WB2025BB - Die vergessenen Helden der Luftfahrt: Grokhovsky ULK G-37 aus Airkits in 1/72

Diskutiere WB2025BB - Die vergessenen Helden der Luftfahrt: Grokhovsky ULK G-37 aus Airkits in 1/72 im Bauberichte Forum im Bereich Wettbewerb 2025 -Transporter, Frachter und Kräne; Irrungen und Wirrungen scheinen am Rande der Wege zu neuen Zielen wohl unvermeidbar zu sein: dass giltt sogar für das Ziel selbst bisweilen...
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Irrungen und Wirrungen scheinen am Rande der Wege zu neuen Zielen wohl unvermeidbar zu sein: dass giltt sogar für das Ziel selbst bisweilen. Manchmal scheint im Laufe der Entwicklung sogar die Frage aufzublitzen, wozu das Ganze den schließlich führen soll. Dazu kommen noch die Querschläger wie Finanzierungsprobleme und politische Ignoranz. Das war wohl auch bei dem "Universellen Fliegenden Flügel" des Entwicklungsbüros von Pavel Ignatyevich Grokhovsky so, der unter der Typenbezeichnung G-37 im Jahre 1934 seinen Erstflug hatte. Die Idee, die hier erstmalig verwirklicht wurde, war, eine Art Trägerflugzeug zu bauen, das mit unterschiedlichen Transportbehältern bestückt werden konnte. Es gab eine ganze Reihe von Projekten, die das gleiche Ziel hatten: Fi 333, Miles M.68, Fairchild XC-120 nennt Bill Gunston in seiner Enzyklopädie "Russian Aircraft 1875 - 1995 (Osprey). Mir scheint, das keine dieser Produkte den erwünschten Erfolg hatte, jedoch eine Variante dieser Idee war - und ist - erfolgreich: die des irgendwie an ein bestehendes Flugzeug anzubauenden Container. Das wurde bei der Lockheed Constellation verwirklicht und bei zahlreichen Fliegern der General Aviation als eine Art anschnallbarer Kofferraum.

Die Grokhovsky G-37 passt also perfekt in diese WB-Katergorie,finde ich. Wer mehr dazu wissen will, findet hier ausführliche Beschreibungen, aber in Russischer Sprache gibt es noch viel mehr - nur bedürfen die Übersetzungen (selbst von Deepl!) schon sehr weitgehender Kenntnisse zum Objekt, damit der Sinn irgendwie erahnt werden kann. Ein Beispiel? Bitte sehr! "Die Motorhauben der G-37 wurden durch zwei parallele Träger glatt nach hinten verlängert, die in zwei kleinen Kielen endeten, die mit aerodynamischen Hornkompensatoren ausgestattet waren." Alles klar?!

Airkits hat einen - ich wage das jetzt schon zu sagen - großartigen Bausatz der G-37 gemacht! Die Verpackung ist für den großen Vogel überraschend klein:



Alles aus Resin, fehlerfrei gegossen, superfeine Details. Ich hoffe, dass sich die Passungen ebenso präzise zeigen werden wie an der Tupolew ANT-9, die ich vor ein paar Jahren schon mal genaut habe. Der Außenflügel ist übrigens identisch mit der ANT-9. Hier die Teile:



Oben sieht man in der Tüte die Klarsichtteile, daneben aber auch den Stempel zum DiY-Tiefziehen! Das lob ich mir, sollten mehr Hersteller so machen! Was man auch sieht, oder eben nicht, sind irgendwelche Innenausrüstungen, bis auf das minimalst-mögliche zum Cockpit. Aber es gibt erstaunlich viel dazu in den Quellen - werden wir noch sehen.
Die Bauanleitung ist übersichtlich, aber ausreichend. Eben alles handgemacht hier...

 
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Die Farbgebung der G-37 war ebenso unkonventionell wie der ganze Flieger. Airkits hat Bilder nicht nur auf dem Karton in dieser Qualität



und auch gedruckt entsprechende Anleitungen und SW-Zeichnungen beigelegt - mit Hinweis, was maßstäblich ist und was nicht!



