Dampfplauderer

Diskutiere Dampfplauderer im RC-Ecke Forum im Bereich Modellbau; Flugi hat eine Fliegerbaracke, ich hab wenigstens einen Bastelkeller. Und da das Wetter nicht gar zu freundlich ist, halte ich mich zur Zeit dort...

  1. #1 gero, 15.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.03.2015
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    Flugi hat eine Fliegerbaracke, ich hab wenigstens einen Bastelkeller. Und da das Wetter nicht gar zu freundlich ist, halte ich mich zur Zeit dort ziemlich häufig auf.

    Das aktuelle Projekt ist ein geflügelter Windbeutel. So, oder als "Dampfplauderer" läßt sich der Name "Gas Bag" übersetzen. Nein, das ist nichts Spektakuläres, sondern ein gemütliches Bastelprojekt. Ein Antikflieger, viel Luft, wenig Balsa und ein paar Leisten.
    Das Modell, ein typischer Motorfreiflieger aus der guten alten Zeit *) ist von 1942. Von den Abmessungen her so klein, daß die Neuanschaffung den gestrengen Augen meiner Lieblingstaschengeldzuteilerin fast verborgen geblieben wäre. Aber groß genug, eine kleine Fernsteueranlage zu tragen.


    *) Was immer eine gute alte Zeit ist. Bei 1942 denkt man typischerweise ja an etwas anderes. In der amerikanischen Zeitschrift "Flying Aces Magazine" 2/1942 wurde zwischen viel Kriegszeug und martialischen Berichten dieses höchst unmilitärische Fluggerät vorgestellt. Und es verkörpert halt für mich diese Art von Modellfliegerei.
     

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  3. #2 gero, 15.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.03.2015
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    Und da der Frühling ja schon fast ins Haus steht, nehme ich eine kleine Abkürzung. Es gibt vom "Gas Bag" einen Bausatz. In einer formschönen Wellpapprolle verstecken sich gefräste Balsateile, einige Leisten, ein wenig dies-und-das und eine Bauanleitung. In tschechisch. Aber sooo kompliziert wird es schon nicht werden.
     

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  4. gero

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    Die Holzteile sind von guter Qualität und warten nur noch auf einen Tropfen Klebstoff.
     

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  5. gero

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    Da aber leider der Fräser, der eine eckige Innenkontur fräst, immer noch nicht erfunden ist, erfordern die Rippen doch etwas Zuwendung der Sandpapierfeile.
     

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  6. gero

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    Lustigerweise finden sich sogar zwei Minituben Uhu-Hart im Baukasten. Wenig später fügt sich das erste Gerippe zusammen. Nein, das wird nicht die Tragfläche, das wird das Höhenleitwerk.
     

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  7. #6 Flugi, 15.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 15.03.2015
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    ... wie geil ist das denn? :FFEEK: Damit hast Du ja wieder meinen Nerv getroffen. Speziell diese Oldies, ausgestattet mit moderner Microelektronik, das hat was. :TOP:
     
  8. #7 JohnSilver, 15.03.2015
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  9. #8 MiG-Admirer, 16.03.2015
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    Also der Gero ist eine Fliegerseele von gutem Schrot und Korn, wie ,am so sagt.
    Er baut Fliegerchen aus Holz für kleine Flüge aus der Hand und große Fliegerchen aus Kunststoff und Metall für Flüge mit der Hand. :TOP::HOT:
    Jetzt kommt ganz sicher der Frühling ... :)
     
  10. gero

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    Und genau für diese Liebhaber hab ich noch eine besondere Überraschung. Stay tuned!

    gero
     
  11. #10 hpstark, 17.03.2015
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    Wiedermal was schönes von Gero,

    Schaukelstuhl und Popcorn hol ...........:TOP:
     
  12. #11 gero, 17.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Dankeschön für die Vorschußlorbeeren!

    Wie immer ist das Leitwerk das Kennenlernprojekt. Dieses hier gelingt ganz ordentlich. Und sogar ziemlich gerade. Wie bei den meisten Antikmodellen ist das Höhenleitwerk recht groß. Und tragend profiliert.
     

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  13. gero

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    Und auch das Seitenleitwerk ist geschwind zusammengesteckt. Die gefrästen Teile passen nicht 100% zum ausgedruckten Plan, aber darüber schaun wir hinweg.
     

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  14. #13 gero, 17.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Und während die Leitwerke leise vor sich hin trocknen, lüfte ich mal ein klein wenig den Vorhang vor dem Detail, welches dieses Projekt ein bischen besonders machen wird.

    Rückblende. Ende der 70er Jahre. Ein paar Flugmodelle hatten den Bastelkeller verlassen. HaWeGe-Gummimotormodelle. Freiflieger die auf den schönen Namen Schwalbe oder Snipp hörten. Pionier und Freundschaft. Manches der Modelle war sogar geflogen. Schon seit langem hatte ich mir die Nase am Schaufenster des "Bastelbedarf" platt gedrückt. Da stand eine Pilot-4 Fernsteueranlage und lächelte mich an. 490 Mark, das könnte mit dem Jugendweihegeld zu schaffen sein.
    Ein paar Wochen später. Die Verwandschaft war großzügig gewesen. Des Geld hätte gereicht. Aber leider hatte mir jemand meinen Traum vor der Nase weggekauft.

    Ich stürzte mich dann in entsprechende Schaltpläne, verbrannte mir die Finger am Lötkolben. Und baute mir (mit Hilfe des bekannten Buchs von G.Miel und später sogar seiner persönlichen Hilfe) meine eigene Fernsteueranlage. Ein Motorsegler, scherzhaft Goldbroiler genannt, flog damit.

