Neues Europ. Kampfflugzeug - Eurofighter Nachfolger

Diskutiere Neues Europ. Kampfflugzeug - Eurofighter Nachfolger im Jets Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Hallo, kommt darauf an, welches die Zielsetzung, das Einsatzgebiet, die Gegner und/oder die Konkurrenz des Kampfflugzeugs sind/sein sollen. Bei...

jackrabbit

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Hallo,

Wenn die Entwicklung eines Kampfflugzeugs 15 bis 20 Jahre dauert ...
kommt darauf an, welches die Zielsetzung, das Einsatzgebiet, die Gegner und/oder die Konkurrenz des Kampfflugzeugs sind/sein sollen.

Bei welchen aktuellen Konflikten/ Zwischenfällen spielt/spielte denn das Alter des Kampfflugzeuges eine Rolle?


Grüße
 

Sens

Alien
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Eigentlich müssten der Krieg in der Ukraine sowie der neue Konflikt mit dem Iran ein klarer Weckruf für Frankreich und Deutschland sein.
Auch wenn ein möglicher Krieg um Taiwan geografisch weit entfernt wäre, zeichnet sich dort bereits der nächste potenzielle große Konflikt ab.
Umso mehr überrascht es, dass Deutschland und Frankreich weiterhin so unbeirrt an ihren bisherigen Positionen und Forderungen festhalten.

Strange das sich beide nicht bewegen wollen für einen Kompromiss.
Gekämpft wird mit dem, was heute oder den nächsten Tagen auf dem Hof steht. An den Systemen für die künftige Combat Cloud wird ja weiterhin bei den Beteiligten gearbeitet. Die Zeitaufwendigste Komponente ist die dafür notwendige Software. Aus dem Grunde wird die fliegende Hardware nicht vor 2040 verfügbar und erst ab dann hat sie eine Relevanz. Frankreich hat die Rafale in der F4 und kommenden F5 Konfiguration als Übergangslösung zur Verfügung. Dazu gehört vor allem, deren jeweilige Software, die schon für das FCAS konzipiert ist.
Deutschland hat die F-35 Block 4, die in der gleichen Rolle unterwegs ist und den Eurofighter weiterhin relevant hält.
Man muss sich erst einmal daran gewöhnen, die bemannten Flugzeuge sind auf mittlere Sicht nicht länger die zentralen Komponenten einer "Kampfwolke".
 
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Nun bewegen wir uns langsam in Richtung der Generation 5.5+ beziehungsweise Generation 6.
Die ganzen Gen 4.5+ Plattformen sind immer noch funktionsfähig, und State of Art durch Hard und Software Updates, aber auch nur weil der Gegner es eben nicht ist.

Ich meine wer sagt denn eigentlich, dass China seine Kampfflugzeuge der Generation 5+, wie beispielsweise die J-35, nicht irgendwann exportieren wird in den nächsten Jahren – etwa an Länder wie Ägypten, Afghanistan, Iran, Irak und ähnliche Staaten?
China sieht ja bereits jetzt, dass seine ausgeprägte Risikoaversität möglicherweise mehr gekostet hat, als ein aktiveres Eingreifen. Der aktuelle Krieg im Iran sowie der Verlust Venezuelas innerhalb ihrer langfristigen Rohstoffstrategie sind dafür deutliche Beispiele.
Es sieht zwar derzeit stark danach aus, als könnte der Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen kollabieren – zumindest vermitteln die Medien hier in Deutschland und USA dieses Bild. Aber wer sagt, dass die Mullahs und die Revolutionsgarden automatisch naiv oder total unvorbereitet sind? Es ist durchaus möglich, dass sie sich auf einen sehr langen Abnutzungskrieg vorbereitet haben, etwa durch einen möglichen Grabenkrieg oder durch die Blockierung wichtiger Seewegen was sie ja momentan tun.
Zwar erscheint es unwahrscheinlich, dass Länder wie Afghanistan – und möglicherweise bald auch der Iran – überhaupt noch über funktionierende Strukturen verfügen, um moderne Kampfflugzeuge zu betreiben, da ihre Infrastruktur teilweise auf ein sehr niedriges Niveau zurückgebombt wurde und wegen den Regierungsstil (Dumme Bevölkerung gewünscht). Dennoch kann man heutzutage kaum noch etwas vollständig ausschließen.

