Radaremissionen als Waffe?

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  1. mcnoch

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    Ich habe in einer TV-Doku gesehen, dass bei vielen der sehr leistungsstarken Radaranlagen ein aktiver Betrieb in der näheren Umgebung von Menschen nicht erlaut ist, da die abgestrahlte Energie zu Gesundheitsschäden führen könnte. Wie ist denn dies bei Abfangeinsätzen? Könnten sich verfeindete, aber nicht im Krieg befindliche Jagdflieger mit ihren Radaremissionen bei so einem Abfangmanöver absichtlich schädigen? Wie dicht müssten sie sich dafür kommen?
     
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  3. #2 Schorsch, 31.10.2005
    Schorsch

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    Radarstrahlen sind elektromagnetische Wellen. Die Wellenlängen reichen dabei grob von 1 GHz bis 100GHz. Die Energie der Strahlung nimmt mit der Frequenz zu. Der Bereich ab 3GHz wird auch Mikrowellenbereich genannt und die Radarstrahlen haben genau die gleiche Wirkung wie das Ding in der Küche.
    Der entscheidende Faktor ist Bündelung der Energie. Im Nahbereich von einer Richtantenne würde man sehr viel Leistung abbekommen. Jedoch nimmt die Leistung pro Fläche mit der 3. Potenz ab, so dass zur Schädigung eines weiter entfernten Objektes sehr hohe Leistungen nötig sind.

    Daher empfehlen sich elektromagnetische Wellen höherer Frequenz, welche man besser bündeln kann. Die nennt man dann Laser.

    Bestimmte Radarwellen sollen auch ionisierende Wirkung haben und somit Krebs erzeugen können. Darüber bin ich aber schlecht informiert.
     
  4. #3 Voyager, 31.10.2005
    Voyager

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    Das High Power Illuminator Radar (HPIR) des HAWK Flugabwehrraktensystems sendete einen extrem hochenergiereichen, gebündelten Radarstrahl aus, der in 100 m Entfernung etwa 3,50 m Durchmesser hatte. Mit diesem Radar konnten Flugzeuge in 30-40 km Entfernung beleuchtet werden, um die Rakete ins Ziel zu lenken. Der Sicherheitsabstand bei strahlendem Radar war hier etwa 130m. Soweit ich mich erinnere stand aber um die 170m auf den Warnschildern. Dieser Radarstrahl war so energiereich, dass er in den Strahl gehaltene Stahlwolle verglühen liess. Bei einem "Unfall" in Nordeutschland wurden zwei Wehrpflichtige und ein Stabsfeldwebel so verstrahlt, dass alle an Leukämie erkrankten und z.T. sogar verstarben. Sie hielten sich mehrere Minuten innerhalb des Sicherheitsabstandes auf und es war ihnen nicht bewusst, dass das HPIR strahlte.
    Angesichts der Tatsache, dass dieses Radargerät nach etwa 200m keine Gefahr mehr darstellt, sehe ich es als nahezu ausgeschlossen an, dass das Radar eines Jagdflugzeuges mit deutlich geringerer Strahlungsintensität und Leistung Schaden am Piloten eines gegnerischen Flugzeuges hervorrufen kann. Dazu ist sowohl der Abstand zu groß, als auch die Dauer der Bestrahlung im Luftkampf zu gering.
     
  5. #4 Schorsch, 31.10.2005
    Schorsch

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    Es ist ja auch speziell eine positive Eigenschaft von bodengebundenen Systemen, dass sie mit hoher Leistung arbeiten. Das erschwert die Störung, und da es sich hier ja um eine Beleuchtung für die Rakete handelt, können so auch kleinere Rückstrahler (also kleinere RCS) getroffen werden.

    Mir war nicht bewusst, dass dadurch Leukämie verursacht wird. Allerdings würde ich fast ausschließen, dass die Soldaten es nicht bemerken. Die hohe Leistung müsste eigentlich spürbar sein (Wärme).
    Auf welcher Frequenz arbeitet der HPIR? Eher halte ich für wahrscheinlich, dass sie Symptome einer Strahlenkrankheit zeigten (Veränderung des Blutbildes kann dazu gehören). Bist Du Dir sicher bei dem Vorfall?
     
