Erster Plastikmodellbausatz der Welt

Diskutiere Erster Plastikmodellbausatz der Welt im Modellbau allgemein Forum im Bereich Modellbau; Mal eine Frage an euch Modellbauer. Eine Frage die mir immer auf der Zunge lage, wenn ich z.B. so Geschichten wie die über Frog so sehe ist und...

alois

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Mal eine Frage an euch Modellbauer. Eine Frage die mir immer auf der Zunge lage, wenn ich z.B. so Geschichten wie die über Frog so sehe ist und mir eure Modelle so ansehe, wann der erste Plastikmodellbausatz produziert wurde. Welches war das? Wer hat es hergestellt und wo? Ihr wisst es sicherlich, denn Wiki weiß nur rudimentäres.
 
Airboss

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Bezogen auf Flugzeuge oder allgemein der überhaupt erste Plastikmodellbausatz. Der erste an sich oder der erste frei verkäufliche? Der erste aus Plastik oder der erste der mittels Plastikkleber zu verarbeiten war?

Nicht ganz uninteressantes Thema, aber ob es DEN ersten Bausatz überhaupt gibt?
 

alois

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Naja, der erste mit Kleber zusammen zu bauende Modellbausatz den man im Laden kaufen konnte. Von mir aus auch Flugzeugbausatz, außer der erste war ein Schiff oder Panzer, keine Ahnung. Es muss doch den ersten gegeben haben, also den Trendsetter, der zu den heutigen Plastikmodellen geführt hat.
 
JohnSilver

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Wenn man Wikipedia glauben darf, sind die ersten Plastikmodelle von Frog (damals noch Frog Penguin)


The company's first model, an Interceptor Mk. 4, was launched in 1932, followed in 1936 by a range of 1:72 scale model aircraft kits made from cellulose acetate, which were the world's first.
Hervorhebung von mir.

Im Buch über die Geschichte von Frog Penguin gibt es hier eine Lesevorschau, demnach kamen wohl zeitgleich drei Bausätze auf den Markt, die Gloster Gladiator, Blackburn Shark und Hawker Fury.
 
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alois

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Da man sich ja kaum mit dem Thema befasst, finde ich jetzt auch die Wiki Artikel dazu, nachdem ich das hier gelesen habe. Wie ich es sehe, scheint das heute übliche Polystyrol im Spritzgussverfahren so ab 1954 zu laufen.
 

alois

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In der Deutschen Ausgabe wird von Plastik gesprochen, in der englischen Ausgabe redet man von Acetatgedöns. Die erste Erwähnung von Polystyrol lese ich 1954 bei Airfix.
 
kincade

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Interessantes Thema....ich kann mich nicht mal an meinen ersten Bausatz erinnern:-)
 
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Doch, ... der ist mir noch präsent als wäre es gestern gewesen.
Eine FW 190 in 1:72 von Revell, mit dunkelgrünen Einzelteilen ...
... und eigentlich hätte damals auf eine Klassenarbeit lernen sollen .... :cool1
 
Flugi

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Es soll hier ja nicht um die persönlich ersten Modelle gehen. Da gibt es schon einen Thread hier im Forum.

In den Tiefen des Internetzes hab ich folgendes gefunden.

Die ersten Kunststoffmodelle wurden Ende 1936 von Frog in Großbritannien mit einer Reihe von Modellbausätzen im Maßstab 1:72 namens "Penguin" hergestellt. In den späten 1940er Jahren begannen mehrere amerikanische Unternehmen wie Hawk , Varney, Empire, Renwal und Lindberg mit der Herstellung von Kunststoffmodellen. Viele Hersteller haben in den 1950er Jahren mit der Produktion begonnen und in den 1960er Jahren an Bedeutung gewonnen, darunter Aurora , Revell , AMT und Monogram in Amerika, Airfix in Großbritannien und Heller SA in Frankreich. Andere Hersteller eingeschlossen; Matchbox (UK), Italeri , ESCI, (beide Italiener) Novo (ehemalige Sowjetunion) und Fujimi , Nichimo und Bandai (Japan).
 