Ein weiterer Punkt ist Russland. Momentan wirkt Russland technologisch gegenüber den Westen festgefahren siehe Ukraine Krieg. Doch gleichzeitig beginnt ihre industrielle Skalierung nach klassischem sowjetischem Muster langsam wieder Fahrt aufzunehmen – insbesondere mit Blick auf die Zeit nach 2030+.
Dann könnten ihre Rüstungsfabriken wieder mit einer Produktionsintensität arbeiten, die an die Hochphase der Sowjetunion in den 1970er Jahren erinnert.
Parallel dazu modernisiert Russland bereits bestehende Plattformen wie die Su-57, Su-35S, Su-30 etwa durch den Einbau von AESA-Radaren, neuer Avionik und weiteren technologischen Verbesserungen.

Da kann es mit Gen 4.5+ in Europa knapp werden von der Zeit zwischen 2035-2045 wenn man die F-35 aus der Kalkulation raus nimmt in Europa.
 

Sens

Alien
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Vom Export eines Einsatzmusters bis zu deren Einsatzfähigkeit vergehen Jahre. Genug Zeit darauf zu reagieren. Deren Kampfwert besteht besteht aus der verfügbaren Avionik und welche Waffensysteme damit eingesetzt werden können. Die Türkei bekommt gerade mit dem Block 70 upgrade eine Option, seine F-16 noch weitere Jahrzehnte relevant zu halten. Deren Avionik und einsetzbare Waffen sind state of the art und erhalten permanente Updates.
Ansonsten würde es ja wenig Sinn machen Flugzeuge zu betreiben, die noch über tausende möglicher Flugstunden verfügen, weiter zu betreiben Dazu gehören auch Entwürfe aus dem Ende der 60 iger Jahre, wie die F-15, die aktuell weiterhin als F-15EX beschafft werden, deren Zellen über zig Tausend Flugstunden für Jahrzehnte Einsatzdauer verfügen. Damit das so bleibt, werden nur einige zusätzliche Elemente, für die jeweilige Kampfwolke beschafft. Die Türkei hatte ja dafür die F-35 vorgesehen und ist jetzt gezwungen, sich um einen vergleichbaren Ersatz zu bemühen. Beim Element UAV ist sie ja deutlich weiter, weil sie diese Entwicklung rechtzeitig antizipiert hat.
 
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alois

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Die Generation ist doch völlig wumpe. Es sind die Fähigkeiten die zählen. Zu welcher Generation es dann gehört, sollen die Nachkommen entscheiden. Wir haben einen klar definierten Feind, mit ersichtlichen Fähigkeiten und gegen diesen Feind bauen wir unsere Luftwaffe und nicht gegen Aliens aus der Galaxie X. Egal welche aktuelle Sachen man da einbaut, sie werden gegen diesen Feind ausreichen, weil dieser unfähig ist einen Flieger gleicher Leistung zu entwickeln. Egal wer diesen Flieger kauft, weil der Kundenkreis doch extrem klein ist, wird mit diesen Fähigkeiten zurecht kommen, weil es in seinem Umfeld kaum besseres gibt.

Ihr versteift euch zu sehr in Generationen. Die sind wurscht. Außerdem ist der Flieger durchaus wichtig. Er ist der Kern dieser neuen Zukunft, denn er wird die Drohnen steuern. Diese sind dazu da seine Aufgaben erfüllen zu können. Wenn ich aber sehe, wie fett diese Begleitdrohnen sind, so werden diese auch sehr teuer werden. Man muss sich von der Vorstellung verabschieden da würde ein Schwarm um einen herum fliegen. Es werden eher ein paar wenige sein, die man an einer Hand abzählen können wird. Wenn die Drohnen eine dem Flieger vergleichbare Reichweite haben sollen, dann können die auch nicht gerade klein sein, vor allem wenn sie dazu auch noch einen internen Waffenschacht haben sollen. Ich denke, so paar Vorstellungen muss man zurecht biegen.

