WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner?

Diskutiere WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Genauso ist es. Was die Deutsche Wehrmacht auszeichnet, ist dass sie nicht lange gefackelt hat und eben einfach in diverse Staaten einmarschiert...
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Die deutsche Luftwaffe und damit die Deutschen haben am 11. Dezember 1941 ihre Niederlage beschlossen.
Sich als technokratisch begabter Zwerg, der zusehen muss wie er mit Mangel einen Krieg führt, mit der vielfach überlegenen nicht weniger technisch begabten Wirtschaftsmacht anzulegen ist einfach dumm.
Gruß!
Genauso ist es.
Was die Deutsche Wehrmacht auszeichnet, ist dass sie nicht lange gefackelt hat und eben einfach in diverse Staaten einmarschiert ist. Ordnungsgemäße Kriegserklärung war ein Fremdwort.
Bis auf eine Ausnahme. Wer die deutsche Führung geritten hat, ausgerechnet sich mit der stärksten Wirtschaft der Erde und der stärksten Armee anzulegen. Taktisch mögen wir ja die besten der Welt gewesen sein, strategisch eher Dilettanten.
Deutschland war von vornherein wirtschaftlich und militärisch ein Zwerg gegenüber den Alliierten.
Mit Hightech holt man eine mehrfache Überlegenheit nicht auf.
 
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Die USA haben auch einiges angefangen und sind unterwegs gescheitert.
Die konnten sich das aber leisten. Dort war zwar die Wirtschaft ebenso auf den "Totalen Krieg" eingestellt, sodass der zivile Konsum den Gürtel deutlich enger schnallen musste. Dennoch waren genoug Ressourcen und Rohstoffe vorhanden, um marktorientierten Wettbewerb bei den Rüstungsfirmen gelten zu lassen.

Smart Weapons waren im 2.WK Einzelfälle. Die Masse hat nahezu blind drauf los bombardiert, mehr oder weniger. Selbst das Trefferbild der in den USA so hochgelobten Norden Bombenzielgeräte war nach heutigen Maßstäben doch recht bescheiden.
Das war gar nicht der Punkt. Der Punkt war, dass auch schon zu Zeiten des 2WK schon Bestrebungen nach erhöhter Präzision existierten, wenn diese Präzision absolut notwendig war. Umsetzbar war aufgrund der dafür noch nicht existierenden Technologie noch nicht allzu viel.

Dass man aus 6000m nicht allzu genau mit einer "dummen" Bombe treffen kann, ergibt sich aus der Natur der Sache. Da macht auch ein Norden Bombsight keinen Unterschied. Der CEP geht gegen einen Grenzwert.
 

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Da hat es mal funktioniert, wenn auch die Kriegsdauer von 1943+ zur Beginn der Entwicklung sicherlich nicht geplant war und man noch das Überraschungsmoment auf seiner Seite hat. Danach beginnt sofort die Suche nach dem Schwachpunkt der neuen Entwicklung. Sei es taktisch oder technischer Art.
"Max Kramer von der DVL experimentierte bereits ab Ende der 1930er-Jahre mit ferngelenkten freifallenden Bomben von 250 kg Masse. Im Jahre 1940 wurde die Ruhrstahl AG in die Entwicklung mit einbezogen.[1]"
Ansonsten sorgten schon die jeweiligen Stukas für die gewünschte Genauigkeit, auch ein Bombenteppich oder Torpedos erledigten die Aufgabe.
 
