"Radar prediction" Zentrale für Radarbildvorhersagen der Luftwaffe

Diskutiere "Radar prediction" Zentrale für Radarbildvorhersagen der Luftwaffe im Bundeswehr Forum im Bereich Einsatz bei; Es ist erstaunlich , mit welchen Bereichen man in Berührung kommt, wenn man sich ein bißchen intensiver mit der F-104 in der Bw beschäftigt....

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  1. #1 nospam, 28.03.2013
    Zuletzt bearbeitet: 28.03.2013
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    nospam Flieger-Ass

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    Es ist erstaunlich , mit welchen Bereichen man in Berührung kommt, wenn man sich ein bißchen intensiver mit der F-104 in der Bw beschäftigt.
    Deshalb wäre ich dankbar für weitere Information um das Thema "radar prediction" (Technik der Erstellung der Vorhersagebilder, bearbeitete geographische Gebiete, Praktikabilität in der Praxis, ect) speziell im Zusammenhang mit der F-104.
    Anbei ein Foto zu Thema (Copyright Luftwaffe.de).
     

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  3. #2 Rhönlerche, 28.03.2013
    Zuletzt bearbeitet: 28.03.2013
    Rhönlerche

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    Die Briten und Amerikaner haben in den fünfziger Jahren eine Reihe spektakulärer, bemannter Aufklärungsflüge über Osteuropa (B-47, RB-57, Canberra) unternommen, bei denen man solche Radarbilder gemacht haben könnte. Es ging anscheinend um die möglichen Einsatzrouten und -ziele im Kriegsfall. Mit einem sehr guten Geländeprofil (etwa von den durch die Alliierten erbeuteten, relativ guten Wehrmachtskarten) kann man sowas vermutlich auch vom Messtischblatt aus nachstellen.
     
  4. nospam

    nospam Flieger-Ass

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    Das ist sicher eine Variante. Die erwähnten Aufklärungsflüge sind meines Wissens nach in relativ großen Flughöhen durchgeführt worden.

    Die Radarbildvorhersagen wurden aber, so glaube im zumindest zu vermuten, speziell für den Tiefflug erstellt, bei dem das Radarecho eine andere Perspektive hat.
    Soweit mein geringer Kenntnisstand reicht, wurden dafür 3D Reliefmodelle, wie im Foto abgebildet, mit einer speziellen Technik fotografiert. Deshalb würde mich u.a. der genaue Ablauf sozusagen von den Rohdaten bis zum fertigen Bild interessieren.
     
  5. #4 milhouse-bart, 28.03.2013
    milhouse-bart

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    Eine Möglichkeit Radar Predictions zu machen, ist mit Pauspapier und normalen Karten. Wenn man weiß, wie gewisse Dinge auf dem Schirm aussehen werden, kann man sich zuvor Radar Predictions machen und diese dann im Flug nutzen. Ich bezweifel aber mal stark, dass das heute außerhalb der Ausbildung noch irgendwo gemacht wird.
     
  6. #5 victoralert, 29.03.2013
    victoralert

    victoralert inaktiv

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    Das ist für die Zielanflüge der F-104 gedacht. Der angedachte Flugweg zum Ziel wird modelliert, dann filmt eine Kamera das ganze ab und das dient dann zur Navigation. Im Flugzeug erfolgt mit dem real ermittelten Radarbild der Abgleich mit dem Film. So kann man nachts, bei schlechten Wetter und im Tiefflug das Ziel finden. Das kennt man auch von diversen Marschflugkörpern. Das ganze funktioniert natürlich nur bei vorgeplanten Missionen und auch muß man erstmal die Radarbilder haben um die Modelle zu erstellen. Recht kompliziert war es damals aber es war die einzige immer funktionierende Möglichkeit die Flugzeuge zum Ziel zu bringen.

    Achtet mal auf die Bildergalerie hier Moving Maps - Ohne Karten geht nicht viel (Teil 1)

    Das verlinkte Bilde hier im Thema habe ich vermutlich schon mal auf Luftwaffe.de - Startseite gesehen, wenn möglich bitte den ganzen Beitrag hier verlinken. Ist möglicherweise sogar der zweite Teil von jenen den ich verlinkte.
     
