Resinteile erstellen mit der einteiligen Silikonform

Diskutiere Resinteile erstellen mit der einteiligen Silikonform im Ätzteile, Resin, Vacu und Umbauten Forum im Bereich Tips u. Tricks; Nachdem ich nun HIER den Formenbau für einteilige Silikonformen dargelegt habe, möchte ich nun hier zeigen, wie wird damit nun Resinteile...

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  1. #1 AM72, 21.03.2006
    Zuletzt bearbeitet: 21.03.2006
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    Nachdem ich nun HIER den Formenbau für einteilige Silikonformen dargelegt habe, möchte ich nun hier zeigen, wie wird damit nun Resinteile abgiessen.

    Ich möchte jetzt hier keine große Materialkunde zu diesem Kunstharz machen - wichtig ist für uns, das dieses Kunstharz zunächst aus 2 Komponenten besteht - wie auch das Silikon. Durch das Vermischen entsteht nach dem Aushärten das uns Modellbauern bekannte Resin.

    was müssen wir beim Kauf/Bezug von Resin beachten ?
    Nun es sollte :

    - möglichst Mischungsverhältnisse 1:1 oder nahe dran haben - gutes und genaues Durchmischen ist entscheidend !
    - es sollte dünnflüssig sein
    - möglichst hohe Tropzeit aufweisen

    Wo bekomme ich Resin her ?
    Leute - hier kann ich selber leider kaum helfen - ich weis nicht mal genau, wo meines herkommt - echt. es kommt über "mehrere Ecken" zu mir - direkt bestellt/gekauft habe ich noch nie welches ...

    Was brauchen wir nun ?

    - Resin Komponenten A+B
    - Einwegspritzen groß und klein, mehrfach
    - Kanülen : dies vorher gerade absägen und innen und aussen kräftig entgraten
    - Quirl aus draht
    - mehrere Behältnisse : Hier machen sich sehr gut die biegbaren Plastikverschlüsse von Deosprays etc.
    - Zahnstocher
    - Gummihandschuhe (Apotheke)
    - und ausreichend Küchenpapier : Im Gegensatz zu Silikon ist Resin ein echter "Dreckmacher" der sehr, sehr stabile Rückstände hinterlässt
    - na und unsere Silikonform
     

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    Zunächst beschriften wir mit wasserfesten Marker je eine Spritze mit A und eine weitere mit B - das ist gaaaaanz wichtig ! :!:

    Nun ziehen wir mit Spritze A eine vorher kalkulierte Menge der Komponente A auf - ebenso mit Spritze B und Komponente B.
    Langsam aufziehen um Luftblasen zu vermeiden. Luftblasen nach oben aufsteigen lassen, nun durch klopfen und nachdrücken des Zylinders diese herausdrücken.
    Mein Resin hat Mischungsverhältniss von 1:1 - also jeweils die selbe Menge aufziehen.
     

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    Wenn beide Spritzen mit der erforderlichen Menge aufgezogen sind - dann erst mal Ruhe und überprüfen :

    - liegt alles bereit ? : Silikonform(en), Anmischgefäss, Quirl, eine weitere Spritze mit angesetzter entgrateter Kanüle, Zahnstocher - alles da und Griffbereit ?
    - liegen die Silikonformen in Waage und sind sauber ?

    Ab jetzt muss nämlich alles verdammt schnell gehen ! :!:
     

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    Denn los !
    Ihr seht an den verwackelten Bildern : es ist nicht viel Zeit, es geht echt nach Sekunden.
    Aber nicht nervös werden - man macht ja nix kaputt - man produziert höchsten Ausschuss :p

    So, los nun :

    Beide Komponenten in ein Mischgefäss einfüllen - nicht volle Pulle - sondern Luftblasen vermeiden.
     

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    Beite Komponenten nun gut mittels Quirl verrühren, Gefäss auch schwenken - wie einen guten Kognac !
     

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    Die Zeit tickt nun gegen uns - trotzdem : ruhig bleiben.
    Das Resin bindet jetzt ab- nach und nach, schneller und schneller.
    Am Anfang ist es (noch) schön dünnflüssig - mit zunehmender Zeit wird es immer dickflüssiger.

    Das müssen wir alles beachten und systematisch vorgehen.
    Es ist deshalb immer von Vorteil, mehrere Formen auf einmal abzuarbeiten.

    So lange es noch schön dünnflüssig ist, gehen wir nämlich an die Teile mit komplexen und schwierigen Hinterschneidungen.

    Dazu ziehen wir nun die Spritze mit der Kanüle auf - schön langsam - Luftblasen vermeiden !
     

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    Hier ist sie wieder - die Form aus dem Silikon-Thread.
    Mit der Kanüle rein in die "Hölen" der Räder selbst - nicht von oben nach unten das Resin einfüllen sondern mit Hilfe der Spritze von unten nach oben - so das man die Luft aus den Hinterschneidungsbereichen mit nach oben befördert.

    Ihr seht es - das Thema "Hinterschneidung" bleibt uns weiter erhalten ...
     