Diese Combat Cloud müsste in letzter Konsequenz auch Boden- und Seesysteme integrieren, was dann thematisch weit über den Inhalt dieses Forums geht. Was bisher noch nicht diskutiert wurde, sind die nötigen Kommunikationssatelliten die eine solche CC bräuchte, damit die Flieger und alle anderen Assets in Verbindung bleiben können. Über solche Projekte wird kaum bis nahezu gar nicht diskutiert.
 

jackrabbit

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Hallo,

Nun bewegen wir uns langsam in Richtung der Generation 5.5+ beziehungsweise Generation 6. ...
aber sehen wir zurzeit bei den aktuellen symetrischen Konflikten Ukraine-Russland oder Zwischenfällen Indien-Pakistan nicht, dass die Flugzeug/ Kampfflugzeuge im Prinzip nur noch auf eigenem Gebiet operieren?
Speziell in Ukraine-Russland erfolgen doch die meisten Abschüsse durch die Luftabwehr.
 
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Ja, ja, alles schön und gut. Ich sehe auch, dass ihr viele gute Argumente gebracht habt, und ein großer Teil davon hat durchaus Hand und Fuß. Trotzdem darf man nicht übersehen, dass sich Russland ebenfalls weiterentwickelt und gleichzeitig unter massivem Druck steht.
Russland ist nicht nur deshalb eine Supermacht, weil es eine sein möchte, sondern weil es objektiv viele der Voraussetzungen dafür erfüllt: ein riesiges Territorium, eine sehr große Bevölkerung, eine wiedererstarkende Industrialisierung sowohl in der zivilen Luftfahrt und Rüstungsindustrie, es hat enorme Skalierungsmöglichkeiten sowie gewaltige Rohstoffreserven – insbesondere Öl, Gas und verschiedene Erze.
Diese strukturellen Faktoren verschaffen Russland trotz aller aktuellen Probleme weiterhin ein erhebliches geopolitisches Gewicht.

Was Russland momentan vor allem bremst, ist die lange Phase der Deindustrialisierung von den 1990ern bis in die späten 2020er Jahre. Ihr Handel basierte überwiegend auf Rohstoffen und einfachen Gütern, nicht auf Technologie oder Rüstung.
Russland war lange Zeit eher Technologie-Nehmer als Technologie-Geber. Jetzt versuchen sie jedoch wieder, eigene Industrien aufzubauen – etwa bei Passagierflugzeugen, Autos oder Elektronik.
Dass sie das Niveau westlicher Systeme noch nicht erreichen, ist klar. Trotzdem beschleunigen sie ihre Entwicklung mit den vorhandenen Möglichkeiten deutlich.
Was mir wirklich sorgen bereitet das China und Russland eine echte Kooperation vereinbaren (Verteidigung) weil die USA zu offensiv agiert, das würde eine fundamentale Machverschiebung in Eurasien bedeuten. Denn lange Zeit waren und sind sie Rivalen in ihrer Einflusszonen.
 
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Sens

Alien
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Hallo,


aber sehen wir zurzeit bei den aktuellen symetrischen Konflikten Ukraine-Russland oder Zwischenfällen Indien-Pakistan nicht, dass die Flugzeug/ Kampfflugzeuge im Prinzip nur noch auf eigenem Gebiet operieren?
Speziell in Ukraine-Russland erfolgen doch die meisten Abschüsse durch die Luftabwehr.
In einem Krieg, ist es die primäre Aufgabe der Streitkräfte, die Lufthoheit über dem Einsatzgebiet zu generieren oder wenigstens die temporäre Lufthoheit zu schaffen. Bei den Zwischenfällen Indien-Pakistan war es nicht nötig, da man nur begrenzte Luftschläge gegen einige Einrichtungen durchführen wollte. Dafür waren Abstandswaffen angesagt, um eigene Verluste zu vermeiden. In jenem Fall war der Feind wohl vorgewarnt und verfügte über eigene Abstandswaffen, um die Inder damit zu überraschen. Das Pakistan die weiteren Angriffe mit Abstandswaffen der Inder nicht abwehren konnte, ist dann im Lärm des Propagandarummels über den ersten Überraschungserfolg untergegangen.

