Neuerscheinung "Fliegerhorst Welzow"

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Moderatoren: Maverick66
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    n/a Guest

    Hallo,

    ich möchte Euch nur auf eine brandaktuelle Neuerscheinung aufmerksam machen:

    "Fliegerhorst Welzow; 1935-1945;
    Ausbildungs- und Einsatzstätte der deutschen Luftwaffe"

    Broschur A5 - 120 Seiten - 163 Fotos s/w
    ISBN: 300017475-3
    Preis: 19,95 zzgl. Verpackung und Versand

    erhältlich über:
    Vermisstenforschung Deutschland e.V.
    Postfach 110 136
    01788 Pirna

    oder unter E-Mail: vermisstenforschung@web.de.

    ...interessantes Buch zu einem Einsatz- und Ausbildungshorst des
    2. Weltkrieges! :TOP:

    Horrido
    E. Lorenz
     
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  3. #2 ChristianK, 26.06.2008
    ChristianK

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    Nennt irgendjemand dieses Buch sein Eigen und kann darüber berichten? Oder anders gefragt: Gibt es darin Fotos vom Platz zum Zeitpunkt der Besetzung durch die Rote Armee (Flugzeugwracks, v.a. der III./JG 6)??

    -Christian
     
  4. FREDO

    FREDO Space Cadet

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    Nein (es war keiner mehr da, der das fotografieren konnte).

    Grüße
    FredO
     
  5. #4 ChristianK, 26.06.2008
    ChristianK

    ChristianK Berufspilot

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    Ach na ja, ein paar Russen werden doch dagewesen sein:rolleyes:

    Also nichts in der Richtung..schade. Gibt es Einsatzfotos von Bf 109 des JG 6?
     
  6. #5 grinch, 29.06.2008
    Zuletzt bearbeitet: 29.06.2008
    grinch

    grinch Space Cadet

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    Bei solchen Eigenverlagsbüchern muss man sofort zuschlagen, denn eine neue Auflage wird es nicht geben und die geringen Auflagezahlen sind schnell weg...

    Deshalb habe ich es natürlich 2005 sofort erworben, um es in meiner Riesensammlung verstauben zu lassen! :D :TD: :!:
    Gut, dass die Frage kam, da habe ich wenigstens nochmal gelesen.

    Kurze Buchkritik:
    Ganz nett gemacht, wenn auch die ultrakurze Geschichte des Fliegerhorstes und die kunterbunte Nutzung "quer durch den Gemüsegarten" ohne wirklich interessante Einheiten bis 45 aus meiner Sicht nicht allzu viel bietet. Damit ist auch schon gesagt, dass das Buch quasi mit dem Abzug der letzten deutschen Einheiten 1945 endet.

    Deshalb keinerlei Themen, Hinweise, Fotos mit sowjetischen Truppen. Schade!!!

    Lediglich ein sehr kurzer Abriss der verschiedenen deutschen Einheiten und ihres Aufenthaltes in Welzow.

    Gute und zahlenmässig ausreichende Fotos, wenn auch nicht immer zum Flugplatz Welzow.

    Das eigentliche Steckenpferd des Autors ist die Vermisstensuche. Das kommt auch in dem Buch nicht zu kurz. :FFEEK:
    Teilweise erscheint mir der Zusammenhang zwischen der Suche nach einem im Boden steckenden Flugzeug nach 1990, mehr als 400km von Welzow entfernt und dem Flugplatz Welzow etwas schwachbrüstig. Damit will ich nichts gegen die Vermisstensuche sagen. Für mich gehört das aber in die Kategorie Soldaten-/Fliegerschicksale und weniger zu einer Flugplatzdarstellung.

    Logistik und Flugplatzbauten in Welzow werden verglichen mit anderen Flugplatzbüchern nur sehr oberflächlich und extrem kurz dargestellt. Bessere Fotos der Hallen, Abstellplätze o.Ä. gibt es nicht.

