Tragischer Flugzeugzusammenstoß bei Gera

Diskutiere Tragischer Flugzeugzusammenstoß bei Gera im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Ja! Man zieht Konsequenzen ... und verlegt solche Shows in die Zuständigkeit der nächsten unerfahrenen Behörde. (Entschuldigt bitte den...

Zuschauer

Testpilot
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Oh je, da tun sich ja Abgründe auf! Ich kenne mich nur im militärischen Flugsicherheitssystem etwas aus. Wie ist es denn im zivilen Bereich? wenn solche Fehler, nein, eigentlich sind es Verstöße, aufgedeckt werden, wird dann nicht die Dienstaufsicht, besser Kontrolldichte der Aufsichtsbehörden erhöht? Sieht man dann nicht mal genauer hin, ob sich am Verhalten der Organisation etwas verbessert hat? Jährliche Audits, Überprüfungen der Unterlagen usw...
Ja! Man zieht Konsequenzen ... und verlegt solche Shows in die Zuständigkeit der nächsten unerfahrenen Behörde.

(Entschuldigt bitte den Zynismus.)

mfg
 
I/JG8

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Ja! Man zieht Konsequenzen ... und verlegt solche Shows in die Zuständigkeit der nächsten unerfahrenen Behörde.
.......
mfg
Sind sie das nicht alle ? Professionelle Airshow-/ Verbandskunstflug- Piloten oder Wettbewerbskunstflieger arbeiten seltenst in Luftfahrtbehörden. Woher soll also die Kompetenz kommen. Außerdem gilt die örtliche Zuständigkeit des jeweiligen Bundeslandes, "jeder" ist also mal dran. So beschränkt sich die Kontrolle mehr oder weniger auf das Abarbeiten von Checklisten und die "Papierlage". Etwas dem FAA- Airshow Waiver vergleichbares gibt es in D nicht.
 

jackrabbit

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Hallo,

Professionelle Airshow-/ Verbandskunstflug- Piloten oder Wettbewerbskunstflieger ...
wie viele Professionelle gibt es denn da überhaupt bzw. wie hoch ist der Anteil?
Von militärischen Kunstflugstaffeln mal abgesehen doch eher sehr gering.

Grüße
 

edge

Fluglehrer
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Es sind 2 "Macher" gegangen, die ihren eigenen Traum gelebt und ihn auch selbst mit ihrem Geld und ihrem Leben bezahlt haben. 2 unwiederbringbare Flugzeuge dazu, die in ihrer Geschichte hunderte Veranstaltungen bereichert und hundertausende Besucher glücklich gemacht haben. Wieder ein Puzzlestück weniger in Deutschlands zunehmend verarmender Luftfahrtlandschaft.

Wenn es in dem Tempo des fliegerischen Niedergangs, des Sterbens der GA, in diesem Land weiter geht, dann könnt ihr euch in 10 Jahren über Unfälle im microsoft Flugsimulator unterhalten und PC-animierte Flugplatzfeste oder Kunstflug mit einer VR brille betrachten, denn draußen - also da wo die Pizza herkommt- wird nicht mehr viel fliegen und dort wo mal ein SPORTflugplatz war ist wieder Acker oder ein Gewerbegebiet. Bei den Kommentaren im FF würde das für viele der angeblichen Fans jedoch wohl keinen Unterschied machen.

Wenn hier User nach noch mehr Behörde, mehr Vorschriften, mehr Auflagen und Kontrollen rufen, dann frage ich mich wie meilenweit sie von der GA oder auch von Behörden entfernt sind, ob sie die Entwicklung der letzten jahrzehnte kennen und ob es ihnen wohl reicht im Internet über Luftfahrt zu lesen. Denn zu betrachten gibt es ja immer weniger und wenn man den Vergleich zu vor 40, 30 oder wenigstens 20 Jahren hat, dann fängt man an zu weinen.

Aber gut, je weniger geflogen wird, um so weniger privates Geld und Zeit muss in die Fliegerei gesteckt werden und um so weniger Unfälle werden passieren. Endlich ist Fliegen sicher. Mission accomplished.
 
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Lufti

Lufti

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Vielleicht sollten wir wieder zum eigentlichen Thema zurückkehren, nämlich der Beleuchtung der möglichen Unfallursache und uns auf dieses Thema, gern auch etwas links oder rechts davon, konzentrieren. Und damit meine ich nicht, 2 Piloten die seit Jahren im Geschäft sind mit aller Macht "chronisches Unvermögen" nachweisen zu wollen, weil sie einen Fehler gemacht haben der uns hätte allen passieren können. Das tötliche an diesem Unfall war nicht der Zusammenstoß, sondern das anschließende Pech der Verkeilung der Maschinen.
 
