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Diskutiere Schon vor 80 Jahren ... im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Was haben diese Passagen mit dem Ort Wielun zu tun ? Nichts. ... um Wielun, Flugplatz Wielun, Verspätung, ...
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Auszug aus dem Luftflottenbefehl Nr.1 an das Luftflottenkommando 4 (Reichenbach, den 31.8.39):
"2)............
b.) Erdlage: ...Gegenüber der 10.Armee: 3 Divisionen in der Front, 1 Op. Gruppe um Wielun - Radomsko (etwa 3 Divisionen und Panzerkräfte).
3) Aufgabe der Luftflotte 4 bleibt die Vernichtung der feindl. Fliegertruppe mit Schwerpunkt auf Flugzeuge am Boden. Daneben und im weiteren Verlauf ist das Heer - vor allem das Vorgehen der 10.Armee - bereits vom Überschreiten der Grenze an, sowohl mittelbar wie unmittelbar zu unterstützen."

Auszug aus dem Luftflottenbefehl Nr.2 (Reichenbach, den 1.9.39):
"1.Luftlage:
Die Luftangriffe am 1.9. trafen den Gegner unvorbereitet in seinen Häfen. Mit sichtbarem Erfolg (Brände und erheblichen Zerstörungen) wurden angegriffen:
1.) Flugplätze: Krakau, Tomaszow, Lemberg, Lodz, Radom, Wielun, Ruda, Chrzanow, Kattowitz."

Auszug aus dem KTB der Führungsabteilung des Luftflottenkdo. 4:
1.91.1939: "2) Angriffe ab 4,45 Uhr (Grenzüberflug) zum Teile wegen Wetter verspätet. KG.4 konnte zum ersten Flug erst Mittag starten."
...
Was haben diese Passagen mit dem Ort Wielun zu tun ? Nichts.
... um Wielun, Flugplatz Wielun, Verspätung, ...
 
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Schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn 1200 getötete Zivilisten unter "Schäden" verbucht werden.
Das ist wirklich der Fall, wenn ich das so geschrieben hätte. Von mir wird keine einzige Person "verbucht".
Bis 1959 waren es von polnischer Seite noch 127 Personen für Wielun und 6 weitere Orte. Die Polen selbst geben für Wielun 89-2169 Tote an. Im deutlich stärker zerstörten Dzialoszyn gab es bei 3 Angriffen am 1.9.1939 70-150 Opfer.
 
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...wenn's in dein Weltbild passt, ist's doch o.k. :thumbsup:
Seite 35: Abschrift der Einsatzmeldung 1/39 (ich tippe mal ab, weil ich das Copyright nicht weiß)
Meldung über Einsatz, lfd. Nr. 1/39
1.Datum: 01.09.1939
2.Auftrag: a) Hauptziel: Ort Wielun b) Nebenziel: -
3.Teilnehmende Einheiten mit Zahl der Flugzeuge: 29 Maschinen.
(Unterteilung lasse ich mal weg)
4.Bombenzuladung: 29 SC 500, 112 SC 50
5.Startzeit: 05.02 Uhr, Angriffszeit: 05:40 Uhr, Landezeit: 06.05 Uhr
6.Wetter und Orientierung: Starker Dunst, teilweise Bodennebel
Am Ziel: Geschlossene Wolken bis 2000m absinkend.
Orientierung durch Bodennebelnester und schlechte Sicht sehr schwierig.
7. Feststellung und Beobachtung zur Lage am Ziel, auf An-und Rückmarsch:
Keine besondere Feindbeobachtung.
8.Angriffserfolge: Ziel vernichtet, Brände beobachtet.
9.Bemerkungen: keine.
10.Verluste: keine.
11.Neue Einsatzbereitschaft: a)Flugzeuge: 29 Flugzeuge b)Zeit: 07:00 Uhr
Gez. Unterschrift,
Hauptmann und Gruppenkommandeur
m.d.W.d.G.b. (???)

Unter diesem Dokument dann diese Bildunterschrift:
Die Einsatzmeldung 1/39 der I./StG 76 vom 1.September 1939. Bei schlechtem Wetter und schwierigen Sichtbedingungen fielen um 5:40 Uhr die ersten Bomben der Grazer Sturzkampfgruppe auf den Ort Wielun.
Polnische Truppen wurden im Ort nicht beobachtet, ebenso wenig wie beim Anmarsch (Anflug) und Rückmarsch.
Da offensichtlich keine gegnerischen Streitkräfte bekämpft wurden, war dieser erste Einsatz der I./StG 76 ein militärischer Fehlschlag.
 

