Unbekannter Flugzeugrumpf – Wer kann helfen?

Diskutiere Unbekannter Flugzeugrumpf – Wer kann helfen? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Jetzt weiß ich, warum ich auch immer an "Postflugzeug" denken muss: das Flügelprofil ist für ein Flugzeug dieser Größe und dieser Zeit erstaunlich...
bodo

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Testpilot
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Ich weiß nicht warum, aber irgendwie asoziiere ich mit diesem Bild immer ein Postflugzeug, wahrscheinlich wegen der fehlenden Fenster.
Jetzt weiß ich, warum ich auch immer an "Postflugzeug" denken muss: das Flügelprofil ist für ein Flugzeug dieser Größe und dieser Zeit erstaunlich dünn. Könnte vielleicht auch ein Aufklärer sein, oder ein Rekordflugzeug. Bei der L83 ist übrigens der Schwanz im Verhältnis zur Flügeltiefe wesentlich länger (fast doppelt so lang).
 
Emzet59

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Kunstflieger
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Vielleicht handelt es sich nicht um einen Neubau, sondern um einen Umbau zu einem "Frachtflieger", wobei die Art der Fracht ( Post, Luftbildkamera, ...) zunächst egal ist.
Könnte auch eine Instandsetzung (nach Beschädigung) sein.
Bei beiden Varianten würde man zumindest den Beruf des Fotoeigentümers und die genannte Zeit unter einen Hut bekommen.
Nur so eine Idee... .
 
AGO Scheer

AGO Scheer

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Es gab im Nationalsozialistischen Deutschland keine privaten Auftraggeber. Da war alles staatlich geregelt.
Die Industrie konnte nicht einmal bestimmen, was wer und wieviel an Lohn erhielt. Das RLM bestimmte und legte fest, erteilte Aufträge und bis auf eine (wörtlich) Handvoll werkseigener Entwicklungen einzelner Firmen, sind alle Typen zunächst offiziell ausgeschrieben, als V-Maschinen getestet, dann wurden
die Unterlegenen entweder verschrottet oder ins Ausland verhökert und der Gewinner der Ausschreibung ist in Serie gegangen.
Alle Ausschreibungen sind doch archiviert.

Wie passt da der Vogel rein?

Ich bin deswegen immer noch bei einer Atrappe der L, die eben so nicht als V-Maschine gebaut wurde. Weiß der Geier, warum da das "Blume-Leitwerk" nicht dran ist...
Also für mich ist das der Zustand einer Attrappe VOR der Herstellung einer serienreifen und flugfertigen Maschine.

Btw. Die Attrappe der 225 wurde bei AGO erst am 11.01.1944 durch Bombenwurf vernichtet. Solange hätte die auch jemand fotografieren können und "AGO 1943" dranschreiben.
Hätte gestimmt.
 
Junkers-Peter

Junkers-Peter

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Aufgrund der besseren Scans halte ich das für eine echte Konstruktion. Man beachte die Ausführung des Seitenleitwerks mit den Spanten und den Erleichterungslöchern. Eher untypisch für eine Attrappe. Eher typisch für die damaligen Flugzeuge: Nase der Flosse aus Leichtmetall und die Fläche dahinter (hier noch frei) wurde später mit Stoff bespannt.

Einen der 6-Zylinder-Reihenmotoren aus den 20er Jahren (z.B. L 5) erachte ich für zu schwach für dieses doch relativ große und schwere Flugzeug, und für einen V-12-Motor wie BMW VI wirds sehr eng - zu eng für meine Begriffe.

Und den Beruf des Flugzeugklempners gab es damals durchaus.

Aber der Zusammenhang zwischen Siebel und Albatros will mir nicht so richtig in den Sinn.
 
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JohnSilver

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Im Lotter Kreuz links oben
Hat das "Ding" nicht sogar ein Spornrad angebracht? Und würde das bei einer Attrappe Sinn machen?



Mich stört allerdings auch der relativ geringe Einbauraum für einen Motor vor dem Cockpit.
Ließe sich dort ein für die Größe des Flugzeugs adäquater Motor einbauen, das müsste ja nicht zwangsläufig ein deutsches Fabrikat sein.

