WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner?

Diskutiere WK II, Technik im detail, Unterschiede Reich, Gegner? im WK I & WK II Forum im Bereich Geschichte der Fliegerei; Also waren es im Endeffekt "Beschäftigungstherapien". Die V1 hat ebenfalls Personal bei den dt. Streitkräften gebunden für eine sinnlose Aufgabe...
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Ich frage mich immer wieder, wie du auf diese "XYZ war eh da"-Spur kommst?
Ressourcen, die anderweitig sinnvoller hätten eingesetzt werden können, sind eine Verschwendung.
...
Also waren es im Endeffekt "Beschäftigungstherapien". Die V1 hat ebenfalls Personal bei den dt. Streitkräften gebunden für eine sinnlose Aufgabe, die gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war. Man hätte die dt. Soldaten, die sich um die V1-Einsätze kümmern mussten, also auch an die Front schicken können und effektiv gegen gegnerische Streitkräfte einsetzen können. Einen Krieg gewinnt man nicht gegen Zivilisten, sondern gegen die gegnerischen Streitkräfte.
Es ist also sehr einseitig von dir betrachtet, wenn du nur siehst welche Kräfte auf britischer Seite gebunden waren. Die Deutschen sind als erste in diese Falle gelaufen und haben Kräfte gebunden für eine sinnlose Aktion.
Selbst wenn sich keine brit. Luftabwehr um die V1 und V2 gekümmert hätte, dann hätte es die Zivilbevälkerung getan, durch Luftschutzmaßnahmen. Das wären Aktionen, die keinen britischen Soldaten von seinem Weg über den Kanal abgehalten hätten.
Die Briten konnten es sich so betrachtet also anscheinend leisten dafür ein paar Flugzeuge abzustellen.
Gruß!
 
Doppelnik

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Während des 2 Weltkriegs hatte keine Seite die Bombardierung der Städte des Gegners als sinnlos empfunden, vielmehr konzentrierten beide Seiten ihre Bemühungen genau darauf. Wie ich zuvor schon geschrieben habe, letzendlich endete der 2.Weltkrieg mit Atombomben auf vorrangig zivile Ziele (in Nagasaki gab es allerdings auch kriegswichtige Schiffsbauindustrie, nur hätte die kaum noch etwas sinnvolles fertigen können). Man hat dem Feind klar gemacht, alle seine Städte zerstören zu können und die Japaner haben aufgegeben.

Der Einsatz einer V1 benötigt nun mal vergleichsweise wenig Personal und vor allem keine "wertvollen" Piloten. Das der Krieg eh verloren war, steht nicht zur Debatte, wenn man alles von dieser Warte aus betrachtet gab es keine einzige sinnvolle Aktion von Seiten der Achsenmächte während des ganzen Kriegs.

Die Briten haben nicht ein paar alte Mühlen abgestellt, sondern die neuesten Flugzeuge die sie hatten, die hätten auch woanders wertvolle Dinste leisten können.
 
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Man hätte die dt. Soldaten, die sich um die V1-Einsätze kümmern mussten, also auch an die Front schicken können und effektiv gegen gegnerische Streitkräfte einsetzen können
Das hat man ja getan - jede V-1 hat eine Vielzahl an Personal gebunden, die dann nicht an der Front wirksam gegen die Deutschen eingesetzt werden konnten.
Soweit so klar?

Es ist also sehr einseitig von dir betrachtet, wenn du nur siehst welche Kräfte auf britischer Seite gebunden waren. Die Deutschen sind als erste in diese Falle gelaufen und haben Kräfte gebunden für eine sinnlose Aktion.
Also wenn wir dem Strategen Sens glauben dürfen, dann waren diese deutschen Kräfte ja eh da, und führten Schaberack zuungunsten Großbritanniens im Schilde.

Man kann sich jetzt überlegen, ob der Aufwand den Atlantikwall zu verstärken (in ein paar Stunden überrannt worden) oder der Aufwand für ein paar Monate nennenswerte, feindliche Kräfte in und über dem feindlichen Gebiet aufzuhalten, die bessere Investition war.

