Wie Gravuren einfärben?

Diskutiere Wie Gravuren einfärben? im Farben, Verdünner, Pinsel & Pinselarbeiten Forum im Bereich Tips u. Tricks; Hallo Bereits an anderer Stelle wurde hitzig über das Thema Betonung von Gravuren an Flugzeugmodellen diskutiert. Wie sollen Gravuren...

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  1. #1 fightingfalcon, 26.06.2004
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    Hallo

    Bereits an anderer Stelle wurde hitzig über das Thema Betonung von Gravuren an Flugzeugmodellen diskutiert.

    Wie sollen Gravuren farblich hervorgehoben werden, oder vielleicht gar nicht?

    Die Meinungen gehen dabei stark auseinander. Ist dafür die absolute Vorbildtreue maßgeblich, oder eher das subjektive Erscheinungsbild der Modells?

    Meine Meinung darüber habe ich bereits kundgetan. Kurz zusammengefaßt: Die Präferenz bei meinen eigenen Modellen liegt in dem allgemeinen optischen Eindruck, was mir wichtiger ist, als die absolute Vorbildtreue. Das Auge isst mit, heißt es landläufig. So verhält es sich auch bei meinen Modellen. Die Modelle wirken einfach plastischer und somit für das Auge und Hirn interessanter, wenn die Gravuren einen Hauch prägnanter wirken, wie VIELLEICHT beim Original.

    Aber auch beim Original sehen die Blechstöße oftmals sehr dunkel und schwarz aus. Dabei spielt das Alter des Oberflächenanstriches und die allgemeine Beschaffenheit der Zelle eine erhebliche Rolle. Bei alten Anstrichen wirken die Blechstöße wesentlich dunkeler, als bei Factory Fresh.

    Wie so oft im Leben ist vieles eine Geschmacksfrage. Tipp aus der Praxis: Bei dunkelen Grundfarben ruhig die Gravuren richtig einschwärzen. Bei hellen Grundfarben besser etwas mit weiß oder hellgrau abtönen.


    So, nun diskutiert mal schön!


    Viele Grüße
    Christian
     
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  3. #2 Erdferkel, 26.06.2004
    Zuletzt bearbeitet: 26.06.2004
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    Also ich bin erst vor kurzem dazu bergegangen Gravuren zu färben. Dabei benutze ich bisher immer Blaugrau. Dadurch werden die nicht zu dunkel aber sie werdween etwas betont. Mir gefällt es, dann nun kann man endlich die mehr oder minder feinen Details sehen und die Oberfläche wirkt etwas realistischer, vorallem wenn man deutsche Phantoms baut. Alles in allem bin ich der Meinung das das Modell dadurch etwas "realer" wirkt. Natürlich kann man das auch übertreiben, und dann sieht das Modell aus als hätte jemand Kohle in die Stösse gepresst. Aber wie schon gesagt, alles ist geschmacksache und es gibt kein Handbuch dieser Welt das beschreibt wie Blechstösse auszusehen haben. Wer natürlich nen Airliner schwarze Stösse verpasst, muss sich fragen ob das so das richtige ist. Bei Frachtmaschinen geht das ja, aber der normale Passagierjet hat sowas nicht in gröseren Mengen.

    Dazu hätte ich dann auch sofort eine Frage andich Fightingfalcon:

    Wie hast du hier die Träger und den STörpod eingefärbt? Preshading oder hast du nach dem Farbauftrag gealtert?

    http://81.89.228.213/forum/showpost.php?p=270014&postcount=94
     
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    hallo fightingfalcon,
    also gravuren sollten immer hervorgehoben (farblich) werden,gerade weil die modellhersteller sich in den letzten jahren viel mühe geben diese einzugravieren.viele modellbauer machen sich die mühe die blechstöße selbst nach zu gravieren.wie du schon beschrieben hast gewinnt ein modell an originalität wenn die gravuren farblich hervorgehoben werden.persönlich habe ich mit den verschiedensten farbnounancen experimentiert und das ergebnis war immer ein positives erlebnis,wie alles im plastikmodellbau.
    aber vorsicht;
    es gibt originale bei denen die blechstöße nur schwer zu erkennen sind.wie du schon beschrieben hast sind bei factory fresh,overpaintet und nicht zu vergessen "die bunten mühlen",die gravuren (blechstöße) schwer zu erkennen.insofern gibt es muster,die nur schwer erkennlich (im original) blechstöße erkennen lassen.siehe f 104 hasegawa meines erachtens 1/48 als übertrieben gelten.
    also alles im allen ist meinerseits das beste immer noch das original was ich versuche nachzubauen. but nothing is perfect!!!

    gruß logo
     
  5. #4 Friedarrr, 26.06.2004
    Zuletzt bearbeitet: 27.06.2004
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    Also ich denke man sollte generell erst einmal "Blechstöße" und die Spalten der Klappen und Deckel voneinander unterscheiden!
    Letzter sollte man betonen/unterlegen, da man sie auch bei allen (so hab ichs zumindest momentan im Kopf / ist auch schlüssig da bei beweglichen Teilen immer ein Spalt...) original Maschinen erkennen kann.