Das Verhalten Russlands in der Ukraine widerspricht völlig der westlichen Vorgehensweise. Nur in der Anfangsphase war ein gezieltes Vorgehen gegen die Luft- und Bodenabwehr der Ukraine fest zu stellen. Dabei verfügt Russland rein Zahlenmäßig über die mehrfache Luftüberlegenheit, um die gesamte Luft- Bodenabwehr der Ukraine innerhalb von Tagen ab zu nutzen und aus zu löschen.
Ein starkes Indiz dafür, das man mit Boden-Kräften die Führung der Ukraine innerhalb von Tagen ausschalten wollte. Nur dann braucht man nicht den Aufwand einer längeren Phase für die Informationsgewinnung vor dem Beginn von Kampfhandlungen, die notwendig ist um eine 1-2 wöchige Phase für die Gewinnung der Luftherrschaft zu führen. Ist das eingeplante Überraschungsmoment jedoch nicht länger gegeben, dann ist diese notwendige Phase nur noch mit einem deutlich höheren Aufwand zu bewältigen. Selbst heute wäre diese Phase jederzeit durch zu führen. Doch auf russischer Seite wird die Kriegsführung weiterhin vom Denken des Heeres dominiert. Da kommen nur einige Einheiten der Luftstreitkräfte meist Kleckerweise zum Einsatz und erleiden dabei noch unnötige Verluste.
 
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arneh

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Russland ist nicht nur deshalb eine Supermacht, weil es eine sein möchte, sondern weil es objektiv viele der Voraussetzungen dafür erfüllt: ein riesiges Territorium,
Ja
eine sehr große Bevölkerung,
Hmm, naja geht so. Größe etwa DE + IT bzw. etwas kleiner als DE + FR oder DE + UK.
Alleine gegen über den europäischen big 4 (DE, FR, GB, IT) ist Russland nur gut halb so groß (143,5 vs 83,5+68,5 +69 + 59= 280 Mio)
eine wiedererstarkende Industrialisierung sowohl in der zivilen Luftfahrt und Rüstungsindustrie, es hat enorme Skalierungsmöglichkeiten
Hmmm, naja, das ist mir etwas zu nah an der russischen propagandistischen offiziellen Eigensicht. Die bauen aber aktuell nicht mehr Kampfflugzeuge als das friedenstaumelnde Europa bzw. sogar deutlich weniger, wenn man es mit Gripen + Rafale + EF vergleicht. Das ist alles doch in ziemlich homöopathischen Dosen (außer Shahed/Geran 2 (und Artilleriegranaten), aber das sind im Prinzip etwas zu groß geratene Modellflugzeuge, davon könnte man in einer modernen Fabrik (großes VW Werk oder Tesla Gigafactory) Hundertausende bis Millionen im Jahr bauen). Panzer ging auch nur so lange wie sie noch brauchbare auf Halde hatten, die sie nur wieder flott machen mussten. Vom nackten Blech bis zum Panzer kommen die dann auch nur noch tröpfelnd raus.
 
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twolf

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Russland ist nicht nur deshalb eine Supermacht, weil es eine sein möchte, sondern weil es objektiv viele der Voraussetzungen dafür erfüllt: ein riesiges Territorium, eine sehr große Bevölkerung, eine wiedererstarkende Industrialisierung sowohl in der zivilen Luftfahrt und Rüstungsindustrie, es hat enorme Skalierungsmöglichkeiten sowie gewaltige Rohstoffreserven – insbesondere Öl, Gas und verschiedene Erze.
Diese strukturellen Faktoren verschaffen Russland trotz aller aktuellen Probleme weiterhin ein erhebliches geopolitisches Gewicht.
Russland ist in einen Punkt Großmacht, Ihr Atompotenzial an Waffen.
In allen anderen Punkten ist Russland ein Zwerg inzwischen.
Jeden Tag wächst die Abhängigkeit von China, Und da hat auch Russland außer Bodenschätze nichts zum Handeln.

