Junkers Ju 290A-5

Diskutiere Junkers Ju 290A-5 im Props Forum im Bereich Luftfahrzeuge; Hallo, Ich habe eine Frage zu einer bestimmten Junkers Ju 290A-5: Wnr. 110172 war im März 1945 bei der 1./FAGr.5 in Roggentin stationiert. Sie...

Creepdoodle

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Hallo,

Ich habe eine Frage zu einer bestimmten Junkers Ju 290A-5: Wnr. 110172 war im März 1945 bei der 1./FAGr.5 in Roggentin stationiert. Sie sollte bei der Operation Eisenhammer benutzt werden, wurde aber, da das Unternehmen nicht mehr realisiert wurde, nicht eingesetzt.

Nun zu meiner Frage: Hat irgendjemand Bilder oder sonstige Informationen zu dem Flugzeug? Die Tarnung bestand aus den üblichen Seefernauklärer-Farben, also RLM 72/73/65, wobei das Flugzeug "Würmer" (eine andere Beschreibung dazu fällt mir leider nicht ein) in RLM 83 auf den Rumpfseiten sowie den Seitenflossen hatte. Die Kennung war 9V+BH

Im Anhang: Das Flugzeug in den Tarnschemen von dem Revell Set 04340 (die Bauanleitung sollte man noch im Revell-Downloadcenter finden)

Liebe Grüße und vielen Dank im Vorraus, Creepdoodle
 
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Junkers-Peter

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Irgendwas stimmt mit deiner Werknummer nicht. Die 110172 hat am 18. August 1944 in Bernburg auf dem dortigen Junkers-Firmengelände Bruch gemacht und ist wahrscheinlich nicht wieder aufgebaut worden. Sie hatte sich beim Nachtstart in Mont de Marsan ein Hauptfahrwerk stark beschädigt, wahrscheinlich Baumberührung, es hing den ganzen Flug über heraus. Dann Bauchlandung in Bernburg. Eigentlich war Dessau das Ziel, aber nach einem alliierten Bombenangriff vom 16.08.44 war die Landebahn noch unbrauchbar.

Es gibt aber relativ viele Fotos der 9V+EK (110162) in Salzburg zu Kriegsende. Die hatte eine ähnlichen Anstrich. Vielleicht die bauen? Ist aber eine A-3:
(Quelle: ebay-Vorschaufoto)
 
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Creepdoodle

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@Junkers-Peter Danke!

Weißt Du, wann die Wnr. 110172 ausgeliefert wurde bzw ab wann sie bei der 1./FAGr.5 verwendet wurde?

Woher hast Du eigentlich die Informationen, speziell die Werknummern? Internet oder Buch?
 
Junkers-Peter

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Quellen sind das Buch von Karl Kössler/Günther Ott: Die großen Dessauer, Planegg 1993 und Originalunterlagen. Ich habe relativ viele Dokumente zu Junkers-Flugzeugen. Aus Flugbüchern kann man z.B. die Einflüge der 110172 in Dessau rekonstruieren:
[alle Flüge in Dessau]
23.11.43 Maringer Einflug
23.11.43 Maringer Werkflug
26.11.43 Dautzenberg Nachflug
27.11.43 Dautzenberg Nachflug
29.11.43 Dautzenberg Nachflug
30.11.43 Dautzenberg 1 Kurssteuerungsflug 1 Höhen u. Kurssteuerungsflug
01.12.43 Dautzenberg Nachflug
02.12.43 Dautzenberg Nachflug
02.12.43 Witt BAL-Flug [Witt war der Abnahmepilot vom RLM von der Bauaufsicht, alle Flugzeuge mussten entsprechend abgenommen werden]
03.12.43 Dautzenberg Nachflug
20.12.43 Dautzenberg, 1 BAL-Nachflug, 1 Nachflug
21.12.43 Dautzenberg Nachflug
23.12.43 Dautzenberg Nachflug
26.12.43 Dautzenberg Nachflug

Man kann davon ausgehen, dass die Maschine kurz darauf zur FAGr. 5 überführt worden ist und dort bis August 1944 ihren Dienst versah.

Anbei noch eine kurze Unfallmeldung mit der Nennung der 110172. Es gibt auch noch eine 2-seitige ausführlichere Unfallmeldung. Das ist aber eine sehr schlechte Kopie. Das Bundesarchiv in Freiburg kopiert anscheinend mit einem Laib Brot. In dem Dokument wird Lt. Helmut Nagel von der FAGr. 5 als Pilot genannt, +10 Mann an Bord der Ju 290, Heimathafen: Mont de Marsan, Vbkz.: 9V+BH, 1./FAGr.5, Stammkz: KK+IG, Verlegungsflug, bei Nachtstart in Mont de Marsan Fahrwerk stark beschädigt, deshalb Bauchlandung am 18.08.44 in Bernburg 8:30 Uhr, Ursache vermutlich Baumberührung beim Start, Schaden je Motor 5%, Zelle 20%

 
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Also zu Deinem Wissen kann ich nur eins sagen: wow!
Ich habe relativ viele Dokumente zu Junkers-Flugzeugen
Nomen est Omen

Jetzt habe ich noch eine Frage zu der Ju 290 A-4/A-7 Werknummer 110165, PI+PS.
Das war eine A-4 die zu dem Muster Flugzeug der A-7 umgebaut wurde, dann am 8.Mai 1945 von Königgrätz nach München-Riem. Ende Juli startete sie, mit deren berühmten Alles Kaputt Aufschrift in die USA.