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    Hier ist auch die Flexibilität einer Silikonform sehr hilfreich : Form etwas beim Giesen mit aufbiegen - um so besser kommt das Resin auch in die Feinsten Zwischenräume.

    Das ist ganz wichtig !
    Wo in der Form nämlich kein Resin ist - da ist Luft. Und wo Luft ist, ist bei dem Teil ein Fehler. :!:
     

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  10. #9 AM72, 21.03.2006
    Zuletzt bearbeitet: 21.03.2006
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    Dabei nun gründlich - aber schnell die Formen der komplexeren, filigraneren Teilen abarbeiten. Die Formen müssen/sollen nicht mit der Spritze vollständig gefüllt werden ! :!:
    Es jagd uns die Zeit, wo das Resin noch dünnflüssig ist und sich überhaupt noch durch die Kanüle pressen lässt.
    Man merkt mit der Spritze recht gut, wann die kritische Phase erreicht ist.

    Ist es denn soweit, und die Tropfqualität des Resins lässt spürbar nach - dann fix :
    Das ganze Restliche Resin gleich aus dem behältniss direkt - aber in Ruhe und nicht überstürzt - in die Formen giessen - Reihenfolge :

    - zuerst in die, welche bereits mit der Kanüle teilweise von unten her befüllt wurden
    - dann Formen, die etwa große oder recht einfache Teile mit wenig oder keinen Hinterschneidungen enthalten.
     

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    Keine Angst nun bei noch nicht fertig gefüllten Formen - das macht nix, Hauptsache sie sind ordentlich ohne Luftblasen gefüllt.
    Nun erst mal mit dem Zahnstocher eventuelle Luftblasen entfernen, so eine Form auch mal leicht drücken.

    Dann eben nochmals eine entsprechende Menge Resin anmischen und die Formen fertig füllen oder weitere füllen.

    Formen dabei soweit füllen, das auf jeden Fall die Angüsse soweite mit Resin gefüllt sind, das man die Teile nach dem Aushärten herausbekommt - oder aber eben leicht über den Rand.

    So siehts denn aus :
     

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    Nun das Ganze schön in Ruhe lassen.
    Je nach Große und Volumen der Teuile richtet sich die Zeit, bis man entformen kann.
    Das kann eine Stunde, aber auch 8 dauern - je nachdem.

    Im folgenden noch ein paar weitere Hinweise und Bilder von solchen asbgegossenen Teilen - alles einteilige Formen !

    Die Räder ...
     

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    Verarbeitung und auch Lagerung von Resin ist sehr Temperatur abhängig :

    - je kälter, um so länger lagerbar. Nach meiner Erfahrung aber nicht länger als 2 Jahre

    - Wenn man das Resin vorher 1-2 Stunden in den Kühlschrank tut, bleibt es bei der verarbeitung länger dünnflüssig - aber es braucht auch um einiges länger beim aushärten

    Bei diesen recht filigranen Slats ist gutes, flexibles Silikon und ein dünnflüssiges Resin nötig - hier muss sehr auf Blasenbildung geachtet werden - Problemzonen sind hier jeweils die äussren Ecken - die liegen in der Form ja unten und bilden eine ordentliche Hinterschneidung
     

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  15. AM72

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    - Die Spritzen A und B vollständig entleeren - aber nicht weiter reinigen.
    So aufheben für den nächsten Giesvorgang - und nie Spritze A für Komponent B nutzen - das geht schief ...

    - Die Spritze, mit der das angemischte Resin verarbeitet wurde, ist das erste Gerät was sofort gereinigt werden muss.
    Kräftig immer wieder Luft aufziehen und noch kräftiger rausdrücken - mehrmals. Kanüle von Spritze trennen, Draht durchschieben.
    Macht man das nicht oder ungenügend, kann man dies Spritze/Kanüle wegschmeissen

    Solche Nachbrennerdüsen gehen nur mit Kanüle und ganz dünnflüssigen resin - sind dann aber eine echte Freude :)
     

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  16. AM72

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    Das soll es dann erst mal wieder gewesen sein - ich hoffe, die Beiträge helfen etwas weiter.
    Es ist ganz einfach der "Einstieg" in die ganze Abgiesserei - mehr nicht.

    Am Anfang wird nicht alles gleich mit 100%tigen Ergebniss ausgehen. Man muss Geduld und Ruhe haben, Rückschläge hinnehmen können.
    Erfahrung und Praxis sind hier ganz entscheidend.
    Versuch mach kluch !
    Ich kann nicht alles zeigen - beim Abgiessen selber ist halt kaum Zeit.
    Ich habe aber versucht, alles zu beschreiben.

    Fangt mit einfachen Teilen mit wenigen Hinterschneidungen an.
    Ist ein Teil nicht richtig ausgeformt, so kann es einerseits an der Form, andererseits aber an Fehlern beim Giesen liegen.
    Also eine Form nach dem ersten, aber nicht ganz geglückten Versuch nicht gleich abschreiben.

    Viel Spaß und Erfolg ! :engel:

    Solche Teile wie diese Tu-16 Einläufe eigenen sich als erste Schritte ganz gut :
     

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