SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer

Diskutiere SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer im Aktuelle Konflikte Forum im Bereich Aktuell; Gerade lese ich etwas zur Geschichte Chinas - und mir fällt eine Übereinstimmung mit der Lage von 1839 - 1841 (erster Opiumkrieg) auf: seinerzeit...

Moderatoren: mcnoch
  1. #181 Sczepanski, 22.10.2018
    Sczepanski

    Sczepanski Space Cadet

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    Gerade lese ich etwas zur Geschichte Chinas - und mir fällt eine Übereinstimmung mit der Lage von 1839 - 1841 (erster Opiumkrieg) auf:
    • seinerzeit musste die kaiserliche Regierung Chinas bei den Briten um Friedensverhandlungen bitten, weil viele Provinzen durch die britische Blockade von Getreidelieferungen abgeschnitten waren;
    • heute stehen die globalen Handelsbeziehungen Chinas bis einschließlich Afrika, Europa und dem Nahen Osten (Seidenstraße des Meeres) an der Stelle der seinerzeitigen Getreidelieferungen.
    Die Opiumkriege sind im kollektiven Bewusstsein Chinas immer noch sehr präsent - und China wird sicher alles tun, um eine Wiederholung zu verhindern. Daher ist der Ausbau der Marine mit Stützpunkten bis nach Afrika (das hatte schon die kaiserliche Flotte von Zheng He schon im 15. Jhdt. versäumt) und insbesondere der SCS erklärbar.
     
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  3. Sens

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    China hat ja seit 2017 einen Marinestützpunkt in Eritrea. Zu Zeiten des Britischen Empires und davor war das noch anders. Damals brauchte man noch für sämtliche Marineeinheiten alle paar Tausend Kilometer einen sicheren Hafen für die Versorgung und damit der Sicherstellung ihrer ständigen Verfügbarkeit. China hat da heute ganz andere militärische und wirtschaftliche Möglichkeiten. um seine politischen Interessen abzusichern. Ob man heute noch die Milizen im Kongo oder in Somalia mit einem Flugzeugträger-Verband beeindrucken kann, das wage ich zu bezweifeln, Zuviel Druck auf die Nachbarstaaten Chinas zwingt diese nur auf die Seite von Gegenkräften. Auch das Trauma Japan dürfte bald überwunden sein.
     
  4. #183 Philipus II, 23.10.2018
    Philipus II

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    Wenn man historische Beispiele betrachtet könnte man auch das deutsche Reich auspacken. Nachdem das ausgefeilte und für damalige Verhältnisse faire Bündnissystem Bismarcks zu Gunsten von klarer Machtpolitik im Interesse des eigenen Landes aufgegeben wurde sah man sich schnell einem dediziert gegen das Deutsche Reich gerichtetem Bündnissystem gegenüber. Ein kleiner Zwischenfall eines zweitrangigen Politikers eines deutlich schwächeren Verbündeten in einem eher unbedeutenden Land gewann dann eine Eigendynamik, die kombiniert mit einigen unglücklichen, aber aus damaliger Perspektive nachvollziehbaren Entscheidungen, bis zu einer Niederlage im ersten Weltkrieg führte. Setzt man Anrainer unter starken Druck, kann das diese auch zusammenschweißen und um starke Unterstützung Dritter bitten lassen. Der Inselstreit ist bereits jetzt sehr hilfreich für Trumps konfrontativen (und je nach Perspektive auch durchaus nationalistischen) Kurs.
     
  5. #184 Sczepanski, 23.10.2018
    Sczepanski

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    das ist nicht Eritrea sondern Somalia - und trotz großer Reichweiten werden immer noch Stützpunkte benötigt; auch die USA nutzen solche;
    und was meinst Du mit "Trauma Japan"? Die Okkupation (II. Weltkrieg) oder die Seeschlacht am Yalu, die seinerzeit maßgeblich zur Kapitulation der chinesischen Flotte (insbesondere der Beiyang-Flotte als seinerzeit modernster Flotte in Ostasien) geführt hat, zum Verlust u.a. von Formosa (Taiwan), Korea und der Mandschurei an Japan und dazu, dass China erst wieder in den letzten Jahren von der Küstenmarine zur Hochseemarine aufbaut?
     
