OT: Neue Einsatzschiffe für die Bundespolizei

Diskutiere OT: Neue Einsatzschiffe für die Bundespolizei im Polizei und Bundesgrenzschutz Forum im Bereich Einsatz bei; Mit Sicherheit nicht!

Pkr

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Die Bundespolizei hat die Namen der neuen Einsatzschiffe bekannt gegeben:
Die 86 Meter langen Schiffsneubauten werden nach der Entscheidung des Bundesministeriums des Innern nach den Städten Potsdam, Bamberg und Bad Düben benannt. Die Taufe der Einsatzschiffe soll nach deren Indienststellung im Frühjahr 2019 erfolgen.

"Die Namensgebung der Schiffe steht für eine neu aufgestellte und gestärkte Bundespolizei. Die Auswahl der mit den gewählten Städten verbundenen Bundespolizei-Standorte versinnbildlicht das, denn sie stehen jeweils für gewachsene Strukturen, für Dynamik und für Zusammenhalt", sagt Dr. Dieter Romann, Präsident des Bundespolizeipräsidiums.

Die ganze Mitteilung findet sich -hier-
 
Gepard

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Wenn ich einen Seemann von der Bundespolizei richtig verstanden habe wird es mit den neuen Schiffen ein kleines Problem geben. Bisher konnten die Schiffe problemlos unter der Fehmarnsundbrücke hindurchfahren. Die Neuen sollen zu groß dafür sein. Das würde bedeuten, wenn man von Neustadt/Holstein nach Heiligenhafen will muß man erst um ganz Fehmarn herumtuckern, statt die Abkürzung durch den Sund zu nehmen.
 
gk juergen

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ob das neben den Neuen auch die Alten bekommen?
Bundespolizei See: Von 40 mm auf 57 mm:

In den Zeiten der Ost-West-Konfrontation verfügten die seegehenden Verbände des Bundesgrenzschutzes über acht Boote in der Ostsee, die mit 40 mm Bordkanonen ausgerüstet waren. Im Konfliktfall sollten sie aus der Ostsee in die Deutsche Bucht verlegt werden, um eingehende Atlantikkonvois auf der letzten Strecke zu begleiten.Das Ende des Kalten Krieges und das Bedürfnis nach der Friedensdividende führten dazu, dass die Bundespolizei See „entmilitarisiert“ wurde: Die 40 mm Bofors wurden abgerüstet.
In einschlägigen Fachkreisen ist nun zu hören, der ausgeschiedene Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe, als eine seiner letzten Amtshandlungen, die Bewaffnung seegehender Einheiten der BPol See bewilligt. Zum Erstaunen bei Vertretern deutscher wehrtechnischer Unternehmen ist das 57 mm Bofors Geschütz (BAE Systems) konkret in der Auswahl. Die modernste Version dieser bewährten Waffe ist unter anderem eingerüstet auf den schwedischen Korvetten der Visby-Klasse und den Cuttern der amerikanischen Küstenwache.
Bundespolizei See: Von 40 mm auf 57 mm
 
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Praetorian

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Als Anmerkung zu den im Blogbeitrag aufgeworfenen Fragen:
- die angesprochene "Alternative" (35 mm Millennium) wäre nach Verständnis des Autors vermutlich ebenso eine "symmetrische Artilleriewaffe" (was für ein Begriff)
- 57x438R mit entsprechender Munition (3P-Bezünderung und Vorfragmentierung/Subprojektilen) und Feuerleitung ist dem "dynamischen Kaliber" 35x225 hinsichtlich Reichweite und Feuerkraft gerade auch gegen Schwarmziele überlegen. Dazu hat man damit wesentlich bessere Möglichkeiten, ein unwilliges großes Frachtschiff zum Aufstoppen zu bewegen (z.B. durch gezielte Wirkung auf die Maschinen- und Wellenanlage).
- 57 mm Bofors dürfte wesentlich mehr "thinking outside-the-box" sein als 35 mm Millennium

Diese Entwicklung, in Verbindung mit den besseren Hochseefähigkeiten der neu zulaufenden BPOL-Einsatzschiffe, deutet auf verstärkte Orientierung auf Out-of-Area-Einsätze hin. Das muss nicht zwingend Piratenjagd sein, aber z.B. auch FRONTEX im Mittelmeer.
 

