Schweizer Armee soll inskünftig im Ausland trainieren

Diskutiere Schweizer Armee soll inskünftig im Ausland trainieren im Schweizer Luftwaffe Forum im Bereich Einsatz bei; Heutzutage werden ja schon ein guter Teil der F-18-Flugstunden bei Übungen im Ausland 'ausgelagert', zukünftig wird das wohl auch bei grösseren...

Moderatoren: Grimmi
  1. Grimmi

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    Heutzutage werden ja schon ein guter Teil der F-18-Flugstunden bei Übungen im Ausland 'ausgelagert', zukünftig wird das wohl auch bei grösseren Truppenübungen der Fall sein.

    Quelle: Swiss TXT

     
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  3. Otti

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    Finde dies gut, denn so können sehr viele und wichtige Erfahrungen gemacht werden, welche in der Schweiz nicht trainierbar sind, da sonst die Zivilbevölkerung gestört/eingeschränkt wird und dies würde nur zu weiteren Protesten führen
     
  4. Cougar

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    Aber auch hier stellte sich vor allem finanzielle und politische Fragen?

    Wie viel kostet es, eine Panzerbrigade ins Ausland zu verschieben?

    Wenn schon kein Geld mehr für's Militär vorhanden ist, dann möchte ich das vorhandene Geld möglichst sinnvoll einsetzen.
     
  5. Otti

    Otti Berufspilot

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    @Cougar
    Politisch gesehen, denke ich ist es keine all zu grosse Frage, solang es bei den Trainingseinsätzen bleibt.

    Also für Auslandtraining mit der F/A-18 hat es auch Geld und dann müsste man dies nach meiner Meinung auch streichen, wenn aus diesem Grund die anderen Trainingseinsätze nicht erlaubt wären! Würde es jedoch Schade finden, wenn solche Auslandtrainings nicht stattfinden könnten.
     
  6. Otti

    Otti Berufspilot

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    Habe hier noch einen etwas auführlicheren Text zu diesem Thema au NZZ am Sonntag bzw. NZZ-Online:

    "Die Schweiz wird für die Armee zu klein

    Grosse Truppenübungen im Ausland sind für die Armee ein Novum. Bisher beschränkten sich die Einsätze auf Stabsübungen und einzelne WK.

    Korpskommandant Christophe Keckeis mutet der Schweiz einen Paradigmenwechsel zu, wenn er erwägt, ganze Brigaden von 7000 bis 10 000 Mann im Ausland aufmarschieren zu lassen. Bisher musste die Schweizer Armee jeden Schritt, den sie über die Grenze machte, hart erkämpfen. Entsprechend hitzig dürften die politischen Diskussionen ausfallen, die der forsche Chef der Armee XXI auslöst, wenn er sich auf die Suche nach Partnerstaaten für solche Grossübungen macht.

    Aus militärischer Sicht sind diese Pläne nachvollziehbar. In der Schweiz können Armee und Luftwaffe «aus Rücksicht auf die Bevölkerung und die Umwelt nur marginal trainieren», wie das VBS kürzlich in einem Communiqué bedauerte. Das war in den siebziger und achtziger Jahren noch völlig anders. So verwandelten im November 1989 24 000 Wehrmänner des Feldarmeekorps 4 mit 5500 Motor- und 550 gepanzerten Fahrzeugen die Ostschweiz in einen virtuellen Kriegsschauplatz. Im Rahmen des Manövers «Dreizack 89» zeigte die Schweizer Armee eindrücklich, zu welchen Grossaufmärschen sie in den Zeiten des Kalten Krieges fähig war.

    Doch in jenen nebligen Novembertagen zeichnete sich ab, dass die Zeit der riesigen Korpsmanöver zu Ende ging. Während die Armee noch fleissig den bösen Feind bekämpfte, fiel in Berlin die Mauer und wurde das endgültige Ende des Kalten Krieges eingeleitet. Drei Tage nach dem Ende von «Dreizack» befürworteten über 35 Prozent der Stimmenden die Armeeabschaffungsinitiative. Angesichts der veränderten Bedrohungslage ordnete der damalige EMD-Chef Kaspar Villiger an, vorderhand keine weiteren Grossmanöver mehr durchzuführen.

