Unbekannter Flugzeugrumpf – Wer kann helfen?

Diskutiere Unbekannter Flugzeugrumpf – Wer kann helfen? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Die Fotos sollen definitiv aus Halle stammen: „Flugzeugwerk, Halle“. Es gibt nun doch einen Zeitraum: Juni 1937 bis Dezember 1943.
Stefffien

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Stell doch mal ein Bild bei den Bilderrätsel - Ratefüchsen ein.

Anderer Ansatz: Ist das Foto vielleicht in die Privatsammlung "gerutscht" und stellt gar keine deutsche Entwicklung dar? Kann man anhand der Personen (z.B. der Kollege mit Uniform) vielleicht erraten, welches Land es ist? Ich meine vielleicht ist es in Deutschland, vielleicht gibt es aber auch Hinweise auf ein anderes Land.
Die Fotos sollen definitiv aus Halle stammen: „Flugzeugwerk, Halle“. Es gibt nun doch einen Zeitraum: Juni 1937 bis Dezember 1943.
 
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Hast du Bilder von der Produktionsstätte im ehemaligen Pianowerk Ritter? Vielleicht dort und nicht an der Dessauer Straße?
Hab nur verpixelte Draufsichten. Sehe morgen mal nach.
 
AGO Scheer

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Die Fotos sollen definitiv aus Halle stammen: „Flugzeugwerk, Halle“. Es gibt nun doch einen Zeitraum: Juni 1937 bis Dezember 1943.
Also wenn ich mir den Rumpf ansehe, verweist das Design deutlich auf einen Zeitraum vor 1937.

Tatsächlich sehe ich auch einige optische Parallelen zur frühen Weihe. Aber ich denke mal nicht, dass dieses Flz etwas mit Paul Klages oder A. v. Faehlmann zu tun hat.

Allerdings könnte ich Hennings Frage nach dem dritten AGO Entwurf, einem Verkehrsflugzeug, auch nicht beantworten, weil es nach dem Stand der Forschung derzeit selbst im persönlichen Nachlass vom P.K. gar keine bildliche Darstellung des Entwurfs oder der Attrappe gibt.

Der Aufbau des angefragten Rumpfes ist auch grundsätzlich anders, aber das Design...bringt mich wieder zu den beiden...

Wichtige Frage: WER war führender Entwurfsingenieur bei Fh???
 
FREDO

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Und der hat seine Entwürfe ja von Böblingen mitgebracht...
Auch, wie Siebel sieht das nicht aus. Draußen in Mötzlich gab es keine solchen Ziegelbauten, und in Mehrgeschossig, nebst Wagenremisen im Untergeschoss. Und auch bei Ritter in der Äußeren Hordorfer ist mir solch ein Bau nicht untergekommen; da gab es eine Werkhalle mit Shed...
Ich bin im Zweifel, ob die Bildquellenangabe so stimmt...

Und, Attrappenbau/Musterbau war wie angemerkt, geheim und andererseits auch im Werk I angesiedelt: Flugzeugwerft der FEA14. Weiterhin ist auch in den Revisionsberichten der Bilanzprüfung kein Ansatz für eine solche Entwicklung.
(Kühne Vermutung: Von irgendwo aus dem westlichen Ausland "hereingerutschte" Bilder? Frankreich, Belgien, Niederlande?)
 
HoHun

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Moin!

Stimmt. Die 104 war ja ursprünglich noch bei Klemm entworfen...

Ich bin inzwischen bei Walter Blume und Albatros. Die L 83 zeigt Ähnlichkeit.
Stimmt, wobei im Detail hier ein großer kreisrunder Ausschnitt für die Motorfront vorliegt, beim Rätselrumpf dagegen ein kleinerer, von einem Steg umrandeter.

Über Arado habe ich auch nachgedacht, aber überlegt, dass die Konstruktion des Hinterrumpfes wahrscheinlich nicht geeignet ist, um die Höhenflosse achtern der Seitenflosse anzubringen, was ja so ein bißchen das Albatros-Markenzeichen war. Es sieht für mich so aus, als ob der Hohenflossen-Hauptholm durch die rechteckige Durchbrechung der Struktur im unbeplankten Teil des Hecks geführt werden sollte, so daß er etwa in Höhe der Seitenleitwerk-Vorderkante liegen würde.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
Stefffien

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Es könnte ja sein, dass der ehemalige Besitzer der Fotos tatsächlich von 1937 bis 1944 bei Siebel in Halle gearbeitet hat – möglicherweise davor aber in Johannisthal bei Albatros??? Und die Fotos schon aus dieser Zeit stammen, eine spätere Zuordnung fehlerhaft ist.
Also ich finde die Ähnlichkeit zur L 83 sehr überzeugend, wenn auch hier in einer Entwicklungsphase(?) noch nicht jedes Detail stimmt.
 
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Denke auch, dass die Geschichte so oder so ähnlich verlaufen ist.
Klemm ist ja wegen der "schlechten" strategischen Lage (Nähe zu Frankreich) auch eher unfreiwillig von Böblingen nach Halle gekommen. Derartige Umstrukturierungen, heute würde man Optimierungen sagen, wird es auch bei anderen Herstellern gegeben haben. Gefühlt passt das Bild auch m. M. n. besser in die erste Hälfte der 30-er Jahre.
 
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Moin!

