Vorgeschichte und Folgen des Hitler Stalin Pakts

Diskutiere Vorgeschichte und Folgen des Hitler Stalin Pakts im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Eine Frage stellen und dann selbst beantworten. Irgendwie wiederholt sich das alles. So richtig ist die Frage ja noch nicht beantwortet. Also wie...

Moderatoren: mcnoch
  1. #21 Monitor, 19.04.2019
    Monitor

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    So richtig ist die Frage ja noch nicht beantwortet. Also wie es sein konnte, dass vom Verbot des Versailler Vertrages (Ablieferung aller Militärflugzeuge, also Null), dann am Vorabend des Überfalls auf Polens mehrere Tausend Kampfflugzeuge zur Verfügung standen.

    Na gut, der Run auf die Beantwortung der Frage hält sich in Grenzen. Muss @Monitor doch vielleicht noch mal ran.
     
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  3. Jeroen

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    Nein klar nicht, vieles is ja verständlich! Das mann in die UdSSR sich die fruhere Grenzen des Tsaristische reich sich wunschte? Naturlich verständlich ist es, verstehen kann man es!

    Und wie (un)verständlich ist da die Polnische Wunsch zum Ruckgriff auf die alte (ost)Grenzen von 1772, oder 1793 oder 1795?
    Teilungen Polens – Wikipedia

    Die Tatsache hier aber ist, Sowjetrusland, Sowjetukraine und Polen unterzeichneten ein Abkommen in Riga in 1921.
    Peace of Riga - Wikipedia
    Nur die Polnische-Litauische Grenze war dabei noch nicht festgelegt, die andere von alle Partner schon!

    Dann hat die UdSSR sich 1925 als neuer Mitglied der Voelkerbund (LN Vorlaufer der VN) verpflichtet zur Auferhaltung diese internationale Prinzipen wie friedliche Loesung Konflikte, Grenzen zu respektieren usw.
    Völkerbund – Wikipedia

    Wie (un)verstandlich ist da dann der Angriff auf Polen in September 1939?
     
  4. #23 gringo, 19.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 19.04.2019
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    Gar nicht, da war es noch Polen-Litauen und das ging auf Grund von Kriegen und inneren Zwistigkeiten unter.
    Polen entstand erst wieder nach den Napoleon-Kriegen, also auch völkerrechtlich abgesichert ab 1815 - Wiener Kongress. Dafür kann sich Polen beim Zar Alexander I. bedanken.
    Kongresspolen – Wikipedia
    Die alte Ostgrenze dieses sog. Kongresspolen entspricht übrigens der späteren Curzon - Linie. Die ist somit keine "Wunschgrenze", sondern international (Wiener Kongress, nach Versailles usw.) anerkannt.

    Also ein Abkommen nach einem polnischen Angriffskrieg mit franz. und brit. Unterstützung, wo Sowjetrussland unterlag und Gebiete verlor?
    Bitte zur Quelle auch alles lesen, dieses Abkommen wurde von den Alliierten erst zögerlich anerkannt, später aber wieder nicht anerkannt, sondern die Curzon-Linie.
    Siehe auch Konferenz von Teheran:
    Teheran-Konferenz – Wikipedia

    Das kann man ja kritisieren, nur die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung internationalen Prinzipien bedeutet doch nicht, dass einem nun Nachbarn Land rauben dürfen bzw. auf geraubtes Land jedweden Anspruch verliert?

    Es geht hier nicht um Verständnis für diesen Einmarsch, - das wird kaum jemand haben.
    Es ging hier mehr um die selektierte Geschichtsbetrachtung und gesteuerte(?) Erinnerungskultur bezogen auf "Gebietsveränderungen" in der Zeit nach dem Münchner Abkommen.

    Fazit: Wir überstrapazieren hier das Flugzeugforum mit diesen OT-Debatten. Und Geschichte hängt auch vom Auge des Betrachters ab, deshalb sollte man auch differenzierte Sichtweisen akzeptieren …
     
  5. Jeroen

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    Meinst Du das im Ernst?

    Mussen die Polen, Litauer und Ukrainer sich beim Zar bedanken das der 1831 eine 115.000 Truppe der Tsaristische Armee nach Warschau schickte unter Marschall Hans Karl Von Diebtsch und Paskewitsch, um die an sich berechtigte Wunsch nach Selbstaendigkeit und Freiheit zu zerschlagen?
    Hans Karl von Diebitsch - Wikipedia
    November Uprising - Wikipedia
    Die letze 20.000 Polnische Truppen sind dann Oktober 1831 nach Preussen gefluchtet.