Mit den Fall von Kolumbien, Jetzt der Irak, und der Drohung auch Kuba zu Beseitigen, Trumps neue Weltordnung, wird für Russland die Luft immer Dünner, und die Geschichte mit der Drohende Zahlungsfähigkeit 1990 wiederholt sich.

Das Große Problem von Putins, ist, das er seine Zukunft mit der Ukraine Verknüpft hat.

Im Flugzeugbau wird Russland an China seine Vormachtstellung Verlieren, wenn das nicht schon Passiert ist.
Wem soll Russland denn noch was Verkaufen? Indien?
 
bodo

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Mit den Fall von Kolumbien, Jetzt der Irak, und der Drohung auch Kuba zu Beseitigen, Trumps neue Weltordnung, wird für Russland die Luft immer Dünner, und die Geschichte mit der Drohende Zahlungsfähigkeit 1990 wiederholt sich.
Du meinst vermutlich Venezuela, und nicht Kolumbien, oder? Und der Irak wird wohl auch nicht gemeint sein, sondern der Iran. Die Liste könnte man noch ergänzen um Syrien und Armenien.
 

twolf

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Völlig Richtig, sorry für die Verwechselung.
 
_Michael

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Wenn die Entwicklung eines Kampfflugzeugs 15 bis 20 Jahre dauert (Achtung aus Sicht der heutigen Zeit), sollte man ernsthaft hinterfragen, ob ein solches Projekt überhaupt noch sinnvoll ist. Ich weiß, dass einige das anders sehen werden, und mich belächeln aber aus meiner Sicht ist dieser Zeitraum schlicht einfach zu lang.
Ja, für diese Problem wird man eine Lösung finden müssen. Diese exorbitanten Entwicklungszeiten (Eufi, F-35, F-22) konnte man sich in den letzten 30-40 Jahren nur leisten, weil kein sofortiger militärischer Bedarf bestand und man deshalb bis ins Unendliche an der perfekten Lösung basteln konnte. Sobald ein grösserer Konflikt ausbricht, wird man innerhalb von Monaten auf technologische Entwicklungen reagieren müssen. Da gewinnt nicht, wer das perfekte Projekt hat, sondern wer am schnellsten evolvieren kann.

Deshalb verstehe ich z.B. auch Frankreich/Dassaults Position, dass man möglichst viel selbst machen will, um im Ernstfall unabhängiger und damit auch schneller reagieren zu können. Gerade in Deutschland sieht man halt schon eine etwas gar grosse Liebe zu endlos komplexer Bürokratie und ein sehr grosser Glaube in Papier. Man arbeitet oft lieber an der allseits akzeptierten Formulierung, als an etwas realem.
 

arneh

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Deshalb verstehe ich z.B. auch Frankreich/Dassaults Position, dass man möglichst viel selbst machen will, um im Ernstfall unabhängiger und damit auch schneller reagieren zu können. Gerade in Deutschland sieht man halt schon eine etwas gar grosse Liebe zu endlos komplexer Bürokratie und ein sehr grosser Glaube in Papier. Man arbeitet oft lieber an der allseits akzeptierten Formulierung, als an etwas realem.
Da ist sicherlich ein Körnchen Wahrheit dran (vielleicht auch zwei :-)), aber ich glaube hier geht es erstmal schlicht darum, wer zukünftig der Platzhirsch in Europa ist. Trappier hat die Gunst der Stunde eines stark geschwächten Macron gesehen und versucht Fakten zu schaffen. Ich teile ja die Ansicht, dass am Ende einer die Führungsrolle haben muss. Aber das Ergebnis darf trotzdem nicht sein, das damit dann der andere Konzern komplett 'erledigt' wird, was klar offensichtlich Trappier's Ziel ist (das blinkt aus jedem zweiten Satz zwischen den Zeilen so dermaßen raus). Und genau an dem Punkt endet der Spaß vermutlich (und auch zu recht). Ich sehe da aktuell jenseits der 2 Flugzeug Lösung (die Trappier aus dem o.g. Grund vehement ablehnt) kaum noch eine andere gangbare Lösung jenseits der kompletten Beendigung des ganzen Projektes.
 

