SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer

Diskutiere SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer im Aktuelle Konflikte Forum im Bereich Aktuell; Hier haben wir erst vor wenigen Tagen darüber berichtet, dass die USA einen chinesischen Raketentest unbedingt aus der Nähe beobachten wollten...

Sczepanski

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Hier haben wir erst vor wenigen Tagen darüber berichtet, dass die USA einen chinesischen Raketentest unbedingt aus der Nähe beobachten wollten. Das ist über internationalen Gewässern auch nicht verboten, selbst wenn sich die Beobachter dann in Gefahr begeben.

Vor vier Tagen hat China nun einen Raketentest in der SCS angekündigt.

Und wie es der Zufall will: tatsächlich findet sich eine US-Einheit in der Region ein, die (vermutlich) den Raketentest beobachten möchte und dann höflich aber bestimmt angehalten wird, doch bitte das Testgebiet nahe der Paracel-Inseln (auch als Hoàng-Sa-Inseln bzw. Xisha-Inseln bekannt) zu verlassen
 
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Sczepanski

Astronaut
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14 hours ago source
US7thFleet, Japan and Australia conduct trilateral naval exercises in the South China Sea


5 hours ago source
RoCAF fighter jets scrambled to three China special mission aircraft south of Taiwan Strait, monitored by air defense systems


an hour ago source
Guided-missile destroyer USS John S. McCain joined the Royal Australian Navy & Japan Maritime Self Defense Force in the SouthChinaSea for exercises on Oct. 19, marking the 5th time of 2020 that the 3 militaries have conducted ops together in 7th Fleet AOR, per @USNavy
 
bushande

bushande

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weit weit weg ;D
Man fragt sich wirklich, wie lange es noch "ruhig" hält. So wie China an miliärischer Stärke gewinnt und die USA ihren Fokus immer weiter in den Pazifik verlegen ..... na ja .... man wird sehen, wie lang man "die Hitze unter dem Wassertopf weiter aufdrehen kann, bevor der Frosch zum kochen beginnt".
 

Sens

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Die Haltung der VRC und die "Daumenschrauben" werden auch weiterhin angezogen. Man möchte das "goldene Huhn" zwar nicht schlachten, doch die wachsende militärische Stärke Chinas macht ein schnelles Überwältigen immer wahrscheinlicher.
 

Sczepanski

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Wer erinnert sich eigentlich noch an die "deutsche Teilung" und die Haltung, die seitens der Bundesregierung über Jahrzehnte hin aufrecht erhalten wurde?
 

Philipus II

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Der Vergleich ist teilweise passend. Anders als in der DDR gibt es in Taiwan keine Mehrheit für einen Anschluss. Die aktuelle, demokratisch gewählte Regierung in Taiwan würde, entsprechende (politische und militärische) Rückendeckung vorausgesetzt, sogar einen offiziellen Bruch riskieren und die Unabhängigkeit offiziell proklamieren. Die abgewählte Vorgängerregierung hatte eher einen Kurs der Annäherung verfolgt. Die Rolle der USA hat aber sicher Ähnlichkeit zur Rolle der Sowjetunion als Garant der Sicherheit. Solange die USA für Taiwan einstehen ist Taiwan vor einer chinesischen Aggression sicher. Ziehen die USA ihre Flotte zurück ist die Position Taiwans ohne eigene Kernwaffen unhaltbar. Die notwendigen Rüstungsanstrengungen, China abzuwehren, sind für das kleine Taiwan mit unter 25 Millionen Einwohnern einfach nicht leistbar. Ohne internationale Rückendeckung kann sich die kleine Demokratie nicht gegen China behaupten.
 

Sczepanski

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Bisher sind beide Seiten gut mit dem Status quo gefahren. Jede Seite bestätigt die "Ein-China-Politik" und beansprucht die Gesamtvertretung dieses einen China.
Das war schon zu Zeiten des Chiang Kai-shek-Regimes auf Taiwan so.
Für Taiwan ist diese Situation von enormem wirtschaftlichen Vorteil.
Taiwanesische Unternehmen können die Förderungen auf dem Festland nutzen und dort extrem günstig produzieren und den Weltmarkt beliefern. Trotzdem ist die Gesellschaft in Taiwan selbst frei und kann sich unabhängig entwickeln ("Ein Land - Zwei Systeme"). Beide Systeme entwickeln sich.
Warum sollte Taiwan mit aller Gewalt an diesem Status etwas ändern wollen?
 

topas

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Warum sollte Taiwan mit aller Gewalt an diesem Status etwas ändern wollen?
Ich glaube die Bedrohung kommt eher vom Festland :