  7. nospam

    nospam Flieger-Ass

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    Nach etwas Rechere (Jahrbücher der Luftwaffe ect.) ist der Zweck der radarunterstützten Tiefflugnavigation so wie oben beschrieben.
    Von den vorgeplanten Strecken für den sog. Ernstfall lagen mit ziemlicher Sicherheit keine originalen Radaraufzeichnungen vor, anders waren die Verhältnisse wahrscheinlich bei den etablierten (Nacht)Tiefflugstrecken zu Übungszwecken. Deshalb wurden die erwähnten Reliefmodelle erstellt, die mit einer speziellen Beleuchtung abfotografiert wurden (siehe Foto aus der oben erwähnten Fotostrecke, Copyright Luftwaffe.de).

    Meine dahingehenden Fragen bleiben bestehen:
    - Woher kamen die Daten für die Reliefmodelle?
    - Wie wurden diese Modelle hergestellt? (maschinell, Handarbeit)
    - Wie wurden diese Modelle konkret abfotografiert?
    - Wie praktikabel war die ganze Methode unter Einsatzbedingungen?
     

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  8. #7 erster bildbearbeiter, 04.11.2018
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    Nach meiner Erinnerung kamen die Reliefplatten von der Fa Wenchow aus München. Sie wurden in einer 1:8 Überhöhung angefertigt. Die Tiefflugstrecke
    wurde auf die Platten übertragen und mit einer Linhof Technika, die auf einem Gestell montiert war, abfotograrfiert. Dazu wurden in einem bestimmten
    Abstand Bilder auf einen 9x12 Planfilm aneinandergereiht und dann in einem speziellen Entwickler entwickelt. Auf dem Bild ist ein Mitarbeiter der
    ZRadarBvLw in Büchel zu sehen. Die mit einer speziellen kleinen Lampe entworfenen Schatten ergaben aneinandergereiht ein ungefähres Radarbild,
    welches in die Karten der Piloten eingefügt wurden. Wie praktikabel die Methode in der Praxis war, kaqnn ich nicht beurteilen. Ich war nur mit der
    Herstellung der Aufnahmen beschäftigt.
     
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  9. nexus

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    Gibt es denn noch irgendwo eines dieser Reliefs? Wo könnteman da anfangen zu suchen? ZSMBw?
     
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  10. Hagewi

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    Na, da sieht man mal wieder ein altes eingeschlafenes Thema, das eine Aufarbeitung wert ist.
     
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  11. #10 erster bildbearbeiter, 19.12.2018
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    Ich habe vor einigen Jahren ein Foto von einem Plattenlager der LW gesehen. Es könnte sich dabei um das Luftwaffenamt in Köln gehandelt haben.
    Die Radarprediction Zentrale war direkt dem LW Amt in Köln unterstellt, die Bilder wurden in einem Bunker in Büchel erstellt. Es erstaunt mich ein wenig,
    dass so wenig über dieses Thema bekannt ist. Die damaligen Piloten können doch nicht alle verstorben sein. In Erinnerung ist mir vor allem noch der
    Nasenbär, eine 2 motorige Maschine der Amerikaner mit aufgesetzter Starfighternase. In dieser befanden sich mehrere Plätze mit Radargeräten.
    Vieleicht hat jemand noch ein Bild davon.
     
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  12. #11 Sentinel R.1, 19.12.2018
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    Der „Nasenbär“ (rührt von der Form der Nase und der Bezeichnung NASARR, North American Search and Radar Range, her) war eine C-53DO mit der Avionik (und deshalb auch dem Radar) der Lockheed F-104G. Aber ob das was mit dem Them hier zu tun hat…? Anbei ein Bild der Maschine mit der Kennung XA+116, wohl aus dem August 1966.

    [​IMG]
     
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    Hallo

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  14. #12 nexus, 19.12.2018
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2018
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    Der Nasenbär diente zur Ausbildung am NASARR für zukünftige Starfighter-Jockeys… das hat nicht direkt etwas mit dem Thema hier zu tun. Um jenseits des eisernen Vorhangs damit Aufklärung zu betreiben ist die C-53 doch etwas zu "unsportlich".
    Andererseits: siehe nachfolgender Beitrag.
     
  15. #13 erster bildbearbeiter, 19.12.2018
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    Der Nasenbär hat indirekt auch mit dem Thema Radarprediction zu tun. Ich habe damals mitbekommen, dass
    bei Flügen an markanten Orten wie z.Bsp. Rheinverlauf oder Nordseeküste, Bilder an den Radargeräten
    gemacht wurden und mit den Bildern von den Reliefplatten verglichen wurden. Damals war das Geschwader
    Büchel zeitweise nach Memmingen verlegt worden. Während meiner Dienstzeit in Memmingen habe ich des
    öfteren diese Filme entwickelt.
     
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