In der Seitenansicht auch die Details für die verdeckten Bereiche, also hinter den Motoren und Fahrwerks"hosen" und zur Innenseite der Leitwerksträger.



Überrascht hat mich, dass Airkits Masken im Kit hat: hier sind sie zu sehen, und es würde mich freuen, wenn die auch noch funktionieren werden. Etwas mitgenommen durch die unklimatisierte Lagerung sind sie ja schon.



Was wohin gehört ist ja in der Anweisung dokumentiert, wobei diese Darstellung hilft, die Teile überhaupt zu finden. Und möglicherweise, eigene Masken aus einem vielleicht passenderen Material herzustellen!



Nachdem die Oberflächen nahezu durchgehend feine Wellblechstruktur haben, scheint mir eine Saubere Abdeckung mit diesen Masken fraglich. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt - und der ausgeprägte Qualitätsstandard der Bausatzteile läßt mich eben doch hoffen auf adäquate Masken. Bin ja froh, dass es in der in #1 genannten Quelle jede Menge Bilder gibt. Auch SW zeigen sie die Bemalung recht gut, wie hier:

 
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Das Unbehagen gegenüber der Maskierfolie , hier wohl Oramask 810, kann ich verstehen, Die Maskietsätze von Montex z.B. sind gerade im feinen Maßstab oft nicht zu gebrauchen. Wunder mich das die auf ihrem Material festhalten...?
Materialien wie z.B. das gelbe Tamiya-Tape sind weit aus besser geeignet und ergeben feinere Resultate!
Bin gespannt wie das hier funktioniert...
("Entlastungsschnitte" werden wohl nötig...)
 
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Bis zum Lackieren ist ja noch ein langer Weg. Wobei - der erste Schritt ist ja meist das Cockpit, was ja auch meist lackiert werden sollte vor dem Zusammenbau der Rumpfteile. Damit fängt es auch hier an - so beschreibt es die Bauanleitung:



Alles schön einfach hier? OK, es gibt noch einen Schnitt, in dem die Position der Einbauten maßstäblich zu ersehen ist. Und diese Einzelteile sind in Resin gegossen auf einer ca. 0,5mm starken Trägerplatte, die erst mal weggeschliffen werden soll. Resin à la vacu?



Wieder das gute 180er Naßschleifpapier - funktioniert prima, selbst bei dem winzigen Pitot! Die Felder zwischen den Speichen lassen sich mit einem Stupps raus"brechen": links vorher, rechts nachher ohne weitere Nacharbeit.



Jetzt geht es erst richtig ins Eingemachte: Die Passung des Rumpfes zum Tragflächen-Mittelstück ist anspruchsvoll. Nacharbeit ist nötig, allerdings nur zur Anpassung der Unterseiten. Der Rupf muß passend abgedünnt werden - grüner Kreis. Geht am besten durch Schaben mit einer 18er Skalpellklinge.
Anstrengender ist die nötige Vertiefung der Auflage unten am Mittelstück: das Feld wird zuerst grob vertieft in der Mitte (kurzer Pfeil), während der schmale Rand (längerer Pfeil) genau passend zur Dicke des Rumpf (grüner Kreis) abgehobelt wird. Diese Meißel sind ihr Geld wert, sehr empfehlenswert!

 
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Wegen des Eilauftrags musste die Grokhovsky ein bischen warten - aber dafür sind wir jetzt schon mitten im Cockpit! Der Bug ist angepasst, innen lackiert - nur die Sitze aus dem Kit wirken irgendwie unfertig. Zumindest passen sie perfekt in der Größe!



