PPL-A und IFR-Ausbildung - sinnvoller Plan oder Holzweg?

Diskutiere PPL-A und IFR-Ausbildung - sinnvoller Plan oder Holzweg? im Privatfliegerei & Flugsport Forum im Bereich Einsatz bei; Hallo zusammen, habe einiges zum Thema Flugausbildung gelesen und würde mich über eure Einschätzung freuen - nicht dass ich mich auf dem Holzweg...
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Hallo zusammen,

habe einiges zum Thema Flugausbildung gelesen und würde mich über eure Einschätzung freuen - nicht dass ich mich auf dem Holzweg befinde... :-) Und bei der Gelegenheit einige offene Fragen klären:

ZIEL:
  • Zweit-Wohnsitz in der Ferne ermöglichen (leider beruflich stark an den Standort gebunden) durch Lizenz und mittelfristig eigenes Flugzeug
  • PPL-A, AZF, IFR
  • zeiteffiziente Ausbildung, lieber etwas mehr zahlen und dafür etwas Zeit sparen
  • an das Ziel angepasste Ausbildung (nicht nachher merken "oh, jetzt möchte ich nach Stockholm fliegen und kann das gar nicht")
  • Sicheres Fliegen

DER PLAN:
  • Testflug, Medical, vorab etwas einlesen
  • PPL-A Ausbildung ab Oktober/November an der Flugschule Dortmund (grob 15-20.000€, 70 Flugstunden, inkl. Zubehör etc. eingeplant)
  • (?) ab Oktober/November ein paar Wochen Theorie und ab dann parallel zur Theorie die Praxis?
  • max. 3-4 Slots pro Woche für Flugstunden fest einplanen (wettertechnisch im deutschen Winter gehe ich dann eher von max. 1-2 Flügen pro Woche aus...)
  • (?) nach einigen Monaten im Frühjahr 2023 PPL-A abschließen
  • Flugerfahrung sammeln in Charterflugzeug
  • ein paar Monate später IFR beginnen (eigenes Flugzeug schon in der Ausbildung?) und Ende 2023 / 2024 abschließen

FRAGEN:
  • Theorie: mit wieviel Lernaufwand / Zeitaufwand kann man durchschnittlich rechnen? Angenommen man kann max. pro Woche 6-8h dafür einplanen, auf was für einen Zeitrahmen (grober Richtwert) läuft es dann hinaus? Erstmal für die PPL und dann auch für die IFR später. Kann das hier leider überhaupt nicht einschätzen.
  • Flugschule Dortmund - jemand positive/negative Erfahrungen gemacht? (sehe hier den Vorteil, direkt an einem internationalen Flughafen zu lernen und wäre in <30min dort)
  • Parallel Theorie und Praxis, um sich das trockene Lernen etwas realitätsnah zu machen? Oder lieber nacheinander?
  • Thema eigenes Flugzeug in der Ausbildung: habe u.a. gelesen/gehört, dass es nicht Sinn macht, in seinem eigenen Flugzeug die Ausbildung zu machen. Macht meiner Einschätzung nach für die PPL keinen Sinn, aber für die IFR dann durchaus zu überlegen? Was bringt es mir, in einer Piper die Ausbildung zu machen wenn ich am Ende eine Cirrus SR22 fliegen will und mit dem Teil dann später nicht klar komme bzw. mich selbst zu unerfahren fühle? Geht so etwas bzw. würdet ihr so etwas empfehlen?
  • Zeitplan "zu sportlich"? Unrealistisch hohe Ziele an sich selbst gesteckt? (arbeite zwar viel, aber noch keine Verpflichtungen wie Familie etc.)
  • Allgemeine Frage: Kann man als Halbprofi überhaupt in die Alpen fliegen? Oder ist das grundsätzlich wegen Auf-/Abwinden/Wetter-Umschwüngen zu gefährlich? Oder ab IFR dann kein Problem mehr?



Danke schonmal für eure Hilfe und dass ihr euch die Zeit für mich nehmt!