Selbst wenn sich keine brit. Luftabwehr um die V1 und V2 gekümmert hätte, dann hätte es die Zivilbevälkerung getan, durch Luftschutzmaßnahmen. Das wären Aktionen, die keinen britischen Soldaten von seinem Weg über den Kanal abgehalten hätten.
Das mag in einem totalitären Regime so funktionieren.
Ist aber in einer Demokratie (GB oder USA) - selbst zu Kriegszeiten - innerhalb kürzester Zeit politischer Selbstmord.

Die Briten konnten es sich so betrachtet also anscheinend leisten dafür ein paar Flugzeuge abzustellen.
Das sahen die britischen Fallschirmjäger zu Market Garden bestimmt dezent anders.
 
Hagewi

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Das sahen die britischen Fallschirmjäger zu Market Garden bestimmt dezent anders.
Die britischen (und polnischen) Fallschirmjäger wurden aus der Luft gar nicht bedroht, insoweit benötigte es zur Abwehr keiner stärkeren Kräfte, als den ohnehin vorhandenen, die auch den Nachschub aus der Luft in der Luft wirksam schützen konnten (100%-ig klappt so etwas nie und es gab ja einige Einsätze der Luftwaffe dagegen). Die letzte Landung in Rahmen des Unternehmens (nur diese war ein Misserfolg - "A Bridge too far" ist die zutreffende Bezeichung) scheiterte an den schnell zusammengerafften deutschen Kräften, die sich wiederum - auch und gerade wegen der bestehenden Überlegenheit der Alliierten in der Luft - nicht dauerhaft halten konnten. Der Einsatz der V-1 hatte NullKommaNull Einfluss auf die Ereignisse.
 
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Während des 2 Weltkriegs hatte keine Seite die Bombardierung der Städte des Gegners als sinnlos empfunden, vielmehr konzentrierten beide Seiten ihre Bemühungen genau darauf.
Keine Seite hat es so empfunden. Aber Empfindungen und Realität sind etwas anderes. Beide Regierungen haben an den Durchhaltewillen der Bevölkerung geglaubt. Mit konventionellen Mitteln geht das lange so weiter.
Atomwaffen sind ein game changer gewesen. Mit konventionellen Bomben konnte man mit den damaligen Mitteln an Transportmitteln, Zielvorrichtungen usw. keine großen Zivilisationen auslöschen. Bei der A-Bombe ist die Effektivität locker um den Faktor 10000 für eine Bombe gesteigert worden. Da hilft auch kein Appell an den Durchhaltewillen.
Insofern ist dein Vergleich Äpfel mit Birnen. Beides Obst, aber...
Gruß!
 

Sens

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So ein Quatsch!
Die Tempest hätte zur Unterstürzung über Frankreich viel mehr Nutzen gehabt, als irgendeine Verzweiflungstat der Deutschen im eigenen Luftraum zu bekämpfen.
Das selbe trifft auf die Griffon-Spitfires zu. Der Sabre-Motor war hier das schwächste Glied in der Kette und machte bei den Typhoon-Staffeln auch kein No-Go aus.

Beide Flugzeuge (Tempest V, Spitfire XIV) hatten gegenüber den auf deutscher Seite eingesetzten Mustern einen deartigen Leistungsüberschuss, dass es an Perversion gegrenzt hätte, sie einzusetzen*.

Ich frage mich immer wieder, wie du auf diese "XYZ war eh da"-Spur kommst?
Ressourcen, die anderweitig sinnvoller hätten eingesetzt werden können, sind eine Verschwendung.

___
* Man muss dazu sagen, dass die Tempest V mit Sabre IIa Triebwerk nur übergangsweise zur Bekämpfung von V-1 auf +11lbs Boost gelaufen sind. Da sich keine negativen Folgen hervortaten, wurde +11lbs dann später auf dem Kontinent nachgerüstet, bzw. war werksseitig mit dem Sabre IIb Standard.
In Frankreich hatte man längst die Luftherrschaft und die Deutschen konnten sich nur noch Nachts bewegen. Die Amerikaner drosselten ab dem 2. Quartal ihre Kriegsproduktion, weil die Einheiten die zusätzlichen Flugzeuge nicht mehr aufnehmen konnten. Ernsthaften Widerstand gab es nur noch bei den Einflügen der Bomber in das Reichsgebiet. Doch dafür waren die Tempest und Spitfire kaum zu gebrauchen.
Bis zum September 1944 gab es erst 5 Staffeln mit 114 Tempest.
Bei der Operation Market Garden waren sie ja dabei. Deren Piloten machten 1945 nur noch Jagd auf die Reste der deutschen Luftwaffe und Truppen, die ihnen ins Visier gerieten und ihr Hauptfeind war die deutsche Flak. Auf diese Art und Weise suchten auch die P-51 eine Beschäftigung, da sie als Eskorte entbehrlich waren.
 