    Da lohnt es sich wirklich mal richtig damit zu beschaeftigen wie die Nach-WW2 Lage wahrend der kalten Krieg zo enstanden ist.
     
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  6. #25 Jeroen, 19.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 19.04.2019
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    Kann man naturlich so sehen.

    Fakten aber sind.
    Nachdem Nazideutschland in Tschechoslowakien mit ihre Truppen einmaschiert war und das Land besetzte, boten England und Frankreich an Polen in eine ahnliche Fall zu unterstutzten.

    "Im Falle einer Aktion, die die Unabhängigkeit Polens eindeutig bedrohte und die die polnische Regierung dementsprechend für unerlässlich hielt, sich mit ihren nationalen Kräften zu widersetzen, würde sich die Regierung seiner Majestät verpflichtet fühlen, den polnischen Ländern sofort die Möglichkeit zu verleihen, die polnischen zu unterstützen. Die Regierung unterstützt alle in ihrer Macht. Sie haben der polnischen Regierung eine entsprechende Zusicherung gegeben.
    Ich darf hinzufügen, dass die französische Regierung mich ermächtigt hat, deutlich zu machen, dass sie in dieser Angelegenheit in der gleichen Position steht wie die Regierung seiner Majestät."

    Und sie taten das auch! Zwar waren sie nicht wirklich in der Lage ein Einmarsch zu verhindern, dennoch waren es keine leere Worte.
    Als Deutsche Truppen 1 September Poland heimtuckisch uberfielen stellte England und Verbundete ein Ultimatum das deutsche Truppen sofort wieder abziehen sollten.
    Als da 3 September solches nicht geschehen war erklaerten England, Frankreich, Austalien, Neuseeland Deutschland den Krieg. Schnell folgten auch Kanada und Sudafrika dazu.

    Franzosische Truppen starten das nicht sehr erfolgreiche Saar Offensif
    Saar Offensive - Wikipedia
    Mit England gab es zuest nur ein "Sitzkrieg"
    Phoney War - Wikipedia
    Am 17 September 1939 torpedierte ein U-boot Der Flugzeugcarrier Courageous
    Erste deutsche Luftangriffe gegen England erfolgten 14 Oktober.
    Dezember 1939 attackierten aber die Englander der Admiral Graf Spee.
     
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  7. Sens

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    Dafür lieferst Du jetzt ein gutes Beispiel. Alle Beteiligten kannten die Bestimmungen des Versailler Vertrages als man miteinander Kooperierte. Das die NSDAP 1933 an die Macht kommen würde und dann die Vorarbeit der Reichswehr nutzen würde, das konnte zwar niemand ahnen, doch es war immer eine latente Gefahr, die es zu beachten gab..
    http://www.flightcentral.my-place.us/reichsluftwaffe.html?i=1
    Den Alliierten sind die geheimen deutschen Aktivitäten nicht verborgen geblieben, doch sie sahen darin keine echte Gefahr. Deutschland konnte sich 1933 keine größere Aufrüstung erlauben, weil dafür die Gelder fehlten. Dafür müsste es sämtliche Vermögen verpfänden und dann nicht mehr rückzahlbare Verpflichtungen eingehen und selbst dann war eine breite Aufrüstung, die sämtliche Systeme umfasst, nicht zu leisten. 1935 wurde nur die "Risiko-Luftwaffe" sichtbar, die die Alliierten nicht fürchten mussten und die alleine schon eine kaum tragbare finanzielle Belastung, aus der Sicht der Analysten, zu sein schien. So ein Deutschland konnte keinen Krieg riskieren und es sollte noch einige Jahre dauern, bis man die reale wirklich Gefahr erkannte. Es war um so schwerer, weil die Aufrüstung scheinbar nicht zu Lasten der Bevölkerung stattfand. Die zukünftigen Feldzüge verhinderten immer nur die ständig drohende Insolvenz. Von 1933 bis 1939 waren es keine sieben Jahre.
    Der Weg in die große Katastrophe
    Gerade in der zweiten Hälfte gibt es leicht lesbar die Antworten auf Deine Fragen. Verträge kann man kündigen und sich gleichzeitig Verhandlungsbereit zeigen, um Zeit zu gewinnen. Hitler hatte ja den Vorteil, weil er sein zukünftiges Ziel schon kannte. "Das wurde auch in der geheimen Denkschrift zum Vierjahresplan vom August 1936 deutlich: Die deutsche Armee müsse "in vier Jahren einsatzfähig, die deutsche Wirtschaft in vier Jahren kriegsfähig sein", hieß es. ....
    [Die Geldnot zwang Hitler schon 1938 davon ab zu weichen.]
    Großbritannien und Frankreich ließen sich durch Hitlers Friedensbeteuerungen ruhigstellen, sie scheuten einen Krieg gegen Deutschland."
     