  6. #185 Teen-Fighter, 01.11.2018
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  7. Deino

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    Man muss aber auch dazu wissen, dass eigentlich aktuell nichts neues oder gar dramatisches passiert ist ... es ist nur Wahlkampf in den USA.
     
  8. alois

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    Ihr beide liegt mit dem Stützpunkt in Afrika falsch. :biggrin:
    Es ist weder Somalia, noch Eritrea, sondern Dschibuti. :wink2:
     
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  9. #188 Sczepanski, 07.11.2018
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    :applause1: alois hat recht ! Danke, dass hier jemand meine Post's liest. Das war der Beweis ! :thumbsup:

    Zum letzten "Beinahe-Zwischenfall" in der SCS zwischen USN Decatur und PLAN Luyang II gibt es hier Exclusive footage of near crash between warships in South China Sea einen Bericht mit video. Das Video in scmp, offenslichtlich vom US-Schiff gedreht, könnte auch so interpretiert werden, dass sich die Dec. von hinten her dem Steuerbord der Luyang II nähert und eigentlich ausweichen müsste ….
     
  10. #189 Rock River, 08.11.2018
    Rock River

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    Kann man aus dem Video nicht ersehen - gemäß Kommentar hat sich der Chinese von Backbord herangedrückt, um die USS Decatur zur Kursänderung zu zwingen.
     
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  11. #190 Sczepanski, 08.11.2018
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    ja, dazu gibt es auch eine Skizze, die wohl (wie das Video) auf Aussagen aus US-Quellen beruht - aber Papier ist geduldig, und das Video lässt, wie ich schrieb, auch die andere Interpretation zu.
    Journalistische Sorgfaltspflicht verlangt die Nachprüfung von Aussagen, etwa durch mehrere, voneinander unabhängige Quellen und nicht die kritiklose Wiedergabe einer Aussage.
     
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    Hallo

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  13. #191 Rock River, 08.11.2018
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    Solcherlei Nachprüfung könnte etwas schwierig werden - wenn keine kompetenten, unabhängigen Quellen vorhanden sind.
    Meiner Ansicht nach ist die Darstellung der USN aber nicht unwahrscheinlich - schließlich fühlten sich die Chinesen schon durch die Anwesenheit der Decatur offensichtlich so provoziert, dass sie ein Kriegsschiff schicken.
    Die USN braucht ja nichts anderes zu tun als auf geradem Kurs durch das ominöse chinesische Anspruchsgebiet zu fahren oder zu fliegen, um sich schärfste Drohungen per Funk einzufangen. Da wäre es auch nicht so verwunderlich, wenn solchen Drohungen dann auch mal Taten folgten - und sei es 'nur' in Form von riskanten Manövern. Auch wenn natürlich für solche Aktionen absolut Null Rechtfertigung vorliegt.
    Vielleicht gibt's ja irgendwann nochmal ein längeres Video zu sehen - mit Vorgeschichte sozusagen.
     
  14. #192 Philipus II, 08.11.2018
    Philipus II

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    Solange sich die beiden Schiffe von der zivilen Schifffahrt fernhalten ist subjektiv für mich alles in Ordnung. Beide Seiten sind hier bereit, gefährliche Situationen zu provozieren, um ihre jeweilige Meinung zu einem Sachverhalt öffentlich kundzutun. Der eine kurvt dem anderen vorsätzlich in den Fahrweg, der andere weicht bewusst verspätet aus - die üblichen Regeln der Seefahrt werden von beiden Seiten zitiert, wenn man sich öffentlich gut darstellen möchte. Schlussendlich sind beide Seiten bereit, für ihre eigene Rechtsauffassung Sachwerte und Menschenleben zu riskieren, aber haben kein Interesse an einem Waffengang. Die Rechtslage wäre mal der einen, mal der anderen Seite günstig, ist aber praktisch völlig irrelevant, weil weder China noch die USA einen Richterspruch akzeptieren werden. Beide Staaten sind auch militärisch, politisch und wirtschaftlich zu mächtig, als dass sie Strafen fürchten müssten.
     
Moderatoren: mcnoch
Thema: SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer
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