Triebwerk der IL-28, WK-1

Diskutiere Triebwerk der IL-28, WK-1 im NVA-LSK Forum im Bereich Einsatz bei; Ich lass neulig in einem Typenheft der IL-28. Die Triebwerke WK-1 arbeiteten mit einer Radialverdichtung. (Konstrukteur Klimow) Ich kenne aber...

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  1. #1 Mixray(Mi-9), 27.01.2007
    Zuletzt bearbeitet: 27.01.2007
    Mixray(Mi-9)

    Mixray(Mi-9) Berufspilot

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    Ich lass neulig in einem Typenheft der IL-28.
    Die Triebwerke WK-1 arbeiteten mit einer Radialverdichtung. (Konstrukteur Klimow)
    Ich kenne aber eigendlich, auch bei den anderen Triebwerken nur die Axialverdichtung.

    Wie aber funktioniert die Radialverdichtung? Kann da mal einer mir Nachhilfeunterweisung geben?

    Auf dem Bild sieht das Triebwerk doch recht eigenartig aus, und ich kann mir das noch nicht so richtig vorstellen.

    Gruss Mixray
     

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  3. #2 mosquito, 28.01.2007
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  4. #3 Hirsch, 29.01.2007
    Zuletzt bearbeitet: 29.01.2007
    Hirsch

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    Kpmpressor ist Kompressor: er verdichtet die Luft. Axial bedeutet, dass er dies entlang seiner Achse tut, dagegen verdichtet ein Radialkompressor quer dazu - also nach außen (häufiger) oder innen (seltener). Meist wird in den enstprechenden Triebwerken eine gemischte Konfiguration gebaut; also erst einige Stufen axial, da es weniger Platz benötigt und die Mehrstufigkeit besser "gebaut" werden kann, die letzte Stufe dann radial. Diese leitet die komprimierte Luft nach außen und ermöglicht damit der Herumführen der Luft um die Brennkammer. Die Luft wird der Brennkammer von hinten zugeführt, der Strom erfolgt hier also entgegengesetzt zur allgemeinen Bewegungsrichtung. Entsprechend ist der Abgastrakt dann in der Mitte des Triebwerks. Das ganze ist sinnvoll, weil man die Turbine dann unmittelbar am Kompressor anbauen kann, in kürzester Entfernung.
    Vorteil der Lösung ist, dass man keine Welle von der Turbine zum Kompressor durch die Brennkammer hindurch führen muss, denn das bedingt einen erheblichen baulichen Aufwand (Stabilität, Wärmeisolierung und -beständigkeit).
    Insbesondere bei kleinen, schnelldrehenden Triebwerken (mehrere 10 000 U/min) ist das aus Gründen der mechanischen Stabilität sinvoll und auch heute(!) üblich. So manches Hubschraubertriebwerk tut auf diese Weise seinen Dienst. Damals schon die Mi-2, und im Westen ist nach wie vor das Allison Jet 250 üblich, welches genau so arbeitet.
     
    EDGE-Henning gefällt das.
  5. #4 Mixray(Mi-9), 08.02.2007
    Mixray(Mi-9)

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    Ich hatte noch gar keine Zeit, Euch beide für die "Aufklärung" zu danken, also hier und jetzt, vielen Dank:TOP:
    Ich hatte immer im Hinterstübchen den Verdacht mit der Mi-2, war mir aber nicht mehr sicher.

    Gruss Mixray
     
  6. Hirsch

    Hirsch Flieger-Ass

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    Der Vollständigkeit halber noch mal einige Ergänzungen: die von mir beschriebene Variante des Triebwerks mit Radial(stufen)kompressor mit Herumführung der Luft um die Brennkammer, um sie von hinten "einzuschleusen", ist nur sinnvoll bei Wellenleistungstriebwerken. Bei Jet-Triebwerken, wie es letzten Endes auch das WK-1 ist, muss die Strömungsrichtung der Luft/Abgase so beibehalten werden, dass sie nach hinten ausgestoßen werden. Schließlich ist der Impuls des Abgases die wichtigste Größe, aus der das Flugzeug seine vorwärtstreibende Kraft bezieht!