Euer Nic
 
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Intrepid

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Der Plan klingt einiger Maßen vernünftig.

Theorie und Praxis auf jeden Fall für eine gewisse Zeit gemeinsam. Es gibt Dinge in der Praxis, die versteht man besser mit etwas Theorie - und umgekehrt.

Zeitrahmen: ist denke ich OK. Vor der theoretischen Prüfung für ein paar Tage sehr viel Zeit für die Theorie einplanen. Die IFR-Theorie ist erheblich aufwendiger als die PPL-Theorie. Da kann man je nach Auffassungsgabe vor der Prüfung eine bis drei Wochen vollzeit Theorie lernen planen. PPL geht komplett nebenher.

Winter ist nicht planbar. Manchmal kann man durchfliegen, manchmal geht fünf Wochen am Stück gar nichts.

PPL auf einem einfachen Schulflugzeug machen.

IFR ist neu geregelt, da kann man große Teile der Praxis auf dem eigenen Flugzeug absolvieren - was ich auch unbedingt rate. Für Cirrus gibt es spezialisierte Flugschulen, die nur Cirrus fliegen.

In der Kleinfliegerei bleibt das Wetter die größte Herausforderung, noch nicht einmal die Alpen, insbesondere nicht mit einer kräftigen Cirrus, die auch in Bergwipfelhöhe noch mit 1.000 ft/min steigt ... solange kein Eis dran ist. Darauf achten, dass die Cirrus eine Sauerstoffanlage hat.
 
Kenneth

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Zwei Inputs aus meiner bescheidenen Erfahrung (PPL/SPL, kein IFR):

  • Unterschätze die Zeitaufwand nicht. Rechne zB damit einen ganzen Abend nach der Arbeit für eine Flugstunde aufwenden zu müssen (Wetter und Notam checks, Hinfahrt, Flugzeug klar machen, Briefing, Flugstunde, Flugzeug abgeben, Debriefing, Rückfahrt)
  • Sieht so aus, als würdest du längerfristig planen, zum Zeitpunkt X nach A und zum Zeitpunkt Y zurück zum B fliegen zu müssen. Das ist vielen zum Verhängnis geworden.
 
Kenneth

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Noch was: Wenn Du in der glücklichen Lage bist, ein eigenes Flugzeug erwerben zu können, dann erkundige Dich wie es mit Hallenplätzen in der Nähe aussieht. Wenn Du 100 km zum Flugplatz fahren muss, wo dein Flugzeug einen Hallenplatz bekam, dann wird es mühsam. Das ist zB die Realität in Großraum München.
 
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Vielen Dank euch beiden!

@Intrepid
Ok, man kann ja auf den ein oder anderen Urlaub verzichten, dann sollte es auch mit IFR klappen.

@Kenneth
Hast wohl Recht, vllt. fällt die Flugstunden/Woche-Zahl am Ende niedriger aus.
Die Frage mit dem Hallenplatz schreibe ich mir auf die Liste!
 

vossba

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Moin Nic,
dein Plan klingt soweit gut. Die Cirrus SR22 ist eine gute Wahl. Ich habe vor kurzem jemanden auf eine SR22 eingewiesen, der null Stunden nach Schein hat, das geht prima.
IFR machst du am besten dann auch auf dem Flieger, da sich das Handling der Avionik doch sehr von einer PA28 oder C172 Analog unterscheidet.
Plane bitte für die ersten IFR Touren einen Erfahrenen Piloten/Lehrer als Begleiter ( Der sollte mit der Cirrus vertraut sein undStreckenerfahrung haben, also nicht unbedingt der IFR Lehrer) mit ein. Ohne Erfahrung sammelt man alleine schneller Aha Erlebnisse als einem Lieb ist.

Als die Cirrus in MG stationiert werden sollte, war sie Nummer 34 auf der Warteliste..... So hatte ich ein 3/4 Jahr ein Moped zum gelegentlich zur Arbeit fliegen.

Gruß Reinhard
 
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