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lutz_manne

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Das tötliche an diesem Unfall war nicht der Zusammenstoß, sondern das anschließende Pech der Verkeilung der Maschinen.
Wenn es einem der Flugzeuge mit dem Propeller die Kabine+Pilot zerfetzt hätte, auch noch? Oder das Querruder wäre nach dem Crash blockiert worden...
Schon alleine die Höhe hätte keinen sicheren Ausstieg mit dem Fallschirm mehr ermöglicht, oder sehe ich das falsch?
 
FastEagle107

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Vielleicht sollten wir wieder zum eigentlichen Thema zurückkehren, nämlich der Beleuchtung der möglichen Unfallursache und uns auf dieses Thema, gern auch etwas links oder rechts davon, konzentrieren. Und damit meine ich nicht, 2 Piloten die seit Jahren im Geschäft sind mit aller Macht "chronisches Unvermögen" nachweisen zu wollen, weil sie einen Fehler gemacht haben der uns hätte allen passieren können. [..]
Richtig!

[..]. Das tötliche an diesem Unfall war nicht der Zusammenstoß, sondern das anschließende Pech der Verkeilung der Maschinen.
Die Unterscheidung zwischen der Kollision und der Verkeilung halte ich für nicht zielführend oder relevant. Das Ergebnis ist in der Regel das gleiche.
 
Lufti

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Die Unterscheidung zwischen der Kollision und der Verkeilung halte ich für nicht zielführend oder relevant. Das Ergebnis ist in der Regel das gleiche.
Stimme ich Dir zu, jedoch würde ich in diesem Fall (Nähe zum Flugplatz, geeignete große Notlandeflächen in unmittelbarer Nähe zum Kollisionsort, gewohnte Umgebung für die Piloten, weil mehr oder weniger Heimatflugplatz), rechnerisch schon einen höhere Überlebenschance einkalkulieren.
 
FastEagle107

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Midair = Tod!

Alles andere sind Glücksfälle oder Wunder (oftmals nur möglich durch die Firma Martin-Baker).
Überlebenschancen bei einer Kollision zu kalkulieren halte ich für falsch oder gar fahrlässig.

Ich glaube aber ich weiß was du meinst. Was ich nur hervorheben möchte ist, dass die Einstellung IMMER (bei der Planung und in der Ausführung) sein muss eine Kollision unbedingt zu vermeiden.
 

jackrabbit

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... , jedoch würde ich in diesem Fall ... rechnerisch schon einen höhere Überlebenschance einkalkulieren.
im Sinne von 10% statt 5% bei der niedrigen Höhe?

sorry, aber rechnerisch mit einer höhere Überlebenschance zu kalkulieren ist doch ohne adäquate Rettungsmittel total daneben, auch das Verletzungsrisiko mit entsprechenden Folgen reicht.

Grüße
 
Lufti

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Naja, es ist schon eine höhere Chance, auch wenn man sich dabei schwer verletzt, zu überleben wenn man nicht aus ,weiß ich nicht 500ft, senkrecht einschlägt, sondern die kinetische Energie etwas "langsamer" abgebaut wird. Und ja, 5% mehr sind 5% mehr.
Aber ich denke jetzt wird es mühseelig.
Am Ende hat Fasti schon recht....Midair=Tod.
 
dhc-4

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Es sind 2 "Macher" gegangen, die ihren eigenen Traum gelebt und ihn auch selbst mit ihrem Geld und ihrem Leben bezahlt haben. 2 unwiederbringbare Flugzeuge dazu, die in ihrer Geschichte hunderte Veranstaltungen bereichert und hundertausende Besucher glücklich gemacht haben. Wieder ein Puzzlestück weniger in Deutschlands zunehmend verarmender Luftfahrtlandschaft.
Nun übertreib mal nicht und lies den Zwischenbericht aufmerksam. Die Beiden haben das Programm seit 7 Jahren geflogen auf ca 5-7 Veranstaltungen jährlich (nach meinem Kenntnisstand) Das und die ca 200 Stunden on type ist nun mal sehr dünn für sicheren Verbandskunstflug!

Im Übrigen geht es nicht darum, zu fordern ,neue schärfere Vorschriften zu implementieren.

Sondern bestehende zu leben! Und da sind auch die Aufsichtsbehörden gefordert. Gerade im Mitteldeutschen sehe ich da gewisse Defizite in der älteren und jüngeren Vergangenheit.

Wer aus Kumpanei bei seinen alten Genossen alle Hühneraugen zudrückte (Beispiele gebe ich gern auf Anfrage) hat auf solch einem Posten nichts verloren. So einfach ist das.
Ich persönlich halte den Unfall nicht für einen "tragischen Zufall" a la shit happens , sondern ganz einfach für einen Crash mit Ansage!
 