Machen wir erst mal mit dem Instrumententräger weiter: So scheint er ausgesehen zu haben.



hier sieht man auch, dass die Sitze etwas komplexer waren - aber leider nur die Rückseite. Für die Instrumente hat der Träger im Kit passende Vertiefungen an den richtigen Stellen, und auch die beiden Schalter in der Mitte fehlen nicht. Aber die Instrumente selbst sind nicht im Kit. Diesmal nehme ich die Ätzteile aus dem Sortiment des JFR-Teams:



Der Instrumententräger sitzt auf der Bedienkonsole. Die Hebel sind auch schon drauf (wieder frendgegangen, stammen aus einem Eduard-Ätzteilsatz für eine Spitfire) , ebenso die Pedale (aus dem Kit hier), vornedran das Kompassgehäuse. Darunter die Steuerräder samt Stangen - war ja alles schon im Rohzustand in #5 vorgestellt.



Ob man davon noch was sieht, wenn das Dach drauf ist...
Lohnt es sich noch, die Beschriftungen anzubringen?
Und das noch fehlende Instrument auf BB unten, und Leuchten und Schalter auf SB??
Viel wichtiger: was ist das für ein Trum zwischen den Sitzen, auf dem so eine Art Druckschalter zu thronen scheint???
 
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Zu dem" Trum" hierüber gibt es scheinbar keine Erkenntnisse - also muß ich mich jetzt besser um die Sitze kümmern!
Das Vereinigte Königreich hatte nach dem Krieg ja der Sovietunion massiv in das Jetzeitalter geholfen - weshalb sollten also die Sitze der Grohkovski G-37 nicht auch aus dem UK stammen? Jetzt kommt nicht mit solchen Kleinigkeiten wie zeitliche und geschichtliche Zusammenhänge, die einfach nicht passen wollen! Diese Sitze aus der DeHavilland DH 100 Vampire hätten doch prima gepasst? Und waren ja auch noch ohne Raketenantrieb! Die nehmen wir!!!



Die tiefgezogene Kanzel liegt nur 1-fach bei - dafür passt sie aber auch richtig gut, und ist stabil genug, sich im ausgeschnittenen Zustand noch durch Schleifen fein anpassen zu lassen. Ein wenig Anpressdruck muß noch sein, denn Sekundenkleber verwende ich hier lieber nicht.
Übrigens: bei aller Klarheit sind die Details der Kanzel kaum zu erahnen...



Unter dem Rumpf gibt es noch eine kritische Baustelle: Der Übergng der Nase zum Flügelmittelstück ist zu breit: Spachteln bietet sich an, und mit der scharf geschliffenen 3-Kant-Feile lassen sich Gravuren recht perfekt ziehen, wenn sie denn in gerader Linie verlaufen. Das tun sie ja hier: damit das funktioniert, müssen aber die Wellen beider Teile auch perfekt im Einklang sein: Airkits kann sowas eben. Zuverlässig gut!

 
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Das mit dem Kanzelanbau hat gut funktioniert: es passt einfach!



Das gleiche gilt für die Außenflächen: Die Verbindung ist nicht stumpf, sondern im Querschnitt Z-förmig. Toll gelöst für eine scharfe Hinterkante: dort gibt es eine Verdickung, die über die Endkante innen hinausreicht. Wenn diese Verdickung soweit abgeschliffen wird, dass der Überstand abfällt (wie beim Vacu), dann bleibt genau die richtige Hinterkante hauchdünn stehen. Oben bleibt ein kleiner Spalt, der aber wegen seiner Lage innerhalb zweier Leisten leicht zu verspachteln sein wird. Das Tragwerk ist jetzt ganz schön groß!



Die Auflagen für die Leitwerksträger sind ja hierüber deutlich zu erkennen. Zunächst empfiehlt es sich aber, diese mit dem HLW zu verstiften, wofür bereits präzise stimmende Bohrpunkte eingegossen sind. So kann dann eine stabile und ausgerichtete LW-Baugruppe entstehen. Das HLW wird vom HR vorher abgetrennt; hätte man für die SR auch tun können.



Hier sieht man die Kehle am HLW und das abgerundete HR passend dazu.



Das Ganze passt sauber in die Tragfläche und stimmt auch in der Ausrichtung!