Doppelnik

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Die Flaks und Panzer wurden hauptsächlich mit der Typhoon bekämpft, als Vorgängermodell sehr ähnlich zur Tempest. Die hätte das mit Sicherheit auch gekonnt, und neben deutsche Jagdflieger vom Himmel holen können
 
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Keine Seite hat es so empfunden. Aber Empfindungen und Realität sind etwas anderes. Beide Regierungen haben an den Durchhaltewillen der Bevölkerung geglaubt. Mit konventionellen Mitteln geht das lange so weiter.
Atomwaffen sind ein game changer gewesen. Mit konventionellen Bomben konnte man mit den damaligen Mitteln an Transportmitteln, Zielvorrichtungen usw. keine großen Zivilisationen auslöschen. Bei der A-Bombe ist die Effektivität locker um den Faktor 10000 für eine Bombe gesteigert worden. Da hilft auch kein Appell an den Durchhaltewillen.
Insofern ist dein Vergleich Äpfel mit Birnen. Beides Obst, aber...
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Natürlich haben beide Seiten das so empfunden, "Moral Bombing" stand ganz oben auf der britischen Kriegsstrategie, propagiert von Bomber Harris. Hitler wollte da sicher nicht nachstehen und empfand wohl grosse Freude bei erfolgreichen Bombardierungen. Das Thema ist eigentlich so eindeutig, dass es sich nicht lohnt hier einen parallelen Faden dazu aufzumachen.

Tokio war mittels konventioneller Bombardierung schon zu einem Großteil platt gemacht worden, den Rest der Wohnbebauung hätte es ohne Kriegsende und A Bombe auch nicht mehr lang gegeben....
 
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Die britischen (und polnischen) Fallschirmjäger wurden aus der Luft gar nicht bedroht, insoweit benötigte es zur Abwehr keiner stärkeren Kräfte, als den ohnehin vorhandenen, die auch den Nachschub aus der Luft in der Luft wirksam schützen konnten (100%-ig klappt so etwas nie und es gab ja einige Einsätze der Luftwaffe dagegen). Die letzte Landung in Rahmen des Unternehmens (nur diese war ein Misserfolg - "A Bridge too far" ist die zutreffende Bezeichung) scheiterte an den schnell zusammengerafften deutschen Kräften, die sich wiederum - auch und gerade wegen der bestehenden Überlegenheit der Alliierten in der Luft - nicht dauerhaft halten konnten. Der Einsatz der V-1 hatte NullKommaNull Einfluss auf die Ereignisse.
Die schnell zusammengerafften Kräfte hätten unter einem engmaschigeren alliierten Jäger- und Jagdbomberschirm deutlich älter ausgesehen.
Tempest flogen zwar bis auf die letzte Kriegswoche nie mit Bomben und waren erst nach dem krieg mit Raketen bestückt - hätten dies aber darstellen können.
Dasselbe trifft für gebundene Spitfires, Mustangs und Mosquitos zu.

Vergessen wir nicht: Die V-1-Kampagne bedeutete, dass die RAF Jägerverbände der Größenordnung eines ganzen deutschen Jagdgeschwaders zu Hause abstellte.
V-1 war bis in den September hinein eine Bedrohung für Südengland. Erst im Oktober waren die letzten in Richtung England gerichteten Startrampen überrannt und die abgestellten Einheiten wurde peu-apeu an die Front geschickt.

Dass die V-1 keinen Einfluss darauf hatte ist falsch.

Atomwaffen sind ein game changer gewesen. Mit konventionellen Bomben konnte man mit den damaligen Mitteln an Transportmitteln, Zielvorrichtungen usw. keine großen Zivilisationen auslöschen. Bei der A-Bombe ist die Effektivität locker um den Faktor 10000 für eine Bombe gesteigert worden. Da hilft auch kein Appell an den Durchhaltewillen.
Um es konkret auf die Bomben gegen Japan zu beziehen. Die USAAF hatte einen einstelligen Vorrat an Atombomben, die auch so schnell nicht abgeworfen werden konnten, weil danach erst einmal Sense war.