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Na ... wo hier doch so vehement um Minuten uns Sekunden gestritten wird...
Die Uhrzeit ist ein neutrales und damit für Jeden überprüfbares Indiz. Die Angabe wird immer vermerkt und die physikalischen Gegebenheiten lassen sich nicht manipulieren.
Am 26.8.1939 sollte die Angriffszeit 4:30 Uhr sein und am 1.9.1939 4:45 Uhr.
Die Morgendämmerung setzt gegen 4:22 Uhr ein und "Sonnenaufgang" gibt es ab 4:57 Uhr.
06:06 MESZ 1.9.2020
Sonnenaufgang in Wroclaw, Polen
1939 hatten wir in Polen und Deutschland MEZ, also 05:06 Uhr
In Opole 05:03 Uhr MEZ
Im Eifer sein polnisches Guernica zu kreieren stolpert man dann über die überprüfbaren Details.
 
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Natürlich ist das ein polnisches Guernica.
Es ist doch ein Streit um des Kaisers Bart, ob das ein paar Minuten vor oder nach der Westerplatte war.
Es war die erste polnische Stadt, auf die ein Terrorangriff ohne jede militärische Bedeutung geflogen wurde.
Wielun war weder ein operatives noch ein strategisches Ziel.
 

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Unter diesem Dokument dann diese Bildunterschrift:
Die Einsatzmeldung 1/39 der I./StG 76 vom 1.September 1939. Bei schlechtem Wetter und schwierigen Sichtbedingungen fielen um 5:40 Uhr die ersten Bomben der Grazer Sturzkampfgruppe auf den Ort Wielun.
Polnische Truppen wurden im Ort nicht beobachtet, ebenso wenig wie beim Anmarsch (Anflug) und Rückmarsch.
Da offensichtlich keine gegnerischen Streitkräfte bekämpft wurden, war dieser erste Einsatz der I./StG 76 ein militärischer Fehlschlag.
Das trifft auch für den Angriff der II./StG 77 an der südlichen Flanke zu, die "Bunkerlinie" auf den Lublinitzer Höhen war nicht zu erfassen und man hat Bomben angesetzt, weil man damit nicht landen wollte.
 
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Das trifft auch für den Angriff der II./StG 77 an der südlichen Flanke zu, die "Bunkerlinie" auf den Lublinitzer Höhen war nicht zu erfassen und man hat Bomben angesetzt, weil man damit nicht landen wollte.
Eine Bunkerlinie ist keine zivile Stadt.
 

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Natürlich ist das ein polnisches Guernica.
Es ist doch ein Streit um des Kaisers Bart, ob das ein paar Minuten vor oder nach der Westerplatte war.
Es war die erste polnische Stadt, auf die ein Terrorangriff ohne jede militärische Bedeutung geflogen wurde.
Wielun war weder ein operatives noch ein strategisches Ziel.
Der Angriff um 5:40 war schon militärisch begründet, ansonsten hätte es ihn nicht gegeben. Nach den Aufzeichnungen von Lt. Kurt Hartmann, hatte seine Staffel um 04:00 startklar gemeldet und es sollte ein Einsatz in der Gruppe werden.
Ziel 1. Der Flugplatz von Ostrow - bei Belegung Angriff durch 3 Staffeln
Ziel 2. Der Flugplatz bei Kalisch - bei Belegung Angriff durch 3 Staffeln
Ziel 3. Ausweichziel, Wielun Ostteil (Stäbe in der Stadt)
Startzeit 04:40
Das schlechte Wetter machte Wielun zum Hauptziel der Gruppe.
Dann ist Dir sicherlich entgangen, das man inzwischen auch bei Guernica genauer hinschaut. Es werden ja aus vielerlei Gründen Mythen kreiert.
.
Mit der Geschichtsklitterung, wenn es doch nur Minuten wären, da verspielt man Vertrauen.
„Wenn das erste Opfer des Krieges die Wahrheit ist, muss gelten, dass viele Behauptungen, die im Rahmen eines Konflikts von einer Seite aufgestellt werden, zunächst mit Vorsicht zu behandeln sind.“
 

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Eine Bunkerlinie ist keine zivile Stadt.
Das ist das, was im Bericht an die zweite Fliegerdivison steht, wenn man noch am Morgen fliegen wollte. Was getroffen wurde bleibt offen, da es wegen der Bedingungen keine fotografische Aufklärung gab. Eine der Forderungen nach dem 1.9.1939. Auch die 4.Pz Div hatte unter den eigenen Fliegern zu leiden, doch das waren Soldaten.
 
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Dann ist Dir sicherlich entgangen, das man inzwischen auch bei Guernica genauer hinschaut. ...
Das ist richtig. Bei Guernica hat man schon sehr genau hingeschaut.
Legendär diese Bundestagssitzung damals an einem Freitag. Die konservativen Abgeordneten waren schon im wohlverdienten Wochenendurlaub und mit einem Male waren die Roten und die Grünen im Bundestag unter sich.
Also mal schnell den Beschluss gefasst, dass die Legion Condor nicht mehr traditionsstiftend für die Bundeswehr sein kein.
Mehrheit ist Mehrheit.
Hat zwar noch eine Weile gedauert, bis der Beschluss umgesetzt wurde. Man hat es dann tatsächlich getan.
Das JG 74 hat seinen Traditionsnamen abgeben müssen, eine Kaserne, Straße. Zum Glück waren unsere 3 Zerstörer schon stillgelegt.

