Warum Kunstflug ohne G-suit?

Diskutiere Warum Kunstflug ohne G-suit? im Luftfahrzeuge allgemein Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Moin. :) Soweit mir bekannt ist, fliegen Kunstflug-Piloten ohne Annehmlichkeiten wie Sauerstoffmaske, G-suit usw. Wie kommt das? Ist es nur...

Moderatoren: Skysurfer
  1. #1 Lennart, 31.05.2006
    Lennart

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    Moin. :)

    Soweit mir bekannt ist, fliegen Kunstflug-Piloten ohne Annehmlichkeiten wie Sauerstoffmaske, G-suit usw.

    Wie kommt das? Ist es nur eine Kostenfrage? Weil, ich schätze mal dass zB. ein Tornadopilot bei Standardmissionen auch nicht auf mehr G-Belastung kommt, oder? Dort ist es aber eine Sicherheitsfrage, ihm Sauerstoff und Anzug zu stellen.

    Wie kommt es zu diesen unterschiedlichen Auslegungen? Könnte ein Tornadoflieger auch "ohne" arbeiten?
     
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  3. n/a

    n/a Guest

    Hallo,

    das würde mich allerdings auch mal interessieren. Nicht so sehr die Tornadopiloten, sondern eher die Kunstflugpiloten. Ich könnte mir vorstellen, dass die keinen Sauerstoff mitnehmen, weil die nicht so hoch fliegen wie die Tornadopiloten. Vielleicht brauchen die auch keine Anti-g-Anzüge, weil die Belastungen nur kurzzeitig auftreten und die Kunstflieger diesen Belastungen mit dem Anspannen diverser Muskel und einer bestimmten Atemtechnik entgegen wirken können. Ich weiß es aber auch nicht genau...

    Viele Grüße.
    Gore
     
  4. VJ101

    VJ101 Testpilot

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    Die herkömmlichen G-Anzug-Systeme benötigen ein ziemlich umfangreiches und damit auch schweres Luftversorungssystem, da die Anzüge ja mit Druckluft aufgepumpt werden bei hohen g-Belastungen. Und sowas lässt sich damit nicht in Kunstflugzeuge einbauen.

    Eine andere Frage wäre, wies mit dem neuen Anzug, der Libelle, die auch die Eurofighterpiloten benutzen, aussieht. Der ist komplett unabhängig von Flugzeuginternen Systemen, da er über eingebaute Wasserkammern den g-Belastungen entgegenwirkt, und das viel effektiver als der Druckluftanzug.
     
  5. n/a

    n/a Guest

    Hallo,

    dieser "Libelle"-Anzug hat eingebaute Wasserkammern? Wie schwer ist dieser Anzug denn dann? Und wenn er unabhängig vom Flugzeug ist, wie funktioniert er dann? Bei hohen g's sammelt sich das Wasser im Beinbereich, wie das Blut des Piloten es auch tut und verdickt dann den Anzug, welcher dann gegen die Beine drückt?

    Viele Grüße.
    Gore
     
  6. #5 Intrepid, 31.05.2006
    Zuletzt bearbeitet: 31.05.2006
    Intrepid

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    Die G-Belastungen eines Kunstfluges sind anders als die G-Belastungen eines Kampffluges. Irgendwo haben wir das aber schon ausgiebig diskutiert, ich suche mal ...

    ... und finde. *Hier* zum Beispiel, nach den ersten paar Beiträgen geht es los.
     
  7. #6 VJ101, 31.05.2006
    Zuletzt bearbeitet: 31.05.2006
    VJ101

    VJ101 Testpilot

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    Hallo Gore, ganz genau, so funktioniert er. Ich weiß nicht mehr genau wieviel Wasser, aber es sind glaub weniger als 0,5 liter. Ich hab mal einen Vortrag an der uni gehört vom Entwickler, am Anfang hatten die soviel Wasser drin das der Pilot beim ausziehen des Anzugs alles unter Wasser gesetzt hat...