Die Ähnlichkeit zur L 83 ist aber wirklich verblüffend.
 
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koehlerbv

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Könnte "das Ding" zu einer Spielfilmproduktion Ende der 20er / Anfang der 30er passen? Könnte man sich da an echte Flugzeugbauer gewandt haben?
 
HoHun

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Moin!

Aufgrund der besseren Scans halte ich das für eine echte Konstruktion.
Der Meinung bin ich auch.

Und einen der 6-Zylinder-Reihenmotoren aus den 20er Jahren (z.B. L 5) erachte ich für zu schwach für dieses doch relativ große und schwere Flugzeug.
Groß vielleicht, schwer dagegen ... vielleicht nicht.

Die Junkers F13 fing mit so etwa 10 kg/PS an, das wäre bei 280 PS für den L 5 dann gut für 2800 kg Fluggewicht. Späte Versionen der F13 waren nicht ganz so schwer, aber nicht weit drunter.

Der L5 wurde auch in der Albatros L83 verwendet, die immerhin 2,6 t auf die Waage brachte. Die L83 ist aber auch eine motorsegler-artige Kombination ... sozusagen die Dinosaurier-Variante der Klemm Kl 25 ;-)

Bei näherer Betrachtung sieht der Rätselrumpf tatsächlich ein bißchen aus wie ein modifizierter L83-Rumpf. Man erkennt sogar einen mittleren Blechsteg in der Position, in der sich bei der L83 der Steg zwischen den beiden vorderen Kabinenfenster befindet. Die diagonale Unterkante des Cockpits ist ebenfalls wiedererkennbar.

Ich sehe auch gerade auf anderen Fotos der L83, dass dieser Typ auch einen vom Oberrumpf abgestrebten Flügel hatte, was genau zu den Anschlußpunkten am Rätselrumpf passen würde.

Also tatsächlich ein "Rennrumpf" für die Albatros L83?

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
FREDO

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Es ist nach meinem Dafürhalten keine Verbindung mit SFW herzustellen; weder typisch, noch territorial. Fecher ist nicht zu sehen; eine Anwesenheit vom kaufmännischen GF Dr. Walther Seitz erkenne ich zumindest nicht, zumal sein Arbeitsbereich auch eben nicht mit der unmittelbaren Produktion zu tun hatte.
 
AGO Scheer

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Danke an Hilmar (und Günter Frost).
Toller Artikel, der einige der Thesen bestätigt, andere wieder etwas verblassen lässt.
Meine bislang vehement vertretene Theorie einer Attrappe könnte tatsächlich wackeln, denn Frost schreibt ja, dass es da offensichtlich Lücken in der Dokumentation gab.
Warum also nicht eine weitere (begonnene, aber unvollendete) Maschine?

Was relativ sicher ist:
  • vor 1933
  • Albatros und L.83-Variante
  • L5
 
JohnSilver

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Wenn jemand Kontakt zu Günter Frost hat, könnte er ihn vielleicht auf diesen Faden aufmerksam machen.
 
L Andersson

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This is one of the more interesting threads here. A wild guess: On 22 February 1929 design and construction of a mock-up of the twin-engine EL 46, or L 81, bomber was ordered from Albatros by the RVM. A mock-up was built, but the contract was cancelled in March 1930 and replaced by an order for one each of the L 83A, L 100 and L 101. The L 81 designation was then re-used for the EL 41 Electra. Could perhaps the aircraft fuselage on the photos be the EL 46/L 81? The openings in the nose could be windows + a small opening for the MG.
 
Tracer

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Wirklich spannender Thread! Was mir als Laien auffält:
Das Tragflächenprofil und die Verstärkungssttreben wirken auf mich wie aufgesetzt, an den Rumpf angebaut. Ist das nicht irgendwie untypisch? Es müsste doch eher als Teil der Rumpfkonstruktion erscheinen. Als nächstes seht ihr eine Ähnlichkeit zur L 83, prinzipiell stimme ich dem zu, aber dieser Rumpf erscheint mir eher rundlicher im Querschnitt und nicht so kastenförmig wie der der L 83.
 