Was den Terrorangriff auf Wielun anbelangt, kann man nur vermuten, was man damit erreichen wollte. @FREDO hat da schon aufgepasst (#14): zwei Wochen vor Wielun war ja dieses Stuka-Unglück:

Beteiligt die I./StG 76, beteiligt auch Hauptmann Sigel, der dann auch den Angriff auf Wielun geleitet hat. Da war richtig wieder was wettzumachen.

1939 hatten die Polen ja erst mal den kürzeren gezogen. Ein Jahr später hatte sich das Blatt schon sehr gewendet.
Die Polen müssen nach Wielun und Warschau noch soviel Wut im Bauch gehabt haben, dass sie die höchste Abschussquote aller Alliierten in der Luftschlacht um England aufweisen konnten. Das war nicht nur eine Niederlage der Luftwaffe, sondern sogar eine Niederlage von strategischem Ausmaß.
Man hatte sich im Westen festgefahren und ist jetzt in Richtung Osten, was ja ein noch größerer Fehler war.

Der Angriff auf Wielun und der Überfall auf Polen ist ja auch nicht ohne Folgen geblieben. Mit tausendfacher Wucht ist Wielun nach Deutschland zurückgekehrt.

So ist das nun mal.
 
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Damit jeder aus der Geschichte lernen kann, sollte man sie nicht an die eigenen Wunschvorstellungen anpassen. Unbestrittene Fakten sind. Das deutsche Reich hat Polen ohne Kriegserklärung angegriffen. Am 1.9.1939 gab es um 5:40 Uhr einen Bombenangriff durch das I./St.G. 76 auf den Ort Wielun, wo etwa 100 Todesopfer zu beklagen sind.
Was darüber hinaus geht, das ist reine Spekulation.
Es gab genügend deutsche Verbrechen an den Menschen in Polen jener Zeit, die zweifelsfrei belegt sind und unsere Sühne erfordern.

PS Was lernt man aus so einem Stuka-Unglück bei Neuhammer, wo das Wetter die entscheidende Rolle spielte?!
 

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Da nicht jeder die zeitlichen Etappen eines Stuka-Angriffs kennt und auch der Anflug einer Gruppe war schon viele Minuten zuvor zu hören.
Der LOPP-Luftraumüberwachsungsdienst warnte vor dem Anflug unbekannter Flugzeuge aus Praszka und in Wielun heulte die "Stadtsirene".

Das Trefferbild um den Plac Legionow zeigt, wie dieser und die beiden Kirchen für die Zielansprache der Ketten genutzt wurden. Das nicht alle getroffenen Gebäude eine mögliche Unterkunft für einen Stab sein konnten, das ist offensichtlich. Der verantwortliche Offizier war Hauptmann Sigel, der damit seinen begrenzten Auftrag deutlich überschritten hat.
PS
Ich hatte es ja schon erwähnt, doch hier eine weitere polnische Quelle, damit meine ich den Bürgermeister und seine offizielle Haltung und die sie stützen.
.

"Der Historiker Tadeusz Olejnik erfuhr in Gesprächen mit Zeitzeugen, dass viele Wieluner das Heulen der Sirenen für einen Probealarm hielten."
Bei sich Widersprechenden Details muss dann ständig nachgebessert werden.

"Den Turm der zerstörten Kirche will er wieder aufbauen. Die erhaltenen Grundmauern mahnen inmitten der Stadt, und eine Tafel erzählt, dass das Gotteshaus bei einem dieser ersten Angriffe am 1. September 1939 zerstört wurde. „Im übertragenen Sinne zeigen wir damit, dass man auf Trümmern etwas Neues aufbauen kann. Das liegt mir sehr am Herzen. Wir dürfen in Europa nicht gegeneinander kämpfen, sondern müssen an einem Strang ziehen.“ In dem Turm soll eine Friedensglocke schlagen. Das ist die Vision des parteilosen Stadtoberhaupts. Die Glocke gibt es bereits. Sie wird Sonntag in Wielun zum ersten Mal schlagen."
Kościół św. Michała Archanioła w Wieluniu – Wikipedia, wolna encyklopedia
"Der gesamte rechte Gang wurde abgerissen, aber das Gebäude war für den Wiederaufbau geeignet. 1940 wurde das betroffene Gebäude von den Deutschen gesprengt [1]"
Wie es nach dem 1.9.1939 aussah, das hat ja schon folgender Link gezeigt, denn ich noch einmal in hinblick darauf einstelle. Die Kirche selbst zeigt sich nur an der angegebenen Stelle beschädigt. Auch die Synagoge wurde nur an der Frontseite beschädigt. Beide Bauten wurden von den Deutschen zerstört, jedoch nicht 1939. Warum muss man diese beiden deutschen Verbrechen vordatieren? Das geht immer nur zu Lasten der eigenen Glaubwürdigkeit!
 
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