    Die schweizer Firma Autoflug hat den entwickelt. http://www.autofluglibelle.com/html/libelle.html#libkap1

    Unter "Video" sollte man sich unbedingt die Zentrifugentests ansehen, bei 9g ist der Pilot noch nahezu voll einsatzfähig, man überlege sich wie die Piloten mit den herkömmlichen ANzuügen aussehen, voll aufgeblasen sind die im Grunde zu nicht mehr viel fähig.
     
  8. #7 n/a, 31.05.2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 31.05.2006
    n/a

    n/a Guest

    Hallo Intrepid,
    danke Dir für den Link. :)

    Hallo VJ101,
    wundert mich schon ein bisschen, dass die Leute erst jetzt darauf kommen, dass es auch mit Wasser geht. Die physikalischen Eigenschaften von Wasser, wie z.B. die höhere Dichte gegenüber Luft, ist doch schon seit längerem bekannt... ;)
    Die Videos konnte ich mir leider nicht angucken. Ich habe eine Fehlermeldung erhalten, als ich sie herunter laden wollte.

    Viele Grüße.
    Gore
     
  9. Jusia

    Jusia Testpilot

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    Kunstflug ist Sport

    Kunstflug ist Sport. Ich laufe ja auch nicht mit Federschuhen durch die Gegend wenn ich joggen gehe, oder ziehe mir beim Wettkampfschwimmen Paddels an die Hände.
    Beim Kunstflug muss man seinen Körper unter den G-Belastungen unter Konstrolle halten.
    Nen Steuerknüppel in die Hand nehmen und Kapriolen drehen das kann man ja am Rechner machen.
    Oder gar nicht mehr ins Flugzeug steigen, sondern das Dingen mit Fernsteuerung bedienen.
    Ich finde diese Sportart sollte auch eine bleiben. Es tut niemanden etwas wenn er lernt seinen Körper anzuspannen und zu pumpen, damit er seine Birne unter Kontrolle hat.
     
  10. #9 rechlin-lärz, 01.06.2006
    rechlin-lärz

    rechlin-lärz Space Cadet

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    ich will ja nicht kleinlich sein - die Fa. Autoflug ist eine deutsche Firma, weitestgehend in Familienbesitz und in Rellingen bei Hamburg beheimatet.

    Bei der Fa. Autofluglibelle handelt es sich um ein 2000 gegründetes Joint Venture zwischen einer Schweizer Firma und der Fa. Autoflug (Quelle siehe oben).
    Genauer: das Patent zu dieser "Anti-G"-Bekleidung liegt bei den Schweizern, die wesentliche Entwicklungsarbeit und die Fertigung der Anzüge bei Autoflug. So wird der Anzug bisher nur in Rellingen gefertigt - eine Produktionsstätte in USA ist geplant, wenn mit den amerikanischen Streitkräften ein "positives einvernehmen" erzielt wird:)

    Quelle: eigene Besichtigungen bei der Autoflug-Unternehmensgruppe

    Viele Grüße

    rechlin-lärz
     
  11. #10 Schorsch, 01.06.2006
    Schorsch

    Schorsch Alien

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    Welches des Weiteren direkt neben HAlstenbek bei Hamburg liegt ;) .

    Soll heißen: Nur wenn es gefährlich ist und weh tut, ist es eine Sportart? Wahre Bergsteiger haben auch keine SIcherheitsleine, wahre Bergabfahrer lehnen einen Helm ab, wahre Segler brauchen keine Schwimmweste.

    Ich denke, dass diese Piloten ohne G-Suit auskommen, da sie ein sehr hohes Maß an Kontrolle über den Prozess haben. Des Weiteren sind die G-Belastungen sehr kurzfristig. Ein Eurofighter kann (unter bestimmten Bedingungen) eine 7G Kurve halten. Ein Kunstflieger hat meist Peak-Belastungen.