    In den folgenden Jahren setzt die Armee zusehends auf internationale Kooperation. Bundesrat Adolf Ogi, der 1995 ins Verteidigungsministerium wechselte, war ein eifriger Fürsprecher dieses Prinzips. Die Ausbildungseinsätze, nicht zu verwechseln mit den Friedensmissionen, blieben von der Truppenstärke her jedoch eng begrenzt. Die Luftwaffe trainiert regelmässig über der Nordsee, über Frankreich und vor Sardinien. So absolvieren zurzeit fünf F/A-18-Kampfjets über Norwegen Nachtflugtrainings.

    Im von Ogi durchaus erwünschten Scheinwerferlicht fanden Mitte der neunziger Jahre einige spektakuläre grenzüberschreitende Übungen statt. Im Frühling 1996 testeten Vertreter von Generalstab, Heer und Gruppe Rüstung sowie 300 Rekruten auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig in Österreich den Einsatz des Panzerjägers Piranha. Gleich zwei Premieren gab es im Mai 1999. Erstmals absolvierte eine Kompanie Schweizer Panzersoldaten ihren WK nicht in der Heimat, sondern im südschwedischen Revingehed. Im Gegenzug benutzen schwedische Militärs seit 1995 regelmässig die Panzersimulatoren auf dem Waffenplatz Thun.

    Im Rahmen der Übung «Rheintal 99» nahmen 500 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten an einer gemeinsamen Übung mit Österreich teil. Sie bildeten eine gemeinsame Übungsleitung sowie einen binationalen Ad-hoc-Brigadestab. Ziel war es, das gegenseitige Verständnis für friedensfördernde Operationen zu stärken. Für mehr Aufsehen sorgte im Frühjahr 2000 die Übung einer 120 Mann starken französischen Panzerkompanie im Glarnerland. Die Aktion für eine unabhängige und neutrale Schweiz (Auns) sowie SVP-Politiker warfen dem Bundesrat vor, so «am Volk vorbei den Anschluss an die Nato vorzubereiten».

    Die meisten der genannten Trainings fanden im Rahmen des Nato- Programms «Partnerschaft für den Frieden» statt. Eine klare rechtliche Grundlage für die Ausbildungszusammenarbeit besteht erst seit Juni 2001, als das Volk neben bewaffneten Friedensmissionen dem Bundesrat auch die Kompetenz einräumte, Verträge über die Ausbildungszusammenarbeit abzuschliessen. Unter Bundesrat Samuel Schmid, der die VBS-Leitung im Januar 2001 von Ogi übernahm, fand allerdings kein spektakulärer Austausch von WK-Soldaten mehr statt. Zum einen misst Schmid Auslandeinsätzen generell weniger Gewicht zu, zum anderen erschwerten die Vorbereitungen auf die Armee XXI solche Übungen."
     
  7. Grimmi

    Grimmi Alien
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    Politisch gesehen sollten diese Auslandeinsätze möglich sein.

    Wegen Kosten. Wenn man die Lärmbelastung mitverrechnet, die den Schweizer Bürgern 'entgeht' ist selbst der Transport und Einsatz einer Panzerbrigade wohl nicht massiv teurer als in der CH. Panzer können per Zug transportiert werden und da kommt es nicht so draufan, ob noch ein paar hundert Kilometer dazukommen oder wegfallen ;)

    Wie auch immer - es ist noch ein paar Jahre bis dahin und lassen wir uns überraschen ...

    Obwohl ich Auslandeinsätze befürworte, ist es zwischendurch schon krass, dass beispielsweise nur noch die Hälfte der Einsatzbereiten Hornets in der CH sind :rolleyes:
     
  8. Cougar

    Cougar Flieger-Ass

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    Das ihr mich richtig versteht: Ich habe nicht's gegen Auslandeinsätze!! Ich sehe auch die Notwendigkeit solcher ein.

    Aber wie ich die AUNS und die SVP kenne, wird dies noch zu Reden geben.

