Seitenwind im Flug

Diskutiere Seitenwind im Flug im Luftfahrzeuge allgemein Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Hiho Leute Ich möchte es im Kunstflugzeug Bilderthread nicht OT werden lassen mit meiner Fragerei :blush2:. Darum frage ich hier ganz...

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  1. #1 Kolbenrückholer, 16.08.2016
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    Hiho Leute

    Ich möchte es im Kunstflugzeug Bilderthread nicht OT werden lassen mit meiner Fragerei :blush2:.

    Darum frage ich hier ganz allgemein in die Runde. Es geht mir vor allem um kleinere Fluggeräte und einmot Props, von mir aus auch ULs.

    Es geht mir ums "Rollen um die Längsachse". Kann Seitenwind einen Einfluss auf die "Längsachse" eines Flugzeuges im Flug haben, wenn man nicht "gegensteuert" oder trimmt? Also was passiert mit der Längsachse vorraussichtlich, wenn man in einen Bereich mit Seitenwind einfliegt? Was passiert bei seitlichen Böen mit der Längsachse, rollt sich das Flugzeug etwas darum oder nicht? Im Landeanflug kommt mir das beim Anschauen manchmal so vor, als würden sich kleine Flugzeuge vom Wind etwas um die Längsachse drehen lassen, dann wird das im Flug ja auch so sein? (je höher die Geschw. desto weniger ausgeprägt?) :headscratch: Im Kunstflug Bilderthread wurde ich von User PKingo darüber aufgeklärt, dass es gar keinen Einfluss gebe auf die Längsachse durch Seitenwinde, ausser bei Böen. Jetzt frage ich mich natürlich, ob das so ist und ob es so einen Einfluss gibt oder nicht auf die Längsachse im Flug und wenn ja ob sowas schonmal spürbar wird für den Piloten nur auf dieser einen "Achse".

    Dass man auf langen Strecken vom Kurs "abdriften" kann und ähnliches, so weit zielt meine Frage nicht. Mich interessiert eigentlich nur, ob konstante Seitenwinde, der Einflug oder Ausflug in einen Bereich mit Seitenwind und Böen von der Seite, "auf der Längsachse" eines Flugzeuges spürbar ist. Ich habe auch mal "mitgehört", dass sich Flugzeuge "immer" in den Wind drehen wollen vor allem wegen des Leitwerkes. Das müsste sich doch auch "rollend" auf die Längsachse auswirken, wenn man in einen Bereich mit Seitenwind einfliegt? (also die "Horizontallage" der Tragflächen ist gemeint)?

    Entschuldigt meine etwas holprige Ausdrucksweise, aber ich denke die meisten wissen ganz gut worauf meine Fragen zielen. Kann Seitenwind zu einem rollen auf der Längsachse führen? Wie ausgeprägt spielt eigentlich keine Rolle, mich interessiert nur ob es einen Einfluss gibt oder nicht.

    Ich selbst hätte immer gesagt "ja", komme aber gerade arg ins Zweifeln und da ich es nicht besser weiss, muss ich hier nochmal fragen. :) Zwei Antworten die ich schonmal bekam waren "es gibt gar keinen Einfluss" und "nur bei Böen". Das wäre also ein Jaein :angel:
     
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  3. #2 wilco, 16.08.2016
    Zuletzt bearbeitet: 17.08.2016
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    1. "Konstanten Seitenwind" gibt es beim Flugzeug idealerweise nicht. Es sei denn, der Pilot fliegt konstant unsauber oder er möchte anhaltend slippen. Dann ist auch eine Wirkung auf die Längsachse vorhanden. (siehe 2.)

    2. Seitliche Böen haben theoretisch einen Einfluß. Anströmung von der Seite bedingt ein positives Schiebe-Roll-Moment. Ergebnis: Der angeströmte Flügel wird angehoben.

    3. Einflug in Seitenwind = Böe. Ausflug auch Böe, nur von der anderen Seite. Dazwischen: siehe 1. :)

    In der Praxis kommen Böen weder "genau von der Seite" noch "genau von unten", und wenn, dann üblicherweise nicht symmetrisch. Bei Böigkeit wird der Pilot also nie unterscheiden können, ob ihm jetzt eine seitliche oder eine (unymmetrische) Vertikalböe den Flügel hebt. Letzere hat eine ungleich viel größere Wirkung, die erstere geht darin unter.
     
