Sprengstoffe in Bordwaffen

Diskutiere Sprengstoffe in Bordwaffen im Bordwaffen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Welche Sprecngstoffe werden in heutigen von Flugzeugen eingesetzten Raketen/Bombem/Granaten verwendet? Immer noch TNT oder modernere Sprengstoffe...

Moderatoren: Learjet
  1. #1 Schorsch, 16.06.2005
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    Welche Sprecngstoffe werden in heutigen von Flugzeugen eingesetzten Raketen/Bombem/Granaten verwendet? Immer noch TNT oder modernere Sprengstoffe mit mehr Bumms?
     
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  3. Mac

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    TNT ist in Raketen weniger gefragt. TNT ist höchstens in alten billigen Eisenbomben drin. Wenn mehr Leistung gefragt wurde, wurden teure Nitramine (Hexogen, Oktogen, ..) dazugemischt und es entstanden die Sprengstoffe Oktol, Composition B usw.
    Im Vordergrund stehen bei neuen Raketen und Bomben- Entwicklungen sogenannte LOVA- Produkte welche bei einem Treffer nicht detonieren und eine allfällige Verpuffungen nicht auf die benachbarte Munition überträgt. Sie sind mit unempfindlichen energetischen Hochleistungs- Materialien (IM) gefüllt. Dies sind meistens kunststoff- oder polymergebundene- Sprengstoffe. Je teurer das System umso mehr darf der Sprengstoff kosten, der Kilopreis ist bei Exoten schnell mal 1000mal höher. Die Verwendung wird auf Flugzeugen und Schiffen nahezu zwingend (Flugzeugträgerunfälle).
    Bei der Maschinenkanonenmunition stirbt die Verwendung von Sprengstoff sowieso langsam aus. Es werden immer mehr Wirkprinzipien basierend auf der kinetischen Energie des Geschosses eingeführt (Pele, Frangible, Pfeil usw).
     
  4. #3 Schorsch, 17.06.2005
    Schorsch

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    Weißt Du, was man in den ominösen "Smart Bombs" verwendet? Ebenfalls Sprengstoffe mit Nitraminen drin (klingt irgendwie gesund)?
    Kannst Du etwas zu der Sprengleistung im Vergleich zu normalem TNT aussagen. Ich habe was gehört, dass neuere Sprengstoffe bis zu 3-mal mehr haben, jedoch bezahlbare Sprengstoffe mehr so Größenordnung 1,5-2mal mehr Bumms sind.
     
  5. #4 Erdferkel, 17.06.2005
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    Das Sprengstoffe Nitrate enthalten ist klar, sind doch die meisten Sprengstoff schlichtweg Nitrate. Zum Beispiel TriNITROtoloul, NITROglycerin oder der gewerbliche Sprengstoff AmmoniumNITRAT.

    In den "ominösen Smart Bombs" wird weiterhin Sprengstoff auf RDX, und HMX Basis genommen. Sie haben den meisten "Bang for a buck".

    Sprengstoffe vergleicht man mit der Bleiblockausbauchung. Ein Würfel aus Blei mit der Kantenlänge wird mit dem zu testenden Sprengstoff gefüllt, und der Sprengstoff geezündet. Dann wird halt gemessen was aus dem Block geworden ist. Ansonsten wird die Detonationsgeschwindigkeit gemessen. TNT hat etwa 6000-7000m/sek bei einer Ausbauchung von 300ccm. HMX/RDX kommt auf 8000-9000m/sek bei einer Ausbauchung von 480ccm. Daran sieht man, das RDX/HMX wesentlich stärker als TNT ist.
     
  6. Mac

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    Selbstverständlich sind nicht die meisten Sprengstoffe Nitrate.
    Es gibt Nitramine (RDX = Hexogen, HMX = Oktogen), Nitroverbindungen wie TNT, Nitratester wie Nitrocellulose und Nitroglycerin, Nitratsalze in Gemischen mit Brennstoffen, Chlorate, Perchlorate, Teflonsätze mit Metallpulvern usw...