Auch hier sollten die feinen Spalten noch geschlossen werden - das wird dann erfolgen, wenn auch Motoren und Fahrwerk dran sind. Bisher ist bis auf die Bugunterseite alles ohne Spachtel!
 
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Bei den Motorverkleidungen ist Hand anzulegen - also, nicht Hand, besser Feile. Der Überstand kann wie bei einem Vacu soweit abgefeilt werden, bis er abfällt. Passen tut das dann gar nicht so schlecht, wenn vorher die Flächen zwischen den aufliegenden Kanten etwas zurückgenommen werden => mit Skalpel 23 schaben hilft sehr. Eingebaut habe ich die Motorverkleidungen (nach Aufbohren der angzeichneten Stellen für die Abgasrohre!) mit 5min Epoxy - schont die Nerven und füllt die Spalten, ein wenig.



Unter der Motorverkleidung sind die "Hosen" des Hauptfahrwerks angebaut. Deren Schacht für die Räder ist in Breite und Tiefe passend. Es gibt eine Markierung für die Achsenbohrung auf einer Seite außen, und interessanterweise auf der anderen innen: auch gut zur korrekten Bohrungsausrichtung! Die Reifen-Hälften sind separiert von den Naben, was das Lackieren vereinfachen wird- vorausgesetzt man kann der Versuchung widerstehen, Reifen und Nabe zur Verbesserung der Zentrierung schon jetzt zu verbinden. Die halbrunden Dinger - was das soll, klären wir jetzt gleich!



Erst mal schauen wie die Hosent denn unter die Flächen und zur Motorverkleidung passen:



Da kann man eigentlich nicht meckern! Allerdings steht dem anspruchsvollen Modellbauer jetzt noch ein Aufgabe der besonderen Art bevor. Schauen wir uns die Hosen mal im Original an, und zwar mit einem Bild bei stehender Latte.



Da sieht man den Zweck der "halbrunden Dinger" - die bilden die verstellbaren Klappen des Lufteinlaufs zu den in der Hose montierten Motorkühlern!
Wenn man die so geöffnet zeigen will, muss das entsprechende Stück aus den Hosen herausgefummelt werden. Horizontal sägen, klar. aber vertikal?
Um das zu erleichtern, habe ich mit einem 2mm Bohrer in etwa 1mm Abstand zur senkrechten Gravur gebohrt, das Stück dazwischen ausgefräst. So lässt sich der senkrechte Schnitt erleichtern. Schwupps ist das Bugteil draussen, unverletzt. Man kann ja nie wissen...



Siehe da, die separaten Klappen habe nicht nur senkrecht in der Mitte eine tiefe, fast durchgehende Nut, sondern sind auch ein paar Zehntel höher als der Ausschnitt - danke AirKits! So gelingt die Probeanpassung: Luft kann zum Kühler...

 
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Respekt vor so viel handwerklichem Können und Deinen modellbauerischen Fähigkeiten 🛠 Auf jeden Fall bewahrheitet es sich wieder, daß so ein Bausatz unbedingt in die Fertigung einer Modellbau-Schlosserei der ZivUrNo-Gruppe gehört! 😉
Aber nur, wenn man will!
Schließlich gibt es auch Bilder, die die Klappen geschlossen zeigen - sieht auch gut aus und macht das Lackieren sicher einfacher!
Aber man gönnt sich ja sonst nicht! Und danke für den ZivUrNo-Orden!
 
Killnoizer

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Toller Bau, toller Bericht, daß macht beim Zuschauen Spaß, mir gefällt deine Einstellung zum Detail ! Selbst machen möchte ich das nicht, Resin ist nicht meine Baustelle.
 
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Danke vielmals @Killnoizer - Resin ist auch nicht meine Lieblingswiese, aber meine Themen sind häufig dort zu finden - dann muss man sich entscheiden! Und es tut auch nicht mehr weh, im Gegenteil, bietet es doch den Vorteil einfacher Kopien. Gerade bei scratch Projekten sehr hilfreich, denn wer möchte denn den Motorträger mehrmals machen?