Man hatte aber allerhand B-29 und eine großen Vorrat an Brandbomben, mit denen man die japanische Architektur auch ganz vorzüglich anzünden und niederbrennen konnte.
Eine Atomwaffe (Yield 10-20kT) gegen eine deutsche Stadt hätte keine ganz so große Primär- (Druckwelle) und Sekundärwirkung (Feuer) wie in den japanischen Städten gehabt. Einige Städte (z.B. Berlin) hätten auch einfach partout nicht so gut gebrannt - daran hatte sich die RAF schon höchst wissenschaftlich versucht.

Der Punkt, an dem die Kernwaffen ein tatsächlicher Game-Changer waren, kam erst später. Dafür waren die Trägersysteme besser und die Waffen handlicher.
 

Sens

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Im Februar 1943 wurde es mit dem Hawker Typhoon für Jagdbomber- und Schifffahrtsangriffe umgerüstet . Es wurde im März 1944 mit dem neuen Hawker Tempest- Jäger ausgestattet, der über dem Strandkopf der Normandie und gegen deutsche fliegende V1-Bomben operierte und 288 abgeschossene V-1 forderte. [7]
Es wurde dann über den Kanal verteilt und flog im Rahmen der 2 TAF- Kämpfe durch die Niederlande und nach Deutschland. Zu seinen Piloten gehörte F / L Pierre Clostermann , der von März 1945 bis Kriegsende mit der 3. Staffel in Europa flog. [6] [7]
Die Gefährdung durch die V-1 wurde durch den Vormarsch der Bodentruppen gebahnt, während die Tempest deren Anzahl in der Luft reduzierte. Die Verantwortlichen wussten sicherlich am Besten, in welcher Mission die Tempest am wertvollsten war. Der Zusammenbruch der Deutschen wurde ja noch im Herbst 1944 erwartet.
 
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In Frankreich hatte man längst die Luftherrschaft und die Deutschen konnten sich nur noch Nachts bewegen. Die Amerikaner drosselten ab dem 2. Quartal ihre Kriegsproduktion, weil die Einheiten die zusätzlichen Flugzeuge nicht mehr aufnehmen konnten. Ernsthaften Widerstand gab es nur noch bei den Einflügen der Bomber in das Reichsgebiet. Doch dafür waren die Tempest und Spitfire kaum zu gebrauchen.
Bis zum September 1944 gab es erst 5 Staffeln mit 114 Tempest.
Ernsthaften Widerstand gab es zuhauf über Frankreich. Die Luftwaffe verlegte einen ganzen Haufen an Jagdgruppen aus dem Reichsgebiet an die Invasionsfront. In Teilen waren diese Geschwader auch recht erfolgreich, was darauf schließen lässt, dass der Jägerschutz der Alliierten verbesserungswürdig war.

Tatsächlich war der Widerstand über dem Reichsgebiet von Juni bis Ende August '44 also eher gering.

Bei der Operation Market Garden waren sie ja dabei.
Von ihren Basen in Südengland. Eine knappe Flugstunde entfernt, mit entsprechend geringerer Zeit zur Projektion von Feuerkraft vor Ort.
Auf das Festland wurden sie erst nach Market Garden verlegt.

Deren Piloten machten 1945 nur noch Jagd auf die Reste der deutschen Luftwaffe und Truppen, die ihnen ins Visier gerieten und ihr Hauptfeind war die deutsche Flak. Auf diese Art und Weise suchten auch die P-51 eine Beschäftigung, da sie als Eskorte entbehrlich waren.
Die Luftwaffe war auch 1945 in Teilen noch ein gefährlicher Gegner. Das mussten sowohl US, als auch RAF Piloten immer wieder schmerzlich erfahren.
Dass die Kräfte der 2nd TAF, der 8th und 9th AF natürlich mehr und mehr mit der Flak zu kämpfen hatten (und dabei auch ziemliche Verluste erlitten), ist nichts Neues.
 

