US Sonderwaffen in Museen

Diskutiere US Sonderwaffen in Museen im Bordwaffen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Nein, der Fallout wird durch die Spaltprodukte erzeugt. Das verbleibende, nicht gespaltene Material spielt dabei praktisch keine Rolle. Eine...
Schorsch

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Sehe ich das dann richtig, wenn ich annehme, dass eine kleinere Sprengkraft als möglich wäre, mehr Fallout produziert ?? Weil ja nicht sämtliches spaltbare material "verbrannt" wird ??
Nein, der Fallout wird durch die Spaltprodukte erzeugt. Das verbleibende, nicht gespaltene Material spielt dabei praktisch keine Rolle.
Eine kleinere Explosion erzeugt also weniger Fallout, sofern die geringere Explosion durch weniger Kernspaltung erzielt wird.
Bei der niedrigsten Sprengkraft von 300kt 0.3kt bei einer B61 wird dies definitiv eine nur teilweise Kernspaltung sein.


Da hatte man als Otto Normalverbraucher echt die Angst, dass irgendjemand so ein Teil zünden wird, weil hier ja nur "Leben" vernichtet wird und weniger Gebäude und Infrastruktur.
Die Neutronenbombe ist auch so'n Klassiker. Da hat pok uns Mt-Trümmer vorgestellt, und tatsächlich waren Anfang der 60er auch recht viele Trägersysteme mit Mt-Waffen bestückt. Die wirklich tötende Wirkung der erhöhten Neutronenstrahlung reicht etwa 1-2km um den Detonationsort. Schon einfache Deckung senkt dies deutlich.
 
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alois

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Naja, der Fallout kommt auch auf das Material an. Wird Plutonium genommen, so ist auch das nicht gespaltene Plutonium Fallout und hoch toxisch und radioaktiv. So haben nämlich die Russen ihre radiologischen Bomben gebastelt bevor sie ihre eigene Atombombe hatten. Diese bestanden aus hochradioaktivem Plutonium, das über eine bestimmte Fläche mit einer Flüssigkeit ausgebracht wurde und alles lebende wäre jämmerlich verreckt. Die R-2 und die ersten R-5 mit Generator-S Gefechtskopf waren mit solchen Gefechtsköpfen ausgerüstet.
 
pok

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.... So haben nämlich die Russen ihre radiologischen Bomben gebastelt bevor sie ihre eigene Atombombe hatten. Diese bestanden aus hochradioaktivem Plutonium, das über eine bestimmte Fläche mit einer Flüssigkeit ausgebracht wurde und alles lebende wäre jämmerlich verreckt. Die R-2 und die ersten R-5 mit Generator-S Gefechtskopf waren mit solchen Gefechtsköpfen ausgerüstet.
Gibt es dafuer blastbare Quellen?
Plutonium war damals ein seltenes und teures Gut, es im Einsatz einfach so zu verteilen macht aus strategischerSicht wenig Sinn.
Da haetten C Waffen fuer weniger Aufwand besser funktioniert.
 
Schorsch

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Naja, der Fallout kommt auch auf das Material an. Wird Plutonium genommen, so ist auch das nicht gespaltene Plutonium Fallout und hoch toxisch und radioaktiv. So haben nämlich die Russen ihre radiologischen Bomben gebastelt bevor sie ihre eigene Atombombe hatten. Diese bestanden aus hochradioaktivem Plutonium, das über eine bestimmte Fläche mit einer Flüssigkeit ausgebracht wurde und alles lebende wäre jämmerlich verreckt. Die R-2 und die ersten R-5 mit Generator-S Gefechtskopf waren mit solchen Gefechtsköpfen ausgerüstet.
Bei den bevorzugten Airburst-Szenarien entsteht kaum lokaler Fallout, da speziell die Teile des physischen Kerns der Bombe weit aufsteigen. Plutonium ist sicherlich recht giftig und strahlt, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die russische Strategie war amerikanische Pilzsammler 5 Jahre nach einem Atomkrieg durch eine lethale Plutonium-Dosis zu "vernichten".
Dass die Russen vor ihrer ersten Bombe mit solchen Sachen rumexperimentiert haben mag sein. Allerdings gab es bereits damals wesentlich wirkungsvollere chemische Kampfstoffe.
Das mit der Radioaktivität ist so eine Sache: klar strahlt das Zeugs, aber jetzt auch nicht so extrem, dass man damit Menschen zeitnah direkt gefährdet. Als "Waffe" auch wieder ein ziemlich stumpfes Schwert. Die Russen sind ja nun bekannt für eine vergleichsweise "direkte" Kriegführung: das Stahlwerk im Hinterland fanden die Russen immer irgendwie langweilig, da wurde lieber vorne sich am Produkt desselbigen abgearbeitet.

