Sternmotoren/Trägerflugzeuge

Diskutiere Sternmotoren/Trägerflugzeuge im Props Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Gibt es einen besonderen grund warum die meisten speziell für den einsatz von flugzeugträgern konstruierten trägerflugzugen sternmotoren hatten ?...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 Gustav Anderman, 27.01.2006
    Gustav Anderman

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    Gibt es einen besonderen grund warum die meisten speziell für den einsatz von flugzeugträgern konstruierten trägerflugzugen sternmotoren hatten ?

    Die britischen seafire oder seahurricane hatten natürlich keine .
     
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  3. Flogun

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    Ich denke die einfachere Wartung und Reparatur sowie die begrenzte Möglichkeiten dafür auf einem Träger waren wohl mit-entscheidend.
    Flüssigkeitsgekühlte Motoren sind ausserdem wesentlich gefährdeter durch Beschuß, da die Motoren schnell überhitzen. Nicht gerade das was man will, wenn man mehrere hundert Meilen weg vom Träger oder einer Landbasis ist.
     
  4. #3 Schorsch, 27.01.2006
    Schorsch

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    Man muss dazu sagen, dass die US Marine nur eine sehr begrenzte Anzahl von Typen hatte. Diese waren zum grossen Teil von Grumman und sich alle recht aehnlich. In den USA gab es nur eine bregenzte Zahl von Motortypen und faktisch alle Flieger mit Ausnahme der P-38 und P-51 hatten Sternmotoren. Man kann daher fragen, warum alle US-Flugzeuge eigentlich Sternmotoren hatten.
    Wie gesagt, die Kuehlung ist einfacher und robuster zu bewerkstelligen, aerodynamisch ist es aber weniger guenstig (wobei die Amis dies meist mit noch groesseren Motoren ausglichen).
     
  5. AM72

    AM72 Alien

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    Na ja, die P-39 oder auch die P-40 hatten auch Reihenmotoren. Aber es stimmt schon, die USA nutzen auffällig viel den Strenmotor. Ich sehe den Grund aber eher in einer Art "Entwicklungsrückstand" - die USA hatten ja gar kein verünftigen Reihenmotor. Ihre Allison-Motoren waren eher Durchschnitt, die ursprünglich damit ausgerüstete Mustang erhielt ja denn auch den britischen Merlin (Packard-Merlin).
    Andererseits legte man aber auch auf die Entwicklung von Sternmotoren viel mehr Gewicht und konstruierte immer leistungsfähigere.

    Mit den Briten kann man das nicht vergleichen : die hatten den sehr guten merlin und andere, hatten da ein ganz anderes Potential.
    Mit dem Trägereinsatz selber hat es nix zu tun.
     
  6. #5 Bleiente, 27.01.2006
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    Bleiente Alien

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    Ein Grund könnte in der Entstehungsgeschichte liegen, die Seafire und Sea Hurricane waren aus der Not geborende Abkömmlinge ihrer Landversionen. Der Seeeinsatz war zumindest bei der Seafire ja auch nicht ihr eigentliches Element (Fahrwerk).
     
  7. #6 Gustav Anderman, 27.01.2006
    Gustav Anderman

    Gustav Anderman Flieger-Ass

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    Mh die meisten japanischen modelle auch sternmotoren oder?
    Könnte es auch etwas mit drehmoment oder ähnlichem zu tun haben?
     
  8. #7 Richthofen, 27.01.2006
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    Richthofen Testpilot

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    Wenn die Bauart überhaupt einen Einfluß hatte, dann könnte ich mir nur die kürzere Bauart vorstellen. Der Grund liegt aber eher darin, daß ein V12 halt doch wesentlich weniger Leistung hatte als so ein Doppelstern.
     
  9. #8 bregenzer, 27.01.2006
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    Ich denke es liegt einfach daran, dass Sternmotoren über der offenen See sicherer waren. Ich glaube, dass der Mangel an guten Reihenmotoren in den USA dafür nicht primär ausschlaggebend war.

    Die P-40 und P-51 waren ja eher für den Kampf über Land bzw. in landnähe konstruiert, während die ganzen Grumman Maschinen richtig robust und eben mit Sternmotoren für den harten Einsatz auf Trägern konstruiert waren.

    Die P-38 hatte wiederum zwei Reihenmotoren, was ihr natürlich auch eine bestimmte Sicherheit bei Ausfällen gab, denn die Maschine flog ja z. T. auch sehr lange Patroullien über Wasser.
     
