Starfighter auf Kopfhöhe

Diskutiere Starfighter auf Kopfhöhe im Jets Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Wenn sich jemand verfranzt hat, dann wird er wohl auch nicht seiner taktischen Lage bewusst gewesen sein. Leichtes Ziel. Und wenn man die...
Balu der Bär

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Wenn sich jemand verfranzt hat, dann wird er wohl auch nicht seiner taktischen Lage bewusst gewesen sein. Leichtes Ziel.

Und wenn man die technischen Daten vergleicht und dann solche Experimente wie gegen die F15 zu Rate zieht , die unter sehr akademischen Bedingungen jedoch unter der Anwendung von sowjetischen Taktiken stattfand, kann man wohl annehmen, dass die 104 sehr wohl zu Sachen fähig war, die ihr kein Spiegelredakteur ( der sich ja mit Details nicht aufhält) im je zugetraut hätte.
Und selbst in Vietnam wurden die mächtigen Phantom öfters vom Himmel gepustet.
Also, so what?
 

MX87

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In den USA steht für $805.000 ein doppelsitziger CF-104D zum Verkauf. Zuletzt 2008 geflogen aber gepflegt und in "flyable storage" hangariert:


Würde noch in der wachsenden deutschen Warbirdszene fehlen :wink2:
 
Schorsch

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Alien
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Warum? Ich ging bisher davon aus, dass die MiG wesentlich wendiger ist und den Starfigher auskurven könnte?
Die MiG-21 hat eine niedrigere Flächenbelastung und kann dadurch speziell bei niedrigen Geschwindigkeiten (<350 KIAS) noch ne gute Kurve ziehen. Der Starfighter wäre da doch ziemlich kastriert. Energy-Bleed ist bei beiden enorm, der Starfighter kann trotz utopischer Flächenbelastung mit seinen "Maneuver Flaps" (glaube erst seit der G auch bis 500 KIAS einsetzbar) einiges rausholen. Schafft es der Starfighter-Pilot die Begegnung bei hoher Geschwindigkeit zu halten (>400-450 KIAS), dann ist das Feld nahezu ausgeglichen (beide prinzipiell G-limitiert). Wenn man allerdings bei 450 KIAS eine maximale Kurve zieht, ist man schnell bei 350 KIAS (wobei Balu's Beispiel oben zeigt, dass eine G kurzfristig 7g halten kann mit voller Möhre). Man muss als Pilot also ein gutes Energie-Management machen. Den eher durchschnittlichen geschulten Piloten der zitierten Begegnungen liegt eine MiG-21 eher. Ein taktisch gut geschulter Starfighter-Pilot würde seine Vorteile nutzen. Unter'm Strich gebe ich der MiG leichte Vorteile, vor allem robuster. Für einen Konflikt wie in Europa alles etwas akademisch, das wäre immer "many versus many" gewesen, da mag man eine engere Kurve ziehen, den Gegner fast im Visier haben, da erwischt einen die Rakete des Wingman. Die bessere Taktik wäre wohl "klassische Doktrin": Energieüberschuss nutzen, einen Versuch, dann Nase runter und weg. So gelehrt etwa im 2. WK. Wer seine Geschwindigkeit hoch hält, der macht sich zum härteren Ziel.
Gegen eine F-16 gehen beide ziemlich baden.
Der Starfighter kann theoretisch (siehe Balu's Link) Supersonic noch punkten.
Gibt man allen Beteiligten "all-aspect"* IR-AAM, werden die Karten prinzipiell neu gemischt.
Der oft kolportierte Fakt, dass MiG-21 "toll" und Starfighter "total doof" ist in der Einfachheit nicht haltbar.