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Woran machst du das fest?
Im ersten Quartal '44 hat die USAAF eine weiterhin unhaltbare Verlustrate an Bombern und Begleitjägern verzeichnet. "Big Week" war vor allem deswegen langfristig ein Erfolg, weil die Luftwaffe ihre Verluste im Gegensatz zur 8th AF nicht so einfach in den Folgemonaten ersetzen konnte, sondern sich eine nachhaltige Qualitätsverschlechterung einstellte. Das setzte sich dann mehr oder weniger fließend durch das zweite Quartal fort und gipfelte mit der Invasion.
Du selber hast zu diesem Punkt einleitende geschrieben (Hervorhebungen von mir): "Die alliierte Luftherrschaft bestand über weite Teile '44 nur temporär und vor allem punktuell", darauf bin ich eingegangen. Danach hast Du das eingeschränkt auf: "Von uneingeschränkter oder absoluter alliierter Luftherrschaft zu reden, macht erst in der zweiten Jahreshälfte '44 wirklich Sinn".

Nun kann man sich darüber streiten, ob schon im zweiten Quartal '44 der Verschleiß der Reichsverteidigung zu einer alliierten Luftherrschaft bei den einzelen Angriffen führte, wenn man "über weite Teile" mehrheitlich bewerten will. Dafür spricht nach meiner Meinung allerdings vieles. Insbesondere auch die Tatsache, dass große Teile der angreifenden Bomber gar nicht mehr von der Reichsverteidigung angegriffen wurden, da schlicht die Kapazitäten fehlten. Die Frage einer Luftherrschaft ist in diesem Zusammenhang ja nicht allein aus dem Verhältnis der Jägerkämpfe zu beurteilen. Es wurden ja schon nur noch einzelne "Boxes" angegriffen. Und die Verlustrate der alliierten Begleitjäger war wohl niemals "unhaltbar", wäre mir jedenfalls neu.

In einem Thread, der sich eigentlich mit Technik beschäftigt sind wir allerdings schon weit vom Thema weg, da haben die Kritiker zu unseren Beiträgen schon recht, obwohl "unser" Thema schon interessant ist.
 
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Du selber hast zu diesem Punkt einleitende geschrieben (Hervorhebungen von mir): "Die alliierte Luftherrschaft bestand über weite Teile '44 nur temporär und vor allem punktuell", darauf bin ich eingegangen. Danach hast Du das eingeschränkt auf: "Von uneingeschränkter oder absoluter alliierter Luftherrschaft zu reden, macht erst in der zweiten Jahreshälfte '44 wirklich Sinn"
Du hast die Hervorhebung falsch gesetzt: Die Luftherrschaft bestand über weite Teile '44 nur temporär und punktuell.
Die Begleitjäger waren für die großen Bomberströme anfangs zu wenige und die Taktik der gebundenen Eskorte band die Kräfte in einen lokal sehr eng umfassten Luftraum. Zeitlich war die Luftherrschaft ebenfalls auf die Einflugszeiten beschränkt. Ohne Bomberstrom hat sich da kein Jäger der 8th AF über das Reichsgebiet verirrt, um Luftherrschaft auszuüben. Das kam erst nachdem die Alliierten auf dem Kontinent saßen - und dann auch vermehrt durch die 9th AF, da die Einflüge der 8th AF im Großen und Ganzen weiterhin an die Einflüge der Bomber gebunden waren.

Und ja: "Absolute Luftherrschaft" ist - jedenfalls für mich - etwas anderes, als mal kurz über beschränktem Gebiet für eine beschränkte Zeit die Überlegenheit zu haben. Diese Überlegenheit war durch Fokussierung der Luftwaffenkräfte schnell hinüber. Und dieser Fall läst sich in zahlreichen Combat Reports nachlesen.
In der zweiten Jahreshälfte machte selbst eine punktuelle, zahlenmäßige Überlegenheit der Luftwaffe keinen Unterschied mehr, da die Qualität der Flugzeugführer zu schlecht war.