    Das WK-1 hat einen einstufigen Radialkompressor, insofern ist die Verdichtung realtiv gering, andererseits arbeitet eine Radialstufe aber in einem größeren Drehzahlbereich effektiver als eine Axialstufe. Man hat die Radialstufe seinerzeit wohl der Einfachheit wegen gewählt.
     
  7. DDA

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    Hier hab ich mal ein Bild des WK1 (hier allerdings WK1F, also mit Nachbrenner, macht aber aus dieser Perspektive keinen Unterschied). Der graue Streifen ist der mit einem kleinen Gitter verkleidete Lufteinlauf, direkt dahinter befindet sich der Radialverdichter. Die Luft strömt dann in die rings um das Triebwerk angeordneten Brennkammern (13 Stück bei diesem TW). Einige der Brennkammerköpfe sind als schwarze halbrunde Aufsätze zu erkennen.
    Dort fließt die Luft wieder in Richtung Symmetrieachse, sie wird von der Turbine wieder in einen zur Achse parallelen Luftstrom umgeleitet und verläßt so das Triebwerk.

    Zur Drehzahl: dieses Triebwerk lief bei 100% mit 11650 (-50) 1/min.

    Axel
     

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  8. DDA

    DDA Alien

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    Im zweiten Bild sind die Brennkammern in Ihrer Lage bezüglich der Rotationsachse besser zu erkennen. Dir schwarzen Kammerköpfe nehmen am linken Ende in einem rechtwinkligen Flansch den Luftstrom aus dem Radialverdichter (die Luft strömt radial aus dem Verdichter, daher auch der Name) auf und lenken ihn um ca 135° um. Die silbrigen bauchigen Röhren sind die eigentlichen Brennkammern. Hier wird der Kraftstoff eingespritzt und verbrannt. Im hinteren Teil ist noch der Abströmdiffusor zu erkennen, vor diesem sitzt die Turbine.
    Das Folgende gilt nicht für die Triebwerke der IL28:
    Bei diesem Triebwerk erfolgt die Einspritzung des Kraftstoffes für die Nachverbrennung im Gegenstromprinzip, also gegen die Luftströmrichtung. Die Düsen sind somit von außen nicht erkennbar, dafür aber die 4 Leitschaufeln, die, so vermute ich, auch zur Flammstabilisierung dienten.

    Axel
     

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  9. #8 Mixray(Mi-9), 20.02.2007
    Mixray(Mi-9)

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    Gute Bilder, wo hast du die aufgenommen?
    Das ist ja sehr kompackt und aufwendig gebaut. Das ist ja wohl nicht länger als 1,6m. Durchmesser 0,8m?

    Ich zähle bei den Brennkammern aber nur 9 Stück, da fehlen mir 4.
    Gruss Mixray
     
  10. Tokmak

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    Steht bei uns im Terminal Cottbus-Drewitz. Ist ein TW der MiG-17.
     
  11. #10 Mixray(Mi-9), 20.02.2007
    Mixray(Mi-9)

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    Ist es das Museum von dem hier immer wieder die Rede ist, auf dem ehemaligen FP in Cottbus, oder ein anderes Gelände? Auf dem sich auch ESPEZ immer rumtreibt, oder besser gesagt arbeitet?
    Gruss Mixray
     
  12. ESPEZ

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    Und hier mal zur besseren Veranschaulichung das Schnittmodell dieses Types.
     

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  13. Tokmak

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    ESPEZ treibt sich im Flugplatzmuseum Cottbus-Nord rum. Die sind richtig gut,haben auch viele Flieger und Technik rumstehen. www.flugplatzmuseumcottbus.de

    Wir sind Cottbus-Drewitz ( ehem. JG7 und JBG37 ) ca 30 km nordöstlich. Haben zwar auch ein kleines Museum zur Platzgeschichte, aber keine Technik.