Also, soweit ich weiß sind Starfighters und Mig21 nur einmal und zwar im Indisch-Pakistanischen Konflikt von 1971 einander geraten und das ging leider 3:0 für die Mig aus.
Teilnehmer @Toryu hat dazu mal etwas in diesem Thread geschrieben. Die F-104 hatten wohl keinen Sprit mehr für Nachbrenner-Einsatz. Sonst wären die schnell über alle Berge gewesen. Der Einzelfall sagt oft wenig bis gar nichts über die Allgemeinheit aus. Ich will Dir auf keinen Fall unterstellen, dass Du das behauptet hast. Umgekehrt (F-104 als Abfangjäger, MiG-21 nach A2G-Einsatz) wäre wohl 3:0 für die F-104 ausgegangen.


* ja, "all aspect" darf man nicht zu wörtlich nehmen. Hat seine Limitierungen.
 
pok

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Das meinte ich mit unbekannten taktischen Rahmenbedingungen, wenn die ihre Mission jenseits von Blngo Fuel durchgezogen haben, dann fallen die natürlich aus der Statistik heraus.
 
Balu der Bär

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Den eher durchschnittlichen geschulten Piloten der zitierten Begegnungen liegt eine MiG-21 eher. Ein taktisch gut geschulter Starfighter-Pilot würde seine Vorteile nutzen.
Hier traten 4 erfahrene Lehrer gegeneinander an. Und die F15 hatte den angeblichen Vorteil, dass die zu weit in der Maschine gesessen sind, dass bessere Radar hatten und dazu Schub und Auftrieb ohne Ende.
 
Schorsch

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Hier traten 4 erfahrene Lehrer gegeneinander an. Und die F15 hatte den angeblichen Vorteil, dass die zu weit in der Maschine gesessen sind, dass bessere Radar hatten und dazu Schub und Auftrieb ohne Ende.
Aber der letzte Absatz sagt es ja:

“Of course, all of this should not have happened. The F-15 should have had us for lunch. But they didn’t, and it was all because they didn’t play to their strengths…and they severely underestimated their opponents. They didn’t do that again and that was a good thing.”
Also, kräftiger kleiner Flieger, aber gegen ein "modernes" Flugzeug ist ein Starfighter Hackfleisch, wenn die Piloten ihre F-15/16 zu nutzen wissen. Ich denke nichts anderes wurde hier gesagt. Das taktische "Tiefenwissen" des Gegners in den 60er und 70er Jahren war aber sicherlich auch begrenzt. Und der WP hatte keine F-16 am Start. Gegen eine MiG-21F/MF/PF oder -23M/MF ist da in gewisser Hinsicht Parität, mit leichten Vorteilen für die MiG-Fraktion (die 104 ist keine dolle WVR-Plattform). Den Rest entscheidet der Einzelfall.

Wobei mich tatsächlich die Frage interessieren würde, ob jemand lieber mit einem PA200 oder einer F-104G in einen Luftkampf ziehen würde. Vielleicht ein eigenes Thema.
 

alois

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Gute Frage. Wenn man von der ADV Version ausgeht und von der F-104S, Mach 2 können beide, aber ich denke, die F-104 kann besser beschleunigen, aber die Tornado hat vier BVR Waffen, die F-104S nur zwei. Bei der schlechten Trefferquote der Sparrow wäre die Tornado im Vorteil, weil bei der Starfighter, wenn sie Pech hat, statistisch keine einzige Sparrow trifft, bei der Tornado sollte statistisch eine treffen. Tornado hat das bessere Radar und kann aus größerer Reichweite seine Taktik planen. Beide Radare sollten aber innerhalb der effektiven Sparrowreichweite arbeiten und die Sparrows einsetzen können, d.h. keiner hat einen Reichweitenvorteil wenn es zum Waffeneinsatz kommt. Trifft gar keine Sparrow, dann wirds interessant, denn beide haben zwei Sidewinder übrig, aber die Tornado dürfte mehr Sprit übrig haben und sie hat auch üppig ECM im Gegensatz zur Starfighter. Tja, es ist nicht nur die reine Kurvenleistung, die eine Rolle spielt. Aber der Spaßfaktor dürfte in der Starfighter höher sein.