Lufti

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...Im Übrigen geht es nicht darum, zu fordern ,neue schärfere Vorschriften zu implementieren.

Sondern bestehende zu leben! Und da sind auch die Aufsichtsbehörden gefordert. Gerade im Mitteldeutschen sehe ich da gewisse Defizite in der älteren und jüngeren Vergangenheit.
Willst Du damit sagen, die beiden haben gegen bestehenden Vorschriften verstoßen?

Nur nebenbei, Dieter Geipel hat den Spiegelflug seit mind. 30 Jahren im Repertoire. Des Weiteren sind 200 Stunden reine Kunstflugerfahrung nicht wenig, dass kann man nicht mit der "normalen Fliegerei" vergleichen.
 
Intrepid

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Um so schlimmer, wenn sie so erfahren waren.
 
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Des Weiteren sind 200 Stunden reine Kunstflugerfahrung nicht wenig,
Das ist sachlich unrichtig. Die 200 Stunden ist die Gesamtflugerfahrung on type. Oder haben sie die Kisten auf dem Anhänger zum Flugplatzfest gefahren?

Gesamterfahrung ist das eine , aktueller Trainingsstand ist das andere
 

jackrabbit

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Es sind alles Piloten, die Kunstflug, Formationsflug oder Airshowvorführungen als Hobby betreiben.
Siehe den Unfall auf der Airshow in Dallas.

Auch wenn automobile Vergleiche unbeliebt sind:
das ist wie ein Busfahrer, der am Wochenende auf dem Nürburgring öfters ein paar Runden fährt.
Er ist trotzdem kein professioneller Rennfahrer.
Das würde hier wohl auch keiner behaupten, dennoch habe ich den Eindruck,
dass dies bei Piloten hier unverständlicherweise oft anders gesehen wird.

200 Stunden entsprechen 5 Arbeitswochen … 5 Wochen LKW, Bus, Radlader, Bagger oder Lok fahren.
Da spricht dann doch keiner von Erfahrung.

Grüße
 
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EDGE-Henning

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Ein guter Busfahrer fährt auch gut Rennen. Leider sind aber 80% aller Autofahrer tatsächlich nur sehr eingeschränkt fähig. Ein besseres Beispiel wäre der "Gelegenheitsfahrer" oder der "Einkaufs-und-zur-Arbeit-Fahrer."
 
AE

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Hier fehlt in der Bewertung die Basis. Warum ein guter Busfahrer mit Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h, ein guter Rennpilot mit max. 360 km/h sein soll, erschließt sich mir nicht. Der Automobilvergleich hinkt sehr.

Flugstunden: damit fange ich als Laie wenig an. Ich habe mal recherchiert. Deutsche Jägerpiloten fliegen/flogen zwischen 80 und 120 Stunden pro Jahr.
Also sind 200 Stunden (in welcher Zeitspanne?) für einen Hobbypiloten nicht so wenig?
Wieviel Kunstflugstunden/Jahr sind denn ausreichend?
 
EDGE-Henning

EDGE-Henning

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Ein Busfahrer fühlt wesentlich früher, als ein PKW-Fahrer irgendwelche Kippmomente. Aufgrund von Erfahrung eine bessere Übersicht. Die Ausbildung ist viel anspruchsvoller. Jedenfalls zu meiner Zeit. Zum Fahren gehört nicht nur Gasgeben. Da ich mit allen Fahrzeugen lange Erfahrungen habe, behaupte ich das. Eine Spezialisierung ist trotzdem erforderlich. Rennfahrer muessen dagegen Lkw/Bus fahren können. Letzteres kann ich auch manchmal bestätigen.
 
dhc-4

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Hier fehlt in der Bewertung die Basis. Warum ein guter Busfahrer mit Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h, ein guter Rennpilot mit max. 360 km/h sein soll, erschließt sich mir nicht. Der Automobilvergleich hinkt sehr.

Flugstunden: damit fange ich als Laie wenig an. Ich habe mal recherchiert. Deutsche Jägerpiloten fliegen/flogen zwischen 80 und 120 Stunden pro Jahr.
Also sind 200 Stunden (in welcher Zeitspanne?) für einen Hobbypiloten nicht so wenig?
Wieviel Kunstflugstunden/Jahr sind denn ausreichend?
Es geht hier um Verbandskunstflug und nicht um Geradeausfliegen. Und wenn man diese 200 Stunden in ungefähr 10 Jahren loggt, inklusive Überführungsflüge, ist das schlichtweg zu wenig.
 
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