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  8. Gepard

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    Die Rzeczpospolita Polska war kein kleiner Opferstaat wie gern kolportiert wird. Ganz im Gegenteil. Innerhalb eines Jahres nach ihrer Wiedergründung befand sich der polnische Staat in kriegerischen Auseinandersetzungen mit nahezu allen Nachbarstaaten (Ausnahme Rumanien). Der CSR nahmen die Polen das Gebiet um Teschen ab. Mit dem Deutschen Reich gab es Auseinandersetzungen um Teile Schlesiens, wo Polen völkerrechtswidrig Gebiete annektierte und Volksentscheide über die Zugehörigkeit von Gebieten ignorierte. Litauen wurde angegriffen und das Gebiet um die heutige Hauptstadt Vilnius erobert. Dann griff Polen die Weißukraine an und anschließend das rote Weißrussland. Daraus entwickelte sich der polnisch sowjetische Krieg, den Polen gewann.
    In den eroberten Gebieten setzte Polen eine strikte Polonisiernungspolitik durch. Minderheiten hatte keinerlei Rechte.
    Außenpolitisch spielte Polen zur Zeit der Weimarer Republik die Rolle des Dolchs in Deutschlands Rücken und bildete gleichzeitig den Cordon Sanitaire gegen die Sowjetunion.
    Das sich in dieser Situation die beiden Verlierer Deutschland und Sowjetunion zusammentaten, um gemeinsame Sache zu machen war die Folge dieser Politik.
    Deutsche Offiziere lernten und lehrten an sowjetischen Bildungseinrichtungen. Zu nennen wären da u.a. die Panzerschule bei Kasan und die Fliegerschule bei Lipezk.
    In der Sowjetunion wurde deutsche Technik erprobt (Panzer, Flugzeuge) und es erfolgte ein Wissenstransfer. Die sowjetischen Flugzeugkonstruktionen ähnelten in der Folgezeit den deutschen Entwicklungen. Man schaue sich nur mal Flugzeuge von Junkers und von Tupolew an. Da gibt es viele Paralellen.
    Die deutsche Seite profitierte von der Möglichkeit zukünftiges Führungspersonal auszubilden (z.B. Guderian was Kursant in Kasan, viele spätere Luftwaffengeneräle flogen in Lipezk). Und man lernte die neue sowjetische Strategie des tiefen Stoßes kennen. Aus dieser Strategie entwickelten die Deutschen die spätere Blitzkriegsstrategie.
    Die Zusammenarbeit endete Mitte 1933. Polen wechselte die Seiten und wurde Juniorpartner Deutschlands (siehe das Handeln im Nachgang des Münchener Abkommens).
    1939 wechselte Polen wieder die Seiten, weil die polnische Führung ahnte, dass Hitler es auf einen Krieg ankommen lassen würde. Man sah sich vor die Alternative gestellt zusammen mit Deutschland gegen wie Westmächte und wahrscheinlich die Sowjetunion kämpfen zu müssen. (Einen Kampf, den man zahlenmäßig nicht gewinnen konnte.) Oder man kämpfte auf Seiten der Westmächte gegen Deutschland. Warschau entschied sich für letztere Option, da man ein Zusammengehen Hitlerdeutschlands und Stalins Sowjetunion für unmöglich hielt. Das Ergebnis ist bekannt.
    Hitlerdeutschland und die Sowjetunion wurden zeitweise Alliierte. Deutschland lieferte gewisse Technologien (es sei die He-100 zu nennen), die Sowjetunion lieferte Rohstoffe und Nahrungsmittel. Sowjetische Konstrukteure durften deutsche Rüstungsschmieden besuchen.
    Dieser Fakt wurde in der Autobiografie von Jakowlew, (Ziele des Lebens), die auch in der DDR veröffentlicht wurde, erwähnt.
    Jakowlew beschreibt ein Treffen mit Kurt Tank, bei dem es um die FW-190 ging. Die Deutschen bestätigten, dass es den Jäger gab, zeigten ihn den Sowjets aber nicht. Dafür wurde die Me-109E ausgiebig vorgeführt.

