Radioactivität im Museum

Diskutiere Radioactivität im Museum im Luftfahrt im Museum Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Hi Leute. Vor zwei Wochen waren wir im Flugzeugmuseum im Madrid ( Cuatro Vientos ). Ich sagte meinem Kumpel das er doch mal den Geigerzähler...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Aviador, 26.10.2013
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    Hi Leute.
    Vor zwei Wochen waren wir im Flugzeugmuseum im Madrid ( Cuatro Vientos ).
    Ich sagte meinem Kumpel das er doch mal den Geigerzähler mitnehmen sollte.
    Hatte mal gelesen, auch hier im FF, das mache Strahltriebwerke radioactive Bauteile besitzen.
    Kumpel fragte natürlich warum und ich hab ihm die Sache erklärt.
    Und es stimmt.
    Wir haben an einem dort Ausgestelltem Radial-Strahlriebwerk deutlich erhöhte Strahlung festgestellt.
    Die Schläuche zu den Brennkammern haben määächtig geknistert.
    Hättet mal seinen überraschen Ausdruck sehen sollen.
    Ich war natürlich auch überrascht.

    Meine und seine Frage ist:
    Warum und für welchen Zweck wurden Radioactive Materialien in den Schläuchen vor den Brennkammern verwendet ???
    Wohlgemerkt, ist ein Radialverdichter, also eine ziemlich alte Technologie.
    Gruss...

    Aviador.
     
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  3. #2 Bückerflieger, 27.10.2013
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    AW: Radioactivität im Museum

    Ja, sehr interessant. Habe leider keine Antwort auf Deine Frage. Beim J79 der 104 in Holland wurde wohl ebenfalls erhöhte Srahlung gemessen, weshalb einige 104 aus Museen etc. entfernt werden mussten.Bei meinem 104 Cockpit habe ich zum Glück keine erhöhte Strahlung gemessen,
    selbst die gesammelten Instrumente (z.T. Alpha Strahler)schlagen bei meinem Geigerzähler (Alpha ,Beta und Gamma geeignet) nicht an.(Es ist ja auch das Glas dazwischen)
    Interessant wird es wenn die Instrumente auseinandergebaut werden.
    Sehr interresantes Thema, sorry dass ich Dir nicht wirklich weiterhelfen konnte.
    Beste Grüße!
     
  4. #3 WaS, 27.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.10.2013
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    AW: Radioactivität im Museum

    Was verstehst du unter "Schläuche vor den Brennkammern"? Kraftstoffschläuche? Oder die Luftzuführungen zu den (damals noch einzelnen) Brennkammern, also zwischen Verdichter und Brennkammer? Sind das flexible "Schläuche" oder feste metallische "Rohre"?

    Grundsätzlich: In alten Triebwerken kann an verschiedenen Stellen radioaktives "Mag-Thor" verbaut sein, weil das Material leicht ist und trotzdem hohe Temperaturen aushält. Das ist eine Legierung aus Magnesium und dem (unerwünscht strahlenden) Thorium.

    Außerdem fand (findet?) sich radioaktives Material in den Zündboxen. Dort ist die Strahlung erwünscht und dient dazu, das Gas zu ionisieren, um die Bildung von Zündfunken zu erleichtern.

    Wenn sich die Strahlung außen an einer bestimmten Stelle messen lässt, dann muss das m.E. auch nicht unbedingt heißen, dass (nur) genau dort das Zeuchs verbaut ist. Vielleicht kann dort die Strahlung nur konstruktiv bedingt leichter nach außen dringen; oder es hat sich dort Abrieb von radioaktivem Materal abgesetzt.

    Wir hatten da schon mal einen Thread zu: http://www.flugzeugforum.de/strahlende-triebwerksteile-64922.html
     
  5. #4 Aviador, 27.10.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.10.2013
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    AW: Radioactivität im Museum

    Moin.
    Besten Dank für die Info.
    Die erhöhte Strahlung war nur an den flexiblen Schläuchen zwischen Verdichter und Brennkammer zu messen.
    Dort wo sie am Verdichterrohr angeschlossen sind. Werden wohl die Treibstoffleitungen sein.
    Wird wohl so sein wie du schreibst, zum ionisieren des Treibstoffes.
    Meinte mein Kumpel auch.
    Die erhöhte Strahlung war auch nur in diesem Bereich zu messen, rings um das Triebwerk nur an diesen Stellen.
    Schönen Gruss und schönes Wochenende.

    Aviador.

    P.S. Is übrigens ein Allison J33
    Dort wo die Schläuche am Verdichterrohr angeschlossen sind, Foto.
     

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  6. DDA

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    AW: Radioactivität im Museum

    Was für ein Meßgerät hattet Ihr zur Messung? War es in der Lage, die Art der Strahlung zu unterscheide, konnte es spektral aufschlüsseln?

