Wibelschleppe deckt in Raunheim Dächer ab.

Diskutiere Wibelschleppe deckt in Raunheim Dächer ab. im News aus der Luftfahrt Forum im Bereich Aktuell; Schock am Abend: Flugzeug-Wirbelschleppe deckt Dächer ab....

Moderatoren: mcnoch
  1. #1 langnase73, 24.03.2011
    langnase73

    langnase73 Astronaut

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  3. #2 McFrag0815, 24.03.2011
    McFrag0815

    McFrag0815 Berufspilot

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    Wenn dem wirklich so ist wie der Artikel suggerieren will, das es "normal" ist das Dächer regelmässig durch Wirbelschleppen beschädigt werden, halte ich das für zumindest bedenklich. Aber man möge mich korrigieren wenn dem nicht so ist.
     
  4. #3 TopGun2309, 25.03.2011
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    Leider ist es in Raunheim fast schon vollkommen normal geworden. Ich selbst, wohne seit fast 3 Jahren in Raunheim und bin auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Der letzte Einsatz bei dem Dächer abgedeckt wurden, war erst im Januar. Ich war auch bei diesem Einsatz dabei! Weitere Bilder von dem Dach seht ihr hier.

    http://www.feuerwehr-raunheim.de/cpg148/displayimage.php?pid=4499

    Die Aufnahmen habe ich sogar persönlich für unsere Seite gemacht. Leider sieht man nur, sowohl im Zeitungsbericht als auch auf der Seite meiner Feuerwehr nur das eine betroffene Dach. Rechts neben diesem Gebäude war noch ein Haus, bei dem neben dem eigentlichen Dach auch noch die Satellitenschüssel verbogen wurde.

    Nun aber mal sachlich gefragt. Durch diesen Einsatz kamm ich Gestern zu spät zur Arbeit (Nachtschicht am Airport). Auf der Arbeit angekommen fragten natürlich einige meiner Kollegen nach dem Grund der Verspätung und dann natürlich was da für ein Einsatz war. Ich erklärte also das eine Wirbelschleppe schuld sei. Und danach fingen die Diskusionen an.
    Meine Kollegen, alles gestandene Flugzeugmech., konnten und wollten nicht glauben, das ein Flugzeug, das in 350-300 Metern Höhe über eine Ortschaft fliegt, eine solche Wirbelschleppe erzeugt, das sogar ganze Dächer abgedeckt werden. Also was meint ihr, ist das möglich? Wie lange bleibt eine Wirbelschleppe am Leben? Wie groß kann Sie werden?
    Für die Bewohner der Stadt Raunheim ist es natürlich möglich da Sie es ja immer wieder live erleben. Aber mich interesiert mal die Aerodynamische sicht. Es gibt wohl auch ein Gutachten vom Fraport welches dies belegt. Kann man so ein Gutachten irgendwo einsehen?

    M.f.g

    TopGun2309
     
  5. #4 Acanthurus, 25.03.2011
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    Thema Wirbelschleppe... ich bin dafür zwar kein Experte, aber ein paar allgemeine aerodynamische Fakten dazu fallen mir da schon ein:

    - Die Strömungsgeschwindigkeit in Wirbelschleppen können sehr groß werden, sie erreichen in kern-Nähe problemlos Strömungsgeschwindigkeiten (>100m/s), die massive Schäden anrichten können

    -Die Geschwindigkeit, mit der sich die Wirbelschleppe selbst bewegt (d.h. z.B. der Ort des Wirbelkerns) ist DEUTLICH geringer (ein paar m/s in >100m Abstand vom FLugzeug). Üblicherweise bewegen sich Wirbelschleppen (in sonst ungestörter Luft) langsam vorwiegend nach unten. In Bodennähe kommt es dann infolge der Eigeninduktion des Wirbels zu einem Ablenken des Wirbels zur Seite.

    -Wirbelkerne "rollen sich auf". Das bedeutet, dass die flächige WirbelSCHICHT hinter einem Flügel sich nach einiger Zeit zu einem gegenläufigen röhrenförmigen Wirbelpaar aufrollt. Dort summiert sich die Zirkulation der Wirbelschicht auf, der Wirbel wird also zunächst erst mal noch stärker bzw. räumlich konzentrierter.