    Der Hitler Stalin-Pakt wurde auch in den Schulbüchern der DDR erwähnt. Das geheime Zusatzabkommen über die Aufteilung der Einflusszonen wurde aber niemals erwähnt.
     
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  9. #28 Monitor, 19.04.2019
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  10. #29 Sens, 19.04.2019
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19.04.2019
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    Die Beurteilung Chamberlains stammt aus der Rückschau und verschweigt, dass er als Schatzkanzler und Premier richtige Entscheidungen für die militärische Ertüchtigung Britanniens traf. Er hatte den Rüstungswettlauf rechtzeitig erkannt und wusste das die Westmächte Zeit brauchten, um ihren Worten auch Taten folgen zu lassen. Siehe Kriegserklärung, obwohl Hitler wenigstens ein neutrales Empire brauchte. Im Gegensatz zu Frankreich waren die Briten zielstrebiger und auch Churchill hat davon profitiert.
    Robert Harris: „Chamberlain hat Hitler eine Falle gestellt“
    Appeasement-Politik – Wikipedia
    Das mit dem lachenden Dritten hatte für Stalin nicht wirklich geklappt und verschärfte seine Zeitnot.
    Polnisch-sowjetischer Nichtangriffspakt – Wikipedia
    Ohne Kündigung. Ich gehe mal davon aus, das Thema wurde auch nicht behandelt.
    Deutsch-polnischer Nichtangriffspakt – Wikipedia
    Mit Kündigung
     
  11. AE

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    Das Thema darf gern geändert werden.
    Vorschlag von Joeren umgesetzt :)

    Eine Agitation sollte unterbleiben - kein Politforum, ihr wisst es ja :)
    Die Kriegshandlungen Polens nach dem 1. Wk wurden nicht behandelt. Man darf von einem Schulstoff auch nicht zu viel Tiefgründigkeit erwarten. Polen als Aggressor - eher nicht, und wenn, dann war es die bürgerliche polnische Regierung die mit der Volksrepublik Polen ja nichts zu tun hatte. Verantwortung für Dinge vor 45 gab es im Osten eher nicht.

    Ob Frankreich und Uk gar keine Möglichkeiten einer Intervention im Rahmen der Verpflichtung gegenüber Polens gehabt hatten darf mehr als bezweifelt werden. Aber jeder soll seine Sicht der Dinge haben.
    https://www.amazon.de/Blitzkrieg-Le...n-Weltkrieges/dp/3486578243#reader_3486578243
    Fundiert nachlesen kann man die Faktenlage und die militärische Leistungsfähigkeit der Wehrmacht im Polenfeldzug gern bei einem Autor des militärgeschichtlichen Forschungsamtes der Bundeswehr. Die deutsche Armee war zu einem Zweifrontenkrieg nicht in der Lage und nach dem Polenfeldzug erschöpft. Ein Angriff auf das Ruhrgebiet durchaus denkbar.
    Klare Werbung :) liest sich spannend wie ein Krimi und das bei einem wissenschaftlichen trocknen Werk.
     
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  12. alois

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    Weiß doch jeder, dass die Deutsche Industrie im geheimen gearbeitet hat. Genau so auch die Luftrüstung. Einige Firmen arbeiteten im Ausland, bzw hatten ihre Ingenieure dort, die dort an Entwicklungen arbeiteten. Dornier hatte z.B. einen Betrieb in der Schweiz, wo Entwicklungen statt fanden, die zu den berühmten Flugbooten führten. Das Ganze lief nicht so von 0 auf 100. Als man dann konnte, brauchte man nur noch die Ingenieure zurück zu holen und die Pläne aus der Schublade holen. Das Know-How wurde im Ausland und im Geheimen ausgebaut und man konnte los legen. Flugzeuge waren damals schnell gebaut. Erfahrung mit der modernen Luftkriegsführung konnte man dann in Spanien sammeln. Das hat viele Jahre aufgeholt, wo andere Luftwaffen üben und sich entwickeln konnten.

    Und dass nach dem Überfall auf Polen nichts geschah stimmt auch nicht. Es wurde nämlich Krieg erklärt und die Briten bauten die Seeblockade um Deutschland und später um Europa auf. Im gleichen Jahr gab es auch schon die ersten Kampfhandlungen. In Skapa Flow wurde die Royal Oak versenkt, in Südamerika wurde dafür die Graf Spee versenkt. Usw...