    Axel
     
  7. #6 Aviador, 29.10.2013
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    AW: Radioactivität im Museum

    Hallo Axel
    Der Geigerzähler den er benutzte ist schon ziemlich alt und ich glaube das er ihn selbst gebaut hat.
    Wenn ich mich richtig erinnere sagte er mir das er Alfa-, Beta- und Gammastrahlung detektieren kann.
    Welche der Strahlungen es nun war konnte das Gerät aber wohl nicht unterscheiden.
    Funzt aber einwand frei.
    Hat die natürliche Umgebungs-Strahlung auch detektiert und beim annähern an die Teile wurde das
    einzelne ticken zum knistern.
    Er schätzte die Strahlung auf das 40-50 fache.
    Ich hätte sie noch höher eingeschätzt.
    Beim nächsten Besuch im Museum nimmt er ein moderneres Gerät mit und er will die Sache auf Video festhalten.
    Gruss....

    Holger.
     
  8. DDA

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    AW: Radioactivität im Museum

    Mit einem normalen Geigerzähler (eigentlich "Geiger-Müller-Zählrohr" oder "Auslösezählrohr") lassen sich Informationen über die Art der einfallenden Strahlung oder ihre Energie gar nicht oder höchstens nur sehr grob bestimmen. Wie der Name schon suggeriert, lassen sich nur einzelen Ereignisse detektieren (zählen) und diese auch nur, bedingt durch die große Totzeit, mit im Vergleich zu anderen Detektoren relativ geringen Wiederholraten (max. ca. 10 kHz). Die Totzeit entsteht, weil ein einfallendes Teilchen zu einer kompletten Ionisation des im Zählrohr befindlichen Gases führt (unabhängig von der Energie oder der Art der Strahlung), die erst wieder verlöschen muß, bis das nächste Ereignis nachgewiesen werden kann.
    Rückschlüsse auf die Art der Strahlung lassen sich nur aus der Bauform des Rohres ziehen.Während Alphateilchen die Wandung der meisten Geräte nicht passieren können (es sei denn, man verwendet gaz spezielle, hochempfindliche Eintrittsfenster) und auch Betateilchen nur manche Eintrittsöffnungen passieren können, werden Neutronen, da sie keine Ionisation auslösen gar nicht nachgewiesen. So sind die meisten Ereignisse, die im Geiger-Müller-Zählrohr nachgewiesen werden, Gammaquanten. Da aber energieunabhängig immer eine komplette Ionisation des Füllgases erfolgt, kann man über die Energie der Gammas kaum eine Aussage treffen.
    Im Endeffekt detektiert man nur ein Maß für die Anzahl der vorhandenen Gammaquanten, eine Aussage über deren Herkunft (die Strahlenquelle) ist mangels Energieaussage leider nicht möglich. Nur der Ort der Quelle läßt sich mit einigermaßener Genauigkeit eingrenzen.

    Axel
     
  9. #8 Aviador, 30.10.2013
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    AW: Radioactivität im Museum

    Besten Dank Axel
    Wenn ich deine Aussage also richtig interpretiere könnte die Strahlendosis also noch viel höher liegen als das Zählrohr überhaupt wiedergeben kann.
    Die Emisionspunkte konnten wir allerdings sehr genau bestimmen und auf ca. 30 cm war die Strahlung deutlich geringer.
    Wie schon erwähnt haken wir da noch mal hinter mit 'nem besseren Gerät.
    Gruss...

    Holger.
     
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    Hallo

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  11. DDA

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    AW: Radioactivität im Museum

    Wird ein Zählrohr zur Messung der Dosis oder Dosisleistung eingesetzt, sind in der Kalibrierung natürlich die technischen Besonderheiten des Meßprinzip berücksichtigt. So wären angegebene Zahlen im Bereich der Meßunsicherheit (und natürlich im angebenen Meßbereich) schon sinnvoll. Wenn das Gerät, welches Ihr beim letzten Male verwendet habt, selbst gebaut war, dagegen spricht gar nichts, allerdings stellt sich dann die Frage nach der Kalibrierung schon etwas genauer..
    Meine Aussage wollte eigentlich nur darstellen, daß ein Geiger-Müller-Zählrohr leider nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Informationen registrieren kann. Ich wäre an einer Fortsetzung Eurer Experimente außerordentlich interessiert.

    Axel
     
  12. #10 Aviador, 04.11.2013
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    Moin Axel.
    Mein Kolege ist auch sehr interessiert, also bleiben wir drann.
    Wann das stattfinden wird kann ich allerdings nicht genau sagen, bin grade im Umzugsstress.
    Halte euch aber auf dem laufendem.
    Gruss...

    Holger.
     
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