Hier ist noch so eine Kleinigkeit: Der Handlauf.




Zumindest der muss sein, wenn ich mir schon die geöffnete Kanzel verkneife.Dazu braucht man ein Profil für die Halter (spitz gefeiltes Profil 2x2mm, oben mit 0,7mm Rille, davon Scheibchen von 1mm Stärke) und einen 0,5mm Bindedraht - passt!
Zur Montage ist wieder etwas haftendes hilfreich - micro liquid Tape z.B. Dann Sekundenkleber.

 
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Friedarrr

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Danke vielmals @Killnoizer - Resin ist auch nicht meine Lieblingswiese, aber meine Themen sind häufig dort zu finden - dann muss man sich entscheiden! Und es tut auch nicht mehr weh, im Gegenteil, bietet es doch den Vorteil einfacher Kopien. Gerade bei scratch Projekten sehr hilfreich, denn wer möchte denn den Motorträger mehrmals machen?
Das Thema Resin ist nicht nur bezüglich ausgefallener Modelle zu bewerkstelligen, sondern auch durch immer prägnantere 3D Technik.
Eigentlich ist die Abneigung nur wegen den gesundheitlichen Aspekte nachzuvollziehen.
Nass schleifen ist da schon mal ein gutes Stück vorsorge, aber sobald das alles trocknet hat man wieder den Schleifstaub. Nicht jeder Staubsauger wird den Stäuben Herr und nicht immer hat man ihn gleich zur Hand...

Da macht man sich dann schon mal Gedanken in so was zu investieren?
 
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Es ist ja bald Weihnachten, Friedarr, und da sind wir ja alle so dankbar für ein paar nette Geschenkideen!

Ich würde mir z.B. wünschen, dass es die guten alten Props mit und ohne Spinner wieder gäbe, in Weißmetall, wenn es denn sein muss, oder in Resin, gegossen oder gedruckt - einfach noch verfügbar!
Alles muss man selber machen! Insbesondere , wenn man die Bausatzteile wohl irgendwo verschludert hat. Glücklicherweise gibt es zumindest braucgbare Fotos als Vorlage:



Propeller hab ich in irgendeinem Bausatz gefunden, die zumindest grob in Form und vor allem in Steigung/Drehrichtung der Vorlage entsprechen. Aber der Spinner fehlt noch. Erste Versuche mit Blech und Kugelstempel scheiterten an den Grenzen des Materials- Risse ließen sich nicht vermeiden. Also anderer Ansatz: Aus dem Volen gedrehter Spinner? Oder besser aus dickwandigem Rohr gefummelte Spinner? Der Prop soll erhalten bleiben - sonst wär's ja einfach! Aber den brauche ich noch für ein anderes Projekt!!



Ich wähle im Rausch des saisonalen Volksgetränks Glühwein die Variante "aus dem Vollen" mit den nervigen Schnitzarbeiten. Das Ergebnis zusammen mit dem unverbasteltem Prop wird durch Knetmasse "verbunden" und eine Gußform vorbereitet. Die roten Säulen an den Blattspitzen sollen beim Einspritzen des Resins im Zentrum das Füllen der Blätter bis eben in diese Spitzen garantieren. Normalerweise klappt das...



Was immer dabei herauskommt bedarf sicher noch der glättenden Nacharbeit - Schaun wir mal...
 
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Die größeren Anbauteile sind jetzt vorhanden, also gehts jetzt zu den kleinen. Die in der Regel am meisten Arbeit machen! Am Leitwerk geht es los:
Erst mal der Sporn - oder besser deren zwei. Die haben es in sich:


Drehgestell, Sporn mit Gleitteller - und das Ganze gefedert. Und auch nicht wirklich groß - also kommt Metall zum Einsatz für das Drehgestell: Dazu nehme ich das Alublech von Fensterlamellen. Wenn man - und dann noch ohne Grund - geizig mit dem Material ist und nur einen kleinen Flecken auf der Schneidplatte der Silhouette schlampig befestigt, hakt sich das Messer gern ein wenig ein und verursacht diese psychadelisch wertvollen Linien.
Passt aber zu Weihnachten, irgendwie...



