Vorraussetzungen für ein Träger von Kernwaffen?

Diskutiere Vorraussetzungen für ein Träger von Kernwaffen? im Bordwaffen Forum im Bereich Grundlagen, Navigation u. Technik; Hallo zusamm' welche Vorraussetzungen muss ein Flugzeug eigendlich erfüllen um Atomwaffen tragen zu können/dürfen?
papillon

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Space Cadet
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Hallo zusamm'
welche Vorraussetzungen muss ein Flugzeug eigendlich erfüllen um Atomwaffen tragen zu können/dürfen?
 

Karsten

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Das kommt erstmal auf die "Kernwaffe" an.
Primär erstmal eine ausreichende Nutzlast. Deshalb wurden die ersten beiden Bimben ja von B29 abgeworfen. Andere konnten sie nicht tragen.

Dazu kommen dan die notwendigen Einrichtungen um die Waffen zu schärfen. Zumindest NATO und ehemalige WP Waffen wurden ja nicht scharf an die Maschine gehängt.

Jenach Art des Einsatz (z.B. Schleuderwurf) und der Waffe kommt dazu noch entsprechende Ausstattung.
 
Grimmi

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Irgend eine spezielle Verkabelung brauchts wohl schon, schon nur wegen dem elektromagnetischen Impuls. Im Flugsimulator 'Back to Bagdad' konnte man mit ner F-16 während einem Umkehrlooping (Ah, ok - Schleuderwurf nannte sich das Manöver - Danke Karsten) die Bombe ausklinken und musste im Sinkflug möglichst volle Pulle in die entgegengesetzte Wichtung wieder abhauen. Vielleicht findet sich im zugehörigen Büchlein noch ein wenig mehr Infos, hab grad keinen Schimmer ob ichs in meinem Archiv noch habe.

Soviel ich noch weiss musste man noch nen speziellen Code eingeben und bestätigen lassen.
 

Xena

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Heutezutage kann jeder eine Atomwaffe tragen, die Dinger sind heute leicht genug. Aber es geht hauptsächlich um die Schärfung der Waffe, die eine spezielle Vorrichtung benötigt, wie schon erwähnt wurde.

Die Griechen haben ihre A-7 deswegen noch weit über die eigentliche Nutzungsdauer verwendet, weil sie eine kernwaffentaugliche Maschine im Bestand haben wollten um im großen Spiel mitspielen zu dürfen. Deutschland wollte doch auch immer da mitspielen, sind die deutschen Tornados auch dazu fähig? Wie sieht es mit den britischen Tornados aus? Heute haben sie zwar keine Bomben mehr aber es könnte ja noch ein Relikt aus vergangenen Tagen sein, bzw. sie könnten evtl. amerikanische verwenden.
 

Xena

inaktiv
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OK, Danke. Dann kann man davon ausgehen, daß auch die britischen Tornados das können. Wie sieht es mit den Italienern aus?
 

HHS

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Soviel ich weiß wurden die Tornados generell Atomwaffenfähig konstruiert. Wenn ich mich korrekt erinnere aus diversen verschütt gegangenen Quellen sollte er diese ja in Tiefflug hinter die feindliche Linie tragen.

Also damit auch die Italiener und Briten.

Und ja: Deutschland wollte da tatsächlich mitspielen, bzw. will es offenbar immer noch:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,714354,00.html
 

T-38

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Die Griechen haben ihre A-7 deswegen noch weit über die eigentliche Nutzungsdauer verwendet, weil sie eine kernwaffentaugliche Maschine im Bestand haben wollten um im großen Spiel mitspielen zu dürfen. Deutschland wollte doch auch immer da mitspielen, sind die deutschen Tornados auch dazu fähig? Wie sieht es mit den britischen Tornados aus? Heute haben sie zwar keine Bomben mehr aber es könnte ja noch ein Relikt aus vergangenen Tagen sein, bzw. sie könnten evtl. amerikanische verwenden.
Die italienischen und deutschen Tornados können noch, die britischen nicht mehr. Die saudischen konnten wahrscheinlich nie. Die Verkabelung für die Nukes wurde aus den britischen Unterrumpfträgern entfernt, als die Freifallbomben 1998 aus dem Arsenal genommen wurden. Deshalb, unteranderem, haben die Briten eine andere Integration des LDP. Die Briten verlassen sich seitdem auf die U-Boot gestützten Nukes zur Abschreckung.
Die Griechen haben ihre nukleare Teilhabe 2001 abgegeben.

P.S. Ich bin, wie einer der anderen Poster, auch etwas überascht über den hier ofenbarten Wissensstand, angesichts der anderen Debatten die wir schon hatten. Hoffe das war nicht zu persönlich, sonst gerne weiter per PN.