    Masse sind neben den experimentiellen Grössen wie Detonationsgeschwindigkeit und Bleiblock sicher die Explosionswärme, der Detonationsdruck, die Flammtemperatur und das Arbeitsvermögen (ca. p * V), alles thermodynamisch berechenbare Grössen.

    Die Energie ist über die Hochleistungssprengstoffe ungefähr gleich, die Brisanz kann aber stark ändern (dp / dt).

    Gruss
     
  7. #6 Schuttwegraeumer, 28.01.2006
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    Das Meiste wurde schon gesagt.
    Bei der Flak Munition wurde HExal eingesetzt, ein Hexogen/Aluminium Gemisch welches sehr effektiv ist und stark brandfördernd.
    Soll recht böse sein zu Flugzeugen. :D

    Schutti
     
  8. #7 tailhook, 28.01.2006
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    ...und Du mußt dann wieder den Schutt wegräumen!?

    In welchem Bereich ist eigentlich TORPEX (ein Sprengstoff mit sehr hoher Detonationsgeschwindigkeit laut RAF) angesiedelt ?, wurde u.a. von den Engländern im WK2 in die Tallboy, Grand Slam und in Torpedos gefüllt.
     
  9. #8 Schuttwegraeumer, 28.01.2006
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    42% RDX, 40% TNT und 18% Aluminium.
    Recht stabil und hat durch den Alugehalt recht viel Gasvollumen.

    Schutti
     
  10. #9 tailhook, 29.01.2006
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    Ein Dankeschön nach Wien!
     
  11. Mac

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    Die Sprengstoffgemische mit Hexogen oder Oktogen wurden meistens verpresst, was bei grossen Kalibern aber mit zunehmender Grösse immer schwieriger wird.
    Durch die Zugabe von TNT konnte man das Gemisch warm in flüssiger Form zu fast beliebig grossen Ladungen vergiessen und dann erstarren lassen, leider mit einer gewissen Leistungseinbusse durch das TNT. Heute verwendet man statt TNT immer öfter aushärtende inerte oder energetische Bindemittel.
    Durch die Zugabe von Al konnte die Energie und die Sekundärreaktion in der Luft (Blast- Reaktion) dank dem Luftsauerstoff gesteigert werden. Die Detonationsgeschwindigkeit (Primärleistung) muss dann natürlich leiden, in der Primärreaktion ist das Al nur 'Verdünnungsmaterial'.
    Bei Abwesenheit von Luft oder unter dem Einfluss von Feuerlöschmitteln (innerhalb Flugzeugen und Panzern) kommt die Al- Reaktion unter Umständen nicht zum Zuge. Darum wird oft Zirkon eingesetzt.

    Alls klar, Gruss
    Etienne
     
  12. #11 Schuttwegraeumer, 05.02.2006
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    Naja, gerade bei Ladungen die unter Wasser explodieren kam man recht schnell auf Al Zugaben.
    Könnte sein dass es nur bei Sprengstoffen klappt die einen Sauerstoffüberschuss haben, müsste das aber für RDX und TNT erst nachschlagen.
    Al verstärkt die "schiebende Wirkung", senkt aber die V[Expl]
     
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    Hallo

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  14. Mac

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    Bei Unterwassersprengstoffen reagiert das Al mit Wasser. Analog zum Luftsauerstoff in der Luft
     
  15. #13 Schuttwegraeumer, 09.02.2006
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    Würde ich nicht sagen da das ALu in der Gaswolke erst nach zusammenfallen der Blase mit Wasser in Berührung kommt.
    Und Alu wird auch dort zugesetzt wo eher nicht zuverlässig mit Wasser gerechnet werden kann wie normaler Mun.
    In der Luft wirkt es stark brandfördernd, es sorgt dafür dass die Explosion zeitlich länger brennt, quasi das Gegenteil eines Wettersprengstoffes.

    Schutti
     
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