    Ach ja: Ein militärischer Pilot muss neben seinem "Kunstflug" auch noch ein Ziel bekämpfen bzw. seinen eigenen Hintern aus der Affäre ziehen. Da braucht man einfach sein Hirn, das geht mitunter nicht intuitiv. Der wirkliche Fortschritt des Eurofighters über eine MiG-29A ist doch nicht die 1.2G in dem einen Geschwindigkeits- und Höhenbereich, sondern die Integration des Piloten in sein Flugzeug und die perfekte Mensch-Maschine-Schnittstelle.
     
  12. #11 VJ101, 01.06.2006
    Zuletzt bearbeitet: 01.06.2006
    VJ101

    VJ101 Testpilot

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    Oh, Asche auf mein Haupt, aber man lernt ja gern dazu. Danke für die Info.

    Wie sieht es denn eigentlich mit den g-Belastungen in der Abwärtsspirale aus die der Schrodt auch auf der ILA vorgeführt hat? Die g's bei den "zackigen" Manövern sind schnell vorbei, aber bei sowas dauert es doch schon etwas länger? Und bewegen sich die Kunstflieger mit ihren Maschinen schon am Limit oder wäre mit der Libelle noch mehr drin?
     

    Anhänge:

  13. n/a

    n/a Guest

    Hallo Jusia,

    einerseits schreibst Du, dass man beim Kunstflug seinen Körper unter den g-Belastungen unter Kontrolle halten soll und andererseits soll man nicht anspannen und pumpen. Dann habe ich es also richtig verstanden, dass die Kunstflugpiloten rein gar nichts machen bei hohen g-Belastungen und trotzdem alles unter Kontrolle haben? Das nenne ich wirklich "Kunstflug".

    Viele Grüße.
    Gore
     
  14. #13 HorizontalRain, 01.06.2006
    Zuletzt bearbeitet: 01.06.2006
    HorizontalRain

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  15. Alpha

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    Er hat doch genau das Gegenteil geschrieben.


    @VJ101: Beim Trudeln in deinem Bild wirken keine sonderlich hohen Kräfte auf den Piloten ein.
     
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    Hallo

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  17. n/a

    n/a Guest

    Verdammt, ich bin über seinen letzten Satz gestolpert. Okay, ich habe nichts gesagt.

    Gore.
     
  18. #16 LFeldTom, 02.06.2006
    LFeldTom

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    Inkompressibilität und vergleichbare Dichte wie Blut sind die wesentlichen Stichworte. Dichte damit bei vergleichbarer Höhenstaffelung auch gleiche Drücke entstehen und Inkompressibilität, damit die Druckänderung nahezu instantan (weil so gut wie kein Massentransport stattfinden muß) der Beschleunigungsänderung folgt. Hauptproblem der neuen Muster sind weniger die absoluten G-Limits - die hatten frühere Muster teilweise auch schon. Aber Muster wie der Eurofighter bauen ihre Gs extrem rasant auf (sind wir schon bei der dritten Ortsableitung zur Zeit). Das ist z.B. auch der Grund warum der Looping auf der Achterbahn NIE aus der Geraden direkt in einen Kreis mündet. Bilder sagen ja manche soviel mehr: http://schulen.eduhi.at/riedgym/Physik/9/achterbahn/klothoidenlooping.htm

    Abrupte Laständerungen lassen sich anscheinend auch mit Muskelanspannung und gezielter Atmung schwieriger kompensieren als wenn diese moderat aufgebaut werden. (Auf der Achterbahn kommt natürlich noch Verletzungsgefahr durch rumwirbelnde Gliedmaßen dazu, da die "Halter" in der Regel nicht vorbereitet wären.)

    In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren welche G-Anstiege da so beim Kunstflug auftreten. Hat da jemand Zahlen zu ?

    Gruß,
    Tom
     
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