Insbesondere auch die Tatsache, dass große Teile der angreifenden Bomber gar nicht mehr von der Reichsverteidigung angegriffen wurden, da schlicht die Kapazitäten fehlten. Die Frage einer Luftherrschaft ist in diesem Zusammenhang ja nicht allein aus dem Verhältnis der Jägerkämpfe zu beurteilen. Es wurden ja schon nur noch einzelne "Boxes" angegriffen. Und die Verlustrate der alliierten Begleitjäger war wohl niemals "unhaltbar", wäre mir jedenfalls neu.
Der Einsatz der Begleitjäger - besonders der P-51 - stand unter hohem politischen Erfolgsdruck. Das hatte unter anderem auch mit beschaffungspolitischen Hintergründen zu tun. Die USAAF wollte die P-51 schlichtweg nicht. Die Einführung verlief alles andere als Reibungslos und stand lange Zeit auf der Kippe. Dabei war weniger das Flugzeug das Problem als eben die Unerfahrenheit. Das Konzept bewies sich erst vollständig nach Loslösung der Eskortjäger von den Bombern.

Es konnten auch nicht mehr als nur einzelne Boxes angegriffen werden - dafür waren die Luftwaffeneinheiten viel zu zerstreut stationiert. Versprengte Einheiten wären zerrieben worden. Auch ohne Begleitschutz. Das Problem der LW hier war die mangelnde strategische Planung und der Umstand, dass in allen Ecken der Welt gekämpft wurde, jedoch der Himmel über dem Reich weit offen stand.
Dennoch hatte die USAAF kein allzu leichtes Spiel damit. Die Luftherrschaft wurde teuer und blutig erkauft.

Du hast dahingehend Recht, dass das Zahlenverhältnis der Jägerkräfte ganz gerne die Bomber vergisst, die sowohl Hauptaufgabe der LW-Jäger waren, als auch (zumindest anfangs) gegenüber den Eskortjägern zahlenmäßig deutlich hervorstachen.. Später (dann mit mehr P-51 Einheiten*) glich sich das Zahlenverhältnis zwischen Bombern und Eskortjägern mehr und mehr an, was generell zusätzlich schlechte Nachrichten für die LW bedeutete, da es kaum noch Löcher zum Durchschlüpfen und zur Bildung eines Schwerpunkts gab.

Wo wir gerade in das Thema der Jägertypen der USAAF hineinschlittern, hier noch ein Gedanke zur "Technologie" - wenn auch nur periphär:
Hier zeigt sich, dass in Deutschland die Entscheidung, neben der 109 und (später) der 190 keinen weiteren Jägertypen zu fertigen, ein großer langfristiger Fehler war. Die He 100D (also die Version mit konventioneller Kühlung) hatte mehr Aufwuchspotenzial als die 109 und hätte schlichtweg mehr fokussiert werden MÜSSEN. Wie auch die 190 hätte bereits 1941, spätestens 1942, ein Notprogramm für gesteigerte Höhenleistung benötigt hätte.
Da solche Chancen aber vertan wurden, und man lieber an Goldrandprogrammen herumgespielt hat, tat sich 1944 ein enormes Leistungsloch am Himmer über dem Reich auf. Weder die 109, noch die 190** waren in der ersten Jahreshälfte ansatzweise konkurrenzfähig.

Sowohl die He 100, als auch die Fw 190 hatten potenzial, zusätzlichen internen Treibstoff aufzunehmen, um die Reichweite zu strecken. Auch das wäre zu einem früheren Kriegszeitpunkt wichtig gewesen und konnte aufgrund mangelnder Voraussicht nicht umgesetzt werden.

Die amerikanischen Jäger hatten zu Beginn ebenfalls keine sonderlich großen Reichweiten, wenn auch meist etwas mehr als die europäischen Modelle. Mit voranschreitendem Kriegsverlauf war man dort aber geschickter und verstand es, die Reichweiten operationell (durch Verfahren), als auch technisch (mehr Kraftstoffvolumen und größere Zusatztanks) deutlich zu strecken. In Deutschland lernte man weder aus der Luftschlacht um England, noch aus der Erfahrung der unendlichen sowjetischen Steppe, noch aus den langen Flugzeiten in der Reichsverteidigung, die teils zum Sammeln der Angriffsverbände notwendig waren.
Zu Kriegsende gab es dann konkrete Pläne für zusätzliche Tanks in den Tragflächen der Fw 190D-13, und den Ta 152ern.

