Thai Airbus 350 - Durchgestartet in 800 ft und 7 NM vor der Schwelle (Frankfurt, 01.01.20)

Diskutiere Thai Airbus 350 - Durchgestartet in 800 ft und 7 NM vor der Schwelle (Frankfurt, 01.01.20) im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Guter Punkt, der Bericht enthält jedoch deutliche Anzeichen für schwere Probleme mit der englischen Sprache: „Der Radarlotse erkundigte sich nach...
Kenneth

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Vielleicht will man sich vor einer staatlichen Untersuchungskommision auch einfach in seiner Muttersprache äußern, um sich nicht noch zusätzlich durch sprachliche Unklarheiten reinzureiten.
Guter Punkt, der Bericht enthält jedoch deutliche Anzeichen für schwere Probleme mit der englischen Sprache:

„Der Radarlotse erkundigte sich nach dem erkrankten Passagier. Diese Kommunikation verlief abseits der normalen Phraseologie. Der PM hatte Probleme den Inhalt der Fragen zu verstehen und hat den Lotsen mehrmals aufgefordert den Funkspruch zu wiederholen.“

„Bei der Befragung durch die BFU enstand der Eindruck, dass der PM der Konversation in englischer Sprache nur bedingt folgen konnte. Aus Sicht der BFU war der PM nicht in der Lage, den auf Englisch gestellten Fragen zu folgen.“
 
Balu der Bär

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Das habe ich ausgeben müssen, um mich 30 Minuten lang mit zwei Briten über der Fliegerei und Flugzeuge unterhalten zu dürfen, worauf hin ich mein Level 6 hatte.
War einer davon der pensionierte Victor Tanker Pilot?

Mit dem hatte ich nen Riesenspaß......
 
Alpha

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Kurz zu den 2 zusätzlichen Copiloten im Cockpit: das ist im Bericht etwas missverständlich ausgedrückt. Diese beiden sind bei der sehr lange Flugdienstzeit gewöhnlich dafür da, im Reiseflug oberhalb FL200 vorn zu sitzen und den Copiloten (FO) zu entlasten. Da auch der Kapitän Pause machen muss, muss ein anderer Pilot die Berechtigung haben, im Reiseflug links sitzen zu können - hier vermutlich der FO. Ist bei vielen Airlines gängig, dann aber mit drei Piloten. Jeder macht dadurch einmal Pause.

Unterhalb FL200 dürfen diese Cruise Relief Pilots dann nur noch auf den Jumpseats sitzen und vorn zwei voll qualifizierte (hier: naja......) Piloten sitzen.

Kurz: die sitzen wegen dem Teil ÜBER FL200 da, nicht wegen UNTER FL200.
 
The Duke

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Der PM hatte Probleme den Inhalt der Fragen zu verstehen und hat den Lotsen mehrmals aufgefordert den Funkspruch zu wiederholen.
Und wer die Lotsen der Deutschen Flugsicherung kennt, weiß, dass das Problem der Kommunikation ziemlich sicher nicht auf deren Seite gelegen hat, habe ich zumindest noch nie erlebt.

Kurz: die sitzen wegen dem Teil ÜBER FL200 da, nicht wegen UNTER FL200.
Von der Idee her ist das absolut richtig, ich finde aber, es gehört zur Professionalität als Verkehrsflugzeugführer dazu, dass man seine Augen und Ohren offen hält, auch wenn man nur zusätzlich und ohne konkreten Auftrag in einem Cockpit sitzt.
 
Kenneth

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Ich wohnte früher im Anflug von Kopenhagen/Kastrup und hatte einen Flugfunkempfänger. Kam mir gerade wieder, dass die Funksprüche von den Thais immer kaum verständlich waren. Ihr Rufkennzeichen sprachen sie u.a immer als „Tai-da-nai“ (was auch immer das war) + Nummer aus.
 

YankeeZulu1

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Und wer die Lotsen der Deutschen Flugsicherung kennt, weiß, dass das Problem der Kommunikation ziemlich sicher nicht auf deren Seite gelegen hat, habe ich zumindest noch nie erlebt.


Von der Idee her ist das absolut richtig, ich finde aber, es gehört zur Professionalität als Verkehrsflugzeugführer dazu, dass man seine Augen und Ohren offen hält, auch wenn man nur zusätzlich und ohne konkreten Auftrag in einem Cockpit sitzt.
Ja, aber man sollte die Mentalitäten der Menschen aus anderen Regionen berücksichtigen; mitunter ist das nicht ganz unproblematisch, in die vorgegebene Hierarchie einzugreifen, ich denke hier zB an den "Gesichtsverlust". Die Thailändische Mentalität und insbes. das Hierarchievertändnis sind mir nicht wirklich vollumfänglich geläufig, eher das Gegenteil, aber...entweder hat man aus "anerzogener Höflichkeit" nicht eingegriffen, oder aber alle haben die Situation nicht richtig eingeschätzt. Beides entspricht nicht unserem hiesigen Verständnis von Sicherheitskultur.
 

Adjuster

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Es ist aber beruhigend zu wissen, dass in Deutschland auch alle Privatflieger mit BZF1 oder AZF im Zuge der Einführung der Sprachnachweise ihre Englischkenntnisse für ein paar hundert Euro unter Beweis stellen mussten, um ihre Level 4/6 Nachweis zu bekommen.
Das ist falsch. Alle AZF und BZF1 Inhaber bekamen bei der Einführung, den Level 4 Sprachnachweis ohne Prüfung ausgestellt.

Falsch ist auch, das eine Sprachprüfung ein paar Hundert Euro kostet.
 
