Notlandung einer Bf 109 in Wershofen/Eifel

Diskutiere Notlandung einer Bf 109 in Wershofen/Eifel im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; 1941 absolvierte eine Bf 109 wegen Spritmangels eine Notlandung auf einem vom Reichsarbeitsdienst gerodeten, drainierten und als Notlandeplatz...
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1941 absolvierte eine Bf 109 wegen Spritmangels eine Notlandung auf einem vom Reichsarbeitsdienst gerodeten, drainierten und als Notlandeplatz hergerichteten Gelände bei Wershofen. Im Hintergrund links zu sehen ist der Aremberg, ein erloschener Vulkan und einer der höchsten Berge der Eifel. Der Pilot hatte sich wohl zuvor verfranzt. Der Abtransport erfolgte dann per LKW. Diese Notlandung war wohl die Initialzündung für die 1952 erfolgte Gründung der örtlichen Segelfluggruppe. An dieser Stelle befindet sich heute der Sonderlandeplatz Wershofen/Eifel.

Quelle: Vereinsarchiv SFG Wershofen e.V.
 
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AGO Scheer

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Aber dass die Landung einer Bf 109 im Jahr 1941 ursächlich für die Gründung einer Segelfluggruppe war, kann ich nicht nachvollziehen.
Wenn der RAD da schon einen Ausweichplatz angelegt hatte, war das doch eher Anlass, die Fläche nach dem Krieg sinnvoll weiter zu nutzen...


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Aber dass die Landung einer Bf 109 im Jahr 1941 ursächlich für die Gründung einer Segelfluggruppe war, kann ich nicht nachvollziehen.
Wenn der RAD da schon einen Ausweichplatz angelegt hatte, war das doch eher Anlass, die Fläche nach dem Krieg sinnvoll weiter zu nutzen...
In diesem Fall nicht. Keiner der Gründer hatte vorher irgendeine Beziehung zur Fliegerei, geschweige denn eine Fluglizenz. Durch diese Notlandung wurde die Faszination der jungen Burschen geweckt, und gut 10 Jahre später hat der zuständige Ortspolizist, der wohl früher schon mal Segelflug gemacht hatte, das Ganze in Gang gebracht, indem er den Jungs gesagt hat, ein Gelände am anderen Ende des Ortes wäre für Segelflug ideal. Da hat man sich dann Baupläne für eine SG-38 besorgt und angefangen zu bauen. Als diese fertig war, gab es dann einen "Hilferuf" beim Luftsportverband Rheinland-Pfalz, weil man jetzt zwar ein Flugzeug hatte, aber nicht wusste, wie man sowas fliegt. Der heutige Flugplatz wurde erst drei Jahre später genutzt, als man von Gummiseilstart auf Windenschlepp umstieg und das bisher genutzte Gelände sich hierfür als nicht so geeignet erwies. Das ist so auch ziemlich gut dokumentiert. Einer der Gründungsmitglieder, von dem auch die meisten der Fotos stammen, lebt noch und hat vieles auch frühzeitig aufgeschrieben. Die Geschichte mit dem Stieglitz stammt übrigens nicht von ihm, sondern von einem anderen Mitglied, das auch viele Geschichten aufgeschrieben hat, diese aber gerne mit eigenen Elementen ausgeschmückt hat.
 
AGO Scheer

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Danke für die Erläuterung. Ja, das ist nachvollziehbar. Und die Reihenfolge ist auch Spitze.
So war das wohl früher in der Bundesrepublik: Zuerst "Macher". Heute: Zuerst "Nachfrager"...

Was ist mit der Geschichte vom "Stieglitz" gemeint?
 
lutz_manne

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Sieht nach einer Bf 109 E-3 von der I./JG 51 aus. Vom Anstrich her würde ich es eher auf 1940 datieren.
 
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Also, man sieht ja nicht viel von der Maschine. Aber zu der hier hab ich keine weiteren Daten und das was man vergleichen kann (z.B. Anstrich der Haube, Rückspiegel), passt erst mal auffallend.

Hallo Lutz,

und die Hintergründe mit der Außenlandung und dem Abtransport per LKW passen auch haargenau. Da müsste es schon ein sehr großer Zufall sein, wenn es sich dabei nicht um das selbe Flugzeug handelt. Gut möglich, dass es nicht wie in der Vereinschronik geschrieben 1941 sondern 1940 war. Da die späteren Vereinsväter damals ja noch im Kinder- und Jugendalter waren, kann das in der Erinnerung durchaus verschwommen sein. Unser noch lebendes Gründungsmitglied war damals gerade sechs oder sieben Jahre alt.
Herzlichen Glückwunsch für diese detektivische Meisterleistung, Dr. Watson!
 

Ledeba

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Ob es nun tatsächlich genau dieselbe Maschine war, die auf dem Foto abgeschleppt wird, würde ich mit Vorsicht betrachten. Die Mehrzahl der Bf 109 bei der I./ JG 51 hatte zu der Zeiten einen identischen Anstrich.