    Also zusammenfassend es ist kaum ein Buch für Luftfahrtinteressierte im Sinne von Technik, Flugplätzen und Flugzeugen, sondern mehr die abschnittsweise und lückenhafte Chronik von Einheiten und Einzelpersonen, die den Platz Welzow irgendwann einmal besuchten. Dabei leidet das Buch darunter, dass so richtiger Einsatzbetrieb erst nach 1943 aufkam. Vorher gab es im wesentlichen nur die Luftnachrichtenschule und gelegentliche Kurzbesuche. Bekanntlich war das schon die Zeit des Niedergangs und genau so hektisch und oberflächlich wie die damaligen Zeiten, wirkt das Buch auch in diesem Zeitabschnitt.

    Das Interessanteste aus meiner Sicht, sind wie üblich individuelle Erinnerungen einiger Zeitzeugen, die aber nur relativ kurz erscheinen.

    Verglichen mit ähnlich gearteten Publikationen fällt das Welzow-Buch deutlich aus dem Rahmen. Nicht als geschichtliche Dokumentation, die ist in Ordnung, sondern mit etwas sehr schwachem Flugplatzbezug, der ja eigentlich der Aufmacher sein soll!!! Wenn man nicht ausreichend Material hat, ist es manchmal besser man lässt als Autor die Finger davon.

    "Flugplatz Großenhain" ist die Meßlatte in dieser Sparte für mich !
     
  7. #6 Junkers-Peter, 29.06.2008
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    Danke grinch für die sehr gute Kritik an dem Buch, die ich so voll und ganz unterschreiben kann. Mir stießen die seitenlangen Ergüsse zur Vermisstensuche auch unangenehm auf. Was hat das mit der Flugplatzgeschichte zu tun?
    Außerdem ist die Typenzuordnung beim Autor reine Glückssache. So bezeichnet er die W 34 mit großer Beharrlichkeit immer als Fw 34, aus Ju 86 G werden E usw.

    Gekauft habe ich mir das Buch eigentlich nur, um vielleicht etwas mehr über die Junkers-Außenstelle (Nachrüstkommando Ju 388) zu erfahren. Aber auch hier Fehlanzeige. Nur ein paar dürre nichtssagende Allgemeinplätze.
    In meinen Augen ein überflüssiges Buch.

    @grinch:
    Du erwähnst das Buch über Großenhain. Gibts dort Angaben und Fotos zur Fernaufklärerschule?

    Gruß Peter
     
  8. #7 ColdWar, 30.06.2008
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    Fernaufklärerschule im Großenhain-Buch nur sehr kurz erwähnt und mit drei Besatzungsfotos illustriert. Noch eine Frage zu Welzow nebenbei: heisst es Nachrüstkommando oder Nachrüstbetrieb? War das Junkers oder Luftwaffe?
     
  9. #8 Junkers-Peter, 30.06.2008
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    Hallo Coldwar,
    danke für den Hinweis zum Großenhain-Buch.

    Welzow war Junkers. Offiziell war es eine Außenstelle des FTA (Flugzeugbau/Technischer Außendienst). Chef war der Junkers-Ing.-Pilot Rudolf Illersperger, der vorher die Junkerswerft in Bergamo geleitet hatte. Illersperger war Oberösterreicher und hat u.a. in den 30er Jahren einige zivile Ju 86 nach Südafrika überflogen.

    In den Dokumenten fallen die Begriffe „Nachrüstkommando“, „Nachrüstbetrieb“ und „Schleuse“. Tätig waren dort Monteure von Junkers, ATG, Weserflug (Lizenznehmer) und BMW. Die Kosten der Umrüstung wurden natürlich übers RLM abgerechnet.

    Das RLM hat in Welzow auch eine eigene BAL (Bauaufsicht-Luft) unter Fl.Obering.d.B. W. Brunnemann eingerichtet.

    Gruß Peter
     
  10. #9 ColdWar, 30.06.2008
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    Sie schreiben hier von dem Zeitraum 1943-44?
     
  11. #10 Junkers-Peter, 30.06.2008
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    Hallo coldwar,

    die Junkers-Außenstelle in Welzow wurde im Oktober 1944 eingerichtet. Die dortigen Tätigkeiten endeten mit dem Absetzen der Ju 388 vom Serienprogramm Ende Februar 1945.