Über Arado habe ich auch nachgedacht, aber überlegt, dass die Konstruktion des Hinterrumpfes wahrscheinlich nicht geeignet ist, um die Höhenflosse achtern der Seitenflosse anzubringen, was ja so ein bißchen das Albatros-Markenzeichen war. Es sieht für mich so aus, als ob der Hohenflossen-Hauptholm durch die rechteckige Durchbrechung der Struktur im unbeplankten Teil des Hecks geführt werden sollte, so daß er etwa in Höhe der Seitenleitwerk-Vorderkante liegen würde.
Nachdem ich mir ein anderes Foto der L83 angeguckt habe, auf dem Höhenleitwerk tatsächlich zu erkennen ist, war dort die Auslegung tatsächlich so, dass die Höhenflosse vor der Seitenflosse lag. Das würde zum Rätselrumpf passen, auch wenn die übrige Bauausführung deutlich anders ist (und die L83 z. B. keine feste Seitenflosse hat).

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
AGO Scheer

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Das Leitwerk mit der vornliegenden Höhenflosse war Blumes "Handschrift": bei Al und Ar erkennt man eine " Blume" sofort daran.

Dass der Rätselrumpf das nicht hat, spricht nicht zu 100% gegen Blume, denn der verließ bekanntlich "Albatros" nach Eingliederung in "Focke Wulf", weil er bei FW nicht Leiter des Kobü werden konnte (und sollte).
Deswegen ging er überhaupt erst zu Arado...

Nun ist aber nicht ausgeschlossen, dass bei FW (wie die Fw 55 zuvor L 101/102/103) ein früherer Al Entwurf aufgegriffen wurde.
Das zeigt nun auch auf FW.

Arado würde ich ausschließen, da Blume hier seinen " Stempel" durchgesetzt hätte.
 
Junkers-Peter

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Interessanter Ansatz mit Blume und Albatros. Aber war nicht z.B. die L 83 wie fast alle Albatros-Flugzeuge in Gemischtbauweise hergestellt? Also ein Stahl-Rohrgerüst, vorn geplankt mit Dural und hinten mit Leinwand? Der Rumpf in #1 macht einen viel aufgeräumteren und fortschrittlicheren Eindruck und könnte sogar ein Schalenrumpf sein. In diese konstruktiven Regionen kam Albatros nie.

Die frühen FW-Konstruktionen sind ebenfalls in Gemischtbauweise hergestellt.
 
AGO Scheer

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Ich bin ja immer noch bei einer Attrappe. Siehe auch Triebwerk"verkleidung"...
Optisch wäre durch Anstrich der Holzverkleidung auch ein "Ganzmetall"-Effekt zu erzielen.
 
Junkers-Peter

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Ich schwanke auch noch zwischen Attrappe und "echt". Momentan bin ich bei echt. Alle Attrappen, die ich kenne von Fotos (meist Junkers), sind eher roh ausgeführt und selten komplett, also als gesamter Rumpf gebaut. Und: Die Attrappen waren nicht "selbsttragend" also nicht in sich stabil, konnten also nicht mal eben so in der Gegend herumkutschiert werden. Die wurden auf Holzgestellen im Attrappenbau zusammengenagelt und standen dort.

Und wieso sollte man eine Attrappe anstreichen? 🤔 Attrappen dienten in erster Linie zur Klärung von Einbaufragen von Ausrüstung und Menschen.

Lasse mich aber gern vom Gegenteil überzeugen.
 
AGO Scheer

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Ich hatte ja schon als Beispiel mit Seitenangabe geschrieben, dass die Attrappe des Verkehrsflugzeuges, das Klages (als einen von sieben Entwürfen) für AGO entworfen hatte, durchaus vergleichbar war.
Die bekam sogar Alubeplankung. Sicher: Ungewöhnlich. Aber vielleicht doch kein Einzelfall.
 
Friedarrr

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Es könnte ja sein, dass der ehemalige Besitzer der Fotos tatsächlich von 1937 bis 1944 bei Siebel in Halle gearbeitet hat – möglicherweise davor aber in Johannisthal bei Albatros??? Und die Fotos schon aus dieser Zeit stammen, eine spätere Zuordnung fehlerhaft ist.
Vom Gebäude her kommt Johannistahl schon sehr gut in frage...
 
Junkers-Peter

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Alles klar, Rene, wollte deine Expertise in dieser Sache in keiner Weise anzweifeln.

@Friedarrr
Ist das jetzt mehr so ein Gefühl mit Johannisthal oder beruht die Aussage auf Fakten?

Und BMW als Motor hat ja schon Hilmar ins Spiel gebracht. :TD:
 
Friedarrr

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@Friedarrr
Ist das jetzt mehr so ein Gefühl mit Johannisthal oder beruht die Aussage auf Fakten?
Nein, mehr ein Gefühl. Hätte ich das Gebäude zweifelsfrei identifiziert hätte ich schon deutlicher geschrieben.
Ich meinte halt auch weil hier schon Niederlande und Belgien erwähnt wurde.
Es wird meist im Kreuz oder Blockverband gemauert. Das möchte ich hier erkennen..
Es ist aber kein Holländischer- oder Flämischerverbund.

Und in Johannistahl(Adlershof) sieht/sah man eben genau solchen Baustiel. Was nicht heißen soll das es in Halle solchen nicht gegeben hat.

Halle in Johannistahl. Das Verputzte muss man wegdenken, das ist im nachhinein geschehen.
 
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@Junkers-Peter
Als Expertise war das auch nicht gemeint. 100% Sicherheit gibt es hier noch nicht.

Der Faden lebt vom Diskurs und ich freue mich sehr über das spannende Thema, bei dem wir ja schon immerhin ein kleines Stück weiter gekommen sind... Jetzt sogar schon mit Mauerwerk- Analyse!

Zur Attrappe noch etwas:
Der Begriff "Attrappenbau" reicht ja vom "Pappzustand" bis zu im Stand funktionsfähigen Attrappen, wie wir es beim kopfgekoppelten Projekt der 225 schon diskutiert hatten.

Aber, wie gesagt, für 100% ist es zu früh... Es bleibt spannend.
 
Thema:

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