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Die schnell zusammengerafften Kräfte hätten unter einem engmaschigeren alliierten Jäger- und Jagdbomberschirm deutlich älter ausgesehen.
Tempest flogen zwar bis auf die letzte Kriegswoche nie mit Bomben und waren erst nach dem krieg mit Raketen bestückt - hätten dies aber darstellen können.
Dasselbe trifft für gebundene Spitfires, Mustangs und Mosquitos zu.

Vergessen wir nicht: Die V-1-Kampagne bedeutete, dass die RAF Jägerverbände der Größenordnung eines ganzen deutschen Jagdgeschwaders zu Hause abstellte.
V-1 war bis in den September hinein eine Bedrohung für Südengland. Erst im Oktober waren die letzten in Richtung England gerichteten Startrampen überrannt und die abgestellten Einheiten wurde peu-apeu an die Front geschickt.

Dass die V-1 keinen Einfluss darauf hatte ist falsch.



Um es konkret auf die Bomben gegen Japan zu beziehen. Die USAAF hatte einen einstelligen Vorrat an Atombomben, die auch so schnell nicht abgeworfen werden konnten, weil danach erst einmal Sense war.

Man hatte aber allerhand B-29 und eine großen Vorrat an Brandbomben, mit denen man die japanische Architektur auch ganz vorzüglich anzünden und niederbrennen konnte.
Eine Atomwaffe (Yield 10-20kT) gegen eine deutsche Stadt hätte keine ganz so große Primär- (Druckwelle) und Sekundärwirkung (Feuer) wie in den japanischen Städten gehabt. Einige Städte (z.B. Berlin) hätten auch einfach partout nicht so gut gebrannt - daran hatte sich die RAF schon höchst wissenschaftlich versucht.

Der Punkt, an dem die Kernwaffen ein tatsächlicher Game-Changer waren, kam erst später. Dafür waren die Trägersysteme besser und die Waffen handlicher.
Das ist eine Betrachtungsweise aus der Rückschau. Ein ernsthafte Bewertung betrachtet immer die Situation, wie sie die Handelnden wahrnehmen konnten.
Die Japaner sahen ab 1944 fast täglich die B-29 über ihrem Land, als sich im August 1945 die Lage schlagartig änderte. Einzelne B-29 konnten mit einer Waffe ein Stadt zerstören und demonstrierten es auch zweimal, mit der Androhung es zu wiederholen. Bis auf die Amerikaner selbst wusste niemand, über wie viele Atomwaffen sie verfügen und in welchem Tempo sie diese produzieren können. Die Japaner hatten keinerlei Interesse daran, dass auszutesten und wir hatten ja rechtzeitig kapituliert.
Projekt Manhattan: Wie knapp entging Deutschland einem Atombombenabwurf?
Wenn die V-1 überhaupt einen Einfluss hatte, dann war es in der Rückschau nur ein negativer. Wer will kann ja spekulieren, um wie viele Stunden deren Einsatz den Krieg für Deutschland verlängert hat.
 
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Die Japaner hatten keinerlei Interesse daran, dass auszutesten und wir hatten ja rechtzeitig kapituliert.
Die Japaner waren schon seit einiger Zeit intern beschäftigt, eine Kapitulation in Betracht zu ziehen.
Die Sowjetunion hatte gerade die Bühne betreten und die Japaner aus weiten Teilen des nordasiatischen Felstlands geworfen.

Die Atombombe wurde vor allem deswegen eingesetzt, weil man den Kriegsverlauf beschleunigen wollte und um Japan möglichst vor Einnahme großer Hauptinselgebiete durch die Sowjetunion zur Kapitulation zu zwingen, um einen Blöcke-Status wie in Europa unter allen Umständen zu vermeiden.

Global-Machtpolitisch waren die Atombombenabwürfe ein Stoppschild an Stalin.
Der wusste allerdings schon vom amerikanischen Atomwaffenprogramm und war daher nicht ganz so beeindruckt, wie man es sich in Washington erhofft hatte.

Zu deiner "Quelle":
Berlin: Die Metropole an der Spree ist heute eine der pulsierendsten Städte der Welt. Doch das ist pures Glück – denn um ein Haar wäre die Stadt 1945 Ziel für die erste Atombombe der USA geworden. Einzig der Verlauf des Zweiten Weltkriegs verhinderte den Einsatz der grausamen Massenvernichtungswaffe gegen Deutschland.
Wer denkt sich denn so einen Quark aus?
Hiroshima und Nagasaki sind heute ebenfalls pulsierende Großstädte mit international relevanter Großindustrie.
 

