Sopwith „Schneider“ – Eduard 1:72

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Alien
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Geschichte
Bei dieser Aufmachung fragt man sich unweigerlich, was Jaques Schneider, der Sponsor des Schneiderpokals, mit einem britischen Marine-Jäger des ersten Weltkriegs zu tun haben soll? Nun, das ist einfacher als gedacht: Die Briten haben 1914 den Schneider-Pokal in Monaco erstmalig mit einer Sopwith Tabloid gewonnen. Sopwith war geschäftstüchtig genug, die leicht modifizierte Weiterentwicklung dann unter dem Namen „Schneider“ zu vermarkten. Dies ist ihm wohl gut gelungen, denn laut Wikipedia [1] wurden 42 Tabloids und 136 Schneider gebaut. Auch die bekannte Sopwith Baby entstand als Weiterentwicklung der Sopwith Schneider. 1919 gab es nochmals ein Sopwith „Schneider“-Rennflugzeug [2], das aber konstruktiv nichts mehr mit dem ersten zu tun hat.

Als Anhänger der Zivil-Mafia und als Fan von Wasserflugzeugen, habe ich natürlich einen kleinen Rückbau der „Schneider“ in die Gewinnerin des 1914er Pokals vor.

Interessanterweise hat man die Militärversion nur wenig gegenüber dem Rennflugzeug modifiziert: Querruder statt Flügelverwindung, eine größere Finne vor dem Seitenleitwerk, zwei zusätzliche Streben zu den Schwimmern, längere Streben am Heckschwimmer und ein MG auf der Flügeloberseite. So dass man diese wieder rückgängig machen kann. Ein Teil davon, z.B. Flügelverwindung statt Querruder sieht Eduard in der Bauanleitung selber auch schon vor (early version).

Quellen
[1] Sopwith Tabloid - Wikipedia
[2] Sopwith 1919 Schneider Cup Seaplane - Wikipedia
[3] Derek N. James: Schneider Trophy Aircraft 1913-1931, Putnam
[4] BEFORE & AFTER: Roger Tisdale and Arvo Vercamer detail the markings of the short-lived but historic Sopwith aircraft that won the Schneider Trophy a century ago. The Aviation Historian No.08, S. 98-99
[5] Michael H. Goodall, Albert E. Tagg: British Aircraft Before the Great War, Schiffer Aviation Military History
 
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Alien
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Bausatz
Die Spritzgussteile des Eduard-Bausatzes haben auffälligen Short-Run Charakter. So wie es im Bild aussieht, habe ich das „Fenster“ für das MG im Oberflügel hier schon geschlossen.



Wie von diesem Hersteller erwartet, ist der Bausatz mit reichlich Ätzteilen versehen.



Dafür fällt der Decalbogen eher rudimentär aus, was aber auch den wenig spektakulären Beschriftungen der Vorbilder geschuldet ist, siehe Anleitung.



Die Anleitung ist sehr ausführlich (siehe pdf im Anhang)
 
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Baubericht
Damit Plastik-Rumpf und Ätzteileinrichtung wandstärkenmäßig nicht völlig unterschiedlich aussehen, fräße ich den Cockpitrand konisch dünner.


Die Schwimmer aus dem Bausatz passen nicht zu den Ansichten meines Vorbilds und dürfen daher in der Restekiste Platz nehmen.

 
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Neue Schwimmer werden aus 5mm starkem PS-Plattenmaterial gemäß ihrer Seitenansicht ausgesägt, und dann auf eine 1mm Platte geklebt wurden, um auf die notwendigen 6 mm zu kommen.



Rohbau fast fertig:



Die Vorbilder wurden umlaufend mit einer seitlich leicht überstehenden, gebogenen Sperrholzplatte versehen, die ich durch Aufkleben eines Papierstreifens realisiere.

 
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Die Rumpfhälften wurden vor dem Einbau der Inneneinrichtung miteinander verklebt, weil ich festgestellt habe, dass man die Inneneinrichtung (lauter Ätzteile) durch das große Loch auf der Unterseite bequem vornehmen kann, was den Vorteil hat, dass man das Ganze besser zum Rumpf ausrichten kann. Leider habe ich kein Foto des Ergebnisses von der Oberseite, sondern nur hier von der Unterseite.

 
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Bei der Detaillierung des Motors weiche ich vom Bauplan ab. Später nicht mehr sichtbare Ätzteil-Ringe bleiben gleich weg und ich sehe keinen Sinn darin, einen Gnome Monosoupape-Motor mit zwei Ventilstangen pro Zylinder auszustatten. Da das filigrane Ätzteilgeraffel eh nicht mein Ding ist, gehe ich hier „klassisch“ vor: 0.3 mm Stahldrahtstücke. Eines pro Zylinder. An den Zylinderköpfen musste ich den Motor etwas abschleifen, damit er sich in seinem Gehäuse später drehen kann. Geklebt wird mit Gator’s Grip Das sieht anfangs furchtbar aus, trocknet aber völlig weg.
 
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Hier eine Illustration meiner Idee zur Installation von Motor und Propeller: Beide kommen auf fest eine gemeinsame Hohlwelle, die dann im Rumpf auf einem Zapfen (Silberdrahtstück im Bild) und in dem von Eduard vorgesehenen Ätzteil mit der Nr. 20 an der Rumpfspitze gelagert wird. So sollen sich Motor und Propeller gemeinsam drehen lassen.



