RWD-9, der Gewinner des Europa-Rundflugs 1934

Diskutiere RWD-9, der Gewinner des Europa-Rundflugs 1934 im Props bis 1/72 Forum im Bereich Bauberichte online; Ich dachte, das könnte ein interessanter Bau werden. Die Idee kam mir bei der Lektüre des Artikels von Piotr R. Frankowski: „Wettfliegen für...
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Alien
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Ich dachte, das könnte ein interessanter Bau werden. Die Idee kam mir bei der Lektüre des Artikels von Piotr R. Frankowski: „Wettfliegen für Verkäufe und Ruhm“ im Klassiker der Luftfahrt 08/2025: „Die Challenge 1934 wurde vom Duo Bajan/Pokrzywka in der RWD-9 gewonnen. Stanislaw Plonczynski in einem identischen Flugzeug wurde Zweiter, Hans Seidemann, der eine Fieseler flog, wurde als Dritter der bestplatzierte deutsche Flieger.“

Die Siegermaschine hatte eine auffällige Lackierung, das Kennzeichen SP-DRD, die Startnummer 71 im schwarz umrandeten, weißen Quadrat und den Taufnamen „Jan Sniadecki“:



Außer einem ganz neuen 3D-Druck https://www.scalemates.com/kits/micrographica-ug72002501-rwd-9s--1684542 aus England konnte ich keinen 72er-Bausatz auf Scalemates.com finden. Dafür aber eine Menge RWD-13-Versionen von RS Models. Diese hier habe ich mir dann gekauft:



Wenn man auf RWD 13 - Wikipedia liest, dass die RWD-13 eine direkte Weiterentwicklung der RWD-9 ist, dann kann man sich überlegen, ob man diesen leicht verfügbaren Bausatz zur RWD-9 zurückbauen kann.

Vorab die von mir üblichen Machbarkeitsstudien anhand von Risszeichnungen:



Die Zeichnungen beider Maschinen wurden als erstes jeweils auf 1:72 skaliert (grünes Rechteck). Dann wurden die Linien der RWD-13 rot auf transparentem Hintergrund gemacht (gemäß meiner Anleitung auf: Heinkel He 112 V9 - RS models) und auf die Zeichnung der RWD-9S geschoben. Das „S“ steht dabei für den Skoda-Motor PSW-GR-760.

POLISH - SKODA - WORKS

Dieser 9-Zylinder-Motor hat als auffälligstes Merkmal ein Stirnradgetriebe zwischen Motor und Propeller (im Unterschied zu sonst eher üblichen Planetenradgetrieben). Dadurch sitzt der Propeller oberhalb der Motorachse. Dies hat den Vorteil, dass man einen größeren Propeller verwenden kann, weil der Abstand vom Boden größer ist. Außerdem wird wohl das Getriebe einfacher und billiger herzustellen sein, denke ich.
 
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Der RWD-13 Bausatzinhalt ist auf Scalemates bereits ausreichend dokumentiert: https://www.scalemates.com/kits/rs-models-92301-rwd-13-s-st--1637766/inthebox. Nicht jedoch die Bauanleitung:




Auch nicht gezeigt sind die zusätzlichen Decals für die Sitzgurte, die zusätzliche Rumpftür für die Trage der Sanitätsversion und der 3D-gedruckte Walter Major 4 Motor (unten rechts):



Was die Anleitung zum Bau der RWD-13 angeht, so sehe ich keinen Hinweis zum Einbau der zusätzlichen Tür auf der Steuerbordseite. Das dar man dann selber machen, anhand der Dreiseitenrisse auf der Rückseite der Schachtel.

Am Ende wird die Anleitung auch ein wenig komplex, da die Montage der Flügelstreben zweimal gezeigt wird und man sich bzgl. der Verwendung unterschiedlicher Türen und des Hecksporns an den Abbildungen auf der Schachtelrückseite orientieren soll. Alles gut gedacht und machbar, für mein Vorhaben aber irrelevant.

Um ein Maximum an Referenzen zu haben, habe ich mir dieses Heft besorgt:



Äußerst hilfreich für die Umsetzung meines Vorhabens wird sich auch noch die Anleitung von Micrographica erweisen: https://www.scalemates.com/products/img/5/4/2/1684542-67-instructions.pdf
 
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Zurück in Thüringen ;-)
Wolltest Du nicht vielleicht das mal probieren:

1/72 RWD-9S

Grüße

(Habe gerade gesehen, das scheinen die Druckdateien zu sein, aus welchem der von Dir gezeigte Micrographica Bausatz besteht ?!? )
 
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Ohje, das ist sehr filigran, wenn man es mal gedruckt bekommt.
Kein Selbstläufer :huh:

Könnte es sein, dass die oben genannte Firma Micrographica sich diesen Datensatzes bedient?
 