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Keine Seite hat es so empfunden. Aber Empfindungen und Realität sind etwas anderes. Beide Regierungen haben an den Durchhaltewillen der Bevölkerung geglaubt. Mit konventionellen Mitteln geht das lange so weiter.
Atomwaffen sind ein game changer gewesen. Mit konventionellen Bomben konnte man mit den damaligen Mitteln an Transportmitteln, Zielvorrichtungen usw. keine großen Zivilisationen auslöschen. Bei der A-Bombe ist die Effektivität locker um den Faktor 10000 für eine Bombe gesteigert worden. Da hilft auch kein Appell an den Durchhaltewillen.
Insofern ist dein Vergleich Äpfel mit Birnen. Beides Obst, aber...
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Die Angriffe amerikanischer B-29 auf japanische Städte mit Brandbomben hat weit mehr Zerstörung und Opfer verursacht als die A-Waffenangriffe. Wie so oft, es kommt darauf an. In Europa hat das nicht so gut funktioniert, in Japan, die Wohnhäuser überwiegend in Holz gebaut haben, hat es sehr gut funktioniert. Der A-Waffeneinsatz über Japan war im Grunde überflüssig. Er wäre aber in Deutschland erfolgt, wenn Deutschland länger durchgehalten hätte. Für beide Seiten waren damals eh zu wenig Bomben vorhanden.
 

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Die Japaner waren schon seit einiger Zeit intern beschäftigt, eine Kapitulation in Betracht zu ziehen.
Die Sowjetunion hatte gerade die Bühne betreten und die Japaner aus weiten Teilen des nordasiatischen Felstlands geworfen.

Die Atombombe wurde vor allem deswegen eingesetzt, weil man den Kriegsverlauf beschleunigen wollte und um Japan möglichst vor Einnahme großer Hauptinselgebiete durch die Sowjetunion zur Kapitulation zu zwingen, um einen Blöcke-Status wie in Europa unter allen Umständen zu vermeiden.

Global-Machtpolitisch waren die Atombombenabwürfe ein Stoppschild an Stalin.
Der wusste allerdings schon vom amerikanischen Atomwaffenprogramm und war daher nicht ganz so beeindruckt, wie man es sich in Washington erhofft hatte.

Zu deiner "Quelle":


Wer denkt sich denn so einen Quark aus?
Hiroshima und Nagasaki sind heute ebenfalls pulsierende Großstädte mit international relevanter Großindustrie.
Bitte keine Geschichtsklitterung. Vor der Kriegserklärung passierte bis auf sowjetische Truppenverlegungen gar nichts.
"Die sowjetische Kriegserklärung an Japan erfolgte am 8. August 1945, genau drei Monate nach dem Kriegsende in Europa und zwei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, zu einem Zeitpunkt, als die japanische Regierung bereits Waffenstillstandsgespräche vorbereitete.[7]"
.
Die Wortwahl der Quelle, Welt der Wunder, ist ist nicht die meinige sondern sollte nur auf die Schnelle die damaligen Planungen aufzeigen. Auch wenn es in Berlin kaum noch etwas zu zerstören gab, da konnte dessen Bevölkerung durchaus auf ihre Dosis Alpha-Strahlung und deren Folgen verzichten.
 
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Die Angriffe amerikanischer B-29 auf japanische Städte mit Brandbomben hat weit mehr Zerstörung und Opfer verursacht als die A-Waffenangriffe. Wie so oft, es kommt darauf an. In Europa hat das nicht so gut funktioniert, in Japan, die Wohnhäuser überwiegend in Holz gebaut haben, hat es sehr gut funktioniert. Der A-Waffeneinsatz über Japan war im Grunde überflüssig. Er wäre aber in Deutschland erfolgt, wenn Deutschland länger durchgehalten hätte. Für beide Seiten waren damals eh zu wenig Bomben vorhanden.
Der Ursprung des Thread bezog sich auf das deutsche Reich und Gegner.
Somit lasse ich japanische Eigenheiten eigentlich rausfallen. Allein das schon die A-Waffe hier als Argument eingebracht wurde, ist ja ein fiktives Szenario für den europäischen Kriegsschauplatz.
Gruß!
 
