Zukunft der USAF/ US Standorte in Deutschland/ Europa

Diskutiere Zukunft der USAF/ US Standorte in Deutschland/ Europa im Aktuelle Konflikte Forum im Bereich Aktuell; Ich wolllte hier mal einen Thread mit den Fragen eröffnen, was die US Präsidentschaftswahl für Auswirkungen auf die US Luftwaffen Standorte hier...
Meikel

Meikel

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Ich wolllte hier mal einen Thread mit den Fragen eröffnen, was die US Präsidentschaftswahl für Auswirkungen auf die US Luftwaffen Standorte hier in Deutschland, aber vielleicht auch international haben könnte?
Zum Beispiel:
-Ändert sich mit einer neuen Regierung und deren „ Geschäftssinn „automatisch das komplette militärische Konzept der USA in Bezug auf Standorte?
-Werden/ wurden in der Vergangenheit evtl. bestehende Konzepte / Doktrins/ Entscheidungen udgl. komplett über den Haufen geworfen oder wurden/werden solche von den mil. Strategen „ Regierungsübergreifend „ gefertigt, so das da ohne plausible Gründe keine Änderung so einfach möglich ist? Werden Befehlshaberposten ( z.B. der SACEUR) von der jeweiligen Regierung eingesetzt, oder hängen davon ab?
Um es noch mal konkreter zu verdeutlichen was ich meine ……
z.B. Spangdahlem:
Dort sollten ja bisher Verbände aus Mildenhall bis 2020(?) stationiert werden……jetzt könnte ich mir vorstellen, das die neue US Regierung, aufgrund vorheriger „ Wahlkampfsäußerungen“ sagt, die Engländer sind uns lieber , da gibt’s auch weniger Ärger aus der Bevölkerung und um den Deutschen zu zeigen, das wir es mit der Finanzierung von US Standorten ernst meinen, machen wir Spang dicht und erhalten Mildenhall!
z.B Grafenwöhr:
Großes Gelände, kleiner Flugplatz, viele Soldaten, welche weit weg von z.Zt. möglichen Einsatzgebieten sind……der Amerikaner könnte sagen: Dafür will ich viel Geld, ansonsten gehe ich woanders hin oder ganz nach Hause…….der Deutsche sagt: Das ist uns zu viel, mit der in Amberg sitzenden Panzerbrigade könnten wir auch einen „ Dragoon Ride“ über Land oder per Zug nach Bergen Hohne machen außerdem wäre uns der Erhalt von Ramstein lieber.

Bei Ansbach oder Illesheim könnte ich mir vorstellen, das die US Seite die von vornherein komplett wegmachen könnte, z:b. in den Südosten Europas, mit der Begründung,……da sind die Leute netter und wir sind sowieso näher an möglichen Einsatzgebieten. Außerdem ist es an der Zeit, das ihr Deutschen/ Europäer mal selber für genügend Hubschrauber sorgt.

Man könnte noch mehr Beispiele und Thesen aufstellen.

Das sind jetzt nur mal Spekulationen meinerseits als „ normal Sterblicher“, da ich aber weiß, das es hier im Forum Leute gibt, die sich sehr mit so was befassen, würde mich deren Meinung mal interessieren. Ich will hier keine politischen oder persönlichen Diskussionen odgl. über den Ausgang der Wahlen, oder in der Richtung „ den mag ich und den find ich blöd“ lostreten, sondern ausschließlich sachlich erörtert haben, was aufgrund von Medienberichten, Äußerungen der Politik udgl. im Bereich des möglichen liegt!

Das Thema ist zwar kein Konflikt im herkömmlichen Sinne, birgt jedoch sicher viel Potential für eine verbale und politische Konfrontation der „ Staatsleute“.
Falls es ein ähnliches Thema bereits gibt oder gegen Forumsregeln verstößt , nicht erwünscht ist, dann ruhig löschen….wäre zwar schade, aber kann ich ehrlicherweise auch mit leben.

Gruß
 

Rhönlerche

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Man muss den schrillen Wahlkampf von der abgewogenen Realpolitik trennen. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Die künftige US-Sicherheitspolitik kennt man noch nicht aber sie wird ja republikanisch sein und nicht privat "trumpisch". Ich bezweifle deshalb eine bevorstehende Kehrtwende oder ähnliches. Die Briten sparen auch und schließen künftig viele Standorte. So leicht wird ein Ausweichen dorthin praktisch gesehen auch nicht mehr und Deutschland ist und bleibt für Amerika ein absolutes Schlüsselland.
 
sixmilesout

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Ich könnte mir schon vorstellen, das es gravierende Veränderungen geben könnte, aber was genau, da fehlen mir konkrete Ansagen von Trump.
 
Meikel

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Erstmal Danke für die Antworten!Was die Sache meiner Ansicht nach " ungewöhnlich" macht ist.......er ist ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann.....durch und durch.....das ist Fakt, und warum und wieso das so ist kann und soll hier im Thread eigentlich egal sein. Ein Geschäftsmann verlangt Geld von seinen Kunden und je nach Nachfrage bestimmt er den Preis, und wenn den keiner bereit ist zu zahlen macht er die Hütte dicht und geht dahin, wo die Leute bereit sind diesen Preis zu zahlen!Und wenn er noch andere im Nacken hat, welchen er versprochen hat, den Gewinn zu optimieren, fällt ihm diese Entscheidung um so leichter. Diese anderen Leute kann er nicht komplett entäuschen!
Und für mich liegt es Nahe, das der neue Präsident eben bei geschäftlichen Sachen weiß, wo der Hammer hängt und diesen auch zu benutzen versteht.
Vor dem Hintergrund, das bereits Rumsfeld z.B. wohl Grafe dicht machen wollte, wie ich erfahren durfte, wäre es, natürlich rein spekulativ und theoretisch, interessant zu erfahren, was z.B. überhaupt aus Sicht der Forumsleser möglich wäre, welche Szenarien?Müßten im Falle eines Abzugs Lücken im Bereich Flugzeuge, Hubschrauber oder sogar bei Flugplätzen geschlossen werden?Welche Plätze/ Standorte wären evtl. unabkömmlich? uswusw

Gruß
 

Rhönlerche

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Das hängt sehr stark davon ab, wie gut sich The Donald und Vlad künftig verstehen.
 
Grimmi

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Erfolgreicher Geschäftsmann ? Naja, soviele Millionen und Firmen wie der in den Sand gesetzt hat .... :tongue:

back to topic:
Ich denke man muss, wie von den Vorrednern schon angetönt, unterscheiden zwischen Wollen und Können.

Wollen tut er vieles - dabei sind NATO, Weltbank, div. Freihandels- und andere Abkommen (und wohl auch die UNO) auf dem Prüfstein. Können wird er nicht so viel können, da grosse Teile 'seiner' Partei da anderer Meinung ist und das auflösen solcher Errungenschaften auch sehr schwere Konsequenzen für Amerika haben.
 

Aeroplan

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Hallo,

ich denke, man muss der neuen US-Administration einmal ein halbes bis ein Jahr Zeit geben,
um abschätzen oder sehen zu können, welche Änderungen sich ergeben werden, falls es
überhaupt zu Veränderungen kommt.

Schließlich wird oder soll ein Mann das Land führen, der - als Quereinsteiger - politikunerfahren ist oder besser gesagt, von praktischer Politik keinerlei Ahnung hat. Bleibt zu hoffen, dass er auch im Bereich Aussenpolitik/Verteidigung seinen Beratern folgen wird.

Seit Bestehen der NATO wurde einmal der Bündnisfall auf Bestreben der USA (!) hin ausgerufen: Es waren
die Ereignisse am 11.09.2001 ...

Gruß
Aeroplan
 
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Meikel

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Danke für die Antworten......
@ Grimmi: Meiner Meinung nach ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann......in meinem vorherigen Post wolte ich den Begriff des Geschäftsmannes ursprünglich mit "rigoros/ skrupellos" umschreiben, dachte jedoch das alles dann hier in " persönliche Ansichten" abdriften könnte.......stattdessen hatte ich dann geschrieben, das das wieso und weshalb egal sein kann.
Wie dem auch sei, er hat Geld und alles was dazu gehört....wie er dazu gekommen ist, zeigt ja eben wie skrupellos und unberechenbar er ist/sein kann.

@Aeroplan: An den " Bündnisfall" hatte ich ehrlicherweise gar nicht gedacht....das könnte ja dann wirklich sehr interessant werden,wenn da mal dunkle Pläne in Bezug auf Standorte geschmiedet werden sollten!?
Gruß
 
GFF

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Erfolgreicher Geschäftsmann ? Naja, soviele Millionen und Firmen wie der in den Sand gesetzt hat .... :tongue:

back to topic:
Ich denke man muss, wie von den Vorrednern schon angetönt, unterscheiden zwischen Wollen und Können.

Wollen tut er vieles - dabei sind NATO, Weltbank, div. Freihandels- und andere Abkommen (und wohl auch die UNO) auf dem Prüfstein. Können wird er nicht so viel können, da grosse Teile 'seiner' Partei da anderer Meinung ist und das auflösen solcher Errungenschaften auch sehr schwere Konsequenzen für Amerika haben.
Heute stand auch noch in der Zeitung das Donald Duck über 70 Strafverfahren anhängig hat. Und das auch sein Präsidentenamt nicht vor diesen Strafverfahren schützt. Auch wenn er gemeint hätte schnell seine Firmen seinen Söhnen und seiner Tochter zu vermachen.
 
ManfredB

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Diese Thema zeigt m.E. wieder eine typisch deutsche Eigenart/Fragestellung frei nach dem Motto "was passiert, wenn ... " ... :TD:

Nun, Donald Trump ist - wider Erwarten Vieler - gem. dem US-amerikanischen System demokratisch zum neuen Präsidenten gewählt worden. Das heißt aber noch lange nicht, daß er so 'schalten und walten' kann, wie er es als Privatmann gewohnt ist, sondern vielmehr in das ==> Politische System der Vereinigte Staaten eingebunden ist, daß komplexen Regularien unterliegt.

Rhönlerche hat da recht, denn es ist ja allgemein bekannt, daß Wahlkampf und anschließende Realpolitik 'zwei verschiedene Paar Schuhe' sind ... :wink:
Man muss den schrillen Wahlkampf von der abgewogenen Realpolitik trennen. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Die künftige US-Sicherheitspolitik kennt man noch nicht aber sie wird ja republikanisch sein und nicht privat "trumpisch". Ich bezweifle deshalb eine bevorstehende Kehrtwende oder ähnliches. Die Briten sparen auch und schließen künftig viele Standorte. So leicht wird ein Ausweichen dorthin praktisch gesehen auch nicht mehr und Deutschland ist und bleibt für Amerika ein absolutes Schlüsselland.
Noch ist nichts Genaues über die neue Regierungsmannschaft bekannt, wer neuer Verteidigungsminister wird, etc. ...

Ich empfehle daher, abzuwarten, was die nächsten Wochen bringen, insbesondere die Zeit ab dem 20. Januar 2017, wenn Donald Trump "richtig" im Amt ist. Nicht zu vergessen, daß dann die aktuelle globale geopolitsche und Sicherheitslage zu betrachten und (neu) zu bewerten ist.

Alles andere ist reine Spekulation und es ist müßig, jetzt schon z.B. über Standortfragen in Deutschland zu diskutieren ...


... meint Manfred
 

Sczepanski

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noch weiß niemand (!) - nichmal Donald selbst - was er machen wird.
http://www.tagesschau.de/ausland/eu-aussenminister-trump-101.html
Und die Gerüchte (z.B. dass er bei russischen Investoren Milliardenschulden haben soll) muss man nicht ernst nehmen.
Und solange niemand weiß, was er machen wird, solange kann man über Reaktionen auch nur spekulieren. Z.B. darüber, dass Deutschland für die Basen (z.B. Grafenwöhr) der Amerikaner plötzlich Miete / Pacht / Kostenerstattung verlangen würde.

Zu erwarten ist wohl, dass sich Europa mehr auf seine eigenen Fähigkeiten besinnen wird. Wir können uns auf Dauer nicht von populistischen Stimmungen jenseits des Teichs abhängig machen. Die Mentalität drüben - jeder ist seines Glückes Schmid und der Staat stört nur - und die Vorgaben europäischer Verfassungen - Eigentum verpflichtet, Sozialstaat - führen zu völlig konträren Ergebnissen. Und wir sollten uns weder im Bereich der Sicherheit und Verteidigung noch der Wirtschaft (Bankenkrise, Finanzkrise) abhängig machen.
 
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borsto

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.... und solange niemand weiß, was er machen wird, solange kann man über Reaktionen auch nur spekulieren. Z.B. darüber, dass Deutschland für die Basen (z.B. Grafenwöhr) der Amerikaner plötzlich Miete / Pacht / Kostenerstattung verlangen würde.....
.
Vor diesem "plötzlich" muss man das NATO-Truppenstatut ändern. Und dann fängt es wieder an kompliziert zu werden....

borsto
 

Sczepanski

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nachdem erst vor einigen Tagen die Vermutungen durchs Netz geisterten, die USA wollen ihre Stützpunkte in Deutschland schließen (und vielleicht nach Polen verlagern)
Trump: Deutschland soll mehr für US-Soldaten zahlen | DW | 12.03.2019
US-Truppen in Deutschland: Wer trägt die Kosten? | DW | 19.03.2019
US-Truppen in Deutschland: Die Angst vor einem Abzug des US-Militärs - WELT
Deutschland beherbergt die größte US-Truppenpräsenz in ganz Europa. Zahlreiche Unternehmen sind in Rheinland-Pfalz auf die Ausgaben amerikanischer Bürger angewiesen. In den vergangenen Monaten kamen allerdings Gerüchte über einen möglichen Truppenabzug auf. Rund 2,02 Milliarden Euro im Jahr bringt der US-Stützpunkt der lokalen Wirtschaft, heißt es vonseiten des US-Militärs in einer Schätzung 2014. Trumps verschärfte Rhetorik beunruhigt nun lokale Unternehmer und Behörden.
US-Truppen in Deutschland: Werden Soldaten nach Polen verlegt?
USA drohen mit Truppenabzug: Keine Army mehr in Deutschland?
US-Botschafter Grenell denkt laut über einen Abzug der US-Truppen aus Deutschland nach. FDP und Grüne reagieren gelassen auf Drohungen.

Berlin.. Seit Jahren fordern die USA, dass die Bundesregierung mehr Geld für die Verteidigung ausgibt. Die Drohung mit einem (Teil)Abzug der hierzulande stationierten 35.000 GIs gehört allerdings erst seit US-Präsident Donald Trump zum Repertoire. Wie realistisch ist sie? Und auf wen macht sie Eindruck?

...
Die nächste Gelegenheit, seinen Worten Taten folgen zu lassen, bietet sich Trump an, wenn er am 31. August Polen besucht. Das Land wirbt unverhohlen für sich als alternativer Standort, zuletzt im Juni, als der polnische Präsident Andrzej Duda im Weißen Haus war. Laut Trump würde Polen für die in Aussicht gestellte Verlegung von 2.000 Soldaten die Kosten tragen. Duda sagte eine „erstklassige Militäreinrichtung” zu und schmeichelte den Mann im Weißen Haus mit dem Arbeitstitel: „Fort Trump“
...
hat die Süddeutsche Zeitung heute einen Kommentar veröffentlicht, der die ganze Malaise in größerem Kontext beleuchtet:
USA und Trump: Das zentrale Problem der Geopolitik
...
Die USA ziehen sich aus den tragenden Strukturen dieser Welt zurück
Trump mag in seiner subjektiven Wahrnehmung machtvolle Signale setzen. Politische Lenker zittern vor seinen Tweets, seine Regierungswillkür lässt die Börsen beben und stürzt Staaten wie das kleine Dänemark in größte Konflikte. Trump liebt es, wenn er in seiner erratischen Natur die Medien zum Tanzen bringt, volkswirtschaftliche Beziehungen wie etwa mit China zur Achterbahnfahrt macht und selbst scheinbar Allmächtige wie den jungen Kim aus Nordkorea der Lächerlichkeit preisgibt. Keiner nimmt, keiner gibt, was heute sicher ist, kann morgen verflogen sein, Unberechenbarkeit ist die Berechnungsgrundlage der Außenpolitik.

Diese Macht der Willkür ist allerdings von kurzer Dauer, sie erlischt wie der Goldregen im Feuerwerk und lässt lediglich Schwefelrauch zurück. Was sich heute in einem Rekordstreitkräftebudget von 738 Milliarden Dollar als schier unangreifbare Militärmacht präsentiert, findet sein Gegenstück in einem nicht messbaren, aber nicht weniger beeindruckenden Ansehens- und Glaubwürdigkeitsverlust. Amerika befindet sich in der politischen Rückzugsbewegung aus den tragenden Strukturen dieser Welt, für die das G-7-Dilemma sinnbildlich steht.

Washingtons diplomatische Kraft ist in aller Welt geschrumpft, der Verlust an Einfluss auf globale Institutionen lässt sich am Niedergang der Budgets für internationale Nothilfe oder medizinische Katastrophenvorsorge ablesen. Afrika findet in dieser Außenpolitik nicht mehr statt, Lateinamerika ist auf das Migrationsthema reduziert, und der Nahe Osten wurde Subunternehmern wie Benjamin Netanjahu überantwortet.

Europa sieht sich in immer kürzeren Abständen den Salven aus dem Weißen Haus ausgesetzt. Nato, Handelsverträge, Klimabündnis, das Desinteresse an der Rüstungskontrolle und Absurditäten wie die Grönland-Episode: Dieser Präsident hat das transatlantische Stützgerüst eingerissen - ein Wunder, dass die Konstruktion noch nicht vollends kollabiert ist.

Eine große Zäsur in der Geschichte
Globale Beziehungen sind nie statisch, die Probleme der Welt bleiben meist dies: Probleme. Wer Außenpolitik betreibt, mildert Konflikte, aber löst sie in der Regel nie ganz. Unter Trump haben die USA ihre Funktion als Lösungs- und Ordnungsmacht weitgehend aufgegeben, die Kernkompetenz dieses Präsidenten scheint die Ausdehnung der Problemzonen, die Erhöhung des Risikos zu sein.

...
Chinas politisches System findet kein entschlossenes Gegenmodell mehr, Trumps Umgang mit der Welt macht ihn nicht zum Traumpartner.

Das Ende einer amerikazentrischen Welt wird als große Zäsur in der Geschichte wahrgenommen werden. Wodurch genau sie spürbar sein wird, ist noch nicht entschieden. Kriege? Neue Handelswege? Autokratenwillkür auf allen Kontinenten? Sicher ist nur, dass dieser Epochenschnitt einen Namen trägt.
aus dem "make America great again" (sorry, vor Trump waren die USA größer) hat der Tr(ump)ouble maker ein unberechenbares, sprunghaftes Land gemacht, das sich sogar (Grönland) mit kleinsten Verbündeten verscherzt.

Damit stellen sich die Fragen nach den Folgen.

Ich meine nicht nur, dass sich regionale Großmächte - Brasilien, Russland, Indien, China - zunehmend mehr Einfluss verschaffen werden. Das ist schon seit Jahrzehnen absehbar.

Ich frage mich, ob der von nationalistischen Populisten gestresste Staatenbund EU, der in Gefahr steht, selbst zu zerbröseln (Brexit) in der Lage ist, die Rolle einer westlichen Führungsmacht zu übernehmen. Und unter "westlicher Führungsmacht" begreife ich eine auf den Menschenrechten fußende Leuchtfeuerfunktion - für Demokratie, Meinungs- und Religionsfreiheit, für nachhaltigen und sozialen Umgang mit den Ressourcen …

ein Aspekt dieser Frage ist auch, ob eine gewisse militärische Macht dazu gehört. Ist die berühmte Fähigkeit zur "power projection" wirklich erforderlich? Braucht es die Möglichkeit, an jedem Punkt der Erde militärisch intervenieren zu können, wirklich, um globalen Einfluss auszuüben? Oder (ver-)führt diese Macht nicht zu Mißbrauch und Überheblichkeit, und letztendlich - siehe USA - auch zum finanziellen Ruin?

Haben wir in Europa (Frankreich) und den USA aus Vietnam und den desaströsen Kolonialkriegen gelernt, oder ist der Schrecken dieser Niederlagen schon wieder verdrängt?

Und wenn es um die Sicherheit der (Übersee-)Territorien Europas geht - in der Karibik, im Atlantik, im indischen Ozean … was wird benötigt, um genug Abschreckung auszuüben, diese Territorien zu sichern? Reicht diplomatische und wirtschaftliche Möglichkeit (ähnlich wie China seinen Einfluß in der Welt ausbaut und z.B. in Afrika mehr als nur "Boden gewinnt") oder braucht es auch militärische Abschreckung?

Und wenn es um militärische Abschreckung geht: müssen wir dann nicht speziell europäische Marine- und Luftwaffeneinheiten mit Interventionsmöglickeiten (siehe Falkland - eine Art schnelle Einsatzgruppe) aufbauen, die in der Lage sind, eine glaubhafte Abschreckung vor Übergriffen zu gewährleisten? Oder benötigen wir gegen jeden potentiellen Gegner östlich der EU (oder von mir aus noch südlich oder östlich des Mittelmeeres) überlegene Fliegereinheiten, die jedes Gefechtsfeld beherrschen und so möglichen Bodengefechten zum Sieg verhelfen?

Wie wichtig sind die Panzerarmeen heute noch gegenüber einer starken Luftwaffe?

Ich weiß, das ist ein politischer Frageansatz, der aber in konkreter Umsetzung bei Waffensystemen endet, deren Entwicklung nun begonnen werden müsste. Und bei neuen Flugzeugen stellt sich dann schnell die Frage, ob z.B. eine große Reichweite oder eine höhere Waffenzuladung wichtiger sind. Und genau diese Diskussion (vor dem politischen Hintergrund) würde ich gerne anstoßen. Einen besseren Thread als den hier habe ich dazu nicht gefunden. Wenn die Moderatoren die Diskussion wegen der politischen Grundannahmen unterbinden wollen, habe ich auch kein Problem damit. Aber ich wüsste kein anderes Forum, wo sich z.B. die Frage aus dem zweiten Satz dieses Absatzes fachkundiger diskutieren lässt als hier.
 
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FREDO

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Bündnisfreiheit a la Österreich oder Schweiz... Neutralität...

Wären doch mal gute Ansätze
 

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Neutralität für Deutschland? Völlig falsch. Das würde nur Russland das Feld überlassen. Wir brauchen die Westintegration. Das hat schon Adenauer richtig erkannt.

Übrigens war die Westintegration von Gesamt-Deutschland auch ein Kriterium bei den 2+4 Verhandlungen, weil sonst manche Staaten Angst vor uns haben.
 
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Neutralität für Deutschland? Völlig falsch. Das würde nur Russland das Feld überlassen.
Wie stellst Du Dir denn das vor? Fällt die deutsche Politik augenblicklich um und dient sich dem Russen an? Neutralität bedeutet ja nunmal nicht, dass man all seinen Freunden vor den Kopf stößt, im Gegenteil ist man plötzlich gezwungen auch was für die Freundschaft anderer Staaten zu tun.
Das hat schon Adenauer richtig erkannt.
Adenauer trieb vor allem die irrationale Angst vor dem "Bolschewismus" um, die ja schon die Politik des Westens in den 20er und 30er Jahren vergiftet hat, die er als Politiker da schon verinnerlicht hatte und die er nach dem WK-Zwo wieder zur Maxime der Bundesdeutschen Außenpolitik machte.
 
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Anno 1949 bzw ff. war die Westintegration integraler Bestandteil des Wiederaufbau des Landes und Stabilisierung der noch recht wackligen Demokratie. Heute wäre das nicht mehr nötig. Ein neutrales DE könnte es auch nur ohne Nato UND ohne EU geben. Beides ist aber nicht wirklich möglich. Deshalb kein Thema.

Ein DE ohne US Truppen wär möglich, aber wenig Sinnvoll. Das fängt bei politischen Dingen an, geht über Politik und Wirtschaft und endet spätestens beim Interkulturellen Austauch beider Länder.

Ich sehe auch keinen wirklich Sinn, Truppen nach Polen zu verlegen. Die Krim Annektion ist eine Tatsache, aber keine Begründung um dauerhaft größere Truppenteile nach Ost-Polen zu verlegen.

Ich würde das erst machen, wenn es wirklich ein konkretes Gefahren Szenario gäbe. Das gibt es nicht, auch wenn es sich gewisse Leute so gerne herbei sehnen.
 

Sczepanski

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USA und Griechenland verstärken Militärkooperation … könnte aber auch in Zusammenhang mit dem zunehmenden Konflikt Türkei ./. USA stehen

Wie aus Kreisen des Athener Außenministeriums zu erfahren war, können die USA künftig neben dem bisher ihnen zur Verfügung stehenden großen Marine- und Luftwaffenstützpunkt auf Kreta auch zwei Flughäfen in Mittelgriechenland bei Larisa sowie den strategisch wichtigen griechischen Hafen von Alexandroupolis nahe der Landgrenze zu Türkei für militärische Zwecke nutzen.

Die Beziehungen zwischen Athen und Washington sind im Zuge der Abkühlung zwischen Washington und Ankara enger geworden. Athen hofft auf diplomatische US-Hilfe angesichts wachsender Spannungen in der Ägäis mit der Türkei um Hoheitsrechte und in Zusammenhang mit der Zypernfrage.

Die USA wiederum bräuchten die Stützpunkte für ihre Aktionen im Nahen Osten und die Überwachung der Region von Südosteuropa bis hin zur Ukraine mit Drohnen, hieß es aus dem griechischen Verteidigungsministerium.
...
 

Rhönlerche

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Wenn die Türkei weniger zuverlässig mit den USA verbündet ist, siehe F-35/ S-400-Militärberater-Streit, rückt Griechenland als nächstgelegener Verbündeter noch stärker ins Blickfeld. Strategisch besonders günstig liegt Griechenland auch.
 

Sczepanski

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