Raketentransportwagen und "Hebezeuge"

Diskutiere Raketentransportwagen und "Hebezeuge" im NVA-LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Eigentlich zwei Themen, die ich mir aber mal erlaube, zusammenzulegen. In Manfred Kanetzkis "MiGs über Peenemünde" gib es auf Seite 66 das Bild...

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  1. #1 boxkite, 10.02.2010
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    Eigentlich zwei Themen, die ich mir aber mal erlaube, zusammenzulegen. In Manfred Kanetzkis "MiGs über Peenemünde" gib es auf Seite 66 das Bild eines beladenen RTWs (= Raketentransportwagen). Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es davon keine Bilderschwemme. Hat aber vielleicht der eine oder andere in der Zeit um 1989/90 seine Kamera mal so gehalten, daß auch ein RTW im Foto festgehalten wurde? Ich kenne sie aus eigenem Erleben aus meiner Zeit bei der TDZ-9 ja nur für die R-3S und R-60 (wenn ich mich nicht irre, konnten die Raketen beider Bauarten gemischt auf einem Wagen transportiert werden, oder?) sowie ein anderer Wagen, der zwei R-23 aufnehmen konnte. Wie war das bei den "großen Brummern", also den Luft-Boden-Raketen für die MiG-23BN und für die Su-22? Fanden da auch zwei Raketen pro RTW Platz? Wie erfolgte das Anhängen an den Suchojs? Bei den wenigen Malen, daß ich Augenzeuge des Anhängens einer R-23 an die MiG wurde, offenbarte sich, daß - bedingt durch unterschiedliche Körpergröße - der eine oder andere kleinwüchsige Mechaniker mehr an der Rakete hing, als daß er sie wirklich mit anhob. Sicherlich war die Position des Trägers an der MiG-23 etwas höher als beim Mitteldecker Su-22. In der TDZ war zu beobachten, daß das Gewicht der R-23 das eine war, ausreichend Leute beim Herausheben aus der Transportkiste auf der Länge der Rakete zu verteilen eine andere, weil man sich schnell auch mal gegenseitig auf den Füßen herumstand :D (bei montierten Tragflächen, also am Flugzeug, wurde es ja noch enger). Wie wurde das in Drewitz und in Laage mit den noch schwereren L-B-Raketen gehandhabt? Gab es da technische Unterstützung durch irgendwelche "Hubwagen" oder wurde dort schlichtweg auch gebuckelt?
     
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  3. #2 Tester U3L, 10.02.2010
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    Hallo boxkite,

    von mir einige Anmerkungen zur Handhabung in Laage (insbesondere MFG-28).

    Die R-60 L-L-Raketen wurden per Hand angehängt, sie war ja nun nicht so schwer und unhandlich.

    Ich kann mich an eine Situation erinnern, bei der uns im Rahmen einer Alarmübung gelenkte L-B-Raketen (müssten Ch-25Mx gewesen sein) auf einem RTW aus einem Lagerbunker der TDZ zugeführt wurden. Auf dem RTW waren mWn mindestens zwei dieser Raketen. Diese wurden dann per Autodrehkran (ADK-70) auf unsere hydraulischen Bomben-/Raketenhubwagen umgeladen. Dazu gab es entsprechend verstellbaren Traversen, damit die Raketen mit ihren verschiedenen Schwerpunkten auch richtig waagerecht hingen. Später haben wir die gelenkten Raketen (Ch-25Mx, Ch-29) nur noch per Hubwagen gehandhabt, d.h. die Raketen lagen bereits auf den entsprechenden ausgerüsteten Hubwagen, die alle in dem Lagerbunker standen. Von dort wurden sie dann im Alarmfall (gelenkte LBR erst ab Auslösung Bereitschaftstufe B2) per Fahrzeug (mehrere Hubwagen zusammen gehängt) zu den entsprechend vorgesehenen Flugzeugen (meist nur 2 oder 3 pro Staffel) gebracht.
    Das Anhängen der gelenkten LBR erfolgte ja bei den Su-22 vorwiegend an den Rumpfstationen, wo man sich eher bücken, als strecken musste, nur mit Hilfe der Hubwagen. Bei Raketenmassen von 300 (Ch-25Mx) bis fast 700 kg (Ch-29) war sowieso nicht viel mit anfassen und hochheben. Und wo auch anfassen ohne etwas zu beschädigen?