Sens

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Der andere Konzern ist Airbus und der hat mehrere Standbeine. Als europäische Alternative gibt es ja Tempest. Alle Beteiligten haben ja Übergangslösungen. Sei es die F-35 in Block 4 Konfiguration, die auch nachrüstbar ist und Frankreich seine Rafale in der F4 und kommenden F5 Konfiguration.
Am Hemmschuh Deutschland besteht wenig Interesse und bestenfalls als Geldgeber.
 
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arneh

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Der andere Konzern ist Airbus und der hat mehrere Standbeine. Als europäische Alternative gibt es ja Tempest. Alle Beteiligten haben ja Übergangslösungen. Sei es die F-35 in Block 4 Konfiguration, die auch nachrüstbar ist und Frankreich seine Rafale in der F4 und kommenden F5 Konfiguration.
Am Hemmschuh Deutschland besteht wenig Interesse und bestenfalls als Geldgeber.
Airbus Defence and Space hat nicht viel mehr Standbeine. Um die Ausschaltung dieses Unternehmens geht es Trappier (nicht die Zivilflugzeugsparte, die ist ihm wurscht). Das ist der Gegner, wenn man dauerhaft an das deutsche Steuergeld ran will.
Von der Fähigkeit her wäre man mit F-35 Block 4 (plus dem neuen Radar) für die nächsten Jahrzehnte wohl adäquat ausgerüstet, wenn da nur die politische (Un-)Zuverlässigkeit dahinter nicht wäre.
Hemmschuh Deutschland war einmal. Das dürfte aktuell nicht das Hauptproblem sein. Es geht um den Endkampf, wer Europa's Flugzeugbauer der Zukunft ist. Trappier hat den Schuss gesetzt als er ein 'Window of Opportunity' gewittert hat (Macron schwach, GCAP zu weit fortgeschritten um dort noch eine führende Rolle einzunehmen, USA toxisch). Einzige Rest- Gefahr, dass DE selber was macht, dafür hat er gleich die neue schwache Verteidigungsminsterin vorgeschickt, der deutschen Politik klar zu machen, das Deutschland das fachlich gar nicht kann. Er hat es aber aus meiner Sicht stilistisch so arrogant und ungeschickt gemacht, dass die Deutsche Politik eigentlich gar keine gesichtswahrende Alternative zum 'jetzt machen wir es erst recht selber' hat.
 

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Airbus Defence and Space – Wikipedia
Da wäre nur der Eurofighter/Typhoon und sein Nachfolger betroffen. Die Briten und Italiener haben dafür das Tempest System und wo wir jederzeit von der Stange kaufen können.
Die Franzosen brauchen einen Nachfolger für die Rafale und ihre Exportkunden.
Ein dritter europäischer Anbieter wird in dem Segment gar nicht gebraucht und kann damit als künftig wegfallend angesehen werden. Das sind die Spätfolgen aus einer Zeit, wo man meinte keine funktionstüchtigen und damit auch exportfähigen Systeme zu benötigen. Probleme löste die Diplomatie und die Systeme sollten nur die für deren Herstellung notwendigen Arbeitsplätze sichern.
Es wird höchste Zeit, das sich Deutschland auf die Bereiche beschränkt, die eine Zukunft haben. Das sind die Elemente der Kampfwolke.
 
