W2015/16RO Berijew Be-12 "Tschaika"

Diskutiere W2015/16RO Berijew Be-12 "Tschaika" im Rollouts bis 1:72 Forum im Bereich Wettbewerb 2015/6; [ATTACH] Berijew Be-12 "Tschaika" oder aber "Eine Möwe kommt selten allein" Ich muss mich noch einer Pflicht entledigen, damit ich das Modell...

  1. #1 Flugi, 03.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 19.05.2017
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    Berijew Be-12 "Tschaika" oder aber "Eine Möwe kommt selten allein"

    Ich muss mich noch einer Pflicht entledigen, damit ich das Modell den Wettbewerbsregeln entziehen kann. Ich habe 20 Bilder vorbereitet, damit sollte der Regel genüge getan sein.
    Die Geschichte, gerade der sowjetisch/russischen Marineflugzeuge um das OKB Berijew ist relativ unbekannt. ich habe mir die Mühe gemacht, speziell um die Be-12 aus Literatur und Internet das Komprimat zusammen zu tragen und in unserer Sprache aufzubereiten.
    Den Baubericht zum Modell findet man hier.


    Zwei bisher unbekannte Großflugboote hatten ihren ersten Auftritt in Tuschino 1961. Der Pfeilflügeljet, Berijew Be-10 war einer der Stars der Show, während eine andere Berijew Konstruktion, die mit Propellerturbinen angetriebene Be-12, wenig Aufmerksamkeit auf sich zog. In vielen zeitgenössischen Presseberichten ist man einfach davon ausgegangen, das diese Maschine nur eine, mit neuen Triebwerken versehene Be-6 gewesen ist. Nur kurze Zeit später entschied sich die sowjetische Marine-Führung, die Be-12 als Küsten,- Aufklärungs- und U-Bootabwehr-Flugboot in Dienst zu stellen. Die Be-10 war dagegen nie wieder in der Öffentlichkeit zu sehen. Nach fünf Jahrzehnten im Einsatzbetrieb, ist die Be-12 aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Robustheit, immer noch rund um Russlands Küsten zu finden.

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  3. #2 Flugi, 03.03.2016
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    Das OKB Berijew in Taganrog, in der Nähe von Rostow am Asowschen Meer gelegen, verfügt über langjährige Erfahrung in der Gestaltung von Hochsee-Flugbooten. Am 6. August 1934 entstand mit G. M. Berijew als Chefkonstrukteur das OKB. Sehr erfolgreich in den ersten Jahren, das Aufklärungskurzstreckenflugboot MBR-2. Im Jahr 1947 folgte bereits die Be-6, NATO-Codename „Madge“, ein Fernaufklärer Flugboot in einer ähnlichen Auslegung wie die Martin PBM, mit zwei Kolbentriebwerken an einem Knickflügel. Die nächste große Entwurf war die Be-10. Ein großes zweistrahliges Flugboot, mit stark gepfeilten Flügeln und Leitwerk und angetrieben durch zwei Ljulka AL-7RW Turbinen, zwischen Rumpf und unter den Tragflächen eingebaut.
     
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  4. #3 Flugi, 03.03.2016
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    In den späten fünfziger Jahren begann die US Navy mit der Entwicklung der ersten atomar bewaffneten Unterseebooten Polaris. Insbesondere ein Land von der Größe der Sowjetunion, mit ihren weitläufigen Küstengewässern, bekam damit ein ernstes Problem. Es wurde erwartet, dass Schiffe oder Peilstationen von Land, die ungefähre Position eines feindlichen U-Bootes anzeigen würden. Ein ASW- Flugzeug (Anti-submarine warfare) würde dann mit einem Kurzstreckenradar, MAD Sonde und Sonarbojen das Ziel finden und klassifizieren. Eine Bekämpfung würde in der Regel in Zusammenarbeit mit Überwasserverbänden stattfinden. Obwohl die Be-6 schrittweise aktualisiert und auf dem neuesten Stand gehalten wurde, benötigten die sowjetischen Marinefliegereinheiten ein neues Flugzeug, das in der Lage war, mit einem vergrößerten Aktionsradius, mit einer modernen Sensorausrüstung und alle notwendigen Waffen zu tragen.
     