    Also wie gesagt, fast nur mit Hubwagen, Hubwagen für die normalen Bomben (250 und 500 kg), Hubwagen für ungelenkte LBR (S-24/-25), Hubwagen für volle Abschußblöcke mit ungelenkten Raketen (UB-32, B-8M1), Hubwagen für gelenkte LBR (Ch-25Mx, Ch-29, Ch-58) usw..
    Manuell angehängt wurden die LLR, Kraftstoff-ZB, leere Abschußblöcke, kleinere Bomben (50 oder 100 kg) u.ä..

    Tester
     
  4. #3 boxkite, 11.02.2010
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    Danke, Tester. Die Handhabung unterscheidet sich ja doch um einiges vom Umgang mit der R-23, denn hydraulische Hubwagen habe ich bei uns im JG-9 (zumindest zu meiner Zeit, also bis Ende 1986) nicht gesehen. Wenn jetzt noch jemand ein Foto eines solchen Hubwagens - womöglich in Aktion - besäße ... ;)

    Und wie lief es in Drewitz ab? Wenn ich mich recht entsinne, war die Ch-23 etwas schwerer als die R-23.
     
  5. #4 Tester U3L, 11.02.2010
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    Hier ein Bild aus Drewitz im Zusammenhang mit der Ch-23.

    http://www.jbg37.de/html/bew-x23_08.html

    Die Ch-23M war die Vorgängerin der für die Su-22 vorhandenen Ch-25MR. Die Ch-23M wiegt 287 kg und die Ch-25MR gut 300 kg, die R-23 waren mit 215 bis 223 kg geringfügig leichter.

    Wenn Du viele Bilder mit Hubwagen und Raketen und so etwas suchst, dann wirst Du hier fündig: http://hunavia.freeweb.hu/

    Dann dort klicken: Type -> Su-22 bei Su-22M-3 -> WEAPON

    Dort findest Du auf der ersten Seite rechts unten zwei und auf der zweiten Seite reichlich Bilder beladener Hubwagen mit diversen Raketen drauf.
    Wir hatten die Hubwagen mit den kleinen Ballonreifen. Von der Funktion her waren es hydraulische Scherenhubwagen. Die Neigung konnte sowohl vorn mittels einer zentralen Gewindestange und hinten an Gewindestangen an den Schwingen der Hinterräder individuell eingestellt werden. Für jeden Waffentyp gab es entsprechend passende Auflagen für die Hubwagen, die dann ausgetauscht wurden, das kannst Du auf den Bildern sehen.

    Zum Schluss wie gewünscht noch mal ein Bild "Hubwagen in Action" mit einer FAB-500SchN in Laage.

    Tester
     

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  6. #5 boxkite, 12.02.2010
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    Wider Erwarten gibt's doch reichlich Fotodokumente - vielen Dank, Tester!

    Was mir an dem Drewitzer Hubwagen sofort auffällt, sind die Vollgummireifen, die ich von unseren RTWs im JG-9 gar nicht kenne. Es war immer ein lustiger Tanz, den unsere aneinandergekoppelten, luftbereiften RTWs hinter dem W-50 vollführten, wenn wir die Schreiberraketen zum Platz brachten. Es gab ja einige Löcher auf der von uns genutzten Zufahrtsstraße TDZ -> KDL-2 -> Platz, die allerdings ruckzuck verfüllt wurden, als feststand, daß Olof Palme in Peenemünde landen würde, um von Honecker abgeholt zu werden :FFTeufel: ...

    Angesichts der zu bewältigenden Massen gönne ich Euch (in Laage und Drewitz) den Quantensprung in Gestalt der Hubwagen noch im Nachhinein ;) .
     
  7. #6 Franz-Klaus, 21.03.2010
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    Hallo boxkite,
    1. Beispiel aus Laage:
     

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  8. #7 Franz-Klaus, 21.03.2010
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    und hier ein weiteres:
    Gruß F.-K.
     