Hier sehen wir mal alle Basisteile beieinander - ein wilder Materialmix, jeder darf mal!
Gehäuse aus Alu, Spornausleger aus Plastik, ebenso die grauen Gleitteller, aus Gussast gedrechselt, und Kupferdraht für die Feder.
Der Bleistift hat ja nichts damit zu tun, dessen Materialien zählen jetzt nicht.



Das Drehgestell läßt sich einfach biegen und solide verkleben. Darin wird der Ausleger nicht drehbar gelagert wie im Original, sondern ich klebe ihn an die Gehäusewand und länge in ab, damit der Gleitteller im gleichen Abstand von der Auflage angeklebt werden kann. Es ist günstig, das über einer Schürze oder ähnlichem zu tun, dann findet man die Teile schneller wieder. Die Feder läßt sich leicht in ihrer Sprengung anpassen - ja, hier gibt es noch was zu tun.



So sehen die Sporne dann aus:



Werden noch nicht angebaut - und ich überlege, wie? Einfach Ankleben wird nicht lange halten bei dem Resinvogel-Gewicht: also eine Achse im Drehgestell einbauen, die dann in den Leitwerksholm eingeklebt wird? Schaun wir mal.
 
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Kein Drehgestell - es scheint keine Lenkung möglich gewesen zu sein.

  • Also geht es jetzt an das für mich extrem ungeliebte Lackieren! Wir erinnern uns, die Livery dieses Fliegers war ziemlich aufwändig - dazu noch das Thema Wellblech-Oberflächen...



Also, zuerst mal Grundieren, wofür ja empfohlen wird, die Fenster vorher abzukleben - maskieren heißt das wohl heute. Wie gut, dass es die Masken im Kit gibt - zumindest sollten die auf den glatten Fensterflächen ihren Job tun. Und das sieht dann nach kurzer Zeit so aus:



Wir sind uns einig: diese Masken kannste vergessen! Naja, nicht ganz. Es ist ohnehin fast unmöglich, die grauen Masken auf den grauen Flächen sauber zu positionieren! Sogar auf der Kanzel nur mit besonderer Beleuchtung und Vergrößerungsbrille machbar. Dabei stellt sich dann auch heraus, dass die Maße nicht zueinander passen, was der Lagerung/Alterung geschuldet sein kann. Diese Abweichungen sind nur für die Kanzel wirklich bemerkenswert, denn hier sind ja die Streben zwischen den Fenstern ein steter Maßstab. Bei den anderen Masken könnten diese ja als Master zum Schneiden (von Hand) aus Tamiyaband funktionieren. Auf so eine schräge Idee kommt der Betreiber der braven Silhouette nur, weil die gedruckte Vorlage verkleinert ist und in 72 schlampige Konturen hat, die alle nachgezeichnet werden müßten.



Aber da kommt mir noch eine andere Idee: Das komplette Maskenblatt ist mangels sichtbarer Konturen als Schnittvorlage unbrauchbar. Aber wenn die Masken entfernt sind, gibt das eine klare Kontur! Das probieren wir jetzt mal mit den Masken für die Kanzel.



Wem die Silhouette-Messer zu teuer sind, aber trotzdem eine besondere Schnittgüte für die feinen Sachen möchte, der kann sich ja mit kompatiblen Messerhaltern und dazu passenden Klingen helfen. Und bei den Klingen gibt es ja unterschiedliche Schnittwinkel:
  • Rot ist der Standard, gleicher Winkel wie Silhoutte-Standard
  • Gelb flacher Winkel, gut für alle heftigen Schnitte, wo Stabilität gefragt ist.
  • Blau die spitzen Klingen für die feinen Sachen.