    Interessant wäre beispielsweise zu erfahren, ob noch alle Ju 388 auf andere Flugplätze überführt worden sind, oder ob die Russen in Welzow noch Maschinen diesen Typs vorfanden. Leider gibts ja von russischer Seite keine Dokumente, die vergleichbar wären mit den "Inspection of enemy airfield"-reports der westlichen Alliierten.

    Gruß Peter

    Du/Sie musst/müssen mich aber nicht siezen.:)
     
  12. #11 Junkers-Peter, 30.06.2008
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    Foto

    Hier noch ein Foto mit russischen Soldaten vor einer Ju 388. Das Bild könnte in Welzow entstanden sein. Die Ju 388 L-1 mit der vollständigen Werknummer 340302 ist bei ATG in Leipzig im Februar 1945 kurz vor dem Stopp der Serie hergestellt worden.

    Leider kann ich die Bildquelle nicht mehr angeben. Vor einiger Zeit im Netz auf einer russischen Seite gefunden.

    Gruß Peter
     

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    grinch gefällt das.
  13. #12 grinch, 30.06.2008
    Zuletzt bearbeitet: 30.06.2008
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    wahrscheinlich irgendein Flugplatz
    Welzow wurde im Rahmen der Berliner Offensive mehr oder weniger "planmässig" geräumt. Der Rückzug war schon vor Beginn dieser Operation am 16.04.45 typisch deutsch umfassend geplant worden. Der Platz sollte auch nicht wie andere Flugplätze in der Abwehroperation der Wehrmacht von Resteinheiten verteidigt werden. (Bautzen beispielsweise) Alle Kampfeinheiten hatten schon Tage vorher den Platz verlassen. Frühere Nutzer wie die Luftnachrichtenschule oder die beschriebene Junkers-Außenstelle gab es natürlich schon monatelang nicht mehr.

    Ein "Nachkommando" sprengte sämtliche Flugplatzbauten und alle Flugzeuge (welche auch immer?) die den Platz nicht mehr verlassen konnten. Bis auf einige wenige Baracken war komplett "verbrannte Erde". Die Zerstörungen auf dem Platz waren so umfassend, dass selbst eine Nutzung als Feldflugplatz unmöglich war.

    Taktische Luftunterstützungskräfte IL-2 griffen im Vorfeld der Bodentruppen mehrfach den Flugplatz an. Die Flugplatzbauten sollen aber zu diesem Zeitpunkt bereits gesprengt worden sein. So konzentrierten sich die Angriffe auf Fahrzeuge.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass in Welzow kein einziges intaktes Flugzeug in sowjetische Hände fiel und erst recht keine Ju-388.

    Was bedeutet denn die "302" taktische Kennzeichnung an der Maschine? Sowjetische Kennzeichen wurden nur an Beuteflugzeuge vergeben, die in die UdSSR überführt wurden. Und natürlich an Flugzeuge die nach der Kapitulation aus vorhanden Teilen nachproduziert wurden. Könnte das so eine Nachproduktion oder Instandsetzung einer beschädigten Maschine sein? Eine Ju-388 bei einem Unfall schwer beschädigt, könnte in Rechlin erbeutet worden sein. Da soll im Mai 45 mindestens 1 Bruch Ju-388 gestanden haben (vielleicht auch nur ein Wrack)... hab ich mal gehört ;)
     
  14. #13 Junkers-Peter, 30.06.2008
    Zuletzt bearbeitet: 30.06.2008
    Junkers-Peter

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    Besten Dank grinch für die sehr interessanten Ausführungen.:TOP:

    Da stellt sich natürlich die Frage, wo das Foto mit den Ju 388 gemacht worden sein könnte. Denn alle mir bekannten Flugplätze, wohin die Ju 388 zusammengezogen worden waren, befanden sich im von den westlichen Alliierten besetzten Gebiet, alsa wären Dessau, Merseburg, Leipzig, Langensalza, Schkeuditz, Altenburg, Kaltenkirchen, Kölleda und Brandis. Liegnitz wäre eventuell noch möglich, macht aber wenig Sinn, da dies ein Werk von Weserflug war. Rechlin?

