Ursprung der Modellbaumaßstäbe

Diskutiere Ursprung der Modellbaumaßstäbe im Modellbau allgemein Forum im Bereich Modellbau; Schöner Beitrag, freue mich schon auf den nächsten ersten Montag... @Eidner, willst Du wissen, wie man auf die krumme Zahl von 1/72 kommt, oder...
Airboss

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Schöner Beitrag, freue mich schon auf den nächsten ersten Montag...
@Eidner, willst Du wissen, wie man auf die krumme Zahl von 1/72 kommt, oder habe ich was falsch verstanden... ich glaube (belehrt mich, wenn ich unwahr schreibe!), es liegt einfach an der Umrechnung aus dem amerikanischen, die hatten ihre Modelle in einem geraden Maß von z.B. 1 zu 5 INCH. Wenn man das auf unser metrisches Weltbild umlegt, kommt man auf so komische Zahlen, wie 1/72.
 
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Original geschrieben von Steffen Voigt
@Eidner, willst Du wissen, wie man auf die krumme Zahl von 1/72 kommt
ich glaube es liegt einfach an der Umrechnung aus dem amerikanischen, die hatten ihre Modelle in einem geraden Maß von z.B. 1 zu 5 INCH.
1. Ja
2. Belehren will ich keinen :(
3. Die Umrechnung heißt 1 : 5 egal ob cm, Inch, Zoll, mm, Meilen ...
Die "krummen" Zahlen entstehen bei mir wenn ich einen beliebigen Plan auf A4 verkleinere. Der Faktor ist egal hauptsache es passt aufs Blatt. Dabei kommen dann Maßstäbe von z.B. 1 : 287 raus. Soviel aus der Baubranche. Aber wie 1 / 72 ?
 
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Markus_P

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@Eidner

Das mit der Umrechnung bei den Imperial Units als, die Maßeinheiten, die man in z.B. Nordamerika viel verwendet stimmt schon, aber halt nicht ganz so, wie es Steffen beschrieben hat... aber auch ich mag mich irren...
da das Inch-System auf 2er Potenzen als Teilung (2,4,8,16...) beruht, bekommt man brauchbarere Ergebnisse, wenn man entsprechende Teiler verwendet, also 32, 48, 72, (96) etc.

Große Objekte werden oft in feet (=12 inch) bemessen, kleine in inch... bei 1/48 entspricht also ein Fuß im Original genau einem viertel Zoll im Modell, weswegen der Maßstab auch "Quarter-Inch-Scale" genannt wird (gell, quarter? :) )

Ob die 1/72 genauso glatte Ergebnisse liefert?? schätze, hier liegt einfach die einfachere Umrechnung von/zu 1/48 (Faktor/Teiler 1,5) zugrunde und die Nähe zum Eisenbahnmaßstab OO (1/76), siehe alte Airfixprodukte... aber eigentlich gehört das Ganze in einen anderen Thread ;)

Original geschrieben von Eidner
Die "krummen" Zahlen entstehen bei mir wenn ich einen beliebigen Plan auf A4 verkleinere. Der Faktor ist egal hauptsache es passt aufs Blatt. Dabei kommen dann Maßstäbe von z.B. 1 : 287 raus.
Das gab es auch, nannte sich Boxscale, Maßstab egal, hauptsache es passt in den Karton! ;)
 
Shadow

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Markus sieht das schon richtig ;)

Den Ursprung finden wir in der Zahl 12, die im Angelsächsischen oft für Unterteilungen der Maßeinheiten benötigt wird, siehe z.B. alte Währungen oder eben die Umrechnung von inch in feet.

So wie bei uns vieles auf die Basis 10 zurückzuführen ist, so kann auch jede andere Zahl als Basis genommen werden, in der EDV kennen wir das ja vom Dual-, Octal- oder Hexadezimalsystem.