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Moquai

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In J.C. Carbonels Buch "The Story of Revell Kits" heißt es sinngemäß, daß deren Ursprung bei einer Firma "Gowland and Gowland" liegt, die in den 40er Jahren billige Plastikspielzeuge auf den Markt brachte, darunter die "Highway Pioneer", die auch heute noch ab und zu bei Revell auftauchen...
Der erste Bausatz unter "Revell" Label wäre ein 1/16 Oldtimer "1910 Maxwell with Driver" gewesen, der zuvor bereits unter "Gowland and Gowland" als fertig montierte Spielzeug vertrieben wurde.
 

alois

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Und guckt man in die englische Wiki, steht auch, dass diese ersten Plastik-Modelle (waren das schon Bausätze?) in den 30ern und 40ern aus Acetatdingens waren. Es waren auch eher teils schon zusammengebaute bzw komplette Modelle. Viele der ersten Modellbaufirmen haben mit Automodellen angefangen und Flieger kamen erst danach, dazu gehört auch besagte Revell, das hierzulande wohl hoch im Kurs steht. 1954 ist jedenfalls das früheste Datum das ich gefunden habe, wo Polystyrolbausätze hergestellt wurden, also Modellbausätze wie man sie heute kennt. Bei den früheren Modellen ist kaum klar ob das fertige Modelle waren, oder Modellbausätze, ob sie zusammen geklebt, oder aus eh schon größeren Baugruppen gesteckt wurden. Richtige Infos dieser ersten Modelle sind kaum zu bekommen, jedenfalls nicht im Netz.

Vorgänger so mancher heutigen Firma, wie z.B. Airfix, hat im 2.WK Erkennungsmodelle gebaut. Die waren aber komplett und keine Bausätze. Die haben diese nach dem Krieg dann wohl als Spielzeuge weiter gebaut. Das Modellbauen scheint sich in den USA entwickelt zu haben und schwappte dann nach Europa über. Europäische Firmen haben oft flugfertige Modelle aus Balsaholz gebaut, so mit Gummizug, bevor sie später in den Plastikmodellbau über gingen, als der Trend aus den USA nach Europa kam. Einer der Trendsetter in Europa war anscheinend Airfix. Revell USA brachte den Trend mit einem Ableger auch nach Deutschland. Als Revell Deutschland anfing, gab es die Polystyrolplastik Bausätze schon.
 
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... dazu gehört auch besagte Revell, das hierzulande wohl hoch im Kurs steht.
Aber nur so lange, wie die Eltern noch das Spielzeug kaufen. Sobald man als junger Mensch anfängt, selber in die Läden zu gehen und auszusuchen, verliert Revell. Mich hat zu meinen Modellbauzeiten (frühe 1970er-Jahre) an Revell gestört, dass viele Bausätze gleichlang aber in unterschiedlichen Maßstäben waren - insbesondere die Schiffsmodelle. Das konnte Airfix besser, da war alles einheitlich 1:600.
 
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Es freut mich zu lesen, dass der - -ich meine DER Richtige - Maßstab eben schon ganz am Anfang 72 war!
 
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Es schweift zwar ein bischen vom Thema ab, mein erstes Modell war die 109 G von Airfix, damals (1965) für 2 D-Mark erstanden. 2 DM waren so ziemlich alle einmotorigen Flieger in Folienbeutel verpackt, 3 DM dann alle 2-Mot und dann ging es glaub ich auch mit 4 DM weiter.
Ich habe vor kurzem eine Auster Antarctic in einer 'Neuauflage' gebaut, für die ich dann ca 7 Euro bezahlt habe und die noch das Werkzeugdatum von 1959 eingraviert hatte. Wenn man überlegt, das an den Werkzeugen bestimmt nur Reinigung und Konservierung betrieben wurde, scheint mir die Handelsspanne ausreichend zu sein um heute auch mal eine korrekte Neuentwicklung zu bringen und so das verdiente auch mal wieder anzulegen. Leider bieten hier die altverdienten Hersteller nur alten Wein in neuen Schläuchen!

Von der Qualität her hatte damals Lindberg, Heller und dann gefolgt von Matchbox die beste Passform. Revell war oft verzogen und Airfix war nicht ganz so schlimm.