Nachteil: Man kann alles erst nach der Lackierung einbauen. Hier sieht man den Zapfen im Rumpf.

 
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Übafliaga

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Als Anhänger der Zivil-Mafia und als Fan von Wasserflugzeugen, habe ich natürlich einen kleinen Rückbau der „Schneider“ in die Gewinnerin des 1914er Pokals vor.
Schätze mal du machst die dazugehörigen Decals wieder selbst, darauf bin ich schon rein aus Eigeninteresse sehr gespannt!
 
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Ich habe mich (wohl aufgrund des überreichlichen Angebots im Bausatz) dazu verleiten lassen, die geätzten Flügel-Streben zu verwenden. Das hat natürlich Konsequenzen: Ich befürchte, dass die Streben nur geringe Lasten tragen bevor sie knicken. Eine Verspannung mit unsichtbarem Nähgarn (was meine Lieblingsmetode bei Doppeldeckern ist) kommt daher nicht in Frage. Stattdessen will ich die Spanndrähte mit Keramikfasern darstellen. Da 0,2 mm Wandstärke hochgerechnet nur 14 mm ergibt, erscheinen mir die Ätzteilstreben auch noch zu schwach. Daher habe ich diese zweimal mit Gunze Mr. Surfacer 500 Flüssigspachtel bestrichen und bin dadurch auf 0,4 mm gekommen.

 
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Die „Antriebseinheit“ wurde zuvor installiert. Auch hier kann man sich fragen, ob das Ätzteil im Bug notwendig ist, denn normalerweise ist der Bereich zwischen Motor und Spitze mit einem Blech verkleidet und damit unsichtbar! Man kann jedoch Ansichten des Schneiderpokal-Renners so interpretieren als ob das Blech auch manchmal weggelassen wurde. Beim Jagdflugzeug, das im Bausatz ja ursprünglich vorgesehen ist, würde ich das nicht so sehen. Vorteile des Ätzteils sind eine gute Lagerung der Welle und die beiden Schlitze im Bug zwischen dem oberen und dem unteren Blech der Motorraumverkleidung.

 
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Das mit den Ätzteilstreben ist ein Krampf! Später nicht mehr erkennbare Verbindungsbleche sollen dargestellt werden, was unnötig ist. Noch schlimmer: die Flügelstiele sind zu lang! Dadurch ist der Oberflügel zu weit vom Rumpf entfernt, und die Baldachinstreben sind (selbst nach Kürzen der Stiele immer noch) zu kurz. Im ersten Bild ein ungekürzter und ein gekürzter Stiel. Im zweiten, die Neuanfertigung der Baldachinstreben aus Bambus im Vergleich zum Ätzteil aus dem Bausatz. Vorteil des Bambus: man muss diesen nicht bemalen.

 
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Das „Verspannen“ gestaltet sich aufwändig, zumal manche Fasern beim Hantieren wieder aus ihrer Verklebung springen und dann nochmals neu angeklebt werden müssen.


Nahezu unmöglich war das Anbringen der doppelt ausgeführten Diagonaldrähte. Eine große Hilfe war die Idee, „Doppeldrähte“ vor dem Einbau durch Verkleben von zwei parallelen Fasern herzustellen. Diese ließen sich nach Trocknen des Akrylklebers (Gator’s Grip) ablängen und unerwartet viel leichter Hantieren und Anbringen als die Einzeldrähte. Allein die Verspannung der Flügel hat mich 50 cm wertvolle SiC-Faser gekostet.
 
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Zum Anbringen der Schwimmer habe ich mir die Klebepostionen des Rumpfes auf Klarsichtfolie (Hemdkragenverpackung) übertragen und ein Gestell gebastelt, in dem die mit zwei 0,9 mm Kanülen verbundenen Schwimmer schon mal Platz genommen haben. Bin selber überrascht, wie bunt das Bild geworden ist. Die Streben selbst sind wieder aus Bambus. Oben habe ich Überlänge gelassen, damit man sie mit den Fingern zum Festkleben an den Schwimmerstreben positionieren kann.
 
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So eine „Erfindung“ am Rande: Wenn ich Sekundenkleber aus der Tube auf die Unterlage drücke, dann frage ich mich nach Weglegen der Tube immer wieder, wo ist der Kleber nun? Da helfen solche Zahlen, weil man sich daran erinnert und so den frischesten Klebertropfen leicht wiederfindet.

 
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Am Ende wurden die Schwimmer samt Streben aus ihrem Korsett befreit, der Flieger auf den Rücken gelegt und alles an den dafür vorgesehenen vier Klebepunkten gleichzeitig verklebt.

Nach dem Trocknen war doch einer der Schwimmer etwas schief, so dass ich versucht habe, dies durch Drücken zu richten. Am Ende habe ich dann nochmals 8 Fasern als Verspannung der Schwimmerstreben montiert. Als kleine Details blieben dann nur noch das Wasserruder (Ätzteil aus dem Bausatz) und ein Satz Sonden am linken vorderen Stiel.

 
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