"Stealth" im WW I

Diskutiere "Stealth" im WW I im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Ich habe mal eine handcolorierte Zeichnung eines Flugzeugs gesehen, das normalerweise mit Stoff bespannt war... Nur das es dort mit einer...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 suchoi.net, 26.02.2002
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    Ich habe mal eine handcolorierte Zeichnung eines Flugzeugs gesehen, das normalerweise mit Stoff bespannt war... Nur das es dort mit einer durchsichtigen Bespannung versehen war. Sozusagen "Stealth" zur damaligen Zeit. Radar gabs ja nicht, sondern nur Blickkontakt.

    War das nur Theorie oder kann das jemand bestätigen???
     
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  3. Alpha

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    Ich glaub nicht dran.

    Im Allgemeinen kann man Motoren nicht durchsichtig machen, ne Menge anderes Zeug auch nicht. Bleibt eigentlich nur die Bespannung übrig.
    Und wenn du die mal gedacht weglässt ist das Ding immernoch gut zu sehen.

    Lieber nen gescheiten Tarnanstrich...
     
  4. Guest

    Guest Guest

    könnt ich mir schon vorstellen
    Vergleich mal Größe Motor mit Größe Flugzeug...
     
  5. #4 suchoi.net, 27.02.2002
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    Den Motor hätte man vielleicht auch für einen Vogel von der Erde aus halten können... :D Neee, im ernst... Die Flugzeuge hatte man ja für Artellariebeobachtung eingesetzt... Aber auch als Jäger... Heute spricht man von Radarrückstrahlfläche, damals war es eben die Fläche die man in einer gewissen Entfernung noch visuell warnehmen konnte... Ich schau mal nach, ob ich das Bild noch finde...

    Was mich aber am meisten interessiert... Welchen Stof hätten/haben sie verwendet??? Heute kann man entsprechend starke Kunststoffolien herstellen. Das waren ja eh nur Holzrahmen mit geringer Flächenbelastung...
     
  6. AMIR

    AMIR Astronaut

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    Ich hätte jetzt auch mal gesagt, dass grösste Problem damals bei einem solchen Vorhaben wäre wohl das entsprechende Material gewesen .... tönt aber interessant und zeigt wiedermal, dass viele Ideen nicht erst in den letzten zehn oder zwanzig Jahren entdeckt wurden .....
     
  7. Peter

    Peter Space Cadet

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  8. #7 suchoi.net, 27.02.2002
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    Stimmt! Unabhängig von der Radarortung heute... Große verglaste Kanzel und Gitterrahmen... Da sieht man in der Ferne nicht mehr so viel von :D
     
  9. Alpha

    Alpha Testpilot

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    @Andreas: Naja, der Motor ist, wie ich schon gesagt habe, bei weitem nicht alles. Guck dir mal ne Dr.I ohne Bespannung an. Ist nicht wirklich schwerer zu entdecken, als mit...

    Und durchscheinende Bespannungen oder sogar Glas reflektieren ja ganz gerne - nicht so toll...
     
  10. Guest

    Guest Guest

    Ja klingt zwar nach ner interessanten Idee und ich bezweifele nicht, dass diese auch damals geboren wurde, aber...

    - wie schon gesagt, welches durchsischtige Material zu der Zeit zum Bespannen?
    - Die Rohre und Streben des Rahmens können bestimmt nicht unsichtbar gemacht werden!
    - wie will man die Motorabdeckung transparent machen? Transparentes Aluminium? ;)

    Fazit: Soetwas wäre unzweckmässig gewesen und würde darüberhinaus noch verdammt doof aussehen, was meiner Meinung zu dem Schluss führt, dass soetwas nicht wirklich eingesetzt wurde.

    P.s.: Das heisst natürlich nicht, dass ein paar Spinner damals es nicht trotzdem versucht hätten! *fg* :D
     
  11. #10 Reinhard, 30.09.2002
    Reinhard

    Reinhard Guest

    Versuche in der Richtung hat es im 1.Weltkrieg tatsächlich gegeben,unsichtbar wurden die Flugzeuge natürlich nicht:
    Fliegerrevue 4/88:
    1912 soll eine "durchsichtige" Etrich-Taube in 250-350 m Flughöhe nicht mehr sichtbar gewesen sin,in 200 m Höhe sah man nur noch Umrisse von Pilot und Motor;das material war
    Emaillit,eine Celluloidart-aber in Chemie habe ich sowieso nie aufgepaßt
    auf dem Pariser Aerosalon 1913 wurde ein ähnlicher Moreau-Eindecker vorgestellt;ob der jemals flog,ist unklar
    Ende 1913 bespannte ein Russe einen Farman-Doppeldecker mit dem Material,gab die Versuche aber auf
    Anton Knubel experimentierte mit "Aeroid" und "Cellon"an 2 Etrich-Tauben;Ergebnisse sind nicht bekannt;später entwickelte er ein eigenes Flugzeug mit Aeroid-Bespannung,
    vermutlich ist er damit 1915 tödlich verunglückt
    im Sommer 1916 lieferte Fokker 3Fokker E-3 mit duchsichtiger
    "D-Bespannung"-aber 25kg mehr Gewicht waren damals ein Problem und feuchtigkeit setzte dem Material zu;bei wolkenlosem Himmel wurde die Erkennbarkeit erschwert,aber unter Wolken war der Effekt glech Null(von denen giebts auch Fotos)
    1917 gab es "durchsichtige"Linke-Hofman R-FlugzeugeBomber)
    ähnliche Versuche gab es bei Albatros,Aviatik,Rumpler,VGO
    1935 wurde das noch mal mit einer Jakowlew AIR-4 probiert,
    aber auch:schwieriger sichtbar wenn Wolkenlos,wenn bewölkt
    nutzlos
     