    Bei den "Blechstößen" also den Fügestellen an Spanten/Stringer/Rippen und Holmen die durch die Differenzialbauart unumgänglich sind, sollte man wiederum unterscheiden, ob diese verspachtelt wurden, oder durch gündliche Lackierung (Filler,Primer, Sealer...) nicht zu sehen sind. Dies ist zumindest bei den mir bekannten Airlinern so.
    Meist sind die "Blechstöße" moderner Flugzeuge mit "Sealer" abgedichtet!
    Dieser Sealer wird beim Lackieren überlackiert, da er aber elastisch ist kann es vorkommen das gerade an den Blechstößen die Farbe abblättert und so der (meist) dunkle Sealer sichtbar wird. Oder beim Wechsel eines Beplankungsblech (z.B. Fuelpanel) wird der dunkle Sealer nicht wieder überlackiert. So werden die Blechstoße sehr wohl sichtbar, auch bei den Airlinern!

    Das deutsche WWII Flieger verspachtelt wurden halte ich eher für die Ausnahme, zumindest waren bei den meisten Maschinen nur wenige "Blechstöße" verspachtelt. Das es verspachtelte Maschinen gab, steht aber außer Zweifel!

    Ich hab in den letzten Tagen viele Bilder angesehen und habe festgestellt das nur sehr wenig Bilder in dieser Sache aussage kräftig sind, denn viele sind in schlechter Qualität, oder es sind Bilder von Museumsmaschinen.
    Aber letzt endlich bin ich wieder auf die Tatsache gestoßen das es Maschinen gab, bei denen man die Blechstöße sehr wohl sieht (z.B. LW-im Focus 4 Seite 14 oben die Ju 87) und bei anderen wiederum kaum oder nicht!

    Ich für mich werde weiterhin die Blechstöße unterlegen, aber sehr vorsichtig und dezent, die Klappen und Deckel aber etwas kräftiger!
     
  6. #5 Friedarrr, 27.06.2004
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    Was ich noch schreiben wollte, die Qualität der Verarbeitung lies gerade gegen Ende des Krieges sehr nach.

    Ich glaube es war die Maschine von Herrn Muthke im Deutschen Museum, die mir damals einen kalten Schauer über den Rücken laufen lies.
    Vor der IHK/LBA würde man mit solch einer Nietleistung heute nicht bestehen!
    Aber man muß die Leistung der Arbeiter und Zwangsarbeiter dennoch repektieren....!
     
  7. Jan

    Jan Space Cadet

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    Ich denke, hier muss man sehr differenziert vorgehen.
    Faktoren sind:
    -Epoche des LFZ
    -Wartungszustand
    -allgemeine Konstruktion
    -Unterschied zwischen Nieten- und Stoßdarstellung.
    -Maßstab
    Ich bin kein Freund vom farblichen Betonen der Gravuren an sich, zumal in 1/72.
    Man muss sich aber immer an den Originalen orientieren und hier nach Bildern vorgehen.
    - wie ist der Wartungszustand
    - Verhältnis Wartung/Flug Stunden
    - Unterschall- Überschallflugzeug usw.
    Ein ÜberschallLFS wird keine Stöße- Spalten mehr aufweisen, insofern muss hier auch nix Schwarzgemalt werden.
    Flugzeuge der NVA waren in sehr gutem Wartungszustand! Hier also völlig falsch!

    Etwas anderes ins das farbige Betonen, Absetzen, Preshading usw. von Paneelen, wenn man Bilder sorgfältig studiert, sieht man sehrwohl farbliche Unterschiede zwischen Paneelende und - mitte.

    Weiter kann man Wartungsluken und Klappen mit Abrieb und Schmutz versehen, Auspuffahnen und Rußspuren von Triebwerken und Umkehrschub (Tornado!) darstellen.
    Teilweise sieht man bei LFZ die Nietenköpfe durch die nicht mehr "neue" Farbe durchscheinen, das kann man auch darstellen, aber Löcher bohren ist eigentlich falsch, die Nieten sind ja flächenbündig!

    Anbei ein paar Fotos, eine Klappe an einem abgebeizten Flugzeug im Museum. Man sieht, KEIN Spalt, wohl aber glatte Nieten
     
  8. Jan

    Jan Space Cadet

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    weiter eine nicht ganz neue MiG-25 im aktiven Dienst (ja, mein Copyright).
    Deutlich erkennt man die Farbveränderungen, Schmutz, Nietenveränderungen, aber keine Paneellinien!
     