Ähnlich auch die IDS gegen F-104G. Beide haben Waffengleichheit, aber die P200 das bessere Radar, kann also außerhalb der F-104G Reichweite seine Taktik schon mal vorplanen. Die P200 hat die größere Ausdauer, weil mehr Sprit. Wegen der Schwenkflügel kann sie auch ihr Profil der Situation besser anpassen. Zwingt die PA200 der F-104G ihren Kampf auf, gewinnt die P200. Wenn es umgekehrt läuft, wird es interessant.
 

Ta152

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Ich habe Deinen Post gesehen und auch den Artikel überflogen (kurz gefasst hat sich Spiegel auch seinerzeit nicht).
Wenn man mal die extrem peinlichen Anspielungen auf die Körperlänge und bäuerliche Herkunft weglässt, dann wird der Herr Kammhuber ja als ewig gestriger beschrieben, der immer noch Jagdflugzeuge will, obwohl ja alle anderen inzwischen Raketen beschaffen. Gottseidank hatten wir da so einen visionären Alt-General, der von atomaren Raketen (Zitat Spiegel: "Eine ortsfeste Flak-Raketenbatterie kostet ewa 60 Millionen Mark, ein Nike -Schuß 500 000 Mark, so daß für drei Raketen schon ein Düsenjäger zu bekommen wäre.") wenig hielt.
Zu den konkreten Anforderungen lese ich da allerdings wenig. Die Wiedergabe der Höchstgeschwindigkeit in km/h zeigt, dass der Spiegel-Redakteur jedenfalls keine Ahnung hat. Im Gegensatz zur Laufbahn Kammhubers, die ja bis hin zum allerletzten Luftkampf penibel beschrieben wird, wurde der Recherche technischer Dinge auch keine Aufmerksamkeit gewidmet. Typisch Spiegel: Technik ist immer egal, langweilig, Hinterbänkler-Pfurz, geht nur um Politik und das Rauskramen alter Dinge, halt Leute öffentlich niederzumachen und selbst schön im Vagen bleiben. Ich habe diese Zeitschrift immer mit Skepsis betrachtet, immerhin bleibt sie sich treu. Wer etwas von Technik versteht, der liest kein Spiegel. Hätten ja auch schreiben können, dass Kammhuber am Ende bei den meisten Dingen (bis '45) irgendwie latent Recht behalten hat, und normiert auf die insgesamt überschaubare Gesamt-Performance der Nazi-Luftwaffe die Nachtjagd noch ganz wirkungsvoll daher kam (wohl auch noch den "edelsten" Auftrag im Angriffskrieg hatte).
So, endlich mal zeit zu Antworten. (Hier noch mal der Link zum Spiegel Artikel)
Ja der Artikel handelt Prim von Kammhuber und ist ihm bestimmt nicht positiv gesinnt. Was ich nicht vestehe ist deine Kritik an der Angabe der Höchstgeschwindigkeit in km/h. Der Artikel ist von 1957, selbst heute würde ich davon ausgehen das wenn überhaupt 50% der Spiegel Leser mit dem Begriff Mach etwas anfangen können. Dazu ist unter dem Artikel ja noch ein Block "* Mach 1 = Schallgeschwindigkeit. Da die Schallgeschwindigkeit von der Lufttemperatur abhängig ist, entspricht eine Geschwindigkeit von Mach 1 bei +15° Celsius = 1220 km/h, bei -24° ist Mach 1 = 1130 km/h. Von Mach 0,8 an wächst der Luftwiderstand sehr schnell an, es entsteht dann die sogenannte »Schallmauer«. " Ich weiß leider nicht ob der schon 1957 da drunter war oder erst im Zuge der Digitalisierung/Archivierung. Aber egal, darum geht es mir eigentlich gar nicht, es ist einer der älteten Artikel im Spiegel zur Starfighter Beschaffung den ich finden konnnte. Ich frage mich nämlich was waren die wirklichen Forderungen die dann für die Entscheidung zum Starfighter geführt haben. Aus dem Artikel geht hervor das Kammhuber die Verteidigung des Luftraumes nicht alleine der FlaRak überlassen will.

