WB2019BB – Ruhrtaler Ru 3, Dujin 1:72

Diskutiere WB2019BB – Ruhrtaler Ru 3, Dujin 1:72 im Bauberichte Forum im Bereich Wettbewerb 2019; Da ich diesen Exoten als Nächstes bauen wollte und der Wettbewerb sich nicht nur auf Versuchsflugzeuge mit einem „X-“ beschränkt, lasse ich Euch...

  1. #1 urig, 09.03.2019
    Zuletzt bearbeitet: 14.03.2019
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    Da ich diesen Exoten als Nächstes bauen wollte und der Wettbewerb sich nicht nur auf Versuchsflugzeuge mit einem „X-“ beschränkt, lasse ich Euch mal in dieser Rubrik hier mitlesen.

    Geschichte
    Dieses Flugzeug entstand auf Anregung des RLM als einsitziger Fortgeschrittenentrainer für angehende Jagdflieger in einer Halle der Ruhrtaler Maschinenfabrik Schwarz und Dyckerhoff in Mülheim an der Ruhr. Hanns Schwarz, der Sohn des Firmeninhabers wollte zusammen mit seinen Akaflieg-Kumpels Fiedler und Proppe Flugzeuge bauen. Zunächst dachten Sie an ein dreisitziges Reiseflugzeug, schwenkten aber vor dessen Fertigstellung auf Anraten von RLM-Vertretern auf den genannten Einsitzer um. Willy Fiedler war der Konstrukteur und da er schon zwei Entwürfe gemacht hatte, gab man dem Trainer die laufende Nummer 3. Die Ru 3 wurde auch tatsächlich fertig und hatte gute Flugeigenschaften. Sie erhielt keine Registrierung und durfte nur über dem Flugplatz geflogen werden. Am Nachmittag des 1. November 1936 bei der zweiten Vorführung vor Vertretern des RLM stürzte Hanns Schwarz tödlich mit der Maschine ab. Dies beendete sowohl das Projekt als auch die Luftfahrtaktivitäten unter dem Namen Ruhrtaler.

    Quellen
    [1] Karlheinz Kens (2011). Historische Deutsche Flugzeug bis 1945 Band 1
    [2] Marton Szigeti: Einzelkämpfer, Klassiker der Luftfahrt 2019-02
    [3] Marton Szigeti: Die Flugzeuge der Ruhrtaler-Maschinenfabrik, Jet & Prop 2/97
    [4] Ruhrtaler Ru.3 Ruhrtaler Ru.3 - Wikipedia

    Bausatz
    Der Resin-Bausatz stammt vom französischen Hersteller Dujin. Er enthält Kupferdrähte unterschiedlicher Dicke (zum Teil platt gewalzt) für Streben sowie zwei tiefgezogene Windschutzscheiben. Der Resinguss ist sehr fein und detailliert, fast ohne Blasen an der Oberfläche. Das lässt Gutes erwarten. Auf den zweiten Blick musste ich leider bemerken, dass die Formhälften beim Gießen fast einen Millimeter gegeneinander versetzt waren, so dass Vorder- und Rückseite der Teile nicht zusammen passen. Am ärgerlichsten ist dies wohl beim Propeller (siehe weiter unten).

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    Unklar ist, was diese komischen „Streben“ im Bausatz verloren haben, evtl. nur Abfall? Die tiefgezogenen Klarsichtteile werde ich vermutlich nicht brauchen, denn Windschutzscheiben für offene Cockpits macht man am einfachsten aus gebogener Overheadfolie.

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    Die Bauteile passen zu der von Szigeti [2], [3] veröffentlichten Zeichnung. Möglicherweise hat man diese als Vorlage verwendet.

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  5. #4 Firebee, 09.03.2019
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 16.03.2019
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    Ich denke das ist eine Kufe, anstatt des Spornrades. Wurde vermutlich bei früheren Maschinen eingesetzt.
     
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    Das glaube ich nicht. Darauf gibt es keinerlei Hinweise in den Quellen. Ich finde keine Strebe, die in Dicke oder Länge irgendwie zu diesen Teilen passen würde. Die Fahrwerksstreben sind es auch nicht, denn die sind links vom Rumpf in Post #1.
     
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    Am Rumpf habe ich die Einstiegsklappe auf der Backbordseite entfernt und sowohl einen Halter für das Instrumentenbrett als auch die Sitzfläche des Piloten eingebaut. Luft-Öffnungen in der Motorgondel und Befestigungspunkte für Streben wurden gebohrt.

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    Nix Wegwerfen! Der gelbe Sack bleibt bei uns leer! Das hier gibt die Rückenlehne für den Piloten.