  9. #8 Friedarrr, 27.06.2004
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    Aus der Entfernung erkennt man aber noch viel mehr nicht, was man aber in 1:72 dennoch darstellt!!!
     
  10. Jan

    Jan Space Cadet

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    ein Bild von Max, eine An-30 in gutem, aktuellen Zustand. Ein Urteil kann sich jeder selbst bilden.

    Also, letztlich muss jeder selbst wissen, was er wie betont. Mir gefallen Modelle, bei denen die Ausbleichung und Verschmutzung realitätsnah und nachvollziehbar abgebildet ist, keine glänzende Speckschwarte, aber auch keine Rußschleuder mit Finelinerbemalung .

    Aber das ist nur meine persönliche Meinung. :engel:
     
  11. Jan

    Jan Space Cadet

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    deshalb bin ich auf 48 geschwenkt. Es ist (für mich) irgendwie besser darstellbar. :cool:
     
  12. AM72

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    Falsch.

    Objektiv muss man es so ausdrücken :

    Auf DIESEM BILD erkennt man aber noch viel mehr nicht, was man aber in 1:72 dennoch darstellt!!


    Das ist ein hübsches Thema hier :) - freut mich das mal wieder über soetwas diskutiert wird - bin gespannt wie es weitergeht. :)
     
  13. #12 Friedarrr, 27.06.2004
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    Dann ist 1:1 vielleicht noch besser? :)

    >>Flugzeuge der NVA waren in sehr gutem Wartungszustand! Hier also völlig falsch!<<

    Bin jetzt doch schon ein paar Jahre am Thema Luftfahrt und höre immer von allen "unsere Mühlen sind in sehr gut Wartungszustand".... aber wenn man mal selbst an die Mühlen kommt, sieht man eben viel mehr als auf Fotos!
     
  14. AM72

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    Wenn schon mit Fotos - dann das Flugzeug darauf - und nicht die Masse des Bildes - ungefähr in einem entsprechenden Modellmaßstab.
    Jans Bilder reichen nicht mal für 144 ;)
     
  15. #14 Markus_P, 27.06.2004
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    Hmmm
    :?! ich möchte hier kurz als Denkanstoß in den Raum werfen, daß sich die Außenhaut bei Überschall stärker erhitzt, somit doch eigentlich mehr Raum, sprich Fugenbreite für Dehnung vorhanden sein muß
     
  16. Jan

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    @ Markus_p, ich weiss nicht, aber ich denke, diese Toleranz ist zu verlachlässigen, da die Flächen an sich relativ klein sind. Weiss jemand die spezifischen Maße ? (Eidner?)
    Hier noch mal eine Aussenhaut, MiG-21, Überschall.
    Man beachte die Nieten (relativ hell), und verschiedenen Schraubentypen, (Kreuz-, Schlitzschraube) und die Farbveränderungen in deren Umfeld. Die Maschine steht im Museum, seit 20 Jahren ohne Wartung draussen!!!
    (Die Schraube rechts unten ist nachträglich im Museum eingefügt)
     
  17. #16 Wild Weasel78, 27.06.2004
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    Hallo was für ein Interesantes Thema !! Also ich betone die Gravuren an meinen Modellen immer jedoch dezent ,Manche hauen ja nur so die Schwarze Farbe in die Gravuren das sieht einfach nicht mehr aus !! Weniger ist oft mehr :D Aber jedem muß sein Modell ja in erster Linie selber gefallen . MFG Michael :TOP:
     
  18. AM72

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    F-8J, - aber mal ein realistisches Beispiel - nämlich das einer Einsatzmaschine. Bild habe ich so skaliert das es als Vorlage für 72 dienen kann.
    Urteilt selbst ...
     

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  19. #18 Starfighter, 27.06.2004
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    tja, ein thema, an dem sich die geister scheiden. auf arnes bild sind die blechstösse deutlich zu erkennen - ich mag betonte blechstösse, sie sollten aber einfach nicht zu dunkel sein. ich denke, dass hier oft einfach nur der geschmack des modellbauers entscheidet.
     
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  21. Flugi

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  22. #20 fightingfalcon, 27.06.2004
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    Hallo Erdferkel

    Bei der A-10 habe ich erst ein Preshading mit Dunkelgrau FS36118 vorgenommen. Dann die hellgrauen Farbtöne gespritzt (FS36375 u. 36320). Nach einem glänzenden Acrylklarlacküberzug (Polly Scale) erfolgte das Postshading mit einem Washing aus schwarzer Plakafarbe, die etwas mit Weiß abgetönt wurde, weil der Untergrund bekanntermaßen recht hell ist.

    Viele Grüße
    Christian
     
Moderatoren: AE
Thema: Wie Gravuren einfärben?
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