus. Für die Notvariante konnte der Flugleiter seine Funkstation auf das Funkfeuer schalten und damit Sprechkommandos an das Flugzeug übermitteln. Dazu musste der Funkkompass auf das entsprechende Funkfeuer eingestellt werden. Diese Verbindung funzt nur in eine Richtung, nämlich Boden - Luft.
 
Cirrus

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monsum schrieb:
Wofur wurde ein Naviagationkarte genau gebraucht?
Habe zwei beispiele angehangt
Ich kenne zwar die flugkarten wo eine flugstrecke gezeichnet ist mit u.a. kurs, abstand und zeitdauer, aber die "extra" bedeutung
dieser navigationskarten ist mir unbekannt.
Weil da beim ersten beispiel das bordnummer einer mig-21
(215, erster kabine) draufgeschrieben ist (karte von JG-2 Neubrandenburg, NVA), ist es dann vielleiht so dass so eine navigationskarte meistens schon im flugzeug war ??(der pilot hatte dann beim flug seine eigene flugkarte usw mit zu nehmen).
Beim ersten beispiel liegt Neubrandenburg in der mittelpunkt, und gibt es nur noch zwei angaben von Funkfeuer ? mit die zahlen
783 (bei Magdeburg) und 693 (ostlich Berlin)
Bei den Karten handelt es sich tatsächlich um so genannte Bordnotkarten. Sie waren den Lfz zugeordnet, deshalb auch die taktischen Nummern auf den Karten. Damit die Karten nicht so schnell abgenutzt wurden, waren (zumindest im JG-3) die Karten in Folie eingeschweißt:
Hier die Bordnotkarte der MiG-21 681 aus Preschen:
 
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Hier noch ein "Steuermannsplan" für den Flug in die LSZ 2. Auf der Rückseite waren auch die bereits geposteten "Handlungen bei Orientierungsverlust", allerdings aufgestempelt. Das war schon ein Fortschritt gegenüber der ewigen Pinselei. Und was soll ich sagen: ich habe im Keller sogar noch diesen Stempel gefunden! :TD: Es wird wirklich Zeit, mal gründlich aufzuräumen und zu entrümpeln...
 
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Ende der 80er Jahre gab es neben den bekannten 1:500000er Karten auch welche mit dem Aufdruck der Städte in kyrillisch! Diese waren nicht sonderlich beliebt, da nicht sehr übersichtlich und das Papier neigte schon bei wenigen Falten und Biegen zum Brechen und Reißen...
 
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Die kyrillische Schrift beim vorletzten Beitrag kann man kaum lesen, deshalb mal ein Ausschnitt. Das einzig gute an den Karten war, das wirklich alle Flugplätze aufgedruckt waren.
 
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Cirrus

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Auf der MiG-29 trugen wir die Strecken auf ein Polarkoordinatensystem ein. Damit konnte man ganz gut mit dem RSBN zu jedem Zeitpunkt seinen Standort schnell bestimmen. So verfuhren wir übrigens auch schon auf der L-39. Allerdings war das von den Fluglehrern damals nicht gern gesehen...
 
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