"Nachdem Kammhuber alle Jagdflugzeugtypen, die bis zu seinem Amtsantritt für die Bundeswehr vorgesehen waren, kurzerhand von der Liste gestrichen hatte, will er bis Ende dieses Jahres einen Allwetter -Jäger auswählen, der für die Zeit von 1960 bis 1965 den deutschen Luftraum schützen soll." Kammhuber ist 1956 der Luftwaffe beigetreten, welche Flugzeuge waren vor Kammhuber eingeplant? Wie lange wollte man ein Flugzeug für nur fünf Jahre anschaffen. Spätestens mit der Bestellung des Starfighters sollte klar gewesen sein das das Flugzeug länger im Dienst bleibt.

Als eines der Flugzeuge in der Ausschreibung wird in verschiedenen Quellen (unter anderem der Spiegel Artikel) die S.R. 53 bzw. P 177 genannt, die ist aber definitv nicht als Jagdbomber mit A-Bombe zu verwenden. Wann kam die Forderung auf eine A-Bombe zu schleppen? Nukleare Teilhabe war 1957 schon klar (wenn auch nicht unter dem Begriff). "
... soll der Matador schon im nächsten Jahr in die Bundeswehr eingeführt werden.<snip >Dieses Matador-Geschwader der Kammhuberschen Luftwaffe wird die erste westdeutsche Truppeneinheit sein, die Atom -Sprengköpfe verschießen könnte, falls sich die Nato-Staaten darüber einigen, daß Amerika seinen Verbündeten solche Sprengköpfe zur Verfügung stellen soll, und falls Präsident Eisenhower vom amerikanischen Kongreß die Ermächtigung dazu erhält."
 
Schorsch

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Ich frage mich nämlich was waren die wirklichen Forderungen die dann für die Entscheidung zum Starfighter geführt haben.
Außerordentlich spannende Frage.
  • Luftraumverteidigung: schon damals war absehbar, dass speziell die Bundesrepublik voll im Wirkbereich von Kurzstreckenraketen liegt. Folglich war die Verteidigung gegen hochfliegende Bomber, was ja in UK noch irgendwo sinnvoll erscheinen mochte, ohne Wert. Somit Dinge wie das SR.177 ziemlich Schrott. Auch die Idee, dass Land mit Nike Hercules (3 Raketen = 1 Starfighter) vollzustellen abwegig.
  • Angriff: mit Aussicht auf nukleare Teilhabe, einem weiteren Sprung in der Waffentechnologie von Mark7 (erste nukleare Waffe für Jagdbomber, maximal 60kt, muss man schon einigermaßen treffen) zu Mark28/B43 (thermonukleare Waffen bis 1MT Yield, kann man auch nachts "blind" nutzen), auf einmal konnten "kleine" Jagdbomber etwas zur nuklearen Abschreckung beisteuern
  • Wohl auch etwas "Stolz": moderne Flugzeuge mit "moderner" Bewaffnung im Sortiment haben, nicht nur ausgemusterte B-Ware
 