24. Juli 2019, 19:00 UhrTaiwan:China droht mit Gewalt

China behält sich vor, Gewalt anzuwenden, um eine Wiedereingliederung Taiwans zu erreichen. Peking werde zudem alle nötigen militärischen Maßnahmen ergreifen, um "Separatisten" zu bezwingen, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Weißbuch zur chinesischen Verteidigungspolitik. Zu den Prioritäten Pekings gehöre es, "Taiwans Unabhängigkeit" einzuhegen. Das Verteidigungsministerium sprach von einer zunehmenden Bedrohung eines taiwanischen Separatismus. Jene, die nach Eigenständigkeit des Inselstaats strebten, würden in einer Sackgasse landen, warnte er. Taiwan sagte sich 1949 von der Volksrepublik los. China sieht es indes als abtrünnige Provinz an und strebt dessen globale Isolierung an. Zuletzt erhöhte Peking den Druck, indem es Länder diplomatisch von Taiwan losgeeist hat.

(Quelle, Süddeutsche Zeitung)

Und was das ganze mit der deutschen Teilung zu tun hat erschließt sich mir nicht ganz. 😏
 

Sens

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Bisher sind beide Seiten gut mit dem Status quo gefahren. Jede Seite bestätigt die "Ein-China-Politik" und beansprucht die Gesamtvertretung dieses einen China.
Das war schon zu Zeiten des Chiang Kai-shek-Regimes auf Taiwan so.
Für Taiwan ist diese Situation von enormem wirtschaftlichen Vorteil.
Taiwanesische Unternehmen können die Förderungen auf dem Festland nutzen und dort extrem günstig produzieren und den Weltmarkt beliefern. Trotzdem ist die Gesellschaft in Taiwan selbst frei und kann sich unabhängig entwickeln ("Ein Land - Zwei Systeme"). Beide Systeme entwickeln sich.
Warum sollte Taiwan mit aller Gewalt an diesem Status etwas ändern wollen?
Taiwan kann damit ganz gut leben, wenn man die finanziellen Abhängigkeiten ignoriert. Doch die Lebenszeit eines Herrschers auf Lebenszeit ist begrenzt!
.
Die Status-Änderung von Hongkong zeigt ja, dass eine Übergangszeit und der Bestand von Sonderzonen endlich sind.
 

Sczepanski

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Ich glaube die Bedrohung kommt eher vom Festland :

24. Juli 2019, 19:00 Uhr Taiwan: China droht mit Gewalt
….

Und was das ganze mit der deutschen Teilung zu tun hat erschließt sich mir nicht ganz. 😏
China hat nie ausgeschlossen, mit Gewalt zu reagieren, wenn sich Taiwan als unabhängig erklären sollte. Es liegt an Taiwan, diese Eskalation zu verhindern.

Und das Ganze ist schon historisch mit der deutschen Teilung vergleichbar. Beide Teilungen - auch die Koreas - sind eine Folge des letzten Weltkriegs und der danach einsetzenden Rivalität zwischen den Blöcken.
Der wesentliche Unterschied war zunächst nur, dass in China und Taiwan zwei autokratische Regime herrschten, die beide unterschiedlichen Lagern angehörten.
 
Rock River

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"China hat nie ausgeschlossen, mit Gewalt zu reagieren, wenn sich Taiwan als unabhängig erklären sollte. Es liegt an Taiwan, diese Eskalation zu verhindern."

Was aber nicht heisst, dass das so in Ordnung ist, oder? Das ist mehr oder weniger Erpressung und Nötigung.
Wäre es das nicht, hätte London ja den Schotten nur mit Gewalt drohen müssen, wenn sie sich für unabhängig erklären würden - dann 'hätte es auch an den Schotten gelegen, diese Eskalation zu verhindern."
Oder liegen da irgendwie andere Maßstäbe an?
 

Philipus II

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Vielleicht ist es besser, in den nächsten Jahren eine günstige Gelegenheit zu nutzen, sich unabhängig zu erklären, solange noch reichlich US-Streitkräfte vor Ort sind und ein Angriff auf Taiwan praktisch unmöglich ist, ohne den dritten Weltkrieg auszulösen. Das Kräfteverhältnis wird sich in den nächsten Jahren eher zu Gunsten Chinas verschieben. Sollte Taiwan also entsprechende Rückendeckung der USA erhalten, die China mal ein ordentliches Ei ins Nest legen wollen, müssen die Chinesen Farbe bekennen - Angriffskrieg gegen Taiwan und die regionalen US-Streitkräfte oder grummeliges Hinnehmen, so wie der Westen seinerseits die Unterdrückung Hong Kongs hinnimmt.