Das Foto wird möglicherweise - meine persönliche Vermutung - im Frühjahr/Frühsommer 1940 aufgenommen worden sein, wohl kurz vor, während oder nach dem Frankreich-Feldzug. Warum? Die Fotos aus der Zeit des Sitzkrieges zeigen Maschinen mit dem grün/grünen Anstrich auf den Oberseiten, zudem liegen die bekannten Absturzorte alle zu weit weg von Wershofen bei den Stationierungsorten Darmstadt bzw. Mannheim. Im März 1940 verlegte die I./ JG 51 dann nach Krefeld, wo sie bis zum 13.05.1940 verblieb. Dann ging es über Dünstekoven (bis 16.05.1940 - das würde noch passen) über Guise an die Kanal-Küste (dort ist alles zu weit weg). Zudem wechselte der Anstrich --- die Maschinen vom Juni 1940 waren schon "scheckig". Man blieb dann im Prinzip in Frankreich (mit einem Tag im Krefeld im Dezember 1940/41 --- dazu fehlt mir der Schnee --- um dann im Mai 1941 wieder in Krefeld einzufallen. Da flog man aber schon Bf 109F.
 
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Ob es nun tatsächlich genau dieselbe Maschine war, die auf dem Foto abgeschleppt wird, würde ich mit Vorsicht betrachten. Die Mehrzahl der Bf 109 bei der I./ JG 51 hatte zu der Zeiten einen identischen Anstrich.
Aber kamen denn Notlandungen, nach denen das Flugzeug noch intakt ist, so häufig vor? Ich hätte jetzt mal vermutet, dass sowas eher die Ausnahme gewesen wäre.
 
AGO Scheer

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Notlandung ist keine Bauchlandung.
Das heißt, wenn der FF einen geeigneten Platz gefunden hatte, (und den gab es doch!) landet er völlig regulär mit Fahrwerk draußen.
 

Ledeba

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Aber kamen denn Notlandungen, nach denen das Flugzeug noch intakt ist, so häufig vor? Ich hätte jetzt mal vermutet, dass sowas eher die Ausnahme gewesen wäre.
Ich habe in Flugbüchern Notlandungen wegen Spritmangel, Verorientierung, Schlechtwetter etc. und oft flogen die Maschinen Stunden später (manchmal auch am nächsten Tag) weiter.
 
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lutz_manne

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Wenn kein nennenswerter Schaden entstanden ist und davon kann man auf dem Foto ausgehen, taucht der Vorfall nicht mal in den üblichen Verlustlisten auf.
Vermutlich wäre der Untergrund für einen Start nach Betankung nicht ausreichend sicher genug gewesen, darum Abtransport mittels LKW.
 
AGO Scheer

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Da liegen ganz schöne 'Klamotten" herum, möglich dass einer dieser Steine bei der Landung/ beim Rollen etwas beschädigt hat, was den Start vermiest hat...
 
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Aus dem Vereinsumfeld habe ich jetzt noch ein weiteres Bild der notgelandeten Bf 109 erhalten. Unter den Kindern und Jugendlichen befindet sich wohl unter anderem der Bruder unseres noch lebenden Gründungsmitglieds mit der Hand am Propeller sowie ein weiteres Gründungsmitglied (einer der Jugendlichen). Da wird der Zusammenhang der Notlandung und der Vereinsgründung dann schon recht deutlich.

Der Flugplatz wurde zwar seinerzeit vom RAD gerodet und drainiert, aber als dann dort der Segelflugplatz entstand, war noch einiges an Arbeiten vonnöten, bis der Flugplatz auch als solcher genutzt werden konnte. Auch Jahre später wanderten die Mitglieder regelmäßig in einer Kette über den Flugplatz, um Steine zu sammeln, wie ich aus Erzählungen meines Vaters weiß. Die Mutterbodenschicht auf dem Flugplatz ist nur denkbar dünn, stellenweise kommt nach 10cm Boden schon nackter Feld. In der Eifel wachsen die Steine aus der Erde, vor allem im Winter...
 
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1941 absolvierte eine Bf 109 wegen Spritmangels eine Notlandung auf einem vom Reichsarbeitsdienst gerodeten, drainierten und als Notlandeplatz hergerichteten Gelände bei Wershofen.
Das Jahr 1940 scheint sich zu bestätigen. Ich habe jetzt eine Seite über den Fotografen der Bilder gefunden, wird für dieses Ereignis 1940 genannt: Johann Holzem (kreis-ahrweiler.de)
 
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Ich konnte heute das Foto aus unserem Clubheim in höherer Auflösung neu scannen. Hier ist nun auch das Staffelzeichen gut zu erkennen. Vielleicht erkennen die Experten hier ja jetzt auch noch mehr, was die Identifizierung der Maschine erleichtern würde.
 
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Sehr schön. Ich kann nur Gemeinsamkeiten zur -gelben 5- finden. Auch die Balkenkreuzgrösse und Position an der Tragfläche passt. Für mich ist es zu 99% diese Maschine. Eine Seitenansicht wäre schön, aber mal sehen was in Zukunft noch so an Fotos auftaucht.
 
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Ledeba

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Kann sein, muß aber nicht ....auf S.268 in den Jagdfliegerverbänden Teil 3 findest du den Bruch einer anderen Maschine, die haargenauso aussieht ... Balkenkreuz (Position und Größe), Tarnanstrich, Position des Wappens, Typ der Maschine ... ist sie aber nicht. Eine Seitenansicht wäre die einzige Lösung :crying:.
 
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Aber keinen Rückspiegel. ;-)
 
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