Vier Tote bei Hubschrauberabsturz

Diskutiere Vier Tote bei Hubschrauberabsturz im Flugunfälle und Flugunfallforschung Forum im Bereich Luftfahrzeuge allgemein; Bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Schleiz sind am Sonntag alle vier Insassen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, stürzte der...

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 Neufünfländer, 23.05.2010
    Neufünfländer

    Neufünfländer Flugschüler

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    Bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Schleiz sind am Sonntag alle vier Insassen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, stürzte der Hubschrauber gegen 16.40 Uhr bei Mönchgrün nahe der Autobahn 9 ab. Die Unglücksursache ist noch nicht geklärt. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

    http://www.mdr.de/thueringen/7353439.html
     
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  3. #2 ZRH-Spotter, 24.05.2010
    ZRH-Spotter

    ZRH-Spotter Sportflieger

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    Hallo zusammen
    Traurige Sache wenn Menschen bei Ausübung ihrer Leidenschaft
    das Leben lassen müssen!
    Aufgrund des Videos auf der gelinkten Seite ist der Hubschrauber
    auch identifizierbar, es ist die N8672, unsere Schweizer Freunde vom Heli-Team haben ein Bild davon eingestellt auf Heliweb.ch,
    © Elisabeth Klimesch:

    http://www.heliweb.ch/sites/800019.asp?bildgross=9001135

    Grüsse,

    Thomas
     
  4. #3 grinch, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
    grinch

    grinch Space Cadet

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    Ein schlimmes Unglück.

    4 Tote und ein sehr einzigartiges und seltenes Fluggerät zerstört. Ich habe die Kiste noch vor ein paar Monaten gesehen und sie machte für ein über 40 Jahre altes Teil einen ausgezeichneten und gepflegten Eindruck.

    Ich bin gespannt, was die BFU zur Unfallursache ermitteln kann. Das Wrack sieht ja extrem zerstört aus. An eine schiefgegangene Autorotation eines ansonsten voll steuerbaren Hubschraubers kann ich da nicht so richtig glauben. Eher an einen ungebremsten Einschlag, vielleicht sogar in Rückenlage nach loss-of-control. Angesichts des Zerstörungsgrades und des fehlenden flight recorders, dürfte sich die Ursachenermittlung schwierig und langwierig gestalten.

    Den Augenzeugenaussagen zu veränderten TW-Geräuschen messe ich nicht viel bei. Die FH-1100 hat ein Turbinentriebwerk ohne Wiederzündanlage. "Stotternde Triebwerke" gibt es bei Turbine nicht. Entweder das TW läuft, oder es steht. Im Regelfall entstehen die intermittierenden Geräusche, die oftmals durch Augen- und Ohrenzeugen wahrgenommen werden, durch die Rotoren. Fehlenden Kraftstoff, wie von einigen Medien spekuliert, halte ich bei einem Absturz nach so kurzer Flugdauer für unwahrscheinlich. Da müsste der Hubschrauber ja nahezu ohne Kraftstoff gestartet sein. :?!

    "Loss-of-control-in-flight" accidents dagegen gab es bei der FH-1100 schon mehrfach. Im Regelfall waren die dem halbstarren 2-Blatt Rotor und mast bumping geschuldet.

    Der Pilot wollte ein neues Unternehmen entwickeln und hatte dazu am Startort eine kleine Infrastruktur geschaffen. Nächstes Wochenende sollte die offizielle Eröffnung sein. Seine Flugerfahrung auf dem Unglücks-Muster war recht gering.
     
  5. Lufti

    Lufti Fluglehrer

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    Hallo,

    dieses Mast bumping wird doch auch Low G genannt, oder?
    Kann mal jemand erklären was da genau am Rotorsystem geschied?
    Warum sind da vorallem 2 Blatt Systeme betroffen?
     
  6. #5 grinch, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
    grinch

    grinch Space Cadet

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    mast bumping

    ganz brauchbar erklärt, allerdings in englisch

    http://everything2.com/index.pl?node_id=1488804

    und hier sehr gut im (army) video dargestellt
    http://www.youtube.com/watch?v=_QkOpH2e6tM

    P.S.