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  9. #8 boxkite, 22.03.2010
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    @Franz-Klaus

    Danke für die Fotos :TOP:.
    Angesichts der "Kaliber" kann ich verstehen, daß jeder RTW nur eine einzelne Rakete trug (direkt über der Längsachse/Mittellinie des Wagens). Unsere R-23 durfte zu zweit darauf liegen. Eine einzelne brachte den RTW nicht zum Umkippen. Bei den Ch-.. hätte ich in einer vergleichbaren Anordnung nicht dafür bürgen wollen ;) . Zudem war ein Bewaffnen der Flugzeuge mit Hilfe dieser "Einzeltransporter" wahrscheinlich auch bequemer und ging schneller vonstatten (bei der R-23 wurde ja - wie schon zuvor erwähnt - von Hand angehängt). Mit der von Euch gezeigten Variante konnte zugleich je eine Luft-Boden-Rakete von zwei Wagen aus angehängt werden. Ein RTW mit zwei Raketen hätte erst hin und her bewegt werden und das Anhängen nacheinander erfolgen müssen.
     
  10. #9 mikado99, 08.04.2010
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    Hallo BOXKITE!!!

    Du hast Dich als TDZ-JG 9 geoutet, was natürlich nicht schlimm ist.
    Ich war ebenfalls dort von 83 - 86.
    Natürlich habe ich Deine Beiträge gelesen und sie sind völlig stimmig. Kann nichts anderes sagen/schreiben. Auch die Bilder sind klasse.
    Ich selber war mit nem Jahrgangskameraden im Jahr 1996 dort und es sah nicht viel anders aus.
    Viele Grüße - Carsten Lorenz
     
  11. #10 boxkite, 11.04.2010
    boxkite

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    Mein DHS-Mechaniker lebt! :HOT: Na endlich mal jemand aus der TDZ-9, der hier liest und postet.


    Genau! Was wäre das JG ohne uns gewesen :FFTeufel: ...


    @Carsten, bitte schau mal in Deine Privaten Nachrichten rein. Wäre mir sehr wichtig, weil noch viele Frage offen sind und jetzt vielleicht gemeinsam beantwortet werden können.

    Beste Grüße
    Thomas

    PS.: Daß Du mir damals die '240' am Strand festgefahren hast und wir geschuftet haben wie die Stiere, um sie wieder frei zu bekommen, habe ich Dir längst verziehen :D .
     
  12. Foxi

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    war das normal das die Raketen da so "rum standen"? Der UaZ ist wohl die Bewachung?
     
  13. #12 Tester U3L, 11.04.2010
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    Normal war das nicht unbedingt, aber sie waren ja nicht ganz allein (mal abgesehen vom UAZ), denn es muss ja jemand die Fotos aufgenommen haben.

    Spaß beseite, es sieht mit irgendwie wie eine Vorführung aus, da von jedem Raketentyp (Ch-29L, Ch-29T, Ch-58 und Ch-25ML) nur jeweils ein Exemplar und dann noch z.T. ohne Leitwerk (Ch-29L) dort steht.

    Da ich am UAZ auch kein NVA-Emblem an der Tür erkennen kann, würde ich ja fast auf einen Aufnahmezeitpunkt nach Übernahme durch die Bundeswehr tippen.

    Vielleicht kann ja Franz-Klaus bei Gelegenheit etwas zu den Umständen dieser Aufnahmen sagen...
     
  14. Box29

    Box29 Fluglehrer

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    Hallo,
    ich würde auch sagen, dieses Foto wurde bestimmt 1989/90 aufgenommen.
    Vor diesem Zeitpunkt waren Aufnahmen, speziell von der Bewaffnung, sehr selten.

    Box29
     
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  16. #14 mikado99, 15.04.2010
    Zuletzt bearbeitet: 15.04.2010
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    Ich habe diese Festfahrsache doch schon lange erfolgreich verdrängt und nun wird sie wohl wieder aufgekocht. Da muss ich wohl durch.
    Ja - war ne Schufterei, aber erfolgreich ......
    Wir hatten unseren Spass dort oben und den nicht zu knapp.
    Mikado99 :cool:
     
  17. #15 mikado99, 15.04.2010
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    PS.: Daß Du mir damals die '240' am Strand festgefahren hast und wir geschuftet haben wie die Stiere, um sie wieder frei zu bekommen, habe ich Dir längst verziehen :D .[/B][/QUOTE]

    Ich habe dieses doch schon erfolgreich verdrängt und nun wird diese Geschichte wohl wieder aufgewärmt. Na da muss ich wohl nochmal durch.....
    Wir hatten unseren Spass damals, auch wenn uns just damals nicht zum lachen zu mute war.....

    Mikado99
     
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