Staatliche Kosten der Fliegerei

Diskutiere Staatliche Kosten der Fliegerei im Luftfahrtgrundlagen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Im Rahmen der Haushaltseinsparungen in den USA schließt die FAA ja auch verschiedene Tower von regionalen Flughäfen. Die Finanzierungsumlage für...
mcnoch

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Alien
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Im Rahmen der Haushaltseinsparungen in den USA schließt die FAA ja auch verschiedene Tower von regionalen Flughäfen. Die Finanzierungsumlage für diese Kosten schein in den USA ja nicht über irgendwelche Gebühren für Start/Landungen, etc.. zu laufen, sondern über die Treibstoffsteuer. Mich würde mal interessieren, wie dies in Deutschland geregelt ist.

Was muss man für was an wen bezahlen?
 
Intrepid

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Was muss man für was an wen bezahlen?
Wenn ich zu den internationalen Verkehrsflughäfen fliege (die mit dem "DD" im ICAO-Location-Indicator), muss ich an die DFS eine Abfluggebühr, an den Flughafenbetreiber eine Landegebühr/Parkgebühr und an den Agenten eine Abfertigungsgebühr bezahlen. Dazu kommt dann noch für die Passagiere die Sicherheitsgebühr.

Wenn ich zu den Regionalflughäfen fliege, bezahle ich entweder keine Abfluggebühr oder aber diese geht an den Flughafenbetreiber.

Daraus schließe ich, dass an den internationalen Flughäfen die DFS für die Tower-Besatzungen aufkommt, an den regionalen Flughäfen aber der Flughafenbetreiber. Das wird in den meisten Fällen eine Kombination aus Kommunen und Bundesland sein.

Die DFS kassiert zusätzlich noch Streckengebühren.

Von den kleinen Flugplätzen hier aus der Umgebung kenne ich es so, dass die Raum- und Hallenmieten die liebsten Einnahmen sind, denn sie sind Wetter-unabhängig. Dieser Winter dürfte größere Löcher in den jeweiligen Betreiberkassen hinterlassen haben. Die Verkehrsflughäfen beziehen einen nicht unerheblichen Anteil ihrer Einnahmen aus dem "Einkaufscenterbetrieb" ihrer Abfertigungsgebäude.

Mineralöl-Steuereinnahmen auf Kraftstoffe gibt es nur bei den Privatfliegern, die gewerbliche Luftfahrt ist davon befreit. Das gilt nicht für die Mehrwertsteuer.

Gewerbesteuer und Ähnliches kann ich nicht beurteilen.

Die meisten Flughafenbetreiber erhalten Zuschüsse aus der öffentlichen Hand. Ausnahmen mögen Vereinsgelände und Werksgelände sein. Sonderformen dürften bei der zivilen Nutzung militärischer Gelände bestehen (Ingolstadt, Nordholz, Laage, Neubrandenburg, etc.)
 
Intrepid

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Apropos Kraftstoffe: viele kleine Flugplätze haben ihre Tankstelle mit der finanziellen Unterstützung der Mineralölkonzerne an die immer teurer werdenden Umweltauflagen anpassen lassen. Im Gegenzug kassieren sie bei einem Großteil der getankten Menge nicht mehr selber, sondern hier rechnen die Mineralölkonzerne (namentlich AirBP) direkt mit den Flugzeughaltern ab. An den großen Verkehrsflughäfen gibt es Tankgesellschaften als Pächter. Bei den Unterflur-Tankanlagen (Frankfurt und München fallen mir da ein) ist glaube ich die Flughafengesellschaft der Betreiber des Tankgeschäftes.
 
mcnoch

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Vielen Dank für die wie immer schnelle und gründliche Antwort!
 
atlantic

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Sonderformen dürften bei der zivilen Nutzung militärischer Gelände bestehen (Ingolstadt, Nordholz, Laage, Neubrandenburg, etc.)

Die Zivilflieger die in ETSI (also Ingolstadt-Manching) landen wollen, werden von der IMA zur Kasse gebeten.:TD:
Das gilt auch für die öfteren Touch and Go von LH, Condor u.s.w.

Da sind dann Landegebühren, Towerkosten, Groundhandling u.ä. enthalten.:wink:

Cassidian und die ansässigen Vereine zahlen, so weit ich weiss, eine Pauschale.
 