  10. #9 AM72, 27.01.2006
    Zuletzt bearbeitet: 27.01.2006
    AM72

    AM72 Alien

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    Hach Leute !
    Lest auch mal Bücher, Internet kann nicht alles ersetzen.;)
    Japan hatte ebenfalls kaum Reihenmotoren - man holte sich sogar die von Daimler, um es in die eigenen Flugzeuge einzubauen.
    Und um es gleich vorwegzunehmen :
    Sowohl Heer als auch Marine.
    Die Italiener holten sich auch die Reihenmotoren aus Deutschland. Ich denke, nicht überall war man mit den reihenmotoren einfach soweit wie andere. Wobei der Strenmotor natürlich auch seine genannten Vorteile hat.
     
  11. Hotte

    Hotte Alien

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    Stimmt Arne,

    die Ki-61 hatte den DB 601.
    Aber die Trägerjagdmaschinen der Japs hatten alle Sternmotoren.
    ich glaube für den Einsatz über See waren die Reihenmotoren zu empfindlich.
    Ein Glückstreffer in das Kühlsystem, und schon ging es l
    angsam in den Bach mit der Mühle :D
    Mir fallen jetzt auf der Schnelle nur Drei Trägerjäger ein die mit Reihenmotor flogen bzw. fliegen sollten.
    Die Seafire, die Sea Hurricane und die :D Bf 109 T :D

    Wegen den Italienern und ihren Motoren.

    Die hatten ja nicht nur keine Reihenmotoren,
    sondern auch keine leistungsstarken Sternmotoren.
    Sonst wäre z.B. aus der MC 200 bei weiten mehr raus zuholen gewesen als mit diesem Fiat Bullwerk mit nur 870 PS.

    Hotte
     
  12. AM72

    AM72 Alien

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    Na ja, es gab noch ein paar :
    Fairey Barracuda, Fairey Firefly, Fairey Fulmar - und die Ju-87 war auch noch für den Trägereinsatz geplant.

    Wie gesagt, ich glaube es lag auch daran, wer überhaupt Reihenmotoren mit guter Leistung hatte - da war dann diese "Trennung" nicht so vorhanden.
    Das der Sternmotor gegen Beschuss aufgrund der Luftkühlung unempfindlicher war, ist aber auch klar.
     
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    Hallo

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  14. #12 Intrepid, 27.01.2006
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    Die Amerikaner hatten halt gute Sternmotoren, andere hatten gute Reihenmotoren.

    Eine kleine Motorengeschichte des Wright R-1820 Cyclone 9-Zylinder Sternmotor, unvollständig:

    ca. 1930 erstmals verbaut in der Grumman GE-23, 575 PS;
    ca. 1935 in Polikarpow I-16 als M-25A, 725 PS;
    ca. 1935 in Douglas Dauntless und Boeing Fortress, 1000+ PS;
    ca. 1943 in Li-2 (russische DC-3) als M-621R, 1000 PS;
    ca. 1949 in AN-2 als Asch-62, 1000 PS, bis ca. 1994 (meines Wissens der einzige großvolumige Sternmotor, der noch produziert wird bzw. fabrikneu zu haben ist);
    ca. 1952 in Grumman Tracker, 1575 PS, bis 1968.

    Über 70 Jahre für den selben Grundtyp! Da kann man wohl von "bewährt" sprechen.
     
  15. #13 Kenneth, 28.01.2006
    Kenneth

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    Ich glaube nicht, dass man sagen kann, der eine Motortyp ist besserer als der andere. Der große Vorteil eines Reihenmotors ist die geringe Stirnfläche im Vergleich zum Sternmotor. Wie bereits erwähnt, ist die Notwendigkeit einer Flüssigkeitskühlung (bei größeren Reihenmotoren) bedingt durch die größere Wartungsaufwand, Gewicht und Verletzbarkeit eher nachteilig.

    Auffällig ist jedoch, dass große Reihenmotoren in Flugzeugen kaum ziviler Verwendung nach dem zweiten Krieg fanden. Dagegen wurde so spät wie in den 80er Jahren noch Canadair CL-215 mit dem Pratt & Whitney R-2800 ausgeliefert!

    Nebenbei sei auch erwähnt, dass der in den 50er-Jahren (?) entwickelter britischer Panzer "Centurion" von einer Weiterentwicklung des RR Griffons, nämlich der RR Meteor angetrieben wurde. Einige leichte amerikanische Panzer verwendete im zweiten Weltkrieg luftgekühlte Sternmotoren. Das Allison V-12 Triebwerk (aus z.B. der P-40) war lange sehr populär unter Rennbootbauer.
     
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