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  5. #4 Flugi, 03.03.2016
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    Mit der gerade entwickelten Be-10 war das nicht zu machen. Die war zwar mit 800-900 km/h sehr schnell, aber die Reichweite mit 2100 km zu gering. Folglich begann Berijew die Arbeit an einem komplett neuen Design für eine langsamere, aber umfassender ausgestattete Maschine. In den späten fünfziger Jahren, hat Berijew eine experimentelle Be-6 mit Turboprop- Triebwerken ausgerüstet. Unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse festigte sich der Entschluss, ein Turboprop angetriebenen Flugzeug auf der Basis des Be-6-Layout weiter zu verfolgen. In diesem Fall, teilte das neue Design nur die Tragflächen und den Schwanz mit dem Doppelseitenleitwerk der alten Be-6. Ein solcher Vorschlag wurde den Entscheidungsträgern in Moskau im November 1957 vorgelegt und bald darauf akzeptiert. Die Be-12 war nur geringfügig kleiner als der Be-10, aber viel leichter und mit einer ähnlichen Rumpfform.
     
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  6. #5 Flugi, 03.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 03.03.2016
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    Sowohl die Be-10 als auch die Be-12 wurden zum ersten Mal in Tuschino am 9. Juli 1961 der Öffentlichkeit gezeigt. Während des Überflugs, flogen vier Be-10, gefolgt von vier Be-12. Westliche Beobachter wurden darüber informiert, dass die Be-10 bereits von den Marine Fliegereinheiten (AV-MF) in Betrieb genommen wurde und dass die Be-12 nur eine einmalige Turboprop Entwicklung der alten Be-6 sei. Schnell wurden auch die NATO-Codenamen "Mallow" für die Be-10 und 'Mail' für die Be-12 vergeben. Zu diesem Zeitpunkt begann der Ausstieg der westlichen Seeluftstreitkräfte bei der Verwendung von Seefernaufklärungs- Flugbooten, zu Gunsten von effizienteren Langstreckenflugzeugen der Typen wie die Lockheed P-3 Orion und Avro Shackleton, und es wurde allgemein erwartet, dass die Sowjetunion da schnell nachziehen würden. In der Zwischenzeit hatte die AV-MF auch erkannt, wie schon erwähnt, das die Performance der Be-10 gravierende Einschränkungen in der Betriebsfähigkeit hatte. Die weitere Entwicklung des Be-10 wurde daher abgebrochen. Dafür wurden jetzt die landgestützten Tupolew Tu-16 'Badger' für die Marine-Rolle angepasst.
     
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    Die Be-12 Prototypen wurden mit einer umfangreichen Sensor Paket ausgestattet, wie etwa einem Magnet- Anomalie Detektor, einem kleinen internen Waffenschacht im hinteren Rumpfteil, sowie externe Flügel Pylone. Der erste Prototyp behielt den versenkbaren "Mülleimer", das Suchradar der Be-6 und machte seinen ersten Flug am 18. Oktober 1960. Leider ist diese Maschine am 24. November 1961 abgestürzt, mit dem Verlust von 3 Besatzungsmitgliedern. Ursache, so heißt es, Fehlbedienung durch den Piloten. Aber schon der zweite Prototyp verfüge über eine Reihe von entscheidenden technischen Änderungen. Augenfällig, die Verlegung der Motoren von unterhalb der Flügel, auf den Flügel. Dazu kam auch die prominente Nase des Suchradars.
     
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    Die Serienproduktion begann 1963, im GAZ 86 Taganrog. Die Be-12 begann offiziell ihren Dienst bei den AV-MF im Frühjahr 1964. Der halbamtliche Spitznamen „Tschaika“ (Möwe) wegen seiner Flügelform, bot sich nahezu an. Bis 1967 hatte die Be-12 die Be-6 in ihren Aufgaben ersetzt. Dazu gehörten auch die Küstenüberwachung, Multi-Sensor-Aufklärung, Patrouillen, fotografische Bestandsaufnahme, Marine-Zusammenarbeit, Verkehr und Search and Rescue. Die Be-12 hatte auch auf der Airshow am 9. Juli 1967 in Domodedowo ihren Auftritt. Drei Flugzeug nahmen daran teil. Dieses mal gab es zum wahren Betriebszustand kein falschen Angaben.
     