T-38
 

T-38

Fluglehrer
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Ok, wenn das eine ernstgemeinte Frage ist: Der Tornado ist kernwaffenfähig. Deswegen lagern ja auch in Büchel die Atomwaffen, um die es immer wieder Diskussionen gibt. Der Eurofighter darf laut 2+4-Vertrag keine A-Waffen tragen.
Bist du sicher mit der EF und 2+4 Aussage?
Ich habe eher im Gedächtnis das auf dem Gebiet der ehemaligen DDR generell keine kernwaffenfähigen Waffensysteme stationiert werden dürfen. Beim EF wurde dann die, von 2+4 unabhängige, Entscheidung getroffen ihn nicht als Kernwaffenträger einzusetzten.

T-38
 

Philipus II

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Man könnte den EF nachrüsten, darf ihn dann aber nicht in Ostdeutschland stationieren.
 
Pedrobifi

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und bei den Franzosen?

Wer ist denn nach Außerdienststellung der Mirage IV A und P-Versionen bei der französischen Luftwaffe noch kernwaffenfähiges Waffensystem? Nur noch die Mirage 2000 N oder zwischenzeitlich auch die Rafale?
Gruß
pedrobifi
 

Azubi

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Neben der Mirage auch die Rafale, mit ASMP.
 

Ta152

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Wieviel elektronik ist denn eigentlich wirklich in den Zündkästen, funktionieren die A-Waffen wirklich erst wenn der Präsident den Geheimcode in seinen Koffer eingegeben hat?

Die Zeit das man für A-Waffen besonders große Flugzeuge benötigt hat sind lange vorbeit wenn man sich anschaut das man schon mitte der 50er Luft-Luft Raketen mit Atomsprengsatz bei unter 400kg Gewicht hatte.
 

LFeldTom

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funktionieren die A-Waffen wirklich erst wenn der Präsident den Geheimcode in seinen Koffer eingegeben hat?
Der Koffer ist nur eine Erfindung, um die Schminkutensilien der First Lady durch den Zoll zu schmuggeln ...
 

MIT

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Wieviel elektronik ist denn eigentlich wirklich in den Zündkästen, funktionieren die A-Waffen wirklich erst wenn der Präsident den Geheimcode in seinen Koffer eingegeben hat?
Nur für den Fall, dass diese Frage ernst gemeint war ...

-> http://de.wikipedia.org/wiki/Atomkoffer

-> https://www.cs.columbia.edu/~smb/nsam-160/pal.html

-> (speziell zu der Frage "Wieviel elektronik ist denn eigentlich wirklich in den Zündkästen...?") https://www.cs.columbia.edu/~smb/nsam-160/Theater_Control/chap2.pdf
 
Gripen-simpit

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Sicherheitsvorkerhungen Kernwaffen

Bei der britischen RAF wurden solche komplexen Sicherungen weggelassen. Dies mit dem Hintergedanken, dass im Falle eines Einsatzes nicht ein Code verloren ist und damit die Waffe nicht eingesetzt werden kann. So genügt ein simpler zylindrischer Schlüssel um die Waffe scharf zu machen. Der Schlüssel wurde in eine Vorrichtung in der Bodenkontrolleinheit gesteckt und um 90 Grad gedreht. Das heisst es gab kein Zweiscchlüsselprinzip, Kein Kode oder Geheimzahl. Eine Person genügte hierzu, ein Mechaniker hätte dies auch mit einer Zange bewerkstelligen können.
Der Abwurf ist dann wiederum in der Hand des WSO. Der WSO musste die Schärfungssequenzen vom Cockpit aus tätigen, welche automatisch Sicherungsstifte auszogen und eine Sicherungsleine auszogen. Dann wurde ein Geschwindigkeitssensor aktiviert, welcher auf 120 Knoten eingestellt war. Dies falls die Bombe versehntlich beim Bodenverlad von einem fahrenden Fahrzeug gefallen wäre, hätte die Geschwinigkeit nicht ausgereicht, um die Waffe zu schärfen. Weitere Sicherungstifte waren rund um den Initialsprensatz eingebaut, um Unfälle vorzubeugen. Beim Abwurf mussten vier Stahlseile ausgezogen werden, um die Waffe zu aktivieren. Weiter waren damit ein Zeitzünder mit einem Radarhöhenmeter und einem Luftdrucksensor verbunden. Wenn alle Sicherungen wie vorgesehen geschärft wurden, konnte die Waffe detonieren. Damit die Bombe nicht zu früh detoniert und das Trägerflugzeug pulverisiert, waren die Bomben mit Bremsfallschirmen und Zeitverzögerungszündern ausgerüstet.

http://nuclear-weapons.info/vw.htm#WE.177

http://nuclear-weapons.info/images/005-Tornado-loading.png

http://nuclear-weapons.info/images/024-Tornado-loaded.png
 

LFeldTom

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Dies falls die Bombe versehntlich beim Bodenverlad von einem fahrenden Fahrzeug gefallen wäre, hätte die Geschwinigkeit nicht ausgereicht, um die Waffe zu schärfen.
Der Konjunktiv ist gar nicht nötig. 1985 hats diesen Fall z.B. in Brüggen gegeben - bei nassem Wetter ist eine We177 runter gefallen - und zumindest dieser Aspekt der Sicherung hat funktioniert.