    Sollte die Ursache wirklich ein loss-of-control sein? dann muss es nicht unbedingt mast bumping sein. Sinkt die Rotordrehzahl nach einem Triebwerksausfall unter einen gewissen typabhängigen Wert, ist ein Hubschrauber naturgemäß ebenfalls nicht mehr steuerbar. Dann ist eine Autorotation ebenfalls nicht mehr möglich. Technische Ursachen sind natürlich auch immer möglich. Vor ein paar Jahren gab es in Deutschland einen Hiller UH-12 Unfall nach technischen Versagen. Details dazu sind bei der BFU nachlesbar.

    Also Möglichkeiten gibt es viele. Die BFu wird sich dazu (vielleicht) irgendwann äußern.
     
  7. Lufti

    Lufti Fluglehrer

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    Hallo,

    muß sich der Heli nicht auch in einem sogenannten Typenspezifischen Autorotationsfenster befinden (HöhexGeschwindigkeit) um sicher autorotierend landen zu können?
     
  8. #7 grinch, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
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    Prinzipiell schon, in diesem Fall ist aber sicher davon auszugehen, dass sich der Flieger in einem Flugbereich befand (Rundflug >500ft), in dem eine AR allgemein möglich sein müsste.
     
  9. Howy-1

    Howy-1 Flieger-Ass

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    Laut OTZ von heute soll er aus 50m (!) Höhe abgestürzt sein.
     
  10. #9 Intrepid, 25.05.2010
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    Mir begegnen oft rundfliegende Hubschrauber, die tiefer fliegen.
     
  11. #10 grinch, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
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    Hab ich auch gehört. Ist aber immer schwierig für Beobachter Flughöhen abzuschätzen.

    50m Höhe mit größerer Flugeschwindigkeit sollte aber auch für ne AR reichen. Eine Landefläche kann man sich da natürlich nicht mehr groß aussuchen.

    Voraussetzung ist natürlich eine entsprechende Reaktion des Piloten.

    Hie mal das "dead man area" für die Bell206B Jet Ranger. Das dürfte der FH 1100 recht nahe kommen.

    Wie man sieht, sollte es mit einer Flugeschwindigkeit >50kt auch bei 50m Höhe keine prinzipiellen Probleme geben. Hinzuzufügen wäre noch, dass die schraffierten Bereiche eine AR nicht immer prinzipiell ausschließen, sondern ggf. eine sichere Landung im Sinne von Schadensfreiheit nicht möglich ist.
     

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  12. #11 Intrepid, 25.05.2010
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    Wenn sich der Beobachter in 500 ft Ground befindet und der Hubschrauber ist deutlich unter einem?

    In der Tat, solche Situationen sind eher ungewöhnlich. Meistens bin ich 2000 ft über Grund. Aber ob jemand in Baumwipfelhöhe ist oder deutlich darüber kann ich aus der Position schon erkennen, glaube mir.
     
  13. #12 Orion, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
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    Re-Ignition

    Hallo Grinch,
    Jeder Unfall ist immer eine schlimme Sache, umsomehr wenn es dann auch noch Menschenleben fordert.
    Ich hatte das Vergnügen diesen Heli zu fliegen!
    Ich möchte Dich nur ein wenig korrigieren, diese FH1100 hatte sehr wohl eine "Auto RE-LIGHT" Ignition an Board. (Sitzt am Overheadpanel ganz vorne.)Vielleicht war diese nur nicht eingeschaltet (oftmals wird dies vergessen, oder sogar absichtlich nicht aktiviert, da das System ins Funksystem reinspuckt und man die Zündungen hört).
    Fliegerisch ist die FH wirklich zu vergleichen mit der Bell 206 - auch die Autorotation ist relativ zur Robinson 22/44 sehr angenehm da die Blätter viel mehr Masse haben und die FH1100 eigentlich nur in Bodennähe problematischer ist. Dies aus Gründen des relativ niedrigen Tailbooms.
     