___
* Tatsächlich konnte die P-47 gegen Kriegsende fast genau so weit fliegen wie die P-51. Die 9th AF benötigte die Thunderbolts aber als Jagdbomber - so wurden die P-38 (J und L) und P-47 sukzessive an die 9th abgegeben.
** Mit den verfügbaren Motoren hätte eine He 100 natürlich auch nicht besser abgeschnitten
 

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Luftherrschaft heißt, dass man jedes gewünschte Ziel, jederzeit wenn es die Flugbedingungen erlauben, anfliegen kann. Im Gegenzug erweist sich die Gegenseite als unfähig das immer zu unterbinden. Die Angriffe richteten sich gegen die erkannten Schlüsselziele und die Abnutzung der Reichsluftverteidigung war nur ein erkennbarer Nebeneffekt, denn man ab 1944 mit der Verfügbarkeit der P-51 deutlich verstärkte. Die Bomber und ihr Zerstörungspotential zwangen die Deutschen darauf zu reagieren und boten den alliierten Jägern das gewünschte Umfeld, die deutschen Jäger zu dezimieren. Es spricht Bände über das Abschussverhältnis, wenn man sich diese Art des Vorgehens über dem feindlichen Territorium erlauben konnte.
Die Deutschen hatten 1944 kaum noch Piloten, die es überhaupt mit denen der Alliierten aufnehmen konnten, egal in welcher Maschine sie saßen. Seit 1940 schrumpfte die Anzahl von gut ausgebildeten Piloten durch die ständige Abnutzung und ab 1943 ging es in Richtung Zusammenbruch. Die propagandistische Nutzung von Einzelereignissen, die keine Trendumkehr waren, haben das nur verschleiert.
 
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Luftherrschaft heißt, dass man jedes gewünschte Ziel, jederzeit wenn es die Flugbedingungen erlauben, anfliegen kann. Im Gegenzug erweist sich die Gegenseite als unfähig das immer zu unterbinden.
Nach dieser Logik hatte die Luftwaffe im Spätsommer '40 die Luftherrschaft über England.
Das denke ich eher nicht.

Es spricht Bände über das Abschussverhältnis, wenn man sich diese Art des Vorgehens über dem feindlichen Territorium erlauben konnte.
Das konnte man eben nicht. Die Aussichten, dass eine alliierte Bombercrew ihre Einsatzzahl überlebt standen auch 1944 keinesfallss gut.
In der 2. Jahreshälte waren die Aussichten deutlich besser.

Die Deutschen hatten 1944 kaum noch Piloten, die es überhaupt mit denen der Alliierten aufnehmen konnten, egal in welcher Maschine sie saßen. Seit 1940 schrumpfte die Anzahl von gut ausgebildeten Piloten durch die ständige Abnutzung und ab 1943 ging es in Richtung Zusammenbruch. Die propagandistische Nutzung von Einzelereignissen, die keine Trendumkehr waren, haben das nur verschleiert.
Das ist viel zu allgemein gehalten. In der ersten Jahreshälfte hatten sie das schon noch. Mit zunehmenden Personalverlusten ging aber freilich die Qualität des Personals zwangsweise zurück.
Dazu muss man sagen, dass der Luftkrieg im Westen deutlich anders aussah als im Osten. Selbst erfahrene Ost-Piloten mit hohen Abschusszahlen konnten im Westen nach kurzer Zeit fallen, während unerfahrenere Nachwuchspiloten es länger überlebten. Das Jagdgeschwader 2 ist 1944 durch die Hand von drei Kommodores gegangen. Erst fiel Egon Mayer, dann kam Kurt Ubben, der kurze Zeit später fiel. Zuletzt übernahm Kurt Bühligen den Posten bis Kriegsende.
Bühligen hat übrigens eine interessante Karriere hingelegt: Vom Mannschafter zu Kriegsbeginn zum Stabsoffizier und Geschwaderkommodore am Kriegsende.