Bausatzbeutel aus der Anfangszeit:


Das gebaute Modell:

 
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alois

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Es freut mich zu lesen, dass der - -ich meine DER Richtige - Maßstab eben schon ganz am Anfang 72 war!
Nicht ganz. Am Anfang gab es ein Sammelsurium an Maßstäben. Airfix hat dann den Maßstab 1:72 eingeführt und stur beibehalten, während andere Hersteller ein wildes Sammelsurium hatten. Ich meinte z.B. bei Revel was in 1:90 oder 1:60 gesehen zu haben, jedenfalls irgend was schräges (weiß nicht mehr so genau). Die anderen müssen wohl dem Beispiel von Airfix gefolgt sein.

Naja, schon schräg, dass ich mich mit dem Thema befasse, weil ich ja kein Bastler bin (nur als Kind damals, aber wer hat das damals als Kind nicht gemacht), aber es hat mich nun mal interessiert.
 
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Mein erstes Modell war das US Schlachtschiff Missouri von Revell das mir meine Oma Mitte 50er geschenkt hat (hatte geschwankt zwischen dem Modell und Modell "Colt 45"). An Flugzeugen habe ich mit Faller 1:100 angefangen, bin dann auf Airfix 1:72 umgestiegen, da es dort eine grössere Auswahl gab. Zu der Zeit waren die Revell Modelle (Box Scale) ziemlich teuer in Deutschland, z.B. Revell Modell USA $0.49, Wechselkurs $/DM = 1:4,20 = Modell 2.10DM. Verkaufspreis in D war dann ca. 100% höher mit etwa 4,20 DM, was in den 50er Jahren richtiges Geld war (Mein Lehrlingslohn 1956 war 53DM/Monat). Als ich dann 1963 zum ersten Mal in die USA kam, war das natürlich Modellparadies bezüglich Auswahl und Preis.
 
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.... Als ich dann 1963 zum ersten Mal in die USA kam, war das natürlich Modellparadies bezüglich Auswahl und Preis.
Da hat sich aber was geändert, und das kann nicht nur an den Frachtkosten liegen. Die Schwankungen in den Ländern sind aber auch in Europa erheblich - schaut mal nach Polen!
 
Moquai

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Der "historische Hintergrund" hat mich auch schon immer interessiert, daher habe ich (neben ein paar Kubikmetern Zeitschriften/Kataloge) einige Bücher zum Thema....

In "Die Revell Story" schreibt Uli Taubert das in den USA ab 1942 Revell TOYS(!) verkauft wurden, und ab 1949 die Produktion von Bausätzen startete, unter dem Handelsnamen
"Revell AUTHENTIC KITS".
Dort wird ebenfalls der "1913 Maxwell" als erster Bausatz erwähnt...

Die "komischen Maßstäbe" der frühen Zeit sind demnach einerseits den (beinahe) genormten Regalen der US Läden (Bau-/Hobby Märkte), aber auch den Formaten der "Umkartons" geschuldet.
Wenn man dem Zwischenhändler ein gewisses Sortiment aufschwatzen wollte, mußten zB zwei Dutzend Schachteln auf ein Regal am Tresen passen. Diesen Schachteln paßte man dann die Länge der Modelle an....
Für (Festland-) Europäer klingt 1/64, 1/96 usw eventuell "krumm", ist aber im "Zoll/Inch Maß" ganz normal!

Zu den Preisen wird dort folgendes geschrieben :
Als in den 60ern der Dollarkurs die aus den USA eingeführten Bausätze extrem verteuerte, kam der Deutschland Chef Schöneberg auf die Idee, nur noch die gefüllten Plastikbeutel zu importieren, während Kartons und Anleitungen in Deutschland gedruckt wurden. Damit waren die Modelle "Made in Germany" und konnten 30% günstiger verkauft werden....
 

alois

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Man darf da auch nicht die Künstler der Deckelbilder außer Acht lassen. So einige von ihnen haben es zu einem gewissen Ruhm gebracht. Alte Schachteln werden wegen der Deckelbilder gesammelt. Das nur am Rande.
 
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