    Und was ich mit den Finanzen meinte: Zur Armee XXI hat das Volk ja gesagt. Dies mit einem jährlichen Budget von ca 4 - 4,3 Mia. Fr. Solange das Parlament nicht diesen Volksentscheid vollständig akzeptiert, muss geschaut werden, wo gespart werden kann. Ich möchte keine Beschaffungen von Transport- oder Kampfflugzeugen riskieren.
     
  9. #8 Kampfhamster, 16.02.2004
    Zuletzt bearbeitet: 16.02.2004
    Kampfhamster

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    Und nicht nur die Luftwaffe geht ins Ausland. An einem Rapport wurde uns erklärt, dass die Artillerie ab 2008 vor hat im Ausland zu üben.

    Mit NATO hat das gar nichts zu tun.

    Wird aber sicher ein Riesenmedienspektakel und viele Diskussionen geben.
     
  10. #9 wenkman, 16.02.2004
    wenkman

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    Interessant, dass Ihr Euch auch damit beschäftigt. Hier in Deutschland haben wir schon lange Übungen "ausgelagert".

    Die Vorteile wurden schon genannt. Nachteile sehe ich je nachdem, was die Luftwaffe bringen soll. Dient sie (was ich bei Euch unterstelle) hauptsächlich der Landesverteidigung, dann muss logischerweise auch (noch) viel im Land selbst geübt werden. Wenn hingegen der Schwerpunkt wie bei uns (mittlerweile) in internationalen Auslandseinsätzen liegt, dann kann man darauf schonmal verzichten ...
     
  11. syn

    syn Fluglehrer

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    @wenkman Genau das zweiterwähnte beabsichtigt die Armee (u.a. Keckeis) vermehrt durchzuführen, wie dies im Kosovo der Fall war. Auch meiner Ansicht nach sollte man eine Armee für solche konstruktiven Einsätze vermehrt einsetzten - das bringt heutzutage mehr, wie z.B der Unterhalt von ein paar Geschützen in unseren "Berghöhlen".
     
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  13. #11 Tigerfan, 22.02.2004
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    Wegen den Finanzen der Armee XXI. In der Sonntagszeitung ist ein Bericht drin dass erklärt das Samuel Schmid aus dem VBS ein Sicherheitsdepartement machen will und dadurch wird das Budget der Armee deutlich unter 4 Mrd. fallen. Statt dass man dieses Geld für Auslandseinsätze ausgibt würde man es besser für die Rüstung brauchen bis wieder genung Geld vorhanden ist.
     
  14. #12 Tigerfan, 09.03.2004
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    Armee soll trotz Auslandtraining vor allem in der Schweiz üben

    Verteidigungsminister Samuel Schmid hat seine Pläne für die angekündigten Grossübungen der Armee im Ausland präzisiert. Es sollen gelegentliche Übungen mit einem Truppenbestand von weit unter 10'000 Armeeangehörigen stattfinden, sagte Schmid in der Fragestunde des Nationalrats. Der grösste Teil der Wiederholungskurse werde auch weiterhin in der Schweiz erfolgen.

    (ap) Um einsatzfähig zu bleiben, müsse die Armee auf modernen und informatikunterstützten Ausbildungsplätzen üben können, erklärte Schmid am Montag im Nationalrat. Solche Plätze für Verbände ab Bataillonsgrösse gebe es in der Schweiz nicht. Der Bundesrat halte es deshalb für sinnvoll, auch auf Übungsplätze im Ausland auszuweichen.

    Vor konkreten Entscheiden über Truppenübungen im Ausland seien allerdings noch zahlreiche Abklärungen vorzunehmen. Das betreffe vor allem auch die Kosten. Schon heute würden seinem Departement fast täglich Übungsplätze angeboten, sagte Schmid. Dies jedoch zu Kosten, die er nicht akzeptieren könne. Schmid versicherte dem Rat, dass auch künftig ein überwiegender Teil der Wiederholungskurse in der Schweiz absolviert werde.


    Quelle:http://www.nzz.ch/2004/03/08/il/page-newzzDRKWP15Q-12.html

    Dazu gibt es noch einen interessanten Bericht über die zukünftige Ausrichtung der Armee. http://www.nzz.ch/2004/03/09/il/page-article9FDQ7.html
     
Moderatoren: Grimmi
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Schweizer Armee soll inskünftig im Ausland trainieren

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