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Cooles Projekt! Danke für den Hinweis.
 
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Nachdem, was man im Netz inzwischen über 3D-Resin-Kit aus Polen bzw. England lesen kann, dauert es noch Monate, bis man den bekommt: RWD-9S 1/72 zestaw własny z druku 3D. Selber drucken ist keine Option für mich, daher halte ich an meinem Spritzguss-Umbauplan fest.

Der RS-Bausatz weißt zurückhaltend gegossene Details auf:



Als erstes vergleiche ich die RWD-13-Bauteile mit meiner Zeichnung, damit nachher beim Umbau zur RWD-9 gemäß meinem Plan keine Überraschung auftritt. Der Vergleich ergibt in allen Belangen eine hervorragende Übereinstimmung:



Neuentdeckung! Die übermäßig großen Angüsse auf der Innenseite kann man mit der Nagelzange effizient beseitigen:

 
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Übertrag der Änderungen auf den Riss der RWD-13, um ein wenig planvoll loszulegen:



„Da lacht der Drache (Frau Mahlzahn?)“:




Noch weiß ich nicht, wo genau und wie ich aus dem Gehäuse des Reihenmotors den Übergang auf den Sternmotor machen soll. En massives „Brandschott“ schadet sicher nicht:

 
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Hier sind meine möglichen Sternmotoren. Der von Ardpol passt besser zum Vorbild, weil er pro Zylinder zwei Kipphebelstangen hat:



Drei Wicklungen mit 0.23 mm ergeben 0,5 mm Dicke für den Townend-Ring:



Die Kipphebel des Motors sind dann im Weg. Geopfert wird aber nur eine Resinkopie des Ardpol-Motors:



Besser wäre es natürlich, den Motor von HKK/micrographica zu bekommen:

 
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Die RWD-13 hatte einen dicken Tank im Flügel, der oben übersteht. Um Sinkstellen beim Guss zu vermeiden, hat man bei RS Models den Tank zweiteilig gemacht:



Für mich heißt das: Abschleifen. Eine gute Gelegenheit, den PROXXON Penschleifer einzusetzen, der sonst nicht zu viel zu gebrauchen ist.



Zur Probe habe ich meinen Sternmotor mal vorne eingesetzt, um festzulegen, was weg muss:



Ach, und das rechte hintere Fenster muss ja noch größer gemacht werden. Orientieren kann man sich an der gegenüber liegenden Seite:

 
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Hier wurde ein 2 mm gleichschenkliger Winkel auf eine PS-Platte geklebt,



um dieses Profil zu erhalten:



Zum Kleben habe ich diesen Kleber verwendet, da Plasto-Kleber das Winkelmaterial nicht anlöst:



Das dreieckige Profil stellt die nach oben wegklappbare Verkleidung des Landeklappenspalts dar, vergl. #13. Hier im Bild ist sie in ihrer „Betriebs“-Stellung bei ausgeklapptem Flügel:



Und so ungefähr nach dem Hochklappen zum Schwenken, vergl. erneut #13:

 
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Fünf Sitzgurte der Größe (2) für vier(!) Personen (nicht drei wie in der Anleitung):



Gut, wenn man viele Staggerwings gebaut hat, denn da gibt es zusätzliche Sitzgurte:



Ein paar sehr lange, helle Schultergurte sollten wie auf den Vorbildfotos an den vorderen Sitzen baumeln:



Also richten wir die Kabine mal (unvollständig) ein. Letzte Details kommen später vor dem Schließen der Fenster:



Ab in die Presse:

 
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Gilmore

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Wenn Du das Modell mit einem angeklappten Flügel bauen willst, müsstest Du wahrscheinlich den anderen Flügel abstützen, weil das Modell sonst womöglich auf die andere Seite kippen will. Als Stütze könnt ein Fliegerkamerad dienen, der den Flügel hält. Nur so als Tipp.
 
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Oben im Rumpf gab es noch den Flügelholm aus dem Bausatz:



Vorne eine Scheibe zur Orientierung beim Abschleifen des Rumpfes:



Hinten die vergleichsweise große Spornverkleidung der SP-DRD:



Die linke Fläche ohne Landeklappe, weil später geklappt. Die rechte mit Klappenspalt und zusätzlichen Lagern:

 
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Mein Bastelkamerad Patrick hat einen 3D-Resindrucker und mir zur Probe ein paar Teile gedruckt, die ich brauchen könnte:



Im Vergleich zu dem, was ich habe, ist der Druck auf jeden Fall detailreicher:



Beim Abtrennen von den Stützen muss man aber aufpassen, die Abgasleitungen oder sonstwas vom "Gedärm" nicht zu verlieren. Hier die Rückseite von Motor Nr. 2 beim Anpassen an den Rumpf:

 
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