Kenneth

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Mag sein, aber der Level 4 muss erneuert werden, und das kostet dann. Meine Level 6 Prüfung in Großraum München hat etwa €200,- gekostet. Worauf ich hinaus wollte war, daß man diese ganze Sache mit Sprachbefähigungsnachweisen vollumfänglich auf harmlosen Privatfliegern angewandt hat, und da wo es wirklich notwendig gewesen wäre, scheint es wenig bis gar nicht gebracht zu haben.
 
Wolfsmond

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... da wo es wirklich notwendig gewesen wäre, scheint es wenig bis gar nicht gebracht zu haben.
Das tut keine Prüfung, bei der die Prüfer ein eigenes Interesse daran haben dass der Prüfling besteht. Wenn diese Airline wie oben angedeutet eigene Sprachprüfer beschäftigt, ist der Verdacht zumindest nicht völlig abwegig.
 
krohmie

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Das ist falsch. Alle AZF und BZF1 Inhaber bekamen bei der Einführung, den Level 4 Sprachnachweis ohne Prüfung ausgestellt.

Falsch ist auch, das eine Sprachprüfung ein paar Hundert Euro kostet
Und müssen den Level 4 alle 4 Jahre kostenpflichtig verlängern!

Und ja Level 4 ist nicht so teuer wie Level 6.
 
FastEagle107

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Man muss aber deutlich festhalten, daß hier die mangelnde Sprachkompetenz nur ein (kleiner) Teil des Problems war.

Kein Approach Briefing
Keine Callouts
Kein stabiliserter Anflug
...
Richtig!

Hier schlage ich gerne wieder in meine Kerbe.

Piloten müssen fliegen können!!!

Nur dann ist gewährleistet, dass der Pilot/die Piloten die Situation bewältigen. Wenn Piloten keine guten Flieger sind wird jede Abweichung von normaler Prozedur zu einem Sicherheitsrisiko.
Was ist die Lösung?
Bessere Pilotenausbildung (und nicht verbesserte Technik oder Software).
 
Intrepid

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Was ist die Lösung?
Bessere Pilotenausbildung (und nicht verbesserte Technik oder Software).
Der Gesetzgeber hat sich für einen anderen Weg entschieden. Das ist der nächste Schritt:

"International flight of certified cargo drones conducted in instrumental flight rule (IFR) in airspace classes A-C and taking-off and landing at aerodromes under EASA’s scope. For example, an unmanned A320 transporting a cargo from Paris to New York."

 
The Duke

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Piloten müssen fliegen können!!!
Wenn du damit meinst, dass die auch ohne auf den Gleitpfad zu schauen merken müssen, dass sie nicht sechseinhalb Seemeilen vor der Landebahn mit wenigen 100 Fuß einfach zu tief sind, stimme ich dir zu.

Wenn du allerdings meinst, dass sie wirklich manuell gut fliegen können, habe ich da in diesem Falle eine etwas andere Meinung. Das manuelle Fliegen hat hier die Sache definitiv nicht einfacher gemacht, das ist ein Reflex, dann irgendwann den Autopiloten auszuschalten, das bringt aber nix, außer dass der Pilot Flying sich dann tatsächlich nur noch aufs fliegen konzentrieren kann und auf nichts anderes mehr.

Aber natürlich dürfen gewisse Basic Skills nicht zu kurz kommen.
 

YankeeZulu1

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Wenn du damit meinst, dass die auch ohne auf den Gleitpfad zu schauen merken müssen, dass sie nicht sechseinhalb Seemeilen vor der Landebahn mit wenigen 100 Fuß einfach zu tief sind, stimme ich dir zu.

Wenn du allerdings meinst, dass sie wirklich manuell gut fliegen können, habe ich da in diesem Falle eine etwas andere Meinung. Das manuelle Fliegen hat hier die Sache definitiv nicht einfacher gemacht, das ist ein Reflex, dann irgendwann den Autopiloten auszuschalten, das bringt aber nix, außer dass der Pilot Flying sich dann tatsächlich nur noch aufs fliegen konzentrieren kann und auf nichts anderes mehr.

Aber natürlich dürfen gewisse Basic Skills nicht zu kurz kommen.
aber KÖNNEN muss er es!!!
 
Intrepid

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... den Autopiloten auszuschalten, das bringt aber nix, außer dass der Pilot Flying sich dann tatsächlich nur noch aufs fliegen konzentrieren kann und auf nichts anderes mehr.
So kenne ich es aus MCC und CRM (also Mehrpersonen-Besatzungs-Konzept und Ressourcen-Management): wenn der Autopilot ausgeschaltet ist, konzentriert sich der fliegende Pilot ausschließlich auf die Steuerung des Flugzeuges, alle anderen Aufgaben übernimmt der beobachtende Pilot. Das kann im Zweifel in einer außergewöhnlichen Situation bedeuten, dass man die Rollen tauscht und den unerfahreneren Piloten steuern lässt (das ist die einfachere Aufgabe) und der erfahrene Pilot alle übrigen Tätigkeiten übernimmt. Kapitän und Steuermann.
 

jackrabbit

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Hallo,

Wir können das noch öfter in Großbuchstaben wiederholen, aber manuelle Flying Skills waren hier trotzdem weniger das Problem. 🤷‍♂️
gab es nach dem Durchstarten beim zweiten Anflug/ Landung (2nd approach) denn auch noch Auffälligkeiten oder war alles glatt?


Grüße
 
The Duke

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Die BFU hielt es für nicht erwähnenswert, dazu noch was zu schreiben (siehe den Bericht…), von daher scheint der im Vergleich zum ersten normal verlaufen zu sein.
 
Thema:

Thai Airbus 350 - Durchgestartet in 800 ft und 7 NM vor der Schwelle (Frankfurt, 01.01.20)

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