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  4. #3 JohnSilver, 16.08.2016
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    Für Landungen bei Seitenwind gibt es hier etwas Lesestoff.
     
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  5. #4 _Michael, 17.08.2016
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    Bei "konstantem Seitenwind" bewegt sich das Flugzeug genau mit dem Wind mit und "sieht" somit selbst keinen Seitenwind. Ist wie mit einem Heissluftballon im Wind: Der Ballon bewegt sich genau mit dem Wind mit, so dass die Passagiere und der Ballon selbst keinen Luftstrom spüren. Aerodynamisch gesehen befindet man sich also "in Ruhe" (Ballon) bzw. im windstillen Geradeausflug (Flugzeug).

    (Wie du erwähnt hast, sieht der Navigator dies natürlich etwas anders... :FFTeufel: )
     
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  6. #5 Kolbenrückholer, 17.08.2016
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    Dann stimmt es also, dass nur "Böen" einen Einfluss haben können, wenn man sich mit dem Windsystem bewegt. Kann ich mir das so merken ohne mich zu blamieren? :loyal::)

    Fliegt man nicht mehr mit dem Windsystem (was ja auch einfach nur das ist was vorkommt wenn man "in eine Böe fliegt"?), bekommt man es mit den ganzen Phänomenen zutun, die auch zum Beispiel bei einem Landeanflug auftreten können, siehe der verlinkte Artikel von JohnSilver. Also vor allem der "Windfahneneffekt" und auch Punkt 2 den Wilco nannte. Oder wenn man einem Kurs folgen möchte, einer gedachten Linie entlangfliegen möchte oder sonst etwas. Dann kann es "theoretisch" auch durch den "Seitenwind des Windsystems" allein zu einem "Rollen" kommen, wenn man gegen diese "Bewegung" nicht gegensteuert oder trimmt. Stimmt das so? Mir gehts ja nur ums Verständnis und vor allem um leichte und langsame Fluggeräte, aber ich glaube ich habs jetzt einigermassen :headscratch:

    Danke für eure Geduld :loyal:
     
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  8. #6 Intrepid, 17.08.2016
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    So lange das Flugzeug komplett in der Luft ist, gibt es keinen Windfahneneffekt. Erst wenn es eine Verbindung zwischen Luft und Erdoberfläche gibt, also zum Beispiel eines der Räder Bodenkontakt hat, ist Windfahneneffekt möglich.



    Wohl doch noch nicht.
     
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  9. GorBO

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    Was halt diesen Windeinfluss für den Laien eigenartig macht, ist der Unteschied der sich aus der Bewegung des Flugzeuges gegenüber der es umgebenden Luft und der Bewegung über Grund ergibt. Dieser Unterschied hat auch Namen "Drift Angle", "Wind Correction Angle" oder deutsch Vorhaltewinkel. Der sagt letzlich aus, das das Flugzeug in der Luft mit einem Steuerkurs von bspw. 270° unterwegs ist (Flügel horizontal, kein Schieben) aber über dem Boden einen Kurs von sagen wir 280° zurückgelegt hat. Die Daumenregel sagt uns jetzt, dass man bei angenommenen 100kt* Geschwinigkeit ca. 10kt Seitenwindkomponente hatte. Nur erfährt man hiervon als Insasse des Flugzeuges gar nichts, so lange man den Kurs über Grund nicht beobachten kann oder eine Anzeige dafür hat (GPS z.B.). Beim Landen fält dieser Winkel aber besonders auf, da der Abgleich Steuerkurs und Kurs über Grund auf Grund der geringen Höhe besonders leicht fällt und das Flugzeug sich eher langsam gewegt. Außerdem muss der Pilot kurz vor der Landung beides angleichen (Flugzeug auf Landebahn ausrichten), dadurch ergibt sich eben plötzlich Bewegung um Hoch- und Längsachse.

    *Bei 200kt sollte der Crosswind ca. 20kt betragen haben. Soviel zur Geschwindigkeitsabhängigkeit.
     
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