Stovebolt

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Außerordentlich spannende Frage.
  • Luftraumverteidigung: schon damals war absehbar, dass speziell die Bundesrepublik voll im Wirkbereich von Kurzstreckenraketen liegt. Folglich war die Verteidigung gegen hochfliegende Bomber, was ja in UK noch irgendwo sinnvoll erscheinen mochte, ohne Wert. Somit Dinge wie das SR.177 ziemlich Schrott. Auch die Idee, dass Land mit Nike Hercules (3 Raketen = 1 Starfighter) vollzustellen abwegig.
  • Angriff: mit Aussicht auf nukleare Teilhabe, einem weiteren Sprung in der Waffentechnologie von Mark7 (erste nukleare Waffe für Jagdbomber, maximal 60kt, muss man schon einigermaßen treffen) zu Mark28/B43 (thermonukleare Waffen bis 1MT Yield, kann man auch nachts "blind" nutzen), auf einmal konnten "kleine" Jagdbomber etwas zur nuklearen Abschreckung beisteuern
  • Wohl auch etwas "Stolz": moderne Flugzeuge mit "moderner" Bewaffnung im Sortiment haben, nicht nur ausgemusterte B-Ware
So wird das nix mit einer historisch korrekten Betrachtung, wenn man subjektive Wertungen nach Dekaden mit unterrührt.
Wenn man die damalige Situation verstehen will, dann muss man Quellen aus der Zeit und davor betrachten.
Alles danach verführen nur zu einer Beurteilung der damals getroffenen Entscheidungen.
Gruß!
 

Sens

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Gute Frage. Wenn man von der ADV Version ausgeht und von der F-104S, Mach 2 können beide, aber ich denke, die F-104 kann besser beschleunigen, aber die Tornado hat vier BVR Waffen, die F-104S nur zwei. Bei der schlechten Trefferquote der Sparrow wäre die Tornado im Vorteil, weil bei der Starfighter, wenn sie Pech hat, statistisch keine einzige Sparrow trifft, bei der Tornado sollte statistisch eine treffen. Tornado hat das bessere Radar und kann aus größerer Reichweite seine Taktik planen. Beide Radare sollten aber innerhalb der effektiven Sparrowreichweite arbeiten und die Sparrows einsetzen können, d.h. keiner hat einen Reichweitenvorteil wenn es zum Waffeneinsatz kommt. Trifft gar keine Sparrow, dann wirds interessant, denn beide haben zwei Sidewinder übrig, aber die Tornado dürfte mehr Sprit übrig haben und sie hat auch üppig ECM im Gegensatz zur Starfighter. Tja, es ist nicht nur die reine Kurvenleistung, die eine Rolle spielt. Aber der Spaßfaktor dürfte in der Starfighter höher sein.

Ähnlich auch die IDS gegen F-104G. Beide haben Waffengleichheit, aber die P200 das bessere Radar, kann also außerhalb der F-104G Reichweite seine Taktik schon mal vorplanen. Die P200 hat die größere Ausdauer, weil mehr Sprit. Wegen der Schwenkflügel kann sie auch ihr Profil der Situation besser anpassen. Zwingt die PA200 der F-104G ihren Kampf auf, gewinnt die P200. Wenn es umgekehrt läuft, wird es interessant.
Das sind Überlegungen, die frei von jeder Realität sind. Die Ziele einer F-104S oder ADV sind immer die Waffenträger. Die werden vom GCI/AWACS erfasst und als Ziele zugewiesen. Wird es dann vom Radar des Jägers erfasst, dann droht der Gegenseite schon ein Mission-Kill. Nur wenn sie versucht die Mission fortzusetzen, ist der Lenkwaffen-Einsatz gefragt. Die ADV ist mit Skyflash unterwegs und die F-104S mit Aspide. Die haben rein gar nichts mit den Angaben zur Sparrow in ihren ersten Ausführungen zu tun.
 
Schorsch

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So wird das nix mit einer historisch korrekten Betrachtung, wenn man subjektive Wertungen nach Dekaden mit unterrührt.
Wenn man die damalige Situation verstehen will, dann muss man Quellen aus der Zeit und davor betrachten.
Alles danach verführen nur zu einer Beurteilung der damals getroffenen Entscheidungen.
Gruß!
Na dann entschuldige, dass mein Beitrag Dein Auge beleidigt hat.
Nebenbei suche ich gerade, an welcher Stelle ich "historische Korrektheit" in Anspruch genommen habe.
 