    Aber Du hast ja inzwischen selbst was gefunden.
     
  13. #32 Monitor, 20.04.2019
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    Zum ersten Absatz schreibe ich noch etwas separat.
    Zu Polen: Es ist richtig, Franzosen und Briten haben Deutschland den Krieg erklärt (Deutschland selber hatte bis auf eine Ausnahme so was nie nötig). Das war aber mehr ein Akt auf dem Papier, danach geschah im Wesentlichen erst mal nichts von Bedeutung. Dafür gibt es sogar einen speziellen historischen Begriff.
    Sitzkrieg – Wikipedia
    Als dann Frankreich 1940 überrollt würde, wurde mit den Deutschen sogar kollaboriert.

    Erst als die deutsche Luftwaffe zum großen Sprung nach England angesetzt hatte, wurde gekämpft (und auch erfolgreich. Den Rückzug von Dünkirchen lasse ich mal außen vor).
     
  14. #33 Sens, 20.04.2019
    Zuletzt bearbeitet: 20.04.2019
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    Erst einmal vielen Dank, dass Du diese interessante Thema im Sinne vieler an die passende Stelle ausgelagert und damit bewahrt hast. Ich liebe es, scheinbar gesichertes Wissen immer wieder einmal infrage zu stellen, um es zu überprüfen. Der Autor verdrängt, dass der Begriff Blitzkrieg eine Beschreibung der Ereignisse ist. Hitler plante nur zeitlich begrenzte Feldzüge, denn mehr gab die Kassenlage und die Stimmung in Deutschland nicht her.
    Viele Militärs in jener Zeit sahen den Bewegungskrieg als die Lösung, um einen blutigen Stellungskrieg zu vermeiden, den noch alle als Trauma hatten. 1939 hatten weder die Franzosen noch die Briten die militärischen Einheiten, die dafür notwendig sind. Ganz zu schweigen von der Stimmung in beiden Ländern. Ein Blick auf die Zahlen sahen die Alliierten im Vorteil und auch die Fernblockade der RN hatte das DR im wirtschaftlichen Würgegriff. Mit welchen Einheiten sollte man den propagierten Westwall angreifen und auch noch den Rhein überwinden, um in das Ruhrgebiet zu gelangen?!.
    Westwall – Wikipedia
    Es ist immer leicht eine Forderung für eine schnelle Antwort zu erheben, wenn man die dafür notwendigen Details ignoriert. Die polnische Armee war ja schon nach zwei Wochen geschlagen und die deutsche Luftwaffe konnte auch dann schon ihre Einsätze in jede Richtung fliegen, hätte es Vorstösse der Alliierten gegeben.
     
  15. alois

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    Was erwartest Du denn? Damals gingen die Dinge langsamer als heute. Du willst doch nicht ernsthaft die Verantwortung GB und F zuschieben, dass Polen überfallen wurde? Wie hätten GB und F in Polen eingreifen sollen? Die Briten hatten kein großes stehendes Heer, nicht einmal die Mittel für größere Landeoperationen in Polen, die Franzosen erst recht nicht. Die Briten bauen ihr Heer immer erst auf, wenn Krieg ist, vorher haben die immer nur eine relativ kleine, aber hoch professionelle Armee. Die Franzosen hatten damals absolut keinen Bock, mussten aber ihre Verpflichtungen einhalten. Da GB ziemlich weit von Deutschland weg war, gab es noch keinen Luftkrieg. Aber der Seekrieg begann schon in der Nacht vom 4. September mit der Versenkung der Athenia. Von da da an lief der U-Boot Krieg im Nordatlantik. Einer der Höhepunkte war die Versenkung der Royal Oak in Skapa Flow. Wobei diese Versenkung lediglich Symbolcharakter hatte. Monate Später ein Höhepunkt für die Briten, die Versenkung der Graf Spee. Zwischendurch wurde durchaus auch das eine oder andere U-Boot versenkt und einige Deutsche Sperrbrecher aufgebracht oder gleich versenkt. Es lief also einiges schon ab. Die Briten haben ihre Armee auf Europäisches Festland gebracht, ohne Eingreifen der Deutschen Marine.

    Es ist schlicht falsch zu behaupten, es wäre absolut nichts passiert. Es ist sogar viel passiert, nur nicht auf Deutschem Boden.
     