Woran es in der Reichsverteidigung schon zu Anfang fehlte, war unter anderem eine ordentliche Blindflugausbildung. Die hatten aber selbst "gut" ausgebildete FF mit Vorkriegsausbildung oder Ausbildung während der ersten beiden Kriegsjahre nur selten.
 
Hagewi

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... Zeitlich war die Luftherrschaft ebenfalls auf die Einflugszeiten beschränkt. Ohne Bomberstrom hat sich da kein Jäger der 8th AF über das Reichsgebiet verirrt, um Luftherrschaft auszuüben.
Das war ja auch gar nicht anders nötig. So lange es nötig war, hatten die Alliierten klar die Oberhand. Und das Ergebnis spricht für sich. Ohne Bomberstrom ist auch die Reichsverteidigung keine Einsätze geflogen, warum auch. Ab Mitte '44 wurde nicht mal mehr jeder Einflug bekämpft.

Das musst Du schon mal zur Kenntnis nehmen.
 
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Die Reichsverteidigung bestand aus mehr als nur Bekämpfung von 8th AF Verbänden.
Ich würde auch durchaus die Nachtjäger unter den Mantel der Reichsverteidigung ziehen - zeitweise flogen die NJG sogar aktiv Tageseinsätze in der RV.

Das Bild ist deutlich komplizierter als "die Amerikaner kommen und gewinnen den Krieg".
 

Ta152

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Im Endeffekt hat die Luftwaffe auf Organisatorischer Ebene komplett versagt. Man ist zwar mit MAterial und Personal in den Krieg gezogen was höchsten technischen und ausbildungsstandart hatte. In beiden Beriechen wurde man dann aber von den Alliierten überholt. Spätestens als dann schlecht ausgebildete Piloten in unterlegen Flugzeugen kämpfen musten war der Drops gelutscht.

Beim Heer hat man es interessanterweise geschafft mehr oder weniger in allen Relevanten Bereichen durchgehende gleichwertige bis überlegene Waffen zum einsatz zu bringen. Das dies gute Ausstattung dann nur einem kleinen Teil des Heeres/der Waffen SS zur Verfügung stand ist ein anderes Thema.
 
Doppelnik

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Medial tat man so, als ob man keine Anstrengung scheuen würde, um die eigene Zivilbevölkerung zu schützen. Die Bombeneinsätze der Zeppeline war nur eine "Zweitverwertung nach ihrer primären Aufgabe der Aufklärung, die sie kaum noch erfüllen konnten. Deren Störreinsetze in der Nacht dienten nur der jeweiligen Propaganda. Die britischen Militärs haben da sicherlich kühl kalkuliert und nur darauf geachtet, dass sie wenigstens einige Erfolge vorweisen konnten.
Deinen letzten Satz kann ich nur unterschreiben. Es sind ja in erster Linie die Betrachtung und eigene Bewertung der unterschiedlichen Möglichkeiten. Die damit verbundenen Opfer ausgeblendet, die eine mentale Beschäftigung durchaus reizvoll machen. Welche Lösungen suchte man bis hin zum Modellbau. Das gilt ja auch für verschiedene Epochen, wie z.B. für die Römerzeit und Technik.
Das letze Einsatzgebiet der Zeppeline war die Aufklärung bei dr Marine.

Es gibt irgendwo eine wissenschaftliche Arbeit die gezeigt hat, dass die Zeppelinabwehr in Frankreich + England rund 32x so viel Personal und Recourcen gebunden hat wie deren Einsaz. Die britischen Millitärs nicht kühl reagiert sondern, wohl auch aufgrund der gefühlten Bedrohung der Bevölkerung, kaum einen Aufwand gescheut die Zeppeline zu bekämpfen.
 