Pkr

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Die Ausstattung mit einem Geschütz, egal ob 35mm, 40mm oder 57mm, bestärkt mich in der Annahme, daß die neuen Schiffe wohl nur selten in der Nordsee und wohl nie in der Ostsee rumschippern werden.
Offensichtlich hatte man schon bei der Bestellung der Einheiten den Frontex-Einsatz im Blick.
 

Praetorian

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Das ist ein wenig weit hergeholt. Nur weil man etwas mit Blick auf FRONTEX etwas robuster befähigt, bedeutet das nicht, dass diese Befähigung ständig abgerufen werden soll. Es kann zudem durchaus sein, dass die Einheiten für den nationalen Routinebetrieb das Geschütz abgeben und nur bei entsprechender Auftragslage einrüsten.
 

alois

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Eine erneute und vor allem zügige Aufrüstung von Frontex wurde eben gerade beschlossen. Die Schiffe dürften also noch nicht speziell dafür ausgelegt sein. Wobei jetzt jeder auch Schiffe für Frontex bereit stellen muss, der über entsprechende Schiffe verfügt und somit das Thema in Zukunft durchaus relevant sein wird. Allerdings glaube ich auch nicht daran, dass man die Geschütze nach Bedarf einrüstet und wieder ausbaut. Das wäre zu viel des Guten.
 

Praetorian

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Allerdings glaube ich auch nicht daran, dass man die Geschütze nach Bedarf einrüstet und wieder ausbaut. Das wäre zu viel des Guten.
Bredstedt fuhr bis 1997 mit einem 40-mm-Geschütz auf der Back, das dann ausgebaut wurde. Ich meinte eine Einrüstung für geplante FRONTEX-Abstellungen. Die sind viele Monate im Voraus bekannt und finden für die einzelnen Einheiten auch nicht ständig statt. Die Marine gibt ihre Effektoren bei längeren Werftaufenthalten auch ab, das ist kein allzu großer Aufwand.
 

K.B.

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Ich fänd ein Aus- und Einbauen von Geschützen auch merkwürdig, aber im Zweifelsfall leiht sich die BPol von der Bundeswehr halt ein paar Besenstiele...

Aber zur Sache:
Wenn die Schiffe jetzt (ob nun mit 35mm oder 57mm) robust bewaffnet werden sollen und auch von der Auslegung her für Hochseepatrouillen geeignet sind, hätte man ihnen dann nicht direkt einen Hubschrauber-Hangar gönnen sollen? Diverse 80m OPV von Fassmer haben ja einen. Oder wäre dadurch das Landedeck so klein geworden, dass keine großen Super Puma hätten landen können?
 

Praetorian

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Aber zur Sache:
Wenn die Schiffe jetzt (ob nun mit 35mm oder 57mm) robust bewaffnet werden sollen und auch von der Auslegung her für Hochseepatrouillen geeignet sind, hätte man ihnen dann nicht direkt einen Hubschrauber-Hangar gönnen sollen? Diverse 80m OPV von Fassmer haben ja einen. Oder wäre dadurch das Landedeck so klein geworden, dass keine großen Super Puma hätten landen können?
Einen Hangar braucht man, wenn man einen Hubschrauber dauerhaft einschiffen möchte. Einen Hubschrauber dauerhaft einschiffen bedeutet über die schiffbauliche Ergänzung eines Hangars (bereits mit entsprechenden Konsequenzen für die Größe des Schiffes) erheblichen Aufwand drumherum, von Bevorratung von Betriebsstoffen über Wartungs- und Instandsetzungsmöglichkeiten über Integration einer Sicherungs- und Verfahranlage über Unterbringung von zusätzlichem Personal an Bord über Anpassung der Bordorganisation bis hin zu infrastrukturellen Anforderungen an die Schiffstechnik. Dazu kämen im Zweifelsfall noch nötige Anpassungen der Lfz (Ausstattung mit Landehilfe) und Erweiterung der Besatzungsausbildung. Und das Ganze noch unter der Voraussetzung, dass BPOL das überhaupt will oder braucht.
 