  16. GorBO

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    Ich glaube soweit wird und will niemand gehen! Die Verantwortlichkeiten sind da ganz klar auf deutscher Seite und auch mehr Nachdruck und eine glaubwürdigere Armee im Westen Deutschlands hätte Hitler nicht vom Überfall auf Polen abgehalten.
    Aus heutiger Sicht kann man aber die Passivität von Frankreich und Großbritannien kritisieren. Das BEF war ja ab September 1939 einsatzbereit und Deutschland im Westen vollständig entblößt. Wir Hobbystrategen von heute können daher schön behaupten, dass man leicht 1939 noch das Ruhrgebiet und das Saarland hätte kassieren können und somit Deutschland schon 1940 die Rohstoffe für Rüstung und Krieg ausgegangen wären.
    Aber ganz ehrlich, wer in Frankreich und Großbritannien wollte eine solche aggressive Strategie durchsetzen? Wie groß wäre das Risiko gewesen, sich da schon eine blutige Nase zu holen und Frankreich schutzlos zu machen. Und wie gut war die Auklärung gegen die Deutsche Truppenstärke im Westen?
     
  17. #36 Monitor, 20.04.2019
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    Genau das ist ja das Problem.
    Wozu schließt man mit Polen Beistandspakte ab, wenn es ernst wird, sagt man wir können gerade nicht.

    Anfang September war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Über Jahre hat man Hitler gewähren lassen. Die Briten selber waren es auch, die mit dem Flottenabkommen 1935 den Versailler Vertrag ausgehebelt haben und Deutschland erst mal so richtig die Aufrüstung legalisiert haben.
    Deutsch-britisches Flottenabkommen – Wikipedia
    Schon im Vorjahr hatte Deutschland den Versailler Vertrag aufgekündigt.

    Warum hat man da nicht eingegriffen ?
    Das ging über Jahre so. Aktive Nichteinmischung in den Spanischen Bürgerkrieg. Münchener Abkommen. Zerschlagung der Tschechoslowakei, Anschluss Österreichs. Es ging nur so Schlag auf Schlag.

    Da werden alle Augen zugedrückt.

    Aber 6 Tage vor dem Einmarsch in Polen die Unterzeichnung des Nichtangriffspaktes: da sind wir sehr genau. Das wird IMMER in den Focus gesetzt. Die Vorgänge, die dazu geführt haben, eher nicht.
     
  18. alois

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    Im Nachgang ist es leicht das Handeln zu kritisieren. Mit Polen wollte man ernst machen, was man vorher versäumt hat. Ein Pakt ist erst einmal nur eine Drohung. Ein Pakt bedeutet nicht, dass man, egal wie, militärisch eingreift. Wie gesagt, es gab kaum Möglichkeiten direkt militärisch einzugreifen. Die Drohung hat Deutschland, nach den Erfahrungen mit der CSSR und Österreich, nicht ernst genommen. Die Briten haben es immerhin weit ernster gemeint als die Franzosen. Immerhin, ging der Krieg auf dem Atlantik gleich los. Die Franzosen haben alles Mögliche gemacht, um nicht aktiv zu werden. So wurden Manöver abgesagt, weil angeblich zu schlechtes Wetter war. Man hat alles unterlassen, was eine Drohkulisse gegen Deutschland aufgebaut hätte. Man wollte nicht auf Deutschland schießen, aus Angst sie könnten zurück schießen. Usw. Aber den Briten ist wirklich nichts vorzuwerfen, die haben gleich gehandelt und sie haben die polnischen Flüchtlinge aufgenommen. Der 2.WK war eigentlich nur wegen Polen. Was will man denn mehr?
     
  19. #38 Monitor, 20.04.2019
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    Das stimmt natürlich nicht.
    Wozu muss man wegen Polen in fast alle Länder Europas einfallen ? Griechenland, Jugoslawien, Dänemark, … . Was haben die mit Polen zu tun ?
     
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  21. alois

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    Wegen Polen sind England und Frankreich schon mal in den Krieg gezogen. Das ist doch schon mal was. Ein Weltkrieg wird es erst, wenn mehrere Akteure beteiligt sind, als nur zwei. Mit dem Weltreich England und dem Krieg auf allen Weltmeeren (Handelskrieg mit Deutschland, U-Boote, Hilfskreuzer usw), ist der Weltkrieg ja schon mal gut aufgehoben.
     
  22. #40 Monitor, 20.04.2019
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    Ich verstehe die Logik nicht.
    Polen war doch besiegt.
    Warum muss man nun unbedingt noch gegen London und Moskau ziehen ?
     
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