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    Und hier haben wir den eingangs erwähnten Versatz von Vorder- und Rückseite der Gussteile. Bei der Fahrwerksstrebe ist er durch Abfeilen weitgehendst verschwunden. Beim Propeller bleibt erst mal ein „Doppeldecker-Propeller“. Vermutlich muss ich den Prop selber neu machen.

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    Nach dem Verkleben der Rumpfhälften bleibt etwas Spalt, den man, trotz Resin, mit Revell Plasto schließen kann.

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    Das Problem mit dem „Schrott“ aus Post #2 scheint gelöst: Beim Rollout hatte die Maschine noch keine Rad- und Fahrwerksverkleidung. Ich vermute, dass die Resinteile dazu gedacht sind, die unverkleideten V-Streben darzustellen, siehe Bild:

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  12. urig

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    Zur Kontrolle wurde der Rumpf mit Mr.Resin eingepinselt.

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  13. urig

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    Dabei zeigt sich der Versatz der Formhälften besonders deutlich. :evil: Das ist kein Ergebnis meiner schlechten „Klebekunst“, denn die linke Hälfte der Seitenflosse ist als Ganzes mit der rechten Rumpfhälfte gegossen, so dass man da außer Spachteln und Schleifen nichts machen kann.:cursing:

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  14. #13 Augsburg Eagle, 11.03.2019
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    Da könntest Du recht haben. Auf das muss man erst mal kommen.
     
  15. urig

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    Die Blechverkleidung des Motors will ich durch Polierlack mit schwarzer Grundierung „metallischer“ wirken lassen als den mit Alubronze gestrichenen Rest des Flugzeugs. Daher bekam mein Modell als erstes eine schwarze Nase. Obwohl ich das Ganze zweimal machen musste, habe ich vergessen, den Schritt zu fotografieren. Daher zeigt das Bild bereits die mit Gunze Alu-Polierfarbe und anschließend mit Pledge versiegelte Nase.

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  16. urig

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    Danach wurde die Nase zum Schutz vor Verletzungen und Alubronze eingepackt. Am Heck sieht man die noch offene Baustelle am Seitenleitwerk.

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    Zur Vorbereitung einer späteren Hochzeit wurden die Baldachinstreben aus 0,3 mm und 0,5 mm Stahldraht angebracht. Außerdem gab’s gleich noch ein Stück Verkleidung auf der Oberseite.

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    Eine unerwartete Überraschung mache ich erst jetzt (weil ich nicht vorher kontrolliert habe). :cursing:
    Bei der Spannweite sind sich die Zeichnungen meiner Quellen nicht einig und Dujin hat die kurze Spannweite realisiert. Die vorliegende Zeichnung stammt aus [1]. Es ist zu befürchten, dass Kens [1] am Ende Recht hat. Mal sehen.
    Die Angabe „ca. 10m Spannweite“ bedeutet 14cm, der Bausatz hat aber nur 12! :evil: Zur Kontrolle taugt eigentlich nur die Ansicht von schräg vorne, und siehe da, mit der komme ich auf 10m Spannweite (hochgerechnet aus dem Abstand der Streben und der Spurweite des Fahrwerks).

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    Selbst wenn man der kurzen Fläche glauben würde, so hat sich Dujin bei den Befestigungen für die Streben verhauen (rote Linien). Die grünen wären richtig, da ungefähr gleich der Spurweite des Fahrwerks. Somit müssen die tropfenförmigen Verkleidungen schon mal weiter nach innen versetzt werden, in anderen Worten: weg. Ein weiteres Manko des Bausatzflügels ist die fiktive Rippenstruktur, die nicht zu den engen Rippenabständen des „unbekleideten“ Flügels passt [2].

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    Prinzipiell ist es kein Problem, einen neuen Flügel mit größerer Spannweite zu schleifen. Schade nur um das in den Bausatz investierte Geld. Daher will ich so vorgehen, dass ich mit dem kurzen Flügel fertig baue. Falls mir das am Ende zu komisch vorkommt, kann ich diesen leicht wieder abreisen, da er ja nur an wenigen Klebepunkten hängt, und einen neuen, größeren bauen.
     
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  21. #19 Basepohl, 14.03.2019
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    Geh doch auf Nummer sicher und trennen die Tragflächen (an einer günstigen Stelle) auf jeder Seite und füge je 1 cm Pastikplatte ein. Dann alles in Form geschliffen und es sollte gehen...

    Schön dir bein Lösen von Problemen über die Schulter schauen zu können.

    Gruß David
     
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  22. urig

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    Mein Meister sagt: „als Wettbewerbs-Preisrichter achte ich immer darauf, ob die Ruder „freigesägt“ wurden.“ Also mache ich das auch.

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    So ein 0,6 mm Fräser ist praktisch, da man mit ihm Langlöcher z.B. diese Handgriffe bohren kann.

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    die Unterseite:

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WB2019BB – Ruhrtaler Ru 3, Dujin 1:72

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