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Die Luftwaffe war auch 1945 in Teilen noch ein gefährlicher Gegner...
Und überwiegend halt doch deutlich im Nachteil und unterlegen.
Was sollen diese spitzfindigen Formulierungen, denn bewirken?
Die Glorifizierung einer zu diesem Zeitpunkt abgewrackten Truppe mit ein paar wenigen hellen, lokal deutlich beschränkten Momenten?
Gruß!
 

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< snip >
Wenn die V-1 überhaupt einen Einfluss hatte, dann war es in der Rückschau nur ein negativer. Wer will kann ja spekulieren, um wie viele Stunden deren Einsatz den Krieg für Deutschland verlängert hat.
Ich halte insgesammt die Auswirkungen der Westfront 1944/45 für die länge des Krieges für relativ unbedeutend. Die Ostfront war für die Niederlage Deutschlands der entscheidende Faktor.

Die V1 hat dabei gewiss einen gewissen effekt darauf gehabt das Deutschland an der Westfront ein paar Tage vielleicht auch Wochen länger "durchgehalten" hat. Nicht nur wegen des Aufwandes den den Allierten zur Abwehr und Bombardierung aufgebracht haben sondern auch weil die abschußbasen eben da sie da waren die Stroßrichtungen anch der Landung mit beeinflusst haben.

Wenn man sie deutlich früher gehabt hätte, dann hätten man damit möglicherweise wirklich England stark unter druck setzen können. Man hätte London damit kontinuierlich beschießen können, sprich man wäre überhaupt nicht mehr aus den Schutzräumen rausgekommen. Jagdstaffeln hätten ständig in der Luft sein müssen, Flakbatterien ständig bemannt. Der Großraum London wäre vermutlich mehr oder weniger lahm gelegt gewesen. 1942 vielleicht auch noch 1943 hätte man die Abschußbassen auch noch gegen Bomberangriffe verteidigen können.
 

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Der Beginn war wohlüberlegt, zu einer Zeit, als sich die deutschen Panzerdivisionen in Frankreich konzentrierten und die deutsche Luftwaffe in der Reichsverteidigung gebunden war. An der Elbe haben dann die Amerikaner auf die Russen gewartet.

Die V-1 schlugen irgendwo ein und man hätte sie fast ignorieren können. Sie flogen ja nur auf einer geraden Linie von A nach B, wenn man die Windkomponente außer Acht lässt. War ihr Anflug rechtzeitig erkannt, allein ihr Geräusch war unverkennbar, dann konnten sie abgefangen und zerstört werden. Bis dahin gab es nur Warnungen für den jeweiligen Sektor. Durch Triangulation lies sich auch ihr Abschussort ermitteln. Da ihr Einsatz erst nach der Landung in der Normandie begann, da war es nur eine zeitliche begrenzte Aufgabe.
Kriege lehren, dass es auf jede neue Waffe eine taktische Antwort gibt. Es bleibt bestenfalls ein kurzfristiges Überraschungsmoment.
 
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Bitte keine Geschichtsklitterung. Vor der Kriegserklärung passierte bis auf sowjetische Truppenverlegungen gar nichts.
"Die sowjetische Kriegserklärung an Japan erfolgte am 8. August 1945, genau drei Monate nach dem Kriegsende in Europa und zwei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima, zu einem Zeitpunkt, als die japanische Regierung bereits Waffenstillstandsgespräche vorbereitete.[7]"
Der sowjetischen Intentionen waren bekannt - nicht zuletzt aus dem in der Konferenz von Teheran abgesprochenen Vorgehen.

Und überwiegend halt doch deutlich im Nachteil und unterlegen.
Was sollen diese spitzfindigen Formulierungen, denn bewirken?
Die Glorifizierung einer zu diesem Zeitpunkt abgewrackten Truppe mit ein paar wenigen hellen, lokal deutlich beschränkten Momenten?
Nö. Ich weiß auch nicht, wo du das aus dem von mir verfassten Text herausliest. Ist mir aber auch egal.
Die Diskussion dreht sich seit Seiten im Kreis und ist für mich beendet.
 
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