Das Problem: Revell gibt als Kennung PJ+PS an, wobei in allen anderen Quellen von der PI+PS die Rede ist. (Revell sagt beschreibt dieses Flugzeug auch mit der Wnr. 110165 und als Musterflugzeug derA-7. Irgendetwas stimmt mit PJ+PS nicht, also, so denke ich, gab es nie solch ein Flugzeug, und Revell hat sich bei Originalbilder verlesen oder einfach irgendetwas ähnliches geschrieben. Gibt es nun so ein Flugzeug und vor allem: hat jemand Bilder bevor die Maschine die amerikanischen Hoheitszeichen trägt?

Zweite Frage: In dem Bausatz werden als Alternative zu genau dieser Ju 290 auch die Kennzeichnungen, welche davor?? genutzt wurden, angeboten. Das wäre A3+HB, also eigentlich die Kennzeichnung beim KG 200. Gibt es dazu noch
Flüge oder sonstiges?

LG Creepdoodle
 

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Die Kennung "PJ+PS" ist falsch.
Laut "Nowarra - Junkers-Grossflugzeuge" trug die Maschine die Kennung "PI+PS".
Die deutsche Kennung wurde nach der Erbeutung entfernt. Die US-Kennung lautete "022".
Nach der Ankunft in den USA brachte man die deutsche Kennung wieder an.
Dabei kam es jedoch zu einem Irrtum und zu der Aufbringung der unkorrekten Kennung "PJ+PS".
 
Junkers-Peter

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Der Werdegang der 110165, PI+PS, ist in dem og. Buch von Kössler/Ott gut beschrieben, Einflüge in Dessau ab 08.09.43, dann Einbau Kehl-Anlage sowie Umbauten auf A-7 bei Dornier in Friedrichshafen, ab Mai 1944 Erprobung bei der E-Stelle Karlshagen, Abwürfe Hs 293, ab ca. Juli/August 1944 bei KG 200 als A3+HB, wohl in erster Linie Absetzen von Agenten ins Feindgebiet.

Im April 1945 in Hörsching Ersetzen des Verbandskennzeichens durch das teilweise falsche Stammkennzeichen PJ+PS für einen geplanten, aber nicht stattgefundenen, Flug nach Spanien, Flug von Hptm. Braun am 5. Mai 1945 von Hörsching nach Königgrätz, am 8. Mai dann Rückflug auf den bereits von dem Amis besetzten Flughafen München-Riem. An Bord 70 Personen, größtenteils Wehrmachtshelferinnen, Frauen und Kinder, die damit vor den Russen gerettet werden konnten.

So gesehen, ist PI+PS und PJ+PS richtig, denn die erste Variante ist die korrekte, aber mit der zweiten flog sie noch zu Kriegsende und nach dem Krieg. Die Übergabe in Riem erfolgte bereits als PJ+PS.
 

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@Junkers-Peter Eine Frage hätte ich noch: Gibt es irgendwelche Bilder der 110172?

Nur so nebenbei: Ist das Buch, welches Du verwendest ein Kaufempfehlung von dir? Würdest Du es weiterempfehlen und ist es informativ? Ich überlege mir, das Buch auch zu kaufen :)
 
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Keine Ahnung, ob irgendwo Fotos der 110172/9V+GH veröffentlicht sind. Im og. Buch konnte ich keines finden. Ich hab auch keine.

Das Buch von Kössler/Ott ist auf alle Fälle eine Kaufempfehlung, es ist das Buch zu Ju 90/290 mit vielen schönen Fotos.
Ebenso vehement rate ich von dem Nowarra-Buch ab. Textlich eine Katastrophe und kaum ein Foto richtig beschriftet.
 

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@Junkers-Peter Perfekt Danke ich weiß schon an wen ich mich im Bezug auf Fragen zu Junkers Flugzeugen wenden kann.

Hättest Du noch ein Buch über die Bf110, (besonders die G Varianten bzw einfach als Nachtjäger) welches Du weiterempfehlen könntest?
 

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@Junkers-Peter Oh Entschuldigung, ich meinte natürlich die Ju 88 als schweren- bzw. Nachtjäger
 
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Nein, leider kann ich da kein Buch guten Gewissens empfehlen. Zur Ju 88 gibts leider noch keine vernünftige Publikation.
 

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Eine Frage noch: hat irgendwer Bilder zur Ju 290 A-5 9V+BH Wnr. 110172? Ich hab bisher nur das Bild gefunden, welches im Anhang ist. Gibt es vor allem Bilder der MG in den Seitenständen?
 
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Mir fällt Grad auf, dass das gar nicht das Bild der 110172 ist.
 
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Wollte schon fragen, woher du weißt, dass es sich bei dem Foto um die 110172 handelt.

Als Fotoquelle kann ich noch empfehlen: Karl-Heinz Regnat, Vom Original zum Modell: Ju 290/390. Da sind auch Fotos von den Seitenständen drin. In dem Buch von Kössler/Ott müßten aber auch solche Fotos drin sein.
 

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@Junkers-Peter gibt es eigentlich irgendeine Beschreibung der 0172? Revell gibt ja an, dass auf den Rumpfseiten sowie den Seitenrudern diese "Würmer" in RLM 83 waren, ähnlich wie bei der 0162 9V+EK. Gibt es Hinweise, dass die 0172 auch so eine Tarnung hatte?
 
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Ich kann dir bei der Fragestellung nicht weiterhelfen. Ich habe noch nie so ein Bemalungsvorschrift gesehen. Wenn, dann gabs die sicherlich nur auf Gruppen- oder Staffelebene. Da es anscheinend keine Fotos der 110172 gibt, kann man auch keine Aussagen über deren Lackierung treffen.

Offensichtlich hat sich Revell mit der Werknummer geirrt, da die 0172, wie bereits oben angemerkt, im März 1945 nicht in Roggenthin gewesen sein kann.
 
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