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Ja der Artikel handelt Prim von Kammhuber und ist ihm bestimmt nicht positiv gesinnt. Was ich nicht vestehe ist deine Kritik an der Angabe der Höchstgeschwindigkeit in km/h. Der Artikel ist von 1957, selbst heute würde ich davon ausgehen das wenn überhaupt 50% der Spiegel Leser mit dem Begriff Mach etwas anfangen können. Dazu ist unter dem Artikel ja noch ein Block "* Mach 1 = Schallgeschwindigkeit. Da die Schallgeschwindigkeit von der Lufttemperatur abhängig ist, entspricht eine Geschwindigkeit von Mach 1 bei +15° Celsius = 1220 km/h, bei -24° ist Mach 1 = 1130 km/h. Von Mach 0,8 an wächst der Luftwiderstand sehr schnell an, es entsteht dann die sogenannte »Schallmauer«. " Ich weiß leider nicht ob der schon 1957 da drunter war oder erst im Zuge der Digitalisierung/Archivierung. Aber egal, darum geht es mir eigentlich gar nicht, es ist einer der älteten Artikel im Spiegel zur Starfighter Beschaffung den ich finden konnnte. Ich frage mich nämlich was waren die wirklichen Forderungen die dann für die Entscheidung zum Starfighter geführt haben. Aus dem Artikel geht hervor das Kammhuber die Verteidigung des Luftraumes nicht alleine der FlaRak überlassen will.

"Nachdem Kammhuber alle Jagdflugzeugtypen, die bis zu seinem Amtsantritt für die Bundeswehr vorgesehen waren, kurzerhand von der Liste gestrichen hatte, will er bis Ende dieses Jahres einen Allwetter -Jäger auswählen, der für die Zeit von 1960 bis 1965 den deutschen Luftraum schützen soll." Kammhuber ist 1956 der Luftwaffe beigetreten, welche Flugzeuge waren vor Kammhuber eingeplant? Wie lange wollte man ein Flugzeug für nur fünf Jahre anschaffen. Spätestens mit der Bestellung des Starfighters sollte klar gewesen sein das das Flugzeug länger im Dienst bleibt.

Als eines der Flugzeuge in der Ausschreibung wird in verschiedenen Quellen (unter anderem der Spiegel Artikel) die S.R. 53 bzw. P 177 genannt, die ist aber definitv nicht als Jagdbomber mit A-Bombe zu verwenden. Wann kam die Forderung auf eine A-Bombe zu schleppen? Nukleare Teilhabe war 1957 schon klar (wenn auch nicht unter dem Begriff). "
... soll der Matador schon im nächsten Jahr in die Bundeswehr eingeführt werden.<snip >Dieses Matador-Geschwader der Kammhuberschen Luftwaffe wird die erste westdeutsche Truppeneinheit sein, die Atom -Sprengköpfe verschießen könnte, falls sich die Nato-Staaten darüber einigen, daß Amerika seinen Verbündeten solche Sprengköpfe zur Verfügung stellen soll, und falls Präsident Eisenhower vom amerikanischen Kongreß die Ermächtigung dazu erhält."
Der Artikel ist von Ende 1957, die Entscheidung zur Beschaffung F-104G fiel aber erst ein Jahr später. In dieser Zeit - also während des völligen Neuaufbaus der Streitkräfte mit sich entsprechend schnell ändernden Planungen - erweiterten sich die Anforderungen an das neue Flugzeug eben. Darum wurden aus den anfangs geplanten ~250 Maschinen dann auch schnell 700 (und letztendlich bekanntlich ja noch mehr). Anfangs waren ja auch noch fünf reine Jagdgeschwader vorgesehen, aus denen im Verlauf weniger Jahre nur noch zwei wurden. Zudem ist nach wie vor meine Annahme, dass de Gaulles unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Juni 1958 erfolgte Entscheidung, das französisch-deutsch-italienische Atomwaffenprogramm einzustellen, da nicht unerheblich mit hineingespielt hat. Strauß, der lange Zeit ja die Mirage favorisierte, hat das gemäß seinen Erinnerungen auch genau so gesagt.
 