L Andersson

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Flieger-Ass
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The EL 46/L 81 Attrappe was built before the type was cancelled and (part of?) the cost was RM 6429.
 
Emzet59

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Back to the roots:
Gegeben:
Die Fotos und Steffens Angaben (Zeitraum 1934-45, Halle/S., Klempnerberuf bei den SFW und der Reichsbahn).

Gesucht:
Genauer Ort, Flugzeugtyp und Zweck der Arbeiten.

Zum Ort:

Es ist nach meinem Dafürhalten keine Verbindung mit SFW herzustellen; weder typisch, noch territorial.
Bin Fredo's Meinung, dass das nicht auf dem Gelände der SFW ist.
Der bauliche Zustand, der beim neuen Foto besser zu erkennen ist, deutet auf ein betagtes Gebäude hin (Zustand Mauerwerksfugen links, Rost am Torflügel). Müsste also aus FEA-Zeiten stammen. Und da kommt nur das Werftgebäude in Frage, was es aber eindeutig nicht ist (Kurzfassung).

These:
Wenn der Mann Klempner bei den SFW/der Reichsbahn war, könnten die Blechklempnerarbeiten auch im halleschen RAW (SFW-Sub ?) durchgeführt worden sein. Der Baustil und die 2 uniformierten Kollegen (Reichsbahn ?), die erst nach dem offiziellen Gruppenfoto beim 2. Bild (vom 8.4.2021) zu sehen sind, könnten dafür sprechen.

Flugzeugtyp und Zweck der Arbeiten:
Hatte ja die These gewagt, dass es sich auch um einen (L83-)Umbau handeln könnte. Der könnte ja durchaus im o. g. Zeitraum stattgefunden haben.
Die sehr stichhaltigen Argumente (Chapeau!) zu baulichen Abweichungen (z.B. Leitwerke, Rumpfform) ließen sich mit Änderungen bezüglich Nutzlast und deren Lage im Flugzeug erklären.
 
HoHun

HoHun

Testpilot
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Hi,

Could perhaps the aircraft fuselage on the photos be the EL 46/L 81? The openings in the nose could be windows + a small opening for the MG.
In my opinion, we can confidently exclude a twin-engined type due to
  • the very characteristic shape of the top of the cowling, with two longitudinal bulges to cover symmetric engine parts,
  • the engine bearer frame visible at the sheet metal edges on the side of the cowling, which form an A-frame perfectly consistent with the type of engine bearer required to mount a Junker L2 or L5 engine.

The two bulges first made me think of an upright V-engine, but it seems that with the L2/L5 engine series, you'd often have a rather bulky plenum-chamber-type intake on the port side, and perhaps a similarly bulky exhaust on the starboard side. However, that might not perfectly explain the bulges ... ideas would be welcome!

Regards,

Henning (HoHun)
 
HoHun

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Moin!

Wirklich spannender Thread! Was mir als Laien auffält:
Das Tragflächenprofil und die Verstärkungssttreben wirken auf mich wie aufgesetzt, an den Rumpf angebaut. Ist das nicht irgendwie untypisch? Es müsste doch eher als Teil der Rumpfkonstruktion erscheinen.
Ja, sieht etwas komisch aus. Ich gehe davon aus, daß es sich um ein Rohrrahmengerüst handelt, bei dem die Flächenanschluß-Querschnitte mit quer durch den Rumpf verlaufenden Rohren miteinander verbunden sind und so ein tragendes Gerippe bilden. Lücken innenbords der Anschluß-Querschnitte wurden bestimmt nach dem Zusammenbau mit Blechen verkleidet - vielleicht waren diese Lücken sogar die für den Zusammenbau notwendigen Handlöcher.

Tschüs!

Henning (HoHun)
 
lutz_manne

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Zum Ort, über dem Torbogen scheint etwas eingemeisselt zu sein. Vielleicht kann das jemand erkennen?


Rechts über dem Tor ist ein Schild... schlecht erkennbar. Der Schriftzug könnte aber mit "...tor" enden?!
 
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Thema:

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