  14. Orion

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    Zusatz FH1100 Performance

    Anbei Compare Sheet
     

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  15. Orion

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    Bild Re ignition

    Im Bild die Re Ignition (Links zu sehen)
     

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  16. Lufti

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    Hallo,

    abgesehen von der sicherlich kurzen Reaktionszeit, kann man beim Fire out die Re- Ig. nicht einfach zuschalten? Bei geringer Höhe ist der Turbinenanlauf sicherlich zu lang, aber mal rein theoretisch?
     
  17. #16 grinch, 25.05.2010
    Zuletzt bearbeitet: 25.05.2010
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    Orion,

    danke für die Infos. :TOP:

    Das Teil war wirklich ein Exot zumindest in Europa. Ich hatte leider keine Gelegenheit für einen Mitflug. :(

    Re-ignition ist eine wertvolle Info. Muss mir damals wohl entgangen sein, oder ich hatte einfach keine erwartet und habe deshalb kein Augenmerkt drauf gelegt. :?!

    Lufti,

    eine solche re-ignition bringt nur etwas bei einem plötzlichen flame-out. Es wird einfach immer permanent weiter gezündet. Sie aktiviert keinen Anlasser und regelt auch keinen Kraftstoffzufluss. Deshalb bringt sie bei einem mechanischen Schaden, fehlendem Kraftstoff, Reglerschaden usw. leider nichts.

    Klassischer Nutzen entsteht dann, wenn beispielsweise erhebliche Mengen Schnee oder Wassser über den Verdichter in die Brennkammer gelangen und dort zum flame out führen. Durch die Wiederzündanlage springt dann das TW (vielleicht) sofort wieder an. Es gibt nur einen kurzen Knall.

    Deshalb wird sie bei den meisten Mustern mit dieser Ausrüstung auch nur bei Schneefall, Vereisungsgefahr o.ä. zugeschaltet. Auf diesen tragischen Unfall dürfte sie kaum Einfluß gehabt haben.
     
  18. Orion

    Orion Flugschüler

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    Thema Re-Ignition

    Hallo Lufti, Grinch,
    diese Auto Relight Funktion kann man in der Regel immer eingeschaltet lassen, da Sie, wenn das Triebwerk läuft nicht aktiv ist, erst beim Flameout zündet die Re-Ignition sofort weiter. Es ist halt lästig wenn man Power on hat und das Teil immer knackt.
    Es gibt für die FH1100 sogar eine Kappe für den Air Intake ( Die Luftzufuhr für den Kompressor ist dann nicht mehr seitlich sondern wird von hinten angesaugt ) der Turbine bei Regen oder im Winter, da die Allison C18 oder C20 sehr empfindlich auf Regen ist.
    Für mich ist immer noch ein Rätsel wie es zu dem Absturz kommen konnte, ich habe die FH1100 viele Jahre geflogen:?!
     
  19. #18 VictorRomeo, 26.05.2010
    VictorRomeo

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    Ich kenne mich mit Hubschraubern nicht wirklich aus. Nachdem ich die oben genannten Artikel gelesen habe, scheint mir dies Video einen Absturz durch mast-bumping zu zeigen: http://www.youtube.com/watch?v=7P3zYDgnYew - low-g, roll nach rechts ..... und dann auchnoch mit einem FH1100 :( Ist das mast-bumping ?
     
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    Hallo

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  21. grinch

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  22. Lufti

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    Hallo,

    naja ich weiß nicht, daß würde ja heißen das ihm einfach der Sprit ausgeganen wäre. Und das würde heißen das er mit fast leerer Tankanzeige gestartet sein müßte !? Oder ein Leck in der Treibstoffleitung? Tankanzeige kaputt? Da es aber ja wohl sein Hubschrauber war wird er doch im Gefühl haben wann er das letzte mal getankt hat. Trotzdem ist es seltsam das hier kein Aufschlagbrand stattgefunden hat, was wiederum auf wenig Treibstoff hinweist.
     
Moderatoren: mcnoch
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