    -Infolge der Reibung weitet sich die Wirbelröhre dann allmählich auf, ihre Energie dissipiert. Der Drehimpuls in der Röhre bleibt aber erhalten, er verteilt sich nur auf eine immer größere Luftmenge - so lange, bis der Wirbel de fakto aufgelöst ist.

    -Dadurch, dass die Wirbelkerne sich nicht sehr schnell bewegen sind sie anfällig für äußere Einflüsse - z.b. Windversatz, verschiebung durch andere, ältere Wirbelschleppen, aber auch topographische Einflüsse wie Hügel, Waldkanten etc.
    Eine rechnerische Vorhersage über den räumlichen und zeitlichen Verlauf des Wirbels ist zwar theoretisch möglich, würde aber sehr detaillierte Grundinformationen benötigen (was Flugzeug, Basisströmung und Topographie betrifft), welche nicht vorliegen.

    -Die Windrichtung innerhalb des Wirbels ist vielschichtig, von seitwärts, aufwärts, abwärts, aber auch eine Längskomponente in Flugrichtung. Das ist einer der Gründe, warum so ein Schadenspotential drinsteckt. Die meisten Gegenstände am Boden sind für eine Windrichtung besonders anfällig, und ein auftreffender Wirbel "spielt sie alle mal durch" und findet den wunden Punkt..

    -Ein vieldiskutiertes Thema ist die Lebensdauer eines Wirbels. Zwar lässt sich auch das für einen ungestörten Wirbel abschätzen, aber infolge äußerer Einflüsse kann sich die Lebensdauer eines Wirbels erheblich verkürzen oder verlängern. Auch besteht die Möglichkeit, dass sich ein bereits abgeschwächter Wirbel beim Auftreffen auf eine entsprechende Topographie (z.B. ein Graben) kurzzeitig wieder verstärkt, da er auf ein kleineres Volumen "gezwungen" wird. Der noch erhaltene Drehimpuls hat also keine Wahl und muss auf höhere Geschwindigkeiten ausweichen (das alte Schreibtischstuhl-Karussel-Experiment mit den ausgestreckten Armen, ihr erinnert euch...)

    Eine wirklich quantitative Abschätzung der Gefährdungslage ist somit extrem schwierig (wie immer in der Strömungsmechanik)

    Sowohl die Beobachtung (siehen Thema des Threads) als auch die Theorie gibt es also durchaus her, dass Wirbelschleppen auch in recihlicher Entfernung und ggf. Minuten nach dem Überflug noch Schäden anrichten können.

    gruß
    a.p.
     
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  6. Toryu

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  7. #6 Intrepid, 26.03.2011
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    Ich habe an einem windstillen Tag mal auf Höhe des Mittelmarkers (da sind die Flugzeuge noch rund 60 Meter hoch) einen Nachmittag lang Wirbelschleppen beobachtet und "erlebt". Die Flugzeuge waren durch die Bank kleiner (50, 60 oder 70 Tonnen schwer). Ich kann mir gut vorstellen, dass ein 400 Tonnen schweres Flugzeug aus 300 Metern Höhe noch Ziegel vom Dach schmeißt.
     
  8. #7 TopGun2309, 21.04.2011
    TopGun2309

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    Hallo

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  10. #8 happy-landings, 21.04.2011
    happy-landings

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    Ich bin mir bei Deiner Analyse des Verursachers nicht sicher - müßtest Du nicht bei 11:56 gucken, da bei Flightradar24 in UTC gerechnet wird und nicht in Lokalzeit? Abgesehen davon steht auch nicht da, ob der Schaden um diese Zeit verursacht wurde, wenn ich den Artikel richtig verstehe.
     
  11. #9 TopGun2309, 21.04.2011
    TopGun2309

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    Hm....das sind natürlich sehr gute Argumente. Also gut, dann überarbeite ich nochmal meine Analyse.
     
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