Soaring1972

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Das gilt nicht für die Mehrwertsteuer.
Naja, wenn es gewerblich ist, dürfte die kaum interessieren! ;)

Sonderformen dürften bei der zivilen Nutzung militärischer Gelände bestehen (Ingolstadt, Nordholz, Laage, Neubrandenburg, etc.)
Hier in Nordholz rechnet die zivile Mitbenutzung ab.
 
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Hier in Nordholz rechnet die zivile Mitbenutzung ab.
Die Frage ist, ob damit auch der Unterhalt des gesamten Flughafens mit finanziert wird, oder nur die Kosten für das zivile Vorfeld nebst Gebäuden?

Eine Quelle für die Finanzierung von Flughäfen habe ich noch vergessen: die EU. Von ihr kommen Zuschüsse zum Beispiel für die Verlängerung von Start- und Landebahnen, Befeuerung, etc.
 
Soaring1972

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Also es geht ein Kostenanteil an die BW, die stellt ja z.B. auch die Feuerwehr.
 
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... die stellt ja z.B. auch die Feuerwehr.
Die Fragen auch immer so nett, nach wie vielen gefundenen Opfer sie die Suche einstellen können: "how many POB" :FFTeufel:. Diese Frage kommt regelmäßig bei Militärflughäfen (wenn man sie nicht im vorauseilenden Gehorsam schon ungefragt beantwortet hat), selten oder nie bei zivilen Plätzen.
 

Rhönlerche

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Die Zahl der "Seelen" an Bord wird schon bei jedem VFR-Flugplan routinemäßig angegeben. Und auch wie lange der Sprit reicht.
 
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Die Zahl der "Seelen" an Bord wird schon bei jedem VFR-Flugplan routinemäßig angegeben. Und auch wie lange der Sprit reicht.
Die Daten verbleiben beim Versender und müssen im Falle eines Falles angefordert werden. Außerdem sind sie nicht immer aktuell, noch schnell ein Kurzentschlossener zugestiegen etc. Damit sie nicht falsch sind, schreibe ich immer "TBN" hinein: wird noch bekanntgegeben - nämlich über Funk.
 

Rhönlerche

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In den USA meldet man sich mit diesen Daten beim Briefer, typischerweise per Telefon, an und übermittelt sie dabei. (via "Lockheed-Martin Flight Services" an die FAA)
 
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Grizzly

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Die Frage ist, ob damit auch der Unterhalt des gesamten Flughafens mit finanziert wird, oder nur die Kosten für das zivile Vorfeld nebst Gebäuden?
Es ist wohl eher eine Mitbenutzungsgebühr, damit kann man keinen Fliegerhorst unterhalten.

Die Fragen auch immer so nett, nach wie vielen gefundenen Opfer sie die Suche einstellen können: "how many POB" :FFTeufel:. Diese Frage kommt regelmäßig bei Militärflughäfen (wenn man sie nicht im vorauseilenden Gehorsam schon ungefragt beantwortet hat), selten oder nie bei zivilen Plätzen.
Eigentlich ist es viel schlimmer: Selbst wenn man schon selbst die POB angekündigt hat, fragen sie nochmal nach. Zumindest ein Teil der Lotsen, könnte ja sein, dass jemand abgesprungen ist. :FFTeufel:

Die Zahl der "Seelen" an Bord wird schon bei jedem VFR-Flugplan routinemäßig angegeben. Und auch wie lange der Sprit reicht.
Und trotzdem sagt man das beim Anflug auf einen Flugplatz der deutschen Luftwaffe dazu (Musterlösung) oder wird, wenn man es nicht macht oder nicht wusste, vom Lotsen gefragt. Egal ob "TBN", "1" oder "89" im Flugplan steht.
 
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Es ist wohl eher eine Mitbenutzungsgebühr, damit kann man keinen Fliegerhorst unterhalten.
Genau, jetzt fällt es mir wieder ein. Schwebte so nebulös in meinem Hinterkopf.

Der Tower Laage/Rostock bietet einen 24-Stunden-Service mit militärischem Personal. Dennoch musste auch nachts für wenige Postflieger ein ziviler Lotse an Deck sein. Begründung ging in Richtung, dass man durch die vorhandenen militärischen Dienste keinen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Plätzen haben durfte. Die Geschichte ist so sieben/acht Jahre alt (oder noch älter ... mein "fliegerisches Gedächtnis" verschwimmt immer mehr), als ich dort bei ATC mal zu Besuch war.
 

Rhönlerche

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M.E. mietet sich Laage die militärischen Lotsen außerhalb der Mil-Betriebszeiten auf eigene Kasse zusätzlich an.
 
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