Mit langsamer Geschwindigkeit und wenig Druck geht es dann ganz ordentlich! Ach so, die Maße: dem Kit liegt auch ein Stempel für das Tiefziehnen einer Haube bei. Der hat klare Konturen, von dem sich die richtigen Maße leicht abnehmen lassen. Und die wurden zum Schneiden eben verwendet!
Hoffentlich passt das jetzt auch...

 
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Es darf ja weiter gehen hier in diesem Wettbewerb, also willkommen in 2026! Es soll uns allen gut bekommen, dieses Neue Jahr!

Die Klebeband-Masken hatten auch ihre Lösungs-Probleme, trotz reichlich Reinigungsversuche mit Isopropanol, aber irgendwann ist es aml gut. Wenn auch nicht alles perfekt ausgerichtet.



Der Härtetest: Primer aus der Spraydose - und dann noch Tamiya Weuß gloss drauf als Basis für fröhliches Maskieren der sonstigen Flächen.



Flächen- gutes Stichwort. Die Bauanleitung sieht dort ja eine Mischung aus Kit-Masken und Klebeband vor - wir erinnern uns: die Streifen im dunkleren Grau sind das Klebeband, heller Grau die blaue Lackierung. Die hellen Flächen mit einer Gravur drin sollen abgedeckt werden.



Es gibt ja ausnahmsweise mal einen richtig guten Riss im Netz und da kommt die Idee auf, mit dessen Hilfe eine ganzheitliche Maske zu machen, die von der guten Silhouette in Form gebracht wird. Das wird jetzt mal probiert, zuerst mit der Zeichnung, in der Gelb die Schneidlinien für die Maske bilden.



Das läßt sich gut schneiden, aber nur bescheiden aufbringen: die im wahrsten Sinne Stolpersteine sind die dicken Verstärkungsleisten, die eine Haftung dieser einheitlichen Make unterbinden - das wird nix!



Also brav dem Vorschlag des Herstellers folgen - und siehe da, die Masken auf den Flächen tun ihren Job, weil wenig Krümmung. Das Anbringen der Klebeband-Applikationen ist reine Nervensache - ich habe jetzt keine mehr!



Und alles, was eine stäkere Krümmung hat, muss definitiv mit Klebeband geschnitten werden - wie gut, dass die ausgelösten Masken so einen schönen bieten, das mag Silhouette!
 
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Irgendwann muss es ja mal probiert werden, das mit dem Lackieren! Meine Sorgen wegen sich ablösender Masken sind definitiv nicht unbegründet, dafür aber, dass die Kapillarwirkung die Farbe unter den Masken in die Rillen zieht. Ersteres erzwingt, immer nur kurze Abschnitte zu lackieren und immer wieder die sich lösenden Masken (benehmen sich wie der Pepperl) anzupappen - hält ein paar Sekunden, in denen dann mit aller Ruhe und Sorgfalt hauchdünne Schichten in Gunze Aequous 15 Bright Blue aufgehaucht werden - und die Kapillaren schlafen weiter...



An den dicken Fahrwerkshosen zeigt sich die Schwäche der Kit-Masken: sie weigern sich (ab)standhaft, mal eine Rundung länger als eine Sekunde einzugehen. Also selbst schneiden aus Klebeband! Das Aufbringen der Masken hier wird durch die Öffnungen für die Kühlluft - vorn rein, seitlich raus - recht spannend, und wir freuen uns über ganz frische Saklpellklingen.


 
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Hier kann man sehen, dass die Abkleberei geradezu ausartet - da sitzt man schon mal einen guten Arbeitstag dran mit Schnittvorlage erstellen, Schneiden, Ablösen und plazieren, die zusätzlichen Abdeckungen anbringen - und alles haftet mehr oder weniger unzuverlässig auf der gerillten Oberfläche. Weiß schon, warum man dieses Modell so selten gebaut sieht....


Und jetzt sehe ich, dass meine Gunze 15 wohl nicht ausreichend vorhanden sein wird - und die scheint nicht leicht zu beschaffen zu sein, außer bei Traudls Modellbau - aber ob die das dann über die bayrische Rucksackontrolle packt vor Ende Januar?
 
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