  6. #5 HorizontalRain, 31.10.2005
    HorizontalRain

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    Auch luftgestützte Radare können recht beachtliche (Impuls-)Leistungen besitzen. So hatte z.B. das RP-21, das Funkmessvisier (Radar) der MiG-21SPS, eine Impulsleistung >/= 60kW bei einer durchschnittlichen Impulsdauer von 0,5 bis 1,0 Mikrosekunden (je nach Betriebsart). Die Impulsfolgefrequenz lag dabei zwischen 900 und 1800 Hz.
    Es ist leider auch immer wieder zu hören (zu lesen), dass Flugzeugführer (aber auch technisches Personal) an Leukämie erkrankten und leider auch starben. Ob dies allerdings grundsätzlich durch die Radare verursacht war, dürfte sehr schwer nachzuweisen sein:(

    HR
     
  7. #6 Hunter75, 31.10.2005
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    Wenn man mit seinem Lear-Jet unterwegs ist und mal eben eine MiG-25 mit ihrem 600kW RADAR nach dem rechten schauen soll,dann ist das bestimmt nicht gut :p
     
  8. #7 Schorsch, 31.10.2005
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    Leukämie ist eine sehr komplizierte Krankheit und im Regelfall nur statistisch nachzuweisen. Leider waren Soldaten (und ich behaupte mal frei heraus, dass es im Osten etwas schlimmer war) immer im erhöhten Maße gefährlichen Stoffen ausgesetzt. Daher fällt die Untersuchung schwer. Erschwerend kommt hinzu, dass das alles 15 Jahre her ist und der Verfüger der Informationen (BW) wenig Interesse an Aufklärung hat.
    Heutzutage sind Radaranlagen glücklicherweise weniger gefährlich und die Sicherheitsvorschriften strenger. Außerdem wird schlicht und ergreifend nicht so viel geübt.
     
  9. #8 Voyager, 31.10.2005
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    Das HPIR AN/MPQ-33 (bzw. 39,46,57,61, je nach Modernisierungsgrad) ist ein K-Band , ab AN/MPQ-46 J-Band Pulsradar. Es benutzt also Frequenzen im Mikrowellenbereich zwischen 10 GHz und 36 GHz.
    Bei dem Vorfall bin ich mir ziemlich sicher. Er fand wenn ich mich richtig erinnere Ende der 1970er/Anfang der 1980er bei der Einheit in Bremervörde statt, wobei der Stabsfeldwebel es nicht überlebt hat. Ob es für die beiden Wehrpflichtigen letal endete, weiß ich nicht.
     
  10. #9 Hunter75, 01.11.2005
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    Ich denke mal,wie bei jedem anderen Flugzeug auch.Nur alles etwas größer :D
    Der Pilot dürfte auch gut warme Füße bekommen haben.Da die Transistortechnik damals noch nicht so leistungsfähig war und die SU auch nicht als führendes Transistorland berühmt war griff man auf gut heizende Röhren zurück.
    Also 600kW Sendeleistung plus Verlustleistung,da dürfte die Leistungsversorgung bestimmt schon bei 1MW gelegen haben.
    Das RADAR nenne ich mal ne elektronische Gegengegenmaßnahme :TD:
     
  11. #10 Schorsch, 01.11.2005
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  12. #11 Radarschichti, 01.11.2005
    Radarschichti

    Radarschichti Guest

    Hallo zusammen,

    Radar ist als Waffe ziemlich ungeeignet dank der logarithmisch abfallenden Leistung. So haben wir in der Atlantik zum Beispiel das AN /APS-134 welches im High Power Mode eine Dauerimpulsleistung von 500kW hat (plus Antennengewinn von 30dB)und dennoch nur einen einzuhaltenden Sicherheitsabstand von 50m um das Lfz.
    Im übrigen ist es damit leider nicht möglich Hasen mundgerecht zu grillen, da der Frequenzbereich zu hoch ist, um für die nötige Erwärmung zu sorgen. Die Dinger fallen einfach nur um und stehen nicht wieder auf...:FFTeufel:
    Um die Wirkung einer heimischen Mikrowelle zu haben, müsste eine Radaranlage eine Frequenz von ca. 2,4Ghz haben. Die meisten Radaranlagen arbeiten jedoch mit einer wesentlich höheren Frequenz.