Doppelnik

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Das wäre einsatztaktisch sicherlich eine Überlegung wert gewesen. Allerdings muss man hierbei an Folgendes denken:
  • V-1 hätte vermutlich keine Hafrnstadt zuverlässig treffen können - jedenfalls nicht so "zuverlässig" wie eine Millionenstadt
  • dafür hätten die Startrampen verstellt oder gänzlich neugebaut werden müssen, was die Aufklärung und Bekämpfung erleichtert hätte
  • in dieser Zeit wären die V-1 nicht weitergeflogen



Die Frage ist, wieviel "Entwicklungsbudget" dafür eingeflossen wäre. Aus Nazi-Perspektive war ja gerade die Ungenauigkeit der Sinn der Vergeltungswaffe. Wenn vorher niemand vorhersagen kann, wo die Waffe einschlägt, müssen sich alle fürchten. Wenn ich mit der Waffe gezielt eine Kaserne treffen kann, dann interessiert das die Zivilbevölkerung nicht ganz so sehr.

Ich würde auch davon ausgehen, dass ein Trägheitsnavigationssystem aus zweierlei Gründen nicht erreichbar war:
1) Weil die Technologie tatsächlich erst deutlich nach dem Krieg zur Einsatzreife kam.
2) Diese Einsatzreife war zunächst recht groß und schwer und für UBoote gedacht.
=> Daraus resultierend hätte sich zusätzlicher Entwicklungsaufwand ergeben, der, wie oben schon steht, konträr zum verfolgten Ziel ist.



Ich würde sagen - bezogen auf den tatsächlichen, späteren Kriegsverlauf - war die Niederlage schon vor dem Krieg klar.
Die Luftwaffe hatte nie die Mittel oder die Ressourcen, auf einem strategisch geführten Gefechtsfeld zu operieren. Industriell war man zwar in etwa gleichauf mit Großbritannien. Die hatten aber ein eigenes Weltreich, das stets Ressourcen liefern konnte, während in Deutschland recht schnell strategische Sachzwänge entstanden, die dann in irrationalen Kriegszielen mündeten ("Und wenn ich erstmal das Öl im Kkaukasus habe...")



Darüber kann vortrefflich streiten. Es gibt recht überzeugende Argumente dafür und auch dagegen.

Die Amerikaner brauchten am Ende auch gar keine B-29 über Europa einsetzen. Aus pragmatischem Winkel betrachtet:
Die B-17 und B-24 waren zu Massen vorhanden und die Entfernungen waren, verglichen mit dem Pazifik, überschaubar.
So völlig unpräzise waren die V2 auch nicht, wenn sie in Massen abgeschossen worden. Eine kleine Anzahl von ihnen hatte Sender an Bord die gefunkt haben, wenn sie in den Sturzflug übergingen. Diese Signale konnte man anpeilen und die Einschlagstelle halbwegsgenau bestimmen, so dass man die weiteren V2 Abschüsse nachjustieren konnte. Das funktionierte sehr gut, bis die britische Spionageabwehr einen deutschen Spion ausfindig machen konnte, welcher dann falsche Einschlagstellen übermitteln musste. Inwieweit die letzt Storry im Detail stimmt kann ich nicht beurteilen, aber es gibt einen Hollywood Film darüber der auf wahren Begenheiten beruht.
 
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So völlig unpräzise waren die V2 auch nicht, wenn sie in Massen abgeschossen worden. Eine kleine Anzahl von ihnen hatte Sender an Bord die gefunkt haben, wenn sie in den Sturzflug übergingen. Diese Signale konnte man anpeilen und die Einschlagstelle halbwegsgenau bestimmen, so dass man die weiteren V2 Abschüsse nachjustieren konnte. Das funktionierte sehr gut, bis die britische Spionageabwehr einen deutschen Spion ausfindig machen konnte, welcher dann falsche Einschlagstellen übermitteln musste. Inwieweit die letzt Storry im Detail stimmt kann ich nicht beurteilen, aber es gibt einen Hollywood Film darüber der auf wahren Begenheiten beruht.
Das ist ein guter Einwand.
Letztlich zeigt es doch aber, dass die V-2 nicht wie eine wirkliche ballistische Rakete eingesetzt werden konnte, sondern eher wie Artillerie funktionierte.
 