    Sag ich`s nicht, die sind richtig gut.:TOP:
     
  14. DDA

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    @Mixray,
    da hat mich mein eigentlich gutes Zahlengedächtnis mal im Stich gelassen, entschuldige bitte. Das WK1 hat wirklich nur 9 Brennkammern. Dafür hab ich mich noch einmal die Suche nach den Daten des Triebwerkes gemacht. Die folgenden Zahlen beziehen sich wieder auf das WK-1, besser das WK-1A, eine leichte Weiterentwicklung des WK-1, welches unter anderem in der MiG-17 (glatt) eingesetzt war.


    Länge: 2640 m
    Durchmesser: 1270 mm
    Gewicht: 872 kg


    Axel
     
  15. Tokmak

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    Respekt!!! :TOP: Es sollte heißen: ex. Funker - ex. Triebwerker
     
  16. DDA

    DDA Alien

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    Ja, danke, aber die Zahlen hab ich gefunden, nicht aus dem Gedächtnis gekramt.

    Axel
     
  17. #16 Mixray(Mi-9), 20.02.2007
    Mixray(Mi-9)

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    Aber das längste Teil war wohl die Schubdüse, denn auf dem einen Bild, sah es gar nicht soooo lang aus, der Durchmesser ist ja auch nicht ohne, hatte ich mir doch etwas schlanker vorgestellt.
    Gruss Mixray
     
  18. DDA

    DDA Alien

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    Der relativ große Durchmesser resultiert aus dem Arbeitsprinzip, der Radialverdichtung. Die Luft strömt halt erst nach außen, um dort wieder auf den Weg in Richtung Achse gebracht zu werden. Daher waren auch die Triebwerksgondeln relativ dick, wie es die IL-28 zeigt, auch die Rümpfe der MiG15/17 mußten den recht großen Triebwerksaußendurchmesser aufnehmen. Erst die späteren Axialverdichter ließen die Durchmesser der schrumpfen, so konnten dann in die MiG19 bei verträglichem Rumpfdurchmesser 2 Triebwerke
    eingebaut werden.

    Die Schubdüse, die für den Nachbrennerbetrieb notwendig ist, fehlt allerdings auf den Bildern. Das Triebwerk endet an den Flammstabilisatoren und dem Abströmdiffusor. Inwieweit die Schubdüse noch zum Triebwerk zählt, kann man sich streiten.

    Axel
     
  19. jopro

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    Ein schönes Exponat, aber steht das gute Stück etwa im Freien?:confused: :FFCry: :?!
     
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    Hallo

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  21. ESPEZ

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    Ich denke mal Du spielst auf die "rotbraune Farbe" :( des Schnittmodells an.
    Die war aber leider schon mit im "Lieferumfang" enthalten.
    Zur Zeit steht das gute Teil aber trocken bei fresco in der Rekon-Halle.
     
  22. #20 Mixray(Mi-9), 21.02.2007
    Mixray(Mi-9)

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    @ ESPEZ
    Das ist wirklich ein seltenes Ausstellungsstück und ich habe echt Lust, mal bei euch vorbeizuschauen, wenn dann nicht diese Entfernung so weit währe.
    Mit dem Hubi von Basepohl, wo auch noch mein Haus in der Nähe steht, war es nicht das Problem, aber mit dem Auto, mal so ebend schnell einen kleinen Museumsbesuch zu machen, ist doch recht aufwendig.

    Na ja, eines Tages vieleicht mal, auf dem Weg zur 416 in Oberkotzau, fahre ich den Umweg. Ich hoffe ich bereuhe dann nicht die Tour nach Oberkotzau.

    Gruss an alle, Mixray
     
Moderatoren: AE
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