Pkr

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Das ist ein wenig weit hergeholt. Nur weil man etwas mit Blick auf FRONTEX etwas robuster befähigt, bedeutet das nicht, dass diese Befähigung ständig abgerufen werden soll. Es kann zudem durchaus sein, dass die Einheiten für den nationalen Routinebetrieb das Geschütz abgeben und nur bei entsprechender Auftragslage einrüsten.
In einem Artikel der SHZ vom 05.04.2018 ist der Kasko der "Bamberg" zu sehen, wie er durch den Nord-Ostseekanal geschleppt wird (Der Rohbau wurde in Klaipeda erstellt, die weitere Ausrüstung erfolgt bei Fassmer in Berne). Deutlich zu erkennen ist das Fundament für ein Geschütz auf dem Vordeck. Für welches Kaliber das geeignet ist, kann ich nicht bestimmen; die chilenischen OPV nach dem Fassmer-Design haben 40mm Bofors 40L70 (OPV81, OPV82) bzw. 76mm (OPV83, OPV84).
Und eine weitere Eigenschaft der chilenischen OPV bringt mich zu der Vermutung, daß die deutschen Schiffe eher für FRONTEX gedacht sind: Die Reichweite von 8.600 Seemeilen und die Seeausdauer von 30 Tagen, ausreichend für eine Patrouille um die Osterinsel. Für die Deutsche Bucht -und erst recht für die Ostsee- wäre das m.E. komplett überdimensioniert.
 

Praetorian

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Und eine weitere Eigenschaft der chilenischen OPV bringt mich zu der Vermutung, daß die deutschen Schiffe eher für FRONTEX gedacht sind: Die Reichweite von 8.600 Seemeilen und die Seeausdauer von 30 Tagen, ausreichend für eine Patrouille um die Osterinsel. Für die Deutsche Bucht -und erst recht für die Ostsee- wäre das m.E. komplett überdimensioniert.
Die chilenischen OPV sind aber nicht ausschlaggebend für die BPOL. Der Kunde bestimmt die Ausstattung. Die BPOL fordert mindestens 4000 nm bei 16 Knoten.
 

Praetorian

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Quelle sind die Ausschreibungsunterlagen. Ein Hangar war nie vorgesehen, lediglich ein Landedeck.
 

Praetorian

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Die haben tatsächlich eine leichte X-Form, das haben bereits die als Entwurfsgrundlage herangezogenen OPV80. Für jene wurden Maßnahmen zur Reduzierung der Radarsignatur explizit angestrebt, nicht nur durch die besagte Formgebung sondern beispielsweise auch durch das "Aufräumen" von Oberdeck und anderen exponierten Flächen (Verlegung ins Schiffsinnere wo möglich, sonst Abdeckungen oder entsprechende Formgebung) und eine entsprechende Auslegung der Abgas- und Kühlwasseranlage.

Zumindest in den öffentlichen Ausschreibungsunterlagen war für die Einsatzschiffe eine Signaturreduzierung nicht explizit gefordert. Es ist durchaus möglich, dass entsprechende Forderungen in den ausführlichen Unterlagen enthalten waren, die nur den Bietern zur Verfügung gestellt wurden und teilweise unter Geheimschutz stehen. Es ist aber auch möglich, dass Fassmer nur möglichst viel vom bereits nachweislich bewährten OPV80 in den Entwurf der Einsatzschiffe übernommen hat, um die Stabilitäts- und Lastberechnungen zu vereinfachen.
 
Chopper80

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Andere Merkmale des Rumpfes wie z. B. die "Garagen" für die Beiboote oder das auf Stelzen stehende Helideck sprechen dagegen. Da spricht viel für die Aussage von @Praetorian in seinem letzten Satz.

C80
 

alois

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Was für Stelzen? Die "Garage" kann leicht mit einem Rolltor geschlossen werden und die "Stelzen" sind so breit, dass die kleinen Öffnungen auch leicht geschlossen werden können und schwups hat man ein Schiff, das den modernen Erfordernissen eines militärischen Schiffes entspricht.
 
Thema:

OT: Neue Einsatzschiffe für die Bundespolizei

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