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So völlig unpräzise waren die V2 auch nicht, wenn sie in Massen abgeschossen worden. Eine kleine Anzahl von ihnen hatte Sender an Bord die gefunkt haben, wenn sie in den Sturzflug übergingen. Diese Signale konnte man anpeilen und die Einschlagstelle halbwegsgenau bestimmen, so dass man die weiteren V2 Abschüsse nachjustieren konnte. ...
Wie soll das gehen, wenn jedes einzelne Geschoß einen CEP von mehreren hundert Metern hatte ???
 

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Das ist ein guter Einwand.
Letztlich zeigt es doch aber, dass die V-2 nicht wie eine wirkliche ballistische Rakete eingesetzt werden konnte, sondern eher wie Artillerie funktionierte.
Rohr-Artillerie ist deutlich genauer als Raktenartillerie und erst recht ein Maschflugkörper mit so einem Primitiven Lenksystem wie die V1.

Wie soll das gehen, wenn jedes einzelne Geschoß einen CEP von mehreren hundert Metern hatte ???
Mehrer hundert Meter ist vermutlich noch deutlich untertrieben. Der Deutsche Wikipedia Artikel gibt (ohne Quelle) 12km an.

Der Englische Wikipedia Artikel gibt an:
The attacks on Antwerp and Brussels began in October 1944, with the last V-1 launched against Antwerp on 30 March 1945. The shorter range improved the accuracy of the V-1 which was 6 miles' (9.7 km) deviation per 100 miles (160 km) of flight,
Die Verwendete Quelle https://apps.dtic.mil/dtic/tr/fulltext/u2/733387.pdf scheint interessant zu sein, habe leider gerade keine Zeit die zu lesen.

Gerade bei Angriffen auf Ziele an der Küste muß man einrechnen das Schüsse ins Wasser praktisch keine Wirkung haben.
 
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Wie soll das gehen, wenn jedes einzelne Geschoß einen CEP von mehreren hundert Metern hatte ???
mehrere hundert Meter Toleranz sind ausreichend genau, wenn man, wie oben angeführt, eine Hafenstadt treffen möchte.
 
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Das ist ein guter Einwand.
Letztlich zeigt es doch aber, dass die V-2 nicht wie eine wirkliche ballistische Rakete eingesetzt werden konnte, sondern eher wie Artillerie funktionierte.
Man muss sich vor Augen halten, dass ein Geschwader aus hochfliegenden B17 auch keine Präzisionswaffen waren, da gab es durchaus schon mal versehentliche Bombardierungen der falschen Städte (z.B. in der Schweiz). Grade bei Nachteinsätze (gut, das waren eher die Engländer) konnte man nur Ziele in der Größe einer Stadt halbwegs anpeilen. In Hamburg blieb die zentrale Innenstadt im Krieg erstaulich gut erhalten (weil, nicht getroffen), dafür hat es andere Viertel umso stärker getroffen.
 
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mehrere hundert Meter Toleranz sind ausreichend genau, wenn man, wie oben angeführt, eine Hafenstadt treffen möchte.
Zeitläufte: Raketen auf Antwerpen | ZEIT ONLINE | ZEIT ONLINE

War der Angriff auf Antwerpen für Hitler also doch ein Erfolg? Es ist richtig: Die Vernichtung der Stadt wurde trotz großer Zerstörungen nicht erreicht. Das war für die deutsche Seite aber keine Frage des Wollens, sondern des Könnens. Von 5960 Einschlägen in der Provinz Antwerpen trafen lediglich 302 den Hafen, Hätten alle rund 10.000 auf die Stadt abgefeuerten Projektile ihr Ziel auch tatsächlich erreicht, dann wäre dort wohl eine Steinwüste entstanden.
302 von 5960.
1610 V-2 wurden auf Antwerpen abgeschossen. Quelle Wiki.