Der Vollständigkeit halber: Chiang Kai-Shek hat selbst den eignen Alleinvertretungsanspruch postuliert, nie den der VR anerkannt. Die Republik China hatte noch in den 70ern Pläne, die eigene Herrschaft auf dem Festland - ggf. auch militärisch - wiederherzustellen. Die Umsetzung wurde von den USA auf diplomatischem Wege praktisch unterbunden. Mit der Demokratisierung Taiwans sind alle expansiven Bestrebungen ad acta gelegt worden.
 

Sens

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Diese einseitig erklärte rote Linie, diente nur zu politischen Rechtfertigung und soll Taiwan von seinen Unterstützern trennen. Die USA haben sie nur zur Gesichtswahrung von China akzeptiert. Trotzdem birgt der Versuch einer gewaltsam Lösung immer noch ein unkalkulierbares Risiko für Xi Jinping. Der Aufwuchs der eigenen militärischen Möglichkeiten ist eine steigende Gefahr. Die wachsende Versuchung, die propagierte abtrünnige Provinz, in einer scheinbar günstigen politischen Situation mit der Hilfe des eigenen Militärs gewaltsam zu gewinnen. DT trägt zur Stabilisierung bei, da er die mögliche Reaktion der USA auch unter einer neuen Administration weniger kalkulierbar macht.
 
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Das wäre das erste mal, dass DT zur Stabilisierung beiträgt.
 

alois

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Vorhin war ein Weltspiegel extra zu China. China will bis 2049, also ihrem 100 Jährigem zur Weltmacht Nr. 1 werden. Sie meinen das 21. Jahrhundert gestalten zu wollen, wie die USA das 20. und Europa das 19. Jahrhundert gestaltet haben. Das ist eine Ansage. Bis dahin wollen sie also militärisch Weltmacht werden. Eine autoritäre Macht will die Welt mitgestalten. Da kann man sich leicht ausmalen, dass es keine demokratische Welt sein wird, die von China gestaltet wird. Xi Jinping hat unverholen gedroht, dass er Taiwan zur Not auch mit Gewalt zurück holen will. Er will Taiwan eh bis 2049 zurück haben. Es muss damit gerechnet werden, dass China Taiwan in den nächsten 15 Jahren gewaltsam einnehmen wird.

Das ist schon harter Tobak. Hier im Forum scheinen einige sehr chinaaffin zu sein, um es mal gelinde auszudrücken. Dieses Land ist eine große Gefahr für unsere Freiheit und unseren Wohlstand, wie auch unserer Stellung auf der Welt. Unseren Wohlstand können wir nur durch unsere Stellung in der Welt aufrecht erhalten. Um es mal hart auszudrücken: China ist unser Feind. Es wird definitiv Krieg geben und es wird sich dann heraus stellen, ob die USA, aber auch wir Europa, zu Taiwan stehen, oder nicht. Da ein nicht unerheblicher Teil unserer Industrie dort produzieren lässt, bzw wir auf eigene Produkte zugunsten chinesischer Produkte verzichtet haben, wird das auch uns direkt treffen. Und danach wird sich zeigen ob Europa nur noch ein Speichellecker Chinas sein wird, oder weiterhin selbst die Fäden ziehen kann. Da braut sich etwas zusammen, was vom Westen nicht so richtig verstanden wird.


PS: Datum geändert! War ein Fehler!
 
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Rock River

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Nicht ganz - auch an positiven Entwicklungen im nahen Osten (Stichwort Israel/VAE) hat die Trump-Administration einen gewissen Anteil.
Selbst die etwas bizarr anmutenden Versuche, mit Nordkorea ins Gespräch zu kommen, könnte man da mit reinnehmen.
Aber ist ja hier nicht Thema.
 
Intrepid

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China will bis 2019, also ihrem 100 Jährigem zur Weltmacht Nr. 1 werden.
Kannst Du mal die Jahreszahl überprüfen? Soll wohl 2049 heißen? Und das China diesen Plan verfolgt, ist doch schon seit vielen Jahren bekannt.

Deswegen auch mein Mantra, dass die Flugzeugträger nichts mit dem SCS-Inselstreit zu tun haben. Dafür rüstet China andere Waffen auf und baut die künstlichen Riffe aus. Die Flugzeugträger sollen weltweit operieren, nicht vor der eigenen Haustür ... aber erst in 20 Jahren.
 
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SCS - Inselstreit im Südchinesischen Meer

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