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Airbus Defence and Space hat nicht viel mehr Standbeine. Um die Ausschaltung dieses Unternehmens geht es Trappier (nicht die Zivilflugzeugsparte, die ist ihm wurscht). Das ist der Gegner, wenn man dauerhaft an das deutsche Steuergeld ran will.
Von der Fähigkeit her wäre man mit F-35 Block 4 (plus dem neuen Radar) für die nächsten Jahrzehnte wohl adäquat ausgerüstet, wenn da nur die politische (Un-)Zuverlässigkeit dahinter nicht wäre.
Hemmschuh Deutschland war einmal. Das dürfte aktuell nicht das Hauptproblem sein. Es geht um den Endkampf, wer Europa's Flugzeugbauer der Zukunft ist. Trappier hat den Schuss gesetzt als er ein 'Window of Opportunity' gewittert hat (Macron schwach, GCAP zu weit fortgeschritten um dort noch eine führende Rolle einzunehmen, USA toxisch). Einzige Rest- Gefahr, dass DE selber was macht, dafür hat er gleich die neue schwache Verteidigungsminsterin vorgeschickt, der deutschen Politik klar zu machen, das Deutschland das fachlich gar nicht kann. Er hat es aber aus meiner Sicht stilistisch so arrogant und ungeschickt gemacht, dass die Deutsche Politik eigentlich gar keine gesichtswahrende Alternative zum 'jetzt machen wir es erst recht selber' hat.
Das war letztlich mehr oder weniger das strategische Ziel. Die Franzosen (Dassault) haben taktisch sehr geschickt agiert: Sie ließen Macron mit Deutschland das Projekt vorantreiben und laufen, bis ein bestimmter Entwicklungsstand erreicht war. Gleichzeitig warteten sie ab, bis sich das Zeitfenster für einen vollwertigen Einstieg Deutschlands in das GCAP praktisch geschlossen hatte.
Zu diesem Zeitpunkt wäre ein Beitritt zum GCAP nicht mehr auf Augenhöhe möglich gewesen. Deutschland könnte dann höchstens noch als Zulieferer einsteigen und einzelne Subsysteme in deutsche GCAP-Varianten integrieren. Eine echte Plattformhoheit oder gleichberechtigte Designrolle wäre in diesem Stadium jedoch kaum noch realistisch.
Man hätte zwar Systemhoheit über seine eigenen Flugzeugen, das wars dann aber auch.

Die Spanier haben diese Entwicklung offenbar frühzeitig erkannt und entsprechend vorgesorgt. Mit ihrer Beteiligung rund um den TAI Hürjet haben sie sich zumindest ein Standbein im Umfeld des türkischen TAI KAAN-Programms gesichert.
Damit halten sie sich strategisch eine Option offen, falls das europäische Future Combat Air System-Projekt in seiner jetzigen Form tatsächlich scheitern sollte. In diesem Fall hätten sie bereits einen Zugang zu einem alternativen Netzwerk und müssten nicht komplett bei null anfangen.
 
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RPB

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Das war letztlich mehr oder weniger das strategische Ziel. Die Franzosen (Dassault) haben taktisch sehr geschickt agiert: Sie ließen Macron mit Deutschland das Projekt vorantreiben und laufen, bis ein bestimmter Entwicklungsstand erreicht war. Gleichzeitig warteten sie ab, bis sich das Zeitfenster für einen vollwertigen Einstieg Deutschlands in das GCAP praktisch geschlossen hatte.
Zu diesem Zeitpunkt wäre ein Beitritt zum GCAP nicht mehr auf Augenhöhe möglich gewesen. Deutschland könnte dann höchstens noch als Zulieferer einsteigen und einzelne Subsysteme in deutsche GCAP-Varianten integrieren. Eine echte Plattformhoheit oder gleichberechtigte Designrolle wäre in diesem Stadium jedoch kaum noch realistisch.
Man hätte zwar Systemhoheit über seine eigenen Flugzeugen, das wars dann aber auch.

Die Spanier haben diese Entwicklung offenbar frühzeitig erkannt und entsprechend vorgesorgt. Mit ihrer Beteiligung rund um den TAI Hürjet haben sie sich zumindest ein Standbein im Umfeld des türkischen TAI KAAN-Programms gesichert.
Damit halten sie sich strategisch eine Option offen, falls das europäische Future Combat Air System-Projekt in seiner jetzigen Form tatsächlich scheitern sollte. In diesem Fall hätten sie bereits einen Zugang zu einem alternativen Netzwerk und müssten nicht komplett bei null anfangen.
Das ist mal richtig viel Spekulatius. Und wer bitte sind die Spanier, die Deutschen? Stand heute ist das Airbus D+S, weiter ist das Projekt noch nicht.
 
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