    Die 4.(F)/11* lag ja zu Kriegsende in Welzow. Aus Flugbüchern habe ich für den 14.04.45 den letzten dokumentierten Verlegungsflug aus Welzow mit der Ju 188 6M+NM.

    Gruß Peter

    *4. Staffel der Fernaufklärungsgruppe 11

    edit:
    Die „302“ ist kein taktisches Kennzeichen, sondern Teil der Werknummer der Maschine. Das war typisch für die Ju 388 aus der ATG-Produktion. Die hatten am Rumpf immer die drei letzten Stellen der Werknummer. Wie oben schon gesagt, lautet diese vollständig 340302.

    Über Rechlin gibt’s zum Kriegsende leider auch keine genauen Angaben zu den vorgefundenen Maschinen. Das dort noch Ju 388 herumstanden ist durchaus möglich.

    Die Russen haben mindestens eine Ju 388 flugfähig erbeutet. Fotos gibt’s in verschiedenen Büchern. Das war aber eine andere Maschine, die bis 1951 als Trägermaschine im DFS 346-Programm diente.
     
  15. #14 grinch, 01.07.2008
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2008
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    wahrscheinlich irgendein Flugplatz
    Das mit dem Kennzeichen/Seriennummer war mir bisher entgangen :TOP: Danke!

    An der Ju-388 muss bis zum Schluss in Rechlin gearbeitet haben. Es finden sich Papiere, die beweisen, dass man selbst wenige Wochen vor dem Zusammenbruch noch an Entwicklungsarbeiten/Erprobungen war. Kurios, vom 16.02.45 gibt es ein Schreiben, "Verwendung unserer Schutzrechte bei der Waffenanlage Ihres Baumusters Ju 388" Ich schätze diese Briefe waren schon an die Alliierten gerichtet. :TD: :D :!:

    Nach Bundesarchiv http://www.bundesarchiv.de/foxpublic/DB7BF5E40A0622120000000086C9BBDC/findmittelinfo.html soll das EKdo 388 aber am 14.02.45 aufgelöst worden sein. Es gibt aber Papiere die belegen, dass man sich später immer noch mit der Ju-388 (Jumo 213E) befasste. (Nebenher, es gab doch angeblich nur 3 Ju-388 mit Jumo 213E?)

    Spass beiseite, auf jeden Fall müssen sich in Rechlin bis kurz vor Einnahme des Platzes Ju-388 befunden haben. 2 Ju-388 standen wohl beschädigt am Platz. Allerdings nach Werknummern nicht die 302 :?! Vermutlich die 340087 und 34081. Einmal Bauchlandung und einmal Landebruch nach Fahrwerksbruch auf nasser Bahn. Das diese in den letzten Tagen noch verschrottet oder abtransportiert wurden glaube ich nicht.

    Die Amerikaner haben in Merseburg flugfähige 388 erbeutet. Das sollen aber alles 540er Werknummern gewesen sein.

    Dann müsste das ja aber eine 540er (Weserflug) Werknummer sein. In Zusammenhang mit den Jumo 213E wird aber auch von 300er Seriennummern berichtet. :?! "Erprobung der Ju 388 L-0, V32, W.Nr. 300295, T9+DL mit Jumo 213 E"

    Das glaube ich gern. Die sowjetische Offensive begann am 16.04. Diese Offensive würde kommen, das war bekannt. Das Datum vermutete man ebenfalls. Deshalb wurden in den Tagen vorher alle Maschinen mit Verlegebefehl und Verlegeziel planmässig ausgeflogen. Dabei sollen einzelne Flugzeugführer mehrfach geflogen sein. Das ist natürlich nicht außergewöhnlich. Ich will damit nur sagen, es war keine wilde Flucht, bei der die Hälfte der Flugzeuge vor Ort bleibt.

    Der Platz wurde am 16.04. und 17.04. vorsätzlich komplett zerstört.