Das funktioniert auch mit der 12, wir kennen ja schließlich noch den Begriff 'Dutzend'. Außerdem haben wir für die Zahlen 11 und 12 auch eigene Wörter 'elf' und 'zwölf' nicht etwa 'einszehn' oder 'zweizehn'. Die 12 als Basis hat den großen Vorteil, dass sie gut durch 2, 3, 4 und 6 teilbar ist, der Nachteil ist, dass der Mensch - in der Regel - nur 10 Finger hat :)

Für jemanden, der täglich mit diesem System rechnet, macht das Teilen durch 12 keine Schwierigkeiten. So wie wir bei der Umrechnung von 1:10 das 'Komma um eine Stelle verschieben' oder aus Zentimeter Millimeter machen, werden eben aus feet inch.

Daher sind die gebräuchlichen Maßstäbe gar nicht so krumm, denn der Maßstab 1:144 entspricht dann von der Denkweise her unserem Maßstab 1:100. Hier finden wir auch die Zahlen 72 und die 24 wieder :)

Den Quarterscale hat Markus ja schon erklärt, fragt mich aber nicht, wo die 1:35 bei den Militärfahrzeugen herkommen :FFTeufel:

Ein inch sind übrigens 2,54cm! Aha, die 2,54 kenne ich doch :?! Genau, aus der Elektrotechnik, hier gibt es den Begriff mil, das ist ein 1/1000 inch und 100 mil also 2,54mm ist ein weit verbreiteter Pinabstand (gewesen).
 
Markus_P

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aber, wie passt dann die 32 da rein, durch 12 teilbar ist die nicht!
:?! die kann ich nur mit den Teilungen beim inch erklären... (1/2, 1/4, 1/16 um nur einige wenige zu nennen...)
 
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Original geschrieben von Shadow
Ein inch sind übrigens 2,54cm! Aha, die 2,54 kenne ich doch :?! Genau,
aus dem Rohrleitungsbau, da sind 2,54 cm ein Zoll.
 
Flying_Wings

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Original geschrieben von Markus_H_P
aber, wie passt dann die 32 da rein, durch 12 teilbar ist die nicht! :?!
48 * 1,5 = 72
48 / 1,5 = 32 :!:
Übrigens eine :TOP:-Erklärung von Shadow!!

F_W
 
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Original geschrieben von Eidner
aus dem Rohrleitungsbau, da sind 2,54 cm ein Zoll.
Klar, daher kennen wir die Zahl auch. Das Wort Inch ist auch nur die angelsächsische Übersetzung der Maßeinheit 'Zoll'.

Ich denke natürlich zuerst an die Elektrotechnik :D

Professor Brommundt möge mir verzeihen :FFTeufel:

Danke Andreas :)

Noch eine Ergänzung, damit es etwas deutlicher wird: In Deutschland wurden diese alten Maßeinheiten übrigens auch verwendet, je nach Landesteil gab es zwar Unterschiede, aber die alten Preußen hatten die Basis '12' konsequent genutzt:

1 Rute = 12 Fuß
1 Fuß = 12 Zoll
1 Zoll = 12 Linien
wobei das preußische Zoll etwas länger als 2,54 cm war.

Für den - beliebten :D - Maßstab 1:72 können also pro Fuß 2 Linien gerechnet werden, das geht auch ohne Taschenrechner :TD:
 
Markus_P

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Original geschrieben von Flying_Wings
48 * 1,5 = 72
48 / 1,5 = 32 :!:
Ja, das hatte ich mir auch schon so gedacht, dann aber wieder verworfen, da das ja dann 1/48 sozusagen zur Mutter aller Maßstäbe machen würde... und DAS kann ich ja nun wirklich nicht zulassen !!! :FFTeufel:
 
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Original geschrieben von Markus_H_P
1/48 sozusagen zur Mutter aller Maßstäbe machen würde... und DAS kann ich ja nun wirklich nicht zulassen !!! :FFTeufel:
Es ist empörend 1/72 nur irgend ein Untermaßstab der 1/48 (Quater Inch) Gilde. Dass kann auf gar keinen Fall sein.:mad:

Kennt vielleicht schon jeder?
Privater Einheitenrechner Für amerikanische Füsse in deutsche Meter...

http://www.volker-quaschning.de/datserv/us-rechner/index.html
 
MUF

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Hm, ist ja interssant, hab mir über die Masstabsverhältnisse auch mal Gedanken gemacht.
Mit inch hat das nicht viel zu tun. Ist ehr eine geometrische Reihe, aus der sich alle Folgemasstäbe ableiten lassen. z.B.