alois

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Interessant an dem alten Zeitungsartikel ist ja, dass man damals schon alle Möglichkeiten diskutiert hat und man noch seine Linie finden musste. Die damals aufgeworfenen Fragen und Forderungen hielten durchaus viele Jahre lang und führten schließlich auch zur Tornado. Ziemlich naiv waren die alten WW2 Generäle schon, was die Lebensdauer und Preise von Flugzeugen anging. Die waren in ihren Vorstellungen noch in der Technik des 2.WK hängen geblieben und realisierten gar nicht, dass moderne Düsenflugzeuge etwas komplexer und teurer waren als die alten Maschinen, mit denen sie noch geflogen sind. Einen Düsenjäger nur fünf Jahre zu nutzen war schon extrem naiv.
 

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  • Luftraumverteidigung: schon damals war absehbar, dass speziell die Bundesrepublik voll im Wirkbereich von Kurzstreckenraketen liegt. Folglich war die Verteidigung gegen hochfliegende Bomber, was ja in UK noch irgendwo sinnvoll erscheinen mochte, ohne Wert. Somit Dinge wie das SR.177 ziemlich Schrott. Auch die Idee, dass Land mit Nike Hercules (3 Raketen = 1 Starfighter) vollzustellen abwegig.
< snip >
Das Land mit Nike Hercules vollzstellen hat man dann aber gemacht. 70 Batterien in Deutschland sind schon nicht weit von Flächendeckend entfernt. Dazu noch eine große Anzahl HAWK Batterien. Aber da liegt der Spiegel mit den Kosten eben weit daneben. Denn im Friedensbetrieb ist FlaRak viel billiger als Flugzeuge.
 

Sens

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Interessant an dem alten Zeitungsartikel ist ja, dass man damals schon alle Möglichkeiten diskutiert hat und man noch seine Linie finden musste. Die damals aufgeworfenen Fragen und Forderungen hielten durchaus viele Jahre lang und führten schließlich auch zur Tornado. Ziemlich naiv waren die alten WW2 Generäle schon, was die Lebensdauer und Preise von Flugzeugen anging. Die waren in ihren Vorstellungen noch in der Technik des 2.WK hängen geblieben und realisierten gar nicht, dass moderne Düsenflugzeuge etwas komplexer und teurer waren als die alten Maschinen, mit denen sie noch geflogen sind. Einen Düsenjäger nur fünf Jahre zu nutzen war schon extrem naiv.
Die waren nicht naiv. Die ersten Düsenflugzeuge hatten eine technische Lebensdauer von 1000-2000 Stunden. Die waren in einer Luftwaffe im Aufbau, die ja noch eine Vielzahl von Übungsflüge benötigte, um das gewünschte Niveau zu erreichen, dann sehr schnell abgeflogen. Gab es das Erfliegen von Einsatzerfahrungen nicht, dann hatte man eben eine "Starfighter-Krise".
Bei der technischen Entwicklung in den 50igern folgte noch eine Generation auf die nächste. Da glaubten noch Fachleute, dass man in den 60igern mit bis zu Mach 3 unterwegs ist. Vought F8U-3 Crusader III: „Das beste Flugzeug, das wir je storniert haben“
Reduzierte man den Grad der Nutzung, dann war nach etwa 10 Jahren ein Nachfolger fällig. Schlussendlich waren es die Kosten, die eine weit längere Nutzung in einer Nebenrolle erzwangen. Siehe die F-100. Was um so leichter fiel, als sich die Erkenntnis durchsetze, dass ein mögliche Überschallkapazität nicht zwingend erforderlich ist.
 
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