    Spekulation: Die Offiziere auf dem Bild machen auf mich nicht den Eindruck einer Fronttruppe. Sieht eher wie eine "Kommission" aus. Und die 388 sieht für mich deutlich beschädigt aus. Wenn das "Schrott" wäre, könnte das Bild praktisch fast überall aufgenommen worden sein.
     
  16. #15 Junkers-Peter, 01.07.2008
    Junkers-Peter

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    Hallo grinch,
    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Die Tätigkeit des Erprobungskommandos Ju 388 endete mit dem Absetzen der Maschine vom Serienprogramm. Es gibt auch einen vorläufigen Abschlussbericht vom 26.02.45. Von der Auflösung des E-Kdos unberührt war der Einsatz der Ju 388 als Erprobungsträger bei verschiedenen Rechliner Abteilungen (s.u.). Auch die Nachtjägerausführung Ju 388 J wurde noch über diesen Zeitpunkt hinaus erprobt.

    340087 und 340081 könnten passen. Erstere machte am 06.11.44 eine Bauchlandung in Lärz, letztere produzierte einen 70%-Bruch in Rechlin am 17.11.44.
    Das war aber nun doch schon einige Monate vor Kriegsende.
    Darf ich fragen, aus welchen Quellen deine Infos zu den dort vorgefundenen Maschinen stammen?

    Es gab fünf Ju 388, die noch mit dem Jumo 213 E geflogen sind, darunter auch die von dir genannte 300295 beim Vers.Verb.OKL. Fünf weitere Maschinen befanden sich im Umbau bzw. lässt sich eine Flugerprobung bisher nicht nachweisen.
    In Rechlin lässt sich noch am 24.03.45 die Ju 388/300293 in der Erprobung nachweisen (MW 50-Anlage).

    Die Amis haben dort verschiedene Ju 388 aller Hersteller vorgefunden, darunter auch die 560049, die sich heute im Lager des NASM in den USA befindet. 540...er Werknummern gab es bei der Ju 388 nicht.

    Nicht zwingend. Verschiedene Maschinen wurden zwecks Austausch von Produktionserfahrungen zwischen den einzelnen Herstellern überflogen.
    Liegnitz wurde aber schon am 11.02.45 eingenommen.

    Ja, leider wird der Aufnahmeort wohl immer ein Rätsel bleiben. Aber ich denke schon, dass es ein Platz war, wo sich mehrere Ju 388 befanden, denn hinter der 340302 erkennt man mindestens noch eine weitere Ju 388.
    Ebenso Spekulation: Die Aufnahme ist auf einem der genannten SBZ-Flugplätzen entstanden, nachdem dort die Amerikaner gemäß Potsdamer Abkommen abgezogen sind.

    Wie ich gerade gesehen habe, lässt sich für März 1945 auch noch eine Ju 388 beim Ln-Versuchsregiment in Köthen nachweisen. Über Köthen habe ich allerdings keine Infos.

    Gruß Peter

    Nun haben wir uns aber ein wenig von Welzow entfernt. Und wieso schreibst du keine Chronik über den Flugplatz von Welzow?:D
     
  17. #16 grinch, 01.07.2008
    Zuletzt bearbeitet: 02.07.2008
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    Ja das Thema entfernt sich von Welzow. Wir müssen das nicht weiter strapazieren :TD:

    P.S Es gibt auch einen AFTER ACTION REPORT der Engländer in dem die Erbeutung einer völlig intakten flugfähigen Ju-388 in Tarnewitz gemeldet wird. Aber das ist dir bestimmt nicht neu.
     