  12. #11 suchoi.net, 30.09.2002
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    @Reinhard

    Genau! In der Fliegerrevue war das. Vielleicht habe ich das auch noch irgendwo rumzuliegen...
     
  13. #12 Reinhard, 30.09.2002
    Reinhard

    Reinhard Guest

    Wer Ordnung hält,ist nur zu faul zum Suchen ! :HOT
     
  14. Desavi

    Desavi Guest

    Das "durchsichtige" Bespannen der Flieger im 1. WK war durchaus nicht unüblich. Ich denke das war eher ein Nebeneffekt von Technik und Werkstoff der damaligen Zeit.

    Die Pfalz Flugzeugwerken in Speyer haben von 1913 bis 1916 verschiedene Versionen der französichen Morane "L"- und "H"-Eindecker für die deutschen Luftfahrttruppen gebaut. Der verwendete Bezugsstoff was fast ausschließlich gebleichter Leinenstoff.
    Durch diesen schien das Holzgrippe natürlich durch.

    So brauchten die Pfalz Eindecker keine zusätzliche weiße Grundierung für die Balkenkreuze (hatten die Dunkleren Exemplare trotzdem, ich weis).
    Rumpf und Tragflächen wurden bei Pfalz extra mit schwarzer Farbe umrandet. Oft wurden auch die einzelnen Rippen der Tragflächen nachgezeichnet.
    Sicher nicht von Vorteil, wenn man unsichtbar sein will.
    War einer der Unterscheidungsmerkmale zu den "Fokker-Geißeln," denn die Pfalz E. I/II & IV & (VI) sahen denen schon etwas ähnlich.

    Es soll aber auch einige "weiße" Fokker Eindecker gegeben haben und ich glaub das sicher auch viele andere Firmen einfache Stoffbespannungen hatten.

    Bei den russischen Fliegern ist mir gar keine Bemalung des Spannstoffes bekannt und bei den deutschen, französichen und britischen Flugzeugen gab es bis 1916 auch keine Bemalung der Flugzeuge. (Abgesehen von einigen kleinen persönlichen Markierungen )

    Trotz allem ist der Tarneffekt nicht ganz von der Hand zu weisen.

    Im "Windsock Datafile" Nr. (wird Nachgetragen) Pfalz E. I - E. VI
    ist ein Interview abgedruckt:
    "[ . . . the aviatiks was snow white . . . when you flew in sunlight the
    aircraft looked transparent from ground . . . ]"

    Ich hoffe ich hab das einigermaßen korrekt wiedergegeben.

    Dann hat auch Herman Göring 1918 seinen Fokker D. VII ganz weiß gestrichen. Doch ich vermute hierbei eher den Kontrast der persönlichen Kennung als Motiv.
     
  15. se5

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    Stealth im WWI

    Hallo Leute,

    mein erster Beitrag im Forum!

    Da die Fliegerei des Ersten Weltkrieges "mein" Thema ist, glaube ich zur Tarnung der Maschinen noch etwas beitragen zu können.

    In Deutschland wurden Versuche gemacht, die Flugzeuge anstatt mit Stoff mit Cellon zu bespannen. Da Cellon glasklar ist, hoffte man dadurch die Flugzeuge tatsächlich fast unsichtbar zu machen. Cellon reflektiert allerdings sehr stark, so dass eine damit bespannte Maschine bei entsprechender Sonneneinstrahlung regelrecht leuchtete. Also nix mit Tarnung. Außerdem ist Cellon extrem leicht brennbar und stellte somit ein zusätzliches Risiko für Pilot und Maschine dar. Daher wurde die Idee der Cellonbespannung schnell wieder fallen gelassen.

    Grüße
    Andreas
     
  16. AE

    AE Alien
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  17. #16 Aquilius, 01.06.2005
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    Hallo Zusammen,

    über den Link komme ich nur zu einem schönen Linke-Hofmann Profil.
    Eidner, vielleicht kannst du den noch mal aktualisieren.
    Das Thema interssiert mich nämlich auch irgendwie.
     
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    Hallo

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  19. fabe

    fabe Berufspilot

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"Stealth" im WW I

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