    Gruß radarschichti
     
  13. #12 Voyager, 01.11.2005
    Voyager

    Voyager Guest

    Warum fällt mir jetzt dazu der coole 2,4 GHz PC im supergeilen, Case-Modding-Designgehäuse aus Plexiglas ein? :FFTeufel:
     
  14. #13 Schorsch, 02.11.2005
    Schorsch

    Schorsch Alien

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    Mein Laptop hat 2.66GHz, aber grillt so gewaltig, dass der Lüfter das Geräuschniveau einer startenden Atlantik erreicht. Übrigens ist er auch noch als Waffe einsetzbar. Man kann das Netzteil als Schleuder benutzen, das Netzkabel zum Strangulieren und mit dem Akku kann man jemanden ordentlich vertrimmen.
     
  15. #14 Air Power, 02.11.2005
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    Ich habe nur einmal gelesen, dass das SPY-1B Radar eines AEGIS Kreuzers/Zerstörers bei voller Leistung elektronische Geräte in einem gewissen Umkreis zum schmelzen bringen kann.
    Ob das stimmt, weiß jemand hier eine Antwort?
     
  16. #15 Voyager, 02.11.2005
    Voyager

    Voyager Guest

    Ich habe mal die EMV-Messergebnisse eines Pentium IV 2,6 GHz in einem Plexiglasgehäuse, also ohne jegliche Abschirmung, gesehen. Direkt tödlich ist das zwar nicht, aber jeden Tag ein paar Stunden daneben zu sitzen ist Selbstmord auf Raten. Billige PC-Metallgehäuse strahlen im übrigen fast genauso hoch.
     
  17. #16 Hog, 02.11.2005
    Zuletzt bearbeitet: 02.11.2005
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    gibts da irgendwelche konkreten Werte, wieviel Energie man da je nach Abstand bzw. über Zeit abkriegt? ;)


    Ansonsten: Wenn wir hier eh im gleichen Frequenzbereich wie eine Mikrowelle unterwegs sind, einfach ein entsprechendes Metallgitter besorgen und gut ist :FFTeufel:
     
  18. #17 Voyager, 02.11.2005
    Voyager

    Voyager Guest

    Also ein offenes PC-Gehäuse strahlt bei einer CPU mit mehreren GHz schon bedenklich. Bekommst du Kopfweh oder siehst ab und zu verschwommen?
    Ich würde das schleunigst abstellen und den Deckel draufmachen.
    Zudem ein offenes Gehäuse auch den Kühlluftstrom im Gerät negativ beeinflusst und so z.B. die Festplatte heisser wird als nötig.
     
  19. #18 Voyager, 02.11.2005
    Voyager

    Voyager Guest

    Das EMVG regelt die Grenzwerte, die ein Gerät (PC) erfüllen muss, um keine Störungen bei Rundfunkempfängern oder anderen funkgesteuerten Gerätschaften hervorzurufen. Die Verträglichkeit der Strahlung mit Menschen ist darin nicht geregelt und somit bezahlt auch niemand Versuchsreihen dazu.
    Die Meinungen von Forschung und Lehre dazu reichen von für den Menschen völlig ungefährlich, bis hin zu sehr bedenklich.
     
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  21. #19 Erdferkel, 02.11.2005
    Zuletzt bearbeitet: 02.11.2005
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    Keine Kopfschmerzen, und verschwommen sehen, naja Hornhautverkrümmung, grauer Star, - 3,75 Dioptrien, glaubst du das fällt da noch auf :TD:
    Der Deckel ist ab, weil das ganze Ding dadurch gute 10°C kühler läuft. Festplatten sind ölgelagert, die Erwärmung ist bei den Platten subjektiv gesehen kleiner als bei meinen älteren...aber das ganze bringt mich auf eine andere Idee..mal was ausprobieren :FFTeufel:
     
  22. #20 Schorsch, 02.11.2005
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    Ich hocke seit 2 1/2 Jahren vor der Kiste. Bisher keine erkennbaren Schaeden (nur am Rechner).
     
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