  18. #17 ColdWar, 02.07.2008
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    "Welzow"

    Danke für die Beiträge, sehr interessant. Auch ich will nicht das Thema Welzow/Ju388 hier überstrapazieren. Daher nur eine kurze Rückfrage:
    Achs, Beitrag 15 / Grinch, Beitrag 14 schrieben von mehreren Ju 388 die flugfähig in Merseburg vorgefunden wurden. Ich kannte zum Flugplatz Merseburg bisher nur den einen Vorgang (Ju 388): "nach der Okkupation mind. zwei Flüge (mit einer Maschine) durch US-Personal, letzter Start 20. Mai 1945 zum Flug nach Kassel, Flugzeug später nach Freeman Field, Indiana in die USA transportiert". Gab es noch derartige Flugbewegungen nach dem 20. Mai 1945?
    Schwenk zur Außenstelle Liegnitz: Ich hatte bisher "okkupiert am 9. Februar 1945". Ist die Angabe "11. Februar" verlässlich? :red:
     
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    Ich habe glaube ich irgendwo eine Aufstellung der offiziellen Beuteflüge. Das sind aber nur die Flüge der speziellen Beute- Kommandos. Flüge, die Fronteinheiten auf dem kurzen Dienstweg gemacht haben sind nicht erfasst.

    Ich habe auch noch ein Foto mit einer Me-163 und einer Ju-388 vorbereitet für Bodentransport. Möglicherweise in Brandis aufgenommen. Für mich aber eher zweifelhaft?
    Generell wurden wohl alle Plätze in der SBZ bis zum 25.05.45 von der brauchbaren Beute "befreit". Wegen bevorstehender Übergabe natürlich.
     
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  21. #19 Junkers-Peter, 03.07.2008
    Zuletzt bearbeitet: 03.07.2008
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    Nöö, ist es mir nicht. Das war die V6, die zur Bewaffnungserprobung bei der dortigen E-Stelle war. Ich kenne mich mit Ju 88-388 recht gut aus.:FFTeufel:

    Die 560049, die heute im Lager des US-Museums vor sich hin gammelt, ist am 20.05.45 von Merseburg nach Kassel überführt worden. Pilot war Watson selbst von den sg. Watson’s Whizzers. Danach auf der HMS Reaper Überführung in die USA. Zu dem Zeitpunkt ist wohl auch das von grinch angesprochene Foto gemacht worden
    Weitere Flugbewegungen in Merseburg sind mir aus dem Zeitraum nicht bekannt. Ich habe aber nicht von mehreren flugfähigen Ju 388 geschrieben. Auf den Fotos sehen die Maschinen recht ramponiert aus, wahrscheinlich flugunfähig gemacht von den eigenen Kräften.


    Die Angabe habe ich von Herrn C. Regel (der das Buch über die E-Stelle Rechlin geschrieben hat) und dessen Familie damals aus Liegnitz flüchten musste. Habe das Datum bisher nicht hinterfragt.

    Gruß Peter
     
  22. #20 martin388, 23.08.2013
    martin388

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    Hallo Junkers-Peter,

    Also ich vermute eher, dass auch diese Ju 388 WNr 340302 (#11) auch in Altenburg aufgenommen wurde, wieso sollte sie eine aus dem (vor-)letzten Baulos (der Rest blieb wohl in den zerbombten ATG-Hallen in Leipzig zurück) noch nach Welzow gekommen sein?

    Eine andere Theorie: könnte das eine intakt in die Hände der UdSSR gefallene(n) Ju 388 sein ? Mit einer solchen soll sogar eine Flugvorführung geflogen worden sein. Oder könnte sie im Auftrag der UdSSR instandgesetzt worden sein sein ? ZB zecks Erprobung/Vorführung? Möglichweise haben die US-Air Intelligence Truppen, die das Gebiet zunächst erreichten, und gezielt nach Ju 388 suchten, und nur eine in Merseburg fanden, aus offensichtlichen Gründen keine weiteren (seltenen) Ju 388 intakt für die Sowjets zurückgelassen. Wobei in Leipzig und Altenburg genug halbfertige bzw. vermutlich auch mit nur wenigen Fehlteilen herumstanden.

    Wäre das so abwegig?

    Eine weitere Frage zur der Publikation #1. Darin Seite 41 FB-Auszug eines Fliegers der dort Werkstattflüge durchführte. Geben die darin gelisteten Ju 88/188-Stammkennzeichen Hinweise auf Besonderheiten in Richtung eines dort erwähnten Erprobungskdos?

    Grüße
    Martin
     
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