Auch wenn Grundlage die Provinz ist, Präzision sieht anders aus.
 
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Das letze Einsatzgebiet der Zeppeline war die Aufklärung bei dr Marine.

Es gibt irgendwo eine wissenschaftliche Arbeit die gezeigt hat, dass die Zeppelinabwehr in Frankreich + England rund 32x so viel Personal und Recourcen gebunden hat wie deren Einsaz. Die britischen Millitärs nicht kühl reagiert sondern, wohl auch aufgrund der gefühlten Bedrohung der Bevölkerung, kaum einen Aufwand gescheut die Zeppeline zu bekämpfen.
Das die Abwehr einer möglichen Bedrohung aufwändiger ist, das kann nicht überraschen. Doch für die Einschätzung braucht man immer die Basiszahl.
"Die Raids der Zeppeline, der Groß- und Riesenflugzeuge von Armee und Marine gegen Ziele im tiefen Hinterland wie London und Paris banden erhebliche Abwehrkräfte und versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Gegen Paris wurden 2 Luftschiffangriffe und 44 Fliegerangriffe dokumentiert; nach französischen Angaben kamen dabei 278 Menschen ums Leben, 636 wurden verletzt. Auf englische Ziele wurden bis Kriegsende 27 Geschwaderangriffe geführt und 111.935 kg Bomben abgeworfen, 836 Menschen kamen dabei ums Leben, 1965 wurden verletzt.[20] Häufige Fliegeralarme führten zudem zu spürbaren Produktionsausfällen in der Rüstungsindustrie, außerdem wurde der Gegner gezwungen, wesentliche Kräfte zum Heimatschutz von der Front abzuziehen: 1916 waren in England bereits 11 Squadrons und 1 Reserve-Squadron eingesetzt, im Herbst 1918 war deren Zahl auf 6 Geschwader mit 16 Squadrons angestiegen, 576 Offiziere und 3548 Unteroffizieren und Mannschaften waren zur Abwehr deutscher Bomberangriffe eingesetzt. Dazu kamen 480 Ballonabwehrkanonen, 706 Scheinwerfer und 245 Horchapparate.

Siehe auch: Abschuss eines Gotha-Bombers an der Westfront (Spielfilmszene)[21] und Bombenangriff durch Zeppelin an der Ostfront (Spielfilmszene)[22]"aus:

Zur Zeit des zweiten Weltkrieges hätte man das bestenfalls als Störrangriffe bezeichnet und bezogen auf das Kriegsgeschehen im Ersten Weltkrieg waren ihre Auswirkungen fast Null. Die mit der Abwehr betrauten Personen haben die Verwendung in der Heimat sicherlich zu schätzen gewusst
 
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Zeitläufte: Raketen auf Antwerpen | ZEIT ONLINE | ZEIT ONLINE



302 von 5960.
1610 V-2 wurden auf Antwerpen abgeschossen. Quelle Wiki.

Auch wenn Grundlage die Provinz ist, Präzision sieht anders aus.
Die ereichbare Präzision hängt stark von den Randbedingung ab, wenn man eine stationäre Rampe hat welche man lange ungestört benutzen kann (war in der Normandie wohl der Fall), dann ist die Trefferquote durch Nachjustieren natürlich viel höher, als wenn man wegen möglicher Bomberangriffe ständig umziehen muss. Auch das Wetter und die Entferung spielen sicherlich eine sehr große Rolle. Bomberangriffe in der Nacht waren auch alles andere als präzise und man lag schon mal 200 km daneben (Schaffhausen – Wikipedia)
 
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