    Die Jahre gingen ins Land. Kein Mensch flog mehr mit Tipp-Anlagen. Prop-FM-Computer-Telemetrie...

    Doch dann, auf dem Internetflohmarkt. Eine Pilot-4. Rar-Antik - selten. Erschwinglich. Und sogar funktionstüchtig. Wie wäre es, mal wieder Tipp zu fliegen? 27MHz ist ja immer noch zugelassen. Und die bösen CB-Funker sind ja auch fast ausgestorben.

    Ein kleines bischen moderne Technik wird aber doch noch entstehen müssen, immerhin wiegen Empfänger, Flachbatterien und die beiden Rudermaschinen fast mehr als der Rohbau des Gas-Bag. Aber eine spannende Idee ist es schon...
     

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  15. #14 Rolf Laube, 18.03.2015
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    was ganz Tolles

    So einen Oldie bauen kann nur jemand der das früher schon mal gemacht hat...

    Diese Art von Flieger und wie der Gero das so toll baut, erinnert mich an meine Aktivitäten als ich so ca. 15 Jahre alt war...

    Ich bin gespannt wie es weitergeht.

    Gruß Rolf
     
  16. #15 Agrarflieger, 18.03.2015
    Agrarflieger

    Agrarflieger Berufspilot

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    Hallo Gero,

    ... hab ich erst jetzt gesehen, 3 Daumen hoch für Dein Projekt.
    Nur das mit der Pilot 4 würde ich mir noch einmal überlegen. Soweit ich mich erinnere ist das eine Tipp-Tipp- Pendelaudion auf dem 27MHz-Band. Der kleinste Störimpuls und der Flieger macht was er will. Außerdem ist die Empfangsanlage nicht gerade gewichtsoptimiert...

    Natürlich möchte man so einem antiken Sender nicht unbedingt ein Leid antun, aber wäre es nicht möglich, die Innereien durch günstige 2,4 GHz Technik zu ersetzen? (habe ich z.Zt. mit einer Start dp5 vor)

    Nächste Frage: möchtest Du wirklich den Bürstenmotor einbauen?

    Bitte fasse das nicht als Meckerei auf, ich bin voll begeistert von Deiner Idee!

    viele Grüße
    Godert
     
  17. #16 gero, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    was ganz Tolles

    Hallo Rolf,

    Ach, ich glaub, das ist nicht wirklich so schwer. Ein wenig Geduld und ein bischen Verständnis für das, was man da tut. Und schon geht es. Im Ernst, das ist wirklich kein Hexenwerk. Nur im Zeitalter des sofortigen Erfolgs ein wenig aus der Mode gekommen ...

    gero
     
  18. #17 gero, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Hallo Godert,

    das Einfachste gleich am Anfang, der Bürstenmotor ist wirklich nur als Gewicht im Bastelkeller im Einsatz. Aber das tut er perfekt.
    Das mit dem Tipp-Pendelaudion ist mein Ernst. Aber dazu später ein wenig mehr. Das mit dem Störimpuls ist aber ein Gerücht, gerade Tonkreisanlagen sind viel störunempfindlicher als man glaubt, nicht zu vergleichen mit er Start-dp. Aber auch dazu später mehr.

    gero
     
  19. #18 gero, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Kommen wir gleich zur Gewichtsfrage. Empfänger, Rudermaschinen und Flachbatterien bringen mehr als 500g auf die Waage. Das ist natürlich ein Problem.
    OK, Flachbatterien müssen es wirklich nicht sein. Der kritischste Baustein sind erst einmal die Rudermaschinen. Ja, ich sag bewust Rudermaschinen, weil sie sich von den heutigen Servos deutlich unterscheiden. Nicht nur im Gewicht.

    Darf ich vorstellen: Historische Rudermaschinen der mehr oder weniger dritten Generation. Jedes dieser mechanischen Meisterwerke bringt etwa 70g auf die Waage. Rechts das schon gezeigte Pilot-Zubehörteil. Im Hintergrund eine Servomatik aus DDR-Produktion. Links eine etwas ältere Unimatic von Graupner.
     

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    Hallo

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  21. #19 gero, 18.03.2015
    Zuletzt bearbeitet: 18.03.2015
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    Die Servomatik ist übrigens ganz früher in einem meiner Modelle mitgeflogen. Später dann noch einige Zeit Modellschiff gefahren, aber das ist eine andere Geschichte.

    So eine Rudermaschine besteht aus einem kleinen Elektromotor mit Getriebe. Wenn der Motor Spannung bekommt, wird der Ruderhebel bewegt. Irgendwann ist dann ein (einstellbarer) Anschlag erreicht. Wenn keine Spannung mehr anliegt, dreht eine Feder (bei der Servomatik) oder eine pfiffige Schaltung mit kleinen Schleifkontakten (bei der Pilot) den Hebel wieder in die Mittellage zurück.

    Das funktioniert ganz ordentlich. Zumindest eine Zeit lang. Bei den Piloten mochten die Schleifkontakte dann irgendwann nicht mehr. Meine Servomatik blieb nach einer Weile gern irgendwo in einer Zwischenlage klemmen. Das war beim Schiffsmodell nicht so tragisch, dafür hatte man ja eine Badehose. Aber beim Flugmodell?
     

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  22. gero

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    Also sprechen Gewicht und Zuverlässigkeit dafür, nach einer Alternative zu suchen. Schön wäre es, einfach ein modernes Servo verwenden zu können. Damit könnte ich geschwind zweimal 60g einsparen.
     

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