Gruß,
Tom
 
Schorsch

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Bei der britischen RAF wurden solche komplexen Sicherungen weggelassen. Dies mit dem Hintergedanken, dass im Falle eines Einsatzes nicht ein Code verloren ist und damit die Waffe nicht eingesetzt werden kann. So genügt ein simpler zylindrischer Schlüssel um die Waffe scharf zu machen. Der Schlüssel wurde in eine Vorrichtung in der Bodenkontrolleinheit gesteckt und um 90 Grad gedreht. Das heisst es gab kein Zweiscchlüsselprinzip, Kein Kode oder Geheimzahl. Eine Person genügte hierzu, ein Mechaniker hätte dies auch mit einer Zange bewerkstelligen können.
Der Abwurf ist dann wiederum in der Hand des WSO. Der WSO musste die Schärfungssequenzen vom Cockpit aus tätigen, welche automatisch Sicherungsstifte auszogen und eine Sicherungsleine auszogen. Dann wurde ein Geschwindigkeitssensor aktiviert, welcher auf 120 Knoten eingestellt war. Dies falls die Bombe versehntlich beim Bodenverlad von einem fahrenden Fahrzeug gefallen wäre, hätte die Geschwinigkeit nicht ausgereicht, um die Waffe zu schärfen. Weitere Sicherungstifte waren rund um den Initialsprensatz eingebaut, um Unfälle vorzubeugen. Beim Abwurf mussten vier Stahlseile ausgezogen werden, um die Waffe zu aktivieren. Weiter waren damit ein Zeitzünder mit einem Radarhöhenmeter und einem Luftdrucksensor verbunden. Wenn alle Sicherungen wie vorgesehen geschärft wurden, konnte die Waffe detonieren. Damit die Bombe nicht zu früh detoniert und das Trägerflugzeug pulverisiert, waren die Bomben mit Bremsfallschirmen und Zeitverzögerungszündern ausgerüstet.
Wäre mal interessant zu wissen, bei wie vielen im Bomben im Einsatzfalle irgendeine "verklemmte" Sicherung die Zündung verhindert hätte.
Konventionelle Waffen haben Versager-Quoten von 5-20% bei wesentlich primitiveren Sicherungen.
Da auch Kernwaffen gerne mal jahrelang irgendwo lagern und eventuell nicht die ganze Zeit wie ein Augapfel gehütet werden, ist eine gewisse Versager-Quote mit Sicherheit anzunehmen.
 

Xena

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Laut dem oben verlinkten Text mussten die Dinger alle drei Jahre ins Werk zurück und wurden dort überprüft und gewartet.
 

Dr. Seltsam

Guest
Wäre mal interessant zu wissen, bei wie vielen im Bomben im Einsatzfalle irgendeine "verklemmte" Sicherung die Zündung verhindert hätte.
Konventionelle Waffen haben Versager-Quoten von 5-20% bei wesentlich primitiveren Sicherungen.
Da auch Kernwaffen gerne mal jahrelang irgendwo lagern und eventuell nicht die ganze Zeit wie ein Augapfel gehütet werden, ist eine gewisse Versager-Quote mit Sicherheit anzunehmen.
Da bin ich Fachmann :)

Kernwaffen müssen wie ein Augapfel gehütet werden, wenn sie funktionieren sollen. Werden sie nicht mehr gewartet, werden sie von selbst unbrauchbar.
Je nach Menge des spaltbaren Materials und dessen Strahlung, wird die Elektronik früher oder später routinemäßig ersetzt. Obwohl die Strahlung relativ gut abgeschirmt ist reicht sie aus, den elektronischen Zündmechanismus auf Dauer irreparabel zu beschädigen. Im Gegensatz zu konventionellen Waffen erfolgt hier deswegen relativ häufig ein Austausch aller (elektronischen) Komponenten der Waffe, die Schaden nehmen könnten. Die Bauteile sind zudem künstlich gealtert, um ihre Versagerquote zu minimieren. Zudem erfolgen tägliche Systemtests, auch im Depot. Der Unterhalt dieser Waffen ist deswegen auch ungleich teurer und die Versagerquote dafür im Promillebereich. Das wusste schon SPLIFF in den 80er Jahren: Diesmal funktioniert alles :)
Deswegen kann man auch davon ausgehen, dass die sowjetischen Waffen, die ausserhalb Russlands stationiert waren, mangels Wartung und Ersatzteilen schon nach wenigen Jahren funktionsunfähig waren.
 
Thema:

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