1;8;16;24;32;48;72;96;144;288 (bekannte Maßstäbe)

Zu Grunde liegen könnten die Teiler 12 und 8, außerdem
ergeben sich größere Maßstäbe durch Verdopplung, also Verhältnisse 1:2

Die 12 als Faktor hat ihre Daseinsberechtigung aus den alten Maßsystemen. Siehe auch das Sexagesimalsystem.
Hoffe, ich konnte damit etwas verwirren.


:!: ;)
 
Bernd2

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Stimmt, bisher ist alles plausibel. Der Maßstab 1 : Karton ist ja auch von alten Revell-Modellen bekannt. Doch die Fragen nach zwei Maßstäben (1:35 und 1:43) stehen noch im Raum. In diese Kerbe haue ich jetzt auch gleich mal mit der Frage nach dem H0-Maßstab, der ja bekanntlich 1:87 ist.
 
Chickasaw

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Stimmt, bisher ist alles plausibel. Der Maßstab 1 : Karton ist ja auch von alten Revell-Modellen bekannt. Doch die Fragen nach zwei Maßstäben (1:35 und 1:43) stehen noch im Raum. In diese Kerbe haue ich jetzt auch gleich mal mit der Frage nach dem H0-Maßstab, der ja bekanntlich 1:87 ist.
Halbe Null (0), wobei 0 wohl ein sehr grosser Maßstab bei den Eisenbahnern ist. Irgendwie die grossen Garteneisenbahnen.

Um damit auch bei schlechtem Wetter spielen zu können, wurde es verkleinert auf HO. So denke ich mir das jedenfalls in meinem jugendlichen Leichtsinn. :FFTeufel:

Steht 1/43 vielleicht irgendwie in Zusammenhang mit 1/87? Ist jedenfalls mehr oder weniger das doppelte.
 
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1:72 1 Inch zu 6 Fuß im Original
1:48 1/4 Inch zu 1 Fuß im Original
1:32 10mm zu 1 Fuß im Original
1:76 4mm zu 1 Fuß im Original
1:86 (1:87) 3,5mm zu 1 Fuß im Original
1:100 3mm zu 1 Fuß im Original
1:24 (1:25) 1/2 Inch zu 1 Fuß im Original
1:43 7mm zu 1 Fuß im Original
1:12 1 Inch zu 1 Fuß im Original
1:144 1 Inch zu 12 Fuß im Original

Scale Modellers Handbook 1979

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Motschke

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<...> Doch die Fragen nach zwei Maßstäben (1:35 und 1:43) stehen noch im Raum. <...>
Soweit ich weiss (hehe "Meine ich mal irgendwo gelesen zu haben":rolleyes: ), ist 1:35 bei Tamiya entstanden. Und zwar als kleinster Massstab der noch ein Getriebe für die Motorisierung aufnehmen kann. Nach damaligem Stand der Technik bzw. Wirtschaftlichkeit gesehen. Könnte natürlich auch eine "urban myth" sein.
 
MUF

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Na, das war doch sehr hilfreich, lag ich also mit der 12er Teilung doch nicht so verkehrt.:!: Herzlichen Dank an modelldoc:TD:
1:72 demnach 6' = 72''. Bei 1:96 demnach 2,54cm (1'') : 8'
 
modelldoc

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1:35

Ja es ist kein nebelumwobener Mythos,
Tamiya ist der "Erfinder" dieses Maßstabs, 1:35, der dann auch zuerst auf dem japanischen markt von einigen anderen Herstellern übernommen wurde.

1:76 korrespondiert auch mit dem britischen Standard 00 für Eisenbahnmodelle von der Insel.
Zuerst eingeführt von AIRFIX, dann auch von FUJIMI und MATCHBOX übernommen.

1:148 / 1:160 sind der britische und europäische Standard für die Spur N Eisenbahn.

1:40 wurde von MONOGRAM; REVELL, MIDORI und UPC für einige Militärfahrzeuge verwendet.

Vereinzelt gibt es auch Bausätze im Maßstab 1:50 von ARTIPLAST beispielsweise oder im Maßstab 1:75 von PLASTICART.

modelldoc
 

Hans Trauner

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1/72 ist übrigens der Standardmassstab für die britischen Modelle für die Fliegererkennungsschulung gewesen. Diese Modelle waren meist aus Bakelit. Vor und während dem Krieg ist Frog-Penguin der erste Hersteller für den privaten Markt gewesen, der regelmäßig 1/72 anbot.

Metrische Maßstäbe im Plastikmodellbau wurden zwar versucht, haben sich aber nicht durchgesetzt, da der Markt sehr lange aus den angelsächsischen Bereichen dominiert wurde.

1/50: Geobra ( Segelflugzeuge, V2 etc), Heller, Artiplast
1/100: Faller, Eagle, Heller, Roskopf


Die Eisenbahnspuren haben ihre eigene Geschichte und Traditionen, sie laufen völlig unabhängig von den Plastikmodellbau-Massstäben, obwohl die eine oder andere Übereinstimmung da ist. Ausgangspunkt waren eigentlich die Spurbreiten der Schienen, dies ist heutzutage aber durch Schmalspur-Modelle nicht mehr eindeutig zu erkennen ( Beispiel: LGB hat die Spurweite der Spur I (1:32), ist aber 1:22,5.)

Es werden deshalb auch immer die 'Spur' angegeben, seltener der Maßstab.

Spur I (Eins): 1/32
Spur II (Zwei): 1/22,5
Spur 0 (Null): 1/43,5
Spur H0 (Halb-Null): 1/87
Spur 00 (Null-Null): 1/76
Spur TT: 1/120
Spur N: 1/160
Spur Z: 1/220

In einigen Ländern gibts Detailabweichungen, so kann zB Spur 0 auch 1/45 sein.

In den USA gibts dann glaubich auch noch 1/64, aber da kenn ich die Spur-Bezeichnung nicht, ich bin mir da nicht sicher.

Und wer auch noch wissen will, was Spur VII ist:
http://www.morop.org/de/normes/nem010_d.pdf

Da ist auch angegeben, wie bei Angelsachsens die Umrechnungen gehen (" 3mm scale")

H.
 
thud68

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1/100: Faller, Eagle, Heller, Roskopf
Du hast PLASTICART vergessen!!!:FFCry: :FFCry: :FFCry: :FFCry: :FFCry: :FFCry: :p
Aber im Ernst, ich finde es echt schade, dass sich 1/100 nicht durchgesetzt hat. Tamiya und Doyusha hatte es in den 70ern auch versucht. Ein Verkehrsflugzeug läßt sich in diesem Maßstab noch verkraften, zeigt allerdings immer noch eine beachtliche Größe, wie es auch sein soll. Ein Düsenjet ist auch noch nicht so klein, dass man sich die Finger bricht. Ein Größenvergleich innerhalb einer Sammlung ist da gut möglich ist. Außerdem läßt sich das in der metrischen (SI) Welt halt gut umrechnen: ein Meter ist ein Zentimeter - alles klar.
 
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Augsburg Eagle

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Gründe für die Maßstäbe

Mal eine (blöde?) Frage, die ich mir schon oft gestellt habe.
Woher kommen eigentlich die "krummen" Maßstäbe im Modellbau?
Ich meine, warum 1:48 und nicht 1:50. Oder die recht nahe beinanderliegenden 1:72/1:76, bzw. 1:32/1:35.

Hat das irgendwelche historischen Gründe?

Gruß
AE
 
Thema:

Ursprung der Modellbaumaßstäbe

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