Ich denke die UdSSR hat genau wie alle anderen vor allem auf "Bang per Buck" gesetzt, und da vertue ich sicherlich kein Plutonium für irgendein Gedöns. Die "hässlichsten" Kernwaffen sind die mit Fission-Fusion-Fission Staging. Also, eine Kernwaffe erzeugt eine Fusionsreaktion, und die dort entstehenden schnellen Neutronen spalten dann das an sich harmlose U238. Dann kommen bis zu 50% der Energie aus Kernspaltung, und damit erzeuge ich riesige Mengen Strahlung (weil ich Spaltprodukte habe). Und das sind - surprise - so fast alle, speziell die hocheffizienten MIRV-Dinger.

Richtig gruselig wird es hier werden, wenn pok die Bilder aus dem letzten Hangar zeigt, der Missile & Space Gallery. Dagegen wirkt so eine B28, die man noch zum Gegner fliegen muss und ihm auf den Kopf werfen muss, fast ritterlich.
 
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Richtig gruselig wird es hier werden, wenn pok die Bilder aus dem letzten Hangar zeigt, der Missile & Space Gallery. Dagegen wirkt so eine B28, die man noch zum Gegner fliegen muss und ihm auf den Kopf werfen muss, fast ritterlich.
Kommt bald, ist aber nicht mehr das letzte Hangar, hinter der Missile & Space Gallery gibt es inzwischen ein weiteres Hangar in dem u.a die "Air Force One", die Raumkapseln, eine Delta Heavy, ein Space Shuttle Mock up zum hereinspazieren und diverse X-Planes ausgestellt sind.
 
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Kommt bald, ist aber nicht mehr das letzte Hangar, hinter der Missile & Space Gallery gibt es inzwischen ein weiteres Hangar in dem u.a die "Air Force One", die Raumkapseln, eine Delta Heavy, ein Space Shuttle Mock up zum hereinspazieren und diverse X-Planes ausgestellt sind.
Als ich damals (2012) da war, war es der letzte. Inzwischen wurde ja angebaut.
Da waren die X-Planes noch in separater Ausstellung. War sehr spannend!
 
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Auf Wunsch zeige ich hier noch ein Objekt in der Missile & Space Gallery, das strenggenommen keine Sonderwaffe ist, sondern nur Transportmittel für eine Sonderwaffe.

Peacekeeper Wiedereintrittskörpern

Die LMG-118A Peacekeeper Interkontinental Rakete (ICBM) war stärker und genauer als die Minuteman III.
Sie war mit 10 nuklearen Sprengköpfen ausgestattet die wiederum in unabhängig steuerbaren Wiedereintrittskörpern (MIRV) untergebracht waren.

Dieser Sprengkopf war Teil der 4. Stufe welche aus dem Abwurfmodul, zehn konischen Avco-21 Wiedereintrittskörpern und einer Aerodynamischen Verkleidung bestand.
Die Verkleidung schützte die MIRV's während des Starts und wurde beim Erreichen des Orbits abgeworfen. Jede MK-21 enthielt eine Nuklearwaffe und war
mit einem Hitzeschild versehen, das es beim Wiedereintritt in die Atmosphäre schützte.
Das Abwurfmodul oder „Bus“ trug die MK-21's und hatte eine elektronische Steuerung, welche die Wiedereintrittskörpern freigab.
Nach der Freigabe durch den Bus, folgte jede Waffe einer individuellen ballistischen Flugbahn in das individuelle Ziel.
Die United States gaben die Peacekeeper ICBM's wegen der Verpflichtungen des Strategic Arms Reduction Treaty II (START II) auf,
das letzte System wurde 2005 aus dem Einsatz genommen.









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alois

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Naja, das ist quasi nur der oberste Teil des Busses, da wo die MIRV befestigt sind. Zum Bus gehört noch ein Steuerteil mit der Steuerung und den Steuerdüsen plus passenden Treibstoff und das passt nicht alles in dem dargestellten dünnen Teller.
 
nexus

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Das ist dennoch mit das Gruseligste, was mir so im Waffenbereich bekannt ist. Bei der Entwicklung und Einsatzplanung muss man schon ziemlich hart drauf gewesen sein, um da nicht bleibende moralische Schäden davonzutragen.
Danke für diesen guten Thread, @pok.
 
TDL

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Eine Mark 53 (dürfte eine B53 sein...) habe ich auch noch gefunden - und zwar im Museum of Aviation, Warner Robins (Ga.). Das Bild stammt aus dem Dezember vorigen Jahres.

 
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KurtTank

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Ergänzend zu meinem Beitrag #59 kann ich jetzt ein Foto der anderen Seite und die Erklärung posten. Es ist tatsächlich eine von fünf gebauten Little Boy Hüllen.



Das ist ein 100% Ausschnitt, besser geht leider nicht:


 
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