RRG Professor

Diskutiere RRG Professor im Props bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Dies ist die dritte Lippisch-Konstruktion, für die die Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) ab dem Jahre 1927 Pläne vertrieb. Die Segler konnten im...

Moderatoren: AE
  1. #1 urig, 03.05.2015
    Zuletzt bearbeitet: 05.05.2015
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    Dies ist die dritte Lippisch-Konstruktion, für die die Rhön-Rossitten-Gesellschaft (RRG) ab dem Jahre 1927 Pläne vertrieb. Die Segler konnten im Verein selbst gebaut werden. Der «Professor» ist die höchste Leistungsstufe in der Reihe R I «Zögling» (für die Anfängerschulung), R II «Prüfling» (für Fortgeschrittene) und R III «Professor» für den Leistungssegelflug.

    Da man beim Original auf einfache Bauweise achtete, sollte dieses Flugzeug auch im Modell leicht zu bauen sein, so besteht der sechskantige Rumpf aus ebenen Flächensegmenten.

    Beides, die Vervollständigung der Serie R I bis R III und der einfache Aufbau motivierten mich, dieses Modell auch noch anzugehen. Dabei ging ich davon aus, dass es keinen Modellbausatz für den «Professor» zu kaufen gibt, was aufgrund der vielen exotischen Resin-Bausätze evtl. falsch sein könnte. :headscratch: Aber egal, was man selber machen kann, braucht man nicht zu kaufen. :angel:

    Weiterhin ist interessant, dass im «Professor» zum ersten Mal ein Variometer eingesetzt wurde, wodurch Kronfeld der erste Wolken-Thermik Flug mit 3 Stunden Dauer gelang. Der Segelflug konnte nun seine Wiege, den Hang, verlassen und auf Strecke gehen. Ein großer Schritt für die Menschheit. :wink:

    Die ersten beiden «Professor»-Muster hatten noch Kinderkrankheiten. Es kam zu einem tödlichen Absturz. Der «Professor» konnte bei geringen Geschwindigkeiten in der Kurve außer Kontrolle geraten. Daher wurden Querruder und Leitwerke nochmals geändert. Außerdem waren seine Leistungen, trotz aller Erfolge, noch steigerungsfähig (z.B. über eine größere Spannweite und eine bessere Aerodynamik). Nachfolger des «Professor» wurde die «Wien».

    Was die Anzahl der gebauten «Professoren» angeht, so hat sich noch niemand auf eine Zahl festgelegt. Ocker [3] schreibt, dass zahlreiche Exemplare im In- und Ausland gebaut wurden und allein in England 5 Exemplare zugelassen waren. Eines dieser Flugzeuge hat als erster Segler den Ärmelkanal überquert. :!:

    Der erste «Professor», den ich im Folgenden bauen will, existierte mindestens bis ins Jahr 1932. Überlebt hat letztendlich aber kein Exemplar. Stattdessen gibt es ein sehr schönes Scale-Modell von Jean-Claude Haller [5]. :congratulatory:

    Quellen
    [1] Martin Simons: Segelflugzeuge Band 1: 1920 bis 1945, Königswinter, EQIP
    [2] Wikipedia: Rhön-Rossitten-Gesellschaft, http://de.wikipedia.org/wiki/Rhön-Rossitten-Gesellschaft
    [3] Peter Ocker: Hans Jacobs-Pionierleben im Flugzeugbau. Eigenverlag, Heidenheim, 2012, ISBN 978-3-00-039539-0
    [4] http://en.wikipedia.org/wiki/RRG_Professor
    [5] Jean-Claude Haller: RRG Professor, http://www.retroplane.net/forum/viewtopic.php?t=2030&postdays=0&
    [6] Günter Brinkmann, Hans Zacher: Die Evolution der Segelflugzeuge. Die deutsche Luftfahrt: Buchreihe über die Entwicklungsgeschichte der deutschen Luftfahrttechnik, Bd. 19, Bernard & Graefe-Verlag
     
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  3. urig

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    Die Umrisse der benötigten „Großbauteile“ habe ich als erstes auf PS-Platten unterschiedlicher Dicke kopiert. Anstelle einer Säge verwende ich zum Ausschneiden lieber mein Gravierwerkzeug. Das ergibt geradere Schnitte. Man braucht die Platte eh nur ein wenig anzuritzen, dann kann man sie sauber brechen. Die Zange hilft bei kleinen Teilen. Da ich keine 3 mm starke Platte für den Flügel habe wird dieser aus zwei 1,5 mm dicken Teilen aufgebaut. Das hat gleich noch den Vorteil, dass man weniger Abschleifen muss, wenn man das obere Teil kleiner macht.
     

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  4. urig

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    Hier die Teile für den Flügel. :TD: Unten sieht man noch, wie ich das gemeint habe mit „wenn man das obere Teil kleiner macht“.
     

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  5. urig

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    Pro Flügelstück braucht man ca. eine Stunde zum Schleifen. :FFEEK: Am Ende kommt tatsächlich etwas heraus, das mit dem Gö 549-Profil ziemliche Ähnlichkeit hat. :HOT:
     

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  6. #5 H.-J.Fischer, 03.05.2015
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    hinten oben noch etwas flacher schleifen dann wäre es perfekt!:FFTeufel:

    Gruß
    Hans-Jürgen
     
  7. urig

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    Die Nase liegt auch zu hoch. Für ein "Standmodell" aber egal :wink:
     
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  8. #7 H.-J.Fischer, 03.05.2015
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    Professor Prototyp "Rhöngeist"

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    Quelle: Vom Hangwind zur Thermik/Erlebte Rhöngeschichte 1927-1932/ Peter Riedel

    Gruß
    Hans-Jürgen

    PS: über die alten "Kisten" kannst du hier auch diverses finden,
    mal durchsuchen von 1-4, sind richtige Schätzchen dabei
    http://www.scalesoaring.co.uk/VINTAGE/Books/BookCase3.html
     
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  9. #8 H.-J.Fischer, 03.05.2015
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    aus "Wolf Hirth-Handbuch des Segelfliegens"

    Gruß
    Hans-Jürgen
     

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  10. #9 H.-J.Fischer, 03.05.2015
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    Gruß
    Hans-Jürgen
     
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    Weiter geht’s mit dem Rumpf. Rumpfboden und -Decke habe ich aus 1,5 mm gemacht, damit ich diese zu den Seiten hin schräg abschleifen kann. Das Cockpit bleibt diesmal von Anfang an offen. Vorne am Bug wurde ein noch dickeres Stück verwendet, weil die Bugpartie zusätzlich zur dachartigen Abschrägung zu den Seiten auch noch nach vorne abfallend gekrümmt sein soll.
     

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  12. urig

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    :TD: Der zum Lackieren vorbereitete Rumpf nach Grundierung mit Acryl-Fenstergrund. Der Hecksporn fehlt noch. Am Seitenruder ist bereits ein Pre-Shading der durch die Leinwand sichtbaren Struktur.
     

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  13. urig

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    Alle Teile mit Bespannung wurden, wie bei meinen anderen Modellen zuvor, mit Buntstift vorbereitet und auf dem Weg in die Lackierwerkstatt nochmals fotografiert.
     

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  14. urig

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    Die nächstkleineren Bauteile sind die vier Flügelstreben, die aus 2 mm Profilstreben geschnitzt und gefeilt werden. Man braucht kürzere, breitere Streben für den vorderen Schenkel der V-Streben und längere, schlankere für hinten.
     

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  15. urig

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    Da man später ins Cockpit rein sieht, spendiere ich ihm ein wenig Inneneinrichtung: Steuerknüppel und Fußhebel aus Gussast.
     

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  16. urig

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    Die mit Acrylfarbe grundierten Rumpfseiten wurden mit Wasserfarbe gemasert. Als letzter Schritt wird die Lage der Spanten im Postshading-Verfahren angebracht. Später wird alles mit Future fixiert, d.h. wisch- und wasserfest gemacht.
     

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  17. urig

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    Oh Mann-o-Mann, Späne auf oder im Lack?? :mad:

    Ein SG 38-Sitz hat Bauchgurte bekommen. Schultergurte sieht man auf den alten Fotos so gut wie nie. Vorne in der Mitte, das 0,3er Loch für das Staurohr und rechts vor dem Piloten ein Loch für den Fahrtmesser. Es gab wohl kein Instrumentenbrett dafür. :TD: Im Cockpit angebrachte Instrumente wären bei den kleinen Cockpitöffnungen nicht ablesbar.

    Die Spitze des Steuerknüppels lugt schon aus dem Cockpit. :) Das Weiße vorne ist Fenstergrund. Braun angemalt gibt das später mal das „Brustpolster“ für den Piloten.
     

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  18. urig

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    So habe ich die Beschriftung gemacht. Leider zeigt kein Bild die Wettbewerbsnummer 98 zusammen mit der Aufschrift vorne am Rumpf. Daher ist unklar, ob beides so zusammengehört. :confused:

    Im Unterschied zum Beitrag von H.-J. Fischer weiter oben ist meine Nummer am Seitenleitwerk weiter oben angebracht, weil ich ein Bild der linken Seite habe, wo sie dort sitzt.

    Die Nase glänzt noch vom Future und ein paar Späne sind tatsächlich unter dem Lack,:FFEEK: was aber ohne Makro nicht mehr auffällt.
     

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  19. urig

    urig Alien

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    Ohne Außenflügel hätte man einen „Stummel-Professor“. :wink: Der Pilot hat Lederpolster hinter dem Kopf und vor der Brust bekommen. :angel: Im vorletzten Post waren diese noch weiß (Fenstergrund). Apropos: Akryl-Fenstergrund ist ein toller Werkstoff! Extrem sämig und gut füllend, wie Flüssigspachtel, aber „stinkfrei“.:congratulatory:
     

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  21. #19 H.-J.Fischer, 07.05.2015
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    wenn ich mir dann vor Augen führe wie klein das Modell eigentlich ist da kann ich nur alle Hüte ziehen...

    Solltest du dann doch noch irgendwelche Flugzeuge von Schleicher bauen, melde dich bei den Typen
    ES-49....- Ka-1 bis ASK-21 bei mir vor Baubeginn....., gell...!

    Gruß
    Hans-Jürgen
     
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  22. urig

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    Am vorderen und hinteren Ende des Rumpfpylons habe ich nach Ankleben des Flügels die Kontur mit Wachs noch etwas nachgebessert, damit Flügel und Pylon exakt aufeinander auslaufen. Außerdem wurden die Ruderhebel des Seitenruders vor Anbringen der Pendel-Höhenruder montiert.
     

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