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    Im Laufe der Jahre hat sich die Berijew Be-12 insgesamt 44 FAI anerkannte Weltrekorde für Flugzeug seiner Klasse erflogen. In der Zeit von 23 bis 27 Oktober 1964, flog eine abgespeckte Be-12, bezeichnet als M-12, sechs Höhenrekorde in der Klasse C 3, Gruppe II Turboprop Amphibien, mit einer Höhe von 12.185 m (39.977 ft), ohne Nutzlast und eine Höhe von 9.352 m (30.682 ft) mit 10.000 kg (22.046 lb) Nutzlast. Diese wurden von verschiedenen Geschwindigkeits- Steigleistungs- und Nutzlast Rekorden ergänzt.
     
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    Während und nach dem Produktionslauf der Be-12 war man ständig bemüht, die technische und elektronische Ausstattung auf einem hohen Niveau zu halten. Die anfängliche ASW Avionik- Suite wurde schrittweise ausgebaut. Die ursprüngliche trommelförmige Nasenradom wurde von etwa 1970 an, durch eine neue Radarkuppel ersetzt, die oben und unten zu einer ovalen Form abgeflacht wurde. Während die alte Nase schlicht Grau gewesen war, war die neue Nase im unterem Bereich Weiß eingefärbt. Ein ESM- Empfänger und eine Heckwarnanlage wurden ebenfalls hinzugefügt. Flugzeuge mit dem Triebwerk AI-20D der Serie 3 wurden auf die Serie 4 umgerüstet.
     
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    Ab Mitte der 1960er Jahre wurden die US-Marine U-Boote SSBN schrittweise auf die verbesserte Polaris A-3 Rakete umgerüstet, die eine größere Reichweite und eine verbesserte Zielgenauigkeit kennzeichneten. Dies erlaubte effektivere U-Boot Operationen, viel weiter weg von der sowjetischen Küste. Dadurch verloren ab 1970 die Küsten ASW Patrouillen der Be-12 an Bedeutung und die „Tschaika“ wurde in mehrere, aber immer noch effektive Nebenrollen verdrängt. Zur gleichen Zeit wurden Anti-U-Boot-Operationen zunehmend von spezialisierten Schiffs gestützten ASW- Hubschraubern und technisch verfeinerten Iljuschin Il-38 Langstreckenflugzeugen übernommen.
     
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    Aus diesen Erkenntnissen wurden 1972 vier überschüssige Flugzeuge an die Hochgeschwindigkeits- Such und Rettungs- Aufgabe angepasst und als Be-12PS (Poiskowo-Spasatelnyi) bezeichnet. Dabei wurde die ASW Ausrüstung völlig entfernt und eine große Rumpftür unter der Steuerbordflügelhinterkante eingebaut. Zehn neu gebaute Flugzeuge wurden ebenfalls nach dieser Norm hergestellt. Ein früherer Versuch, mit der Be-14, eine dedizierten SAR- Variante, mit umfangreichen Änderungen, einschließlich der Entfernung des Hauptwaffenschachtes, einer Bodenmontageplatte im inneren des Rumpfes und der Entfernung des MAD- Detektors, zu schaffen, erwies sich als zu teuer .
     
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    Wie schon die Be-6 zu vor, übernahm die Be-12 viele nichtmilitärische Aufgaben für die sowjetische/russische Administration. Darunter Aufgaben, wie Fischereischutz, Walfang Patrouillen, Arktis Basisversorgung, Kartierung und geophysikalische Untersuchungen. Dieser Missionen wurden durch normale Standard AV-MF Flugzeuge geflogen. Die Flugzeugbesatzungen schätzen die „Tschaika“ mit ihren leistungsstarken Motoren, als höchst zuverlässig und sehr wendig ein. Trotzdem war es immer ein Härtetest, wegen der Geräusche und Vibrationen im Inneren bei langen Einsatzmissionen. Die Produktion wurde im Jahr 1973 nach einem Durchlauf von 143 Flugzeugen (einschließlich Prototypen) beendet. Nach dem Zerfall der Sowjetunion versuchte das OKB Berijew sofort einen kommerziellen Vertrieb von verschiedenen Versionen des Be-12 zu beginnen. Dafür konnte man 1991 sieben ASW Flugzeuge für die Sanierung und Umwandlung zurück erwerben.
     
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    Zwei Maschinen wurden als Löschflugzeuge umgewandelt und als Be-12P (Protiwopozarnyi – Brandschutz) bezeichnet. Sie waren mit drei Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von 6 Tonnen ausgerüstet. Der Umbau erfolgte im Werk Irkutsk, in der Nähe des Baikalsees. 1992 wurden umfangreiche Abwurf- und Aufnahme Versuche bei Taganrog durchgeführt. Der erste Prototyp Be-12P war eine renovierte ASW Maschine, die gelbe 40. Diese Maschine flog in den Standard AV-MF Farben. Ein zweiter Prototyp, registriert als RA-00073, flog in Demonstrator Farben und hatte an der MAKS Air Show teilgenommen. Aber Berijew entschied sich, die Zertifizierungspläne zugunsten des besseren und moderneren Be-200 aufgegeben. Drei weitere Ex-Marineflugzeuge wurden 1992-1993 zu Be-12NKh Frachtflugzeugen umgewandelt, mit einer vergrößerten Ladeluke im Rumpf und die Beseitigung aller ASW Ausrüstung. Zwei Maschinen verunglücken bei Unfällen und das Projekt wurde aufgegeben.
     
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    Offensichtlich war die Fertigungsqualität bei Berijew sehr gut. Viele Flugzeuge kehrten nach Taganrog zurück, zur Wandlung oder Grundinstandsetzung. Nach den vielen Dienstjahren gab es praktisch kaum Anzeichen von Korrosion, was unter den Einsatzbedingungen schon etwas heißen will. Die Be-12 stand bei allen vier sowjetischen Flotten im Einsatz. Der Höhepunkt wurde Mitte der 1970er Jahre erreicht, als vier Marineflieger- Regimenter (etwa zwölf Staffeln von acht Flugzeugen), zusammen mit einer Reihe von unabhängigen Staffeln ausgerüstet waren. Danach wurden einige dieser Regimenter teilweise mit der Iljuschin Il-38 neu ausgestattet. Erst im Jahr 1990 kam die Be-12 in die Unterzahl. Bei einer sehr geringen Fluktuation hielt sich Anzahl der Be-12 bis in die 1980er Jahre bei konstant 75-90 Flugzeugen.
     
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    In einem Versuch, die Überwachung der 6. US-Flotte im Mittelmeer zu verbessern, wurden 1968 drei Be-12 der Schwarzmeer-Flotte nach Kairo West und später nach Mersa Matruh, Ägypten, verlegt. Die Maschinen erschienen in voller ägyptische Luftwaffen Markierungen. Die Flugzeuge, wurden mit sowjetischen Crews betrieben. Neben diesen Flugzeugen flogen noch AV-MF Tu-16 und später auch Il-38 mit ägyptischen Markierungen. Im Juli 1972 gingen die guten Beziehungen zwischen Moskau und Kairo zu Ende und die Mission wurde beendet. Vier Flugzeuge wurden im Jahr 1981 nach Vietnam exportiert. Speziell angepasst an ein tropisches Einsatzgebiet, flogen diese Flugzeuge von Cam Ranh Bay aus, um über die 7. US-Flotte zu wachen. Berichte, das Be-12 an Syrien gingen, sind nicht belegt. Auch die Gerüchte, das China Empfänger der Be-12 gewesen sein soll, ist nicht richtig.
     
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    Um Mitternacht am 31. Dezember 1991 wurde die Sowjetunion offiziell aufgelöst und die meisten Mitgliedsstaaten, als GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) wieder zusammengeführt. Die Russische Föderation Marine übernahm die Operationen der meisten ehemaligen sowjetischen Marine-Einheiten. Die Ukraine wurde ein eigener Staat. Glücklicherweise kam damals ein Abkommen, über die Vermögensteilung beider Ländern zustande. Nach offiziellen Angaben aus dem Jahr 1993, hatte die russische Marine 55 operative Be-12 noch im Einsatz. Dazu 22 Maschinen im Reservelagern.
     
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    56 Jahre nach dem Erstflug, fliegt die alte Möwe immer noch. Russland und die Ukraine sind wohl die Einzigen, die das Amphibium noch eine Weile am Leben erhalten. Ob die Maschinen in Vietnam noch im Einsatz stehen, kann ich nicht beantworten. Nach der russischen Besetzung der Krim vor zwei Jahren, gelang es den Ukrainischen Seefliegern noch rechtzeitig zwei flugfähige Be-12 aus Saki nach Mykolajiw zu retten. Eine dritte Maschine wurde später von Russland freiwillig abgegeben. Im Internet findet man Angaben, das die Ukraine vier „Tschaikas“ haben soll. Im Moment dürfen mit diesen Maschinen keine Wasserlandungen durchgeführt werden, um die Zelle nicht unnötig zu belasten um damit die Lebensdauer zu verlängern.
     
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  19. #18 Flugi, 03.03.2016
    Zuletzt bearbeitet: 04.03.2016
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    Zum Modell:
    Ich wollte schon immer einmal ein Schiff bauen. Gut, - jetzt ist es nur ein Boot, ein Flugboot geworden, aber ich kann damit leben. Der Bausatz von Modelsvit hat bei genauster Betrachtung doch mehr Detailabweichungen, als man das auf dem ersten Blick erkennen konnte. Einige Dinge wurden geändert, andere so belassen. Wird es aus dem Karton gebaut, ist es nicht allzu schwierig und relativ schnell gebaut, muss aber mit Unschärfen leben. Wer da Erfahrungen mit Amodel hat, der wird sich mit Modelsvit nicht schwer tun. Leider ist vom aufwendigen Kabinen- und Innenausbau am Schluss nicht mehr viel zu erkennen. Das war mir schon im Vorfeld klar, so dass ich eine dieser Dachluken aus der Kabinenhaube geschnitten habe. Die Luke wurde neu angefertigt. Eine zweite Änderung waren die ausgefahrenen Scheinwerfer unter den Tragflächen, die es so im Bausatz nicht gibt. Was es auch nicht gibt, sind die tausende von Nieten, die man hier schön am Rumpf erkennen kann.
     
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    Außer die neu gezogene Astrokuppel auf dem Rumpfrücken, wurden alle Bauteile so verwendet. Die Gummiräder wurden auf einer heißen Bügeleisenfläche lediglich leicht abgeplattet und anschließend mit einer Sandpapierfeile an den Laufflächen aufgeraut. Die Fahrwerksschächte und Beine wurden im sichtbaren Bereich mit zusätzlichen Leitungen aus Bleidraht versehen. Die Kolben der Hydraulikzylinder wurden durch, im Durchmesser passenden Spitzenkanülen ersetzt. Der getrennte Aufbau von Rumpf und Tragfläche ist sehr zu empfehlen und hat sich bei mit vor allem bei der Aufbringung der Decals positiv bewährt. Die Decals sind qualitativ nicht die Besten. Hier sollte sich Modelsvit vor allem beim Trägerfilm mal was einfallen lassen. Ein dazugekaufter Decalsatz von Begemot hat mich auch nicht sehr überzeugt. Sehr gut und eine große Hilfe war der beiliegende Maskierbogen. Bei den Fotoätzteilen konnte man wirklich nur die zwei Scheibenwischer gebrauchen.
     
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    Farblich wurde das Modell mit einem selbst gemischten Grau von Xtracolor behandelt. Nach dem Aufbringen der Decals wurde nur leicht „gealtert“ und dezente Gebrauchsspuren angebracht. Abschließend wurde mit Seidenmattlack versiegelt. Sucht man im Internet, wird man feststellen, das die Be-12 recht gut dokumentiert ist. Trotzdem muss man da sehr differenzieren, da gerade bei Museumsflugzeugen oft Teile geplündert sind und fehlen, oder auch, das Teile farblich verändert wurden. Auch die Gelben 02 der Ukraine ist ein bekannter Vogel, der in den unterschiedlichsten Pflegezuständen dokumentiert ist. Von schick und fein, bis nicht Flugbereit und farblich heruntergekommen. Zeitlich lassen sich diese Zustände schwer einordnen. Nun ist sie so geworden, wie sie ist und vermutlich hat sie, so wie hier im Modell, ihre